Cam­ping für Anfän­ger – mit Hanna nach Texas

Camping für Anfänger, Texas

Dieser Rei­se­be­richt ist ein Gast­bei­trag von der lieben Hanna. Sie nimmt uns mit zum Cam­ping nach Texas und zeigt uns, warum es für sie ein Cam­ping für Anfän­ger war. Dabei erin­ne­re ich mich an damals, als Stefan mich dazu über­re­den musste, end­lich mal mit ihm mit dem Wohn­wa­gen weg­zu­fah­ren.

Ich bin Kran­ken­schwes­ter (schon seit 7 Jahren) und habe auch 4 Jahre im Kran­ken­haus gear­bei­tet, ehe ich beschlos­sen habe, alles hinter mir zu lassen, alles auf­zu­ge­ben und zu reisen. Das habe ich dann knapp 18 Monate gemacht, aller­dings habe ich mich vor meiner Abrei­se ver­liebt und bin des­we­gen nun nach Deutsch­land zurück­ge­kehrt. Momen­tan arbei­te ich wieder auf einer Inter­me­dia­te Care Sta­ti­on im Kran­ken­haus und bin auf der Suche nach meinem per­sön­li­chen Glück. Außer­dem habe ich mit Yoga ange­fan­gen und möchte mich beruf­lich wei­ter­bil­den. Ich bin 28 und wün­sche mir von ganzem Herzen einen Hund.

 

Ich? Campen? Unvor­stell­bar …

Wahr­schein­lich kennst du mich nicht, aber vorab sei dir eins gesagt: Ich war im Herzen ein rich­ti­ges City­girl. Auf­ge­wach­sen bin ich jedoch auf dem Land.  Man müsste theo­re­tisch meinen, mir wäre das alles ver­traut, in der Natur zu sein und ich hätte damit keine Pro­ble­me. Weit gefehlt! Ich hasste Dreck, das Land & alles was dazu­ge­hör­te.

Länd­li­che Gegend? Nicht meins …

Einmal war ich mit meinen Freun­din­nen zu einer Hoch­zeit ein­ge­la­den und wir muss­ten dafür raus aufs Land und uns eine Feri­en­woh­nung mieten, mitten auf dem Land! Wäh­rend meine Freun­din­nen es alle wun­der­schön fanden, mit den klei­nen Katzen der Ver­mie­te­rin spiel­ten und Rosen­mar­me­la­de aßen, dachte ich