Abenteuer Arztbesuch, Apotheke und Internet

Arzt, Finnland, Reisebericht, Antibiotika, Apotheke, Internet, Sim-Karte, Daten-Sim, Lääkäri, Inari

Nachdem wir in Inari am nächsten Morgen aufgewacht sind meldeten sich Robbys Nierenschmerzen zurück. Ich dachte, die hätten wir in Kirkenes gelassen. Somit gibt es keinen Ausweg mehr. Wir müssen uns wohl oder übel nach einem Arzt in der Nähe umschauen, um an Antibiotika zu kommen. Welche Erfahrungen wir bei unserem Arztbesuch in Lappland gemacht haben und was eine finnische Apotheke mit der Zulassungsstelle gemein hat, erfahrt ihr in diesem Bericht. Ausserdem erzähle ich euch wie einfach man in Finnland an Datenvolumen kommt.

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Lääkäri oder auf Deutsch … Arzt

Da wir uns bis dato noch keine Sim-Karte organisiert haben, waren wir froh das Internet auf dem Campingplatz nutzen zu können. Dank dem Google Übersetzer konnten wir sehr schnell herausfinden, was Arzt auf Finnisch heißt. In Ivalo, 30 Kilometer südlich von Inari, gibt es ein Medi-Center mit dem Namen MedInari. Leider ist diese Seite nicht auf Englisch verfügbar, aber über Umwege und Internet- Recherche konnten wir unsere Vermutung bestätigen, dass dort ein Arzt zu finden ist. Also auf nach Ivalo.

Was heißt eigentlich Nierenschmerzen auf Finnisch?

Wir betreten das Medicenter und niemand ist zu sehen. In einem Extraraum entdecken wir eine Dame die uns zulächelte und mit einem freundlichen „Hei“ begrüßte. „Do you speak English?“ Die Dame musste eine Kollegin holen, die aber dem Englischen mächtig war. Schnell konnte der Krankheitsverlauf geschildert und die weitere vorgehensweise besprochen werden. Probe ins Becherchen und im leeren Wartezimmer Platz nehmen. Muss in Lappland niemand zum Arzt?

Wer möchte hier durch, weil er Arzt ist?

Der Befund lässt nichts Gutes erahnen. Stark erhöhte Werte was auf eine Infektion schließen lässt. Wir müssen beim Arzt vorsprechen, wird uns erklärt. Nach ein paar Minuten kam ein junger Mann an uns vorbei. Der weiße Kittel lässt auf einen Arzt oder zumindest auf jemanden mit einem Heilberuf schließen. Kurze Zeit später ein eben so junger Mann mit Holzpantoffeln, aber ohne Kittel, der Robby’s Herz höher schlagen lässt. „Cool, der hat den selben Frisör wie ich“. Aber wer ist denn jetzt der Arzt?

Der Kerl mit den Dreads öffnet die Tür und Robby wird herein gebeten. Als Arzt kann man in Finnland wohl auch Dreads tragen und weit unterhalb der 40 sein.

Termin heißt hier wohl wirklich Termin.

Ich warte brav auf dem Sofa im Wartebereich und nutze die Gelegenheit finnisches TV zu kucken. Sehr interessant, muss wohl eine Art Morgenmagazin sein, soviel kann ich zumindest anhand der Bilder erkennen. Sonst bleibt mir der Inhalt gänzlich verborgen.

Eine junge Frau setzt sich, trotz gänzlich freiem Wartezimmer, direkt neben mich, begrüßt mich mit einem freundlichen „Hei“ und nimmt sich eine Zeitung. Zwei Minuten später öffnet sich die Tür eines weiteren Behandlungszimmers und die Dame verschwindet darin. Ok, hier gibt es anscheinend wirklich keine Wartezeiten.

Das Rezept der Heilung

Robby kommt mit einem Zettel aus dem Arztzimmer, ein Rezept für Antibiotika. Wir bezahlen eine Rechnung über 75 € und bekommen die Info, wo wir die nächste Apotheke (Apteekki) finden. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich mit unserem Dicken überall einen Parkplatz bekommen habe?

Bitte Nummer ziehen.

Arzt, Finnland, Antibiotika, Apotheke, Internet, Sim-Karte, Daten-Sim, Lääkäri, InariIn der Apotheke angekommen sind wir etwas verwirrt. Auf der rechten Seite drei Schalter mit Computern, eine Reihe Sitzgelegenheiten und ein Automat, an dem wir eine Nummer ziehen sollen. Die Apotheke wirkt so gut sortiert wie bei uns. Das einzige was ungewöhnlich bzw. sehr löblich war, ist ein extra Bereich, um Medikamente für Haustiere zu kaufen. Wir ziehen eine Nummer und nach einer Wartezeit von 2 Minuten ist Robby an der Reihe. Ein Gefühl wie bei der Zulassungsstelle

Die Dame am Schalter nimmt das Rezept, tippt etwas in ihren Computer und steht anschließend auf, um die Packung aus dem Automaten zu holen, wo selbige raus kam. Nun erfolgt eine richtig ausführliche Erklärung, wie das Antibiotikum einzunehmen und worauf zu achten ist. Dann schickt sie Robby weiter zur Kasse an der wir 5 € bezahlen, ist doch alles ganz einfach.

Ach ja.. was ist jetzt mit dem Internet?

Arzt, Finnland, Antibiotika, Apotheke, Internet, Sim-Karte, Daten-Sim, Lääkäri, InariIn der näheren Umgebung war ein sogenannter R-Kioski. Im Vorfeld haben wir uns schon darüber informiert, dass dort Sim-Karten erhältlich sind. Wir betreten den Laden, der wie ein Zeitungskiosk anmutet, mit der Gelegenheit sich einen kleinen Imbiss zu genehmigen, ein Paket zu verschicken, DVDs auszuleihen… Hm. Eierlegender-Wollmilchsau-Laden? 🙂 Wir erklären an der Kasse, dass wir gerne Internet für einen Monat mit unbegrenztem Datenvolumen hätten. Wir bezahlen 24,99 €, bekommen eine Datenkarte, stecken sie in unseren Router und haben Internet. Selbst in den entlegensten Gegenden mindestens 3G. (Bis jetzt hatten wir überall 4G). So einfach kann es gehen.

Fazit

Keine Sorge, wenn man im tiefsten Lappland einen Arzt braucht, eine Apotheke oder Internet. Wir waren und sind bis jetzt absolut begeistert wieviele Menschen uns in nur 1 Stunde glücklich gemacht haben.

Robbys Beschwerden sind im übrigen wieder weg. Ach ja, Nierenschmerzen auf Finnisch heißt übrigens „munuaiskipu“. Gemäß unserer Erfahrung braucht ihr euch das aber nicht zu merken. Hier spricht wirklich fast jeder Englisch, und wenn nicht, ist zumindest jemand in der, Nähe der es kann.

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Über den Autor

Robby
Robby

Robby ist der weibliche Part des Projekts "Campofant". Ein wenig chaotisch und nicht ganz konventionell. Die Haare zu Dreadlocks gefilzt und auch Piercings und Tattoos dürfen nicht fehlen. Sie hat ein Fable für schöne Musik und gutes Essen, am liebsten selbst zubereitet.

4 Kommentare

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  • Klingt so aufregend und abenteuerlich… fast schon wie in einem Film.
    Aber das sind denke ich genau diese Art von Erfahrungen, die man nur machen kann, wenn man eine Reise wie ihr es tut unternimmt.
    Es macht so viel Freude eueren Blog zu lesen und man kann dabei so viel staunen und lernen. ☺?

    • Danke dir Schwesterherz 🙂 Freut uns natürlich, wenn ihr Spaß an unserem Blog habt und ja, man erfährt viele Dinge die in anderen Ländern aufregend anders sind 🙂

  • Hallo in die Runde,
    ich habe auf Reisen immer zwei Antibiotika dabei. Ja, ich weiss, das ist eigentlich unverantwortlich, und Antibiotika sind längst schon keine Wundermittel mehr. Aber ich versichere, ich nehme die nicht bei jeder kleinen Erkältung oder einem Durchfall. Ich halte mir die als letzten Notnagel in Reserve z.B. wenn mein Blinddarm sich mal entzünden sollte und zu platzen droht. Das wäre das lethale Ende der Reise, aber die Antibiotika könnten mir noch die Chance eröffnen, das nächste Krankenhaus zu erreichen.
    Grüße
    Heinz

    • Hallo Heinz, ja, manchmal sind sie einfach absolut notwendig. Wir werden uns im Oktober auch noch ein Breitbandantibiotikum für den Notfall in unsere Reiseapotheke packen. Hatten das irgendwie versäumt 🙂 Liebe Grüße an dich

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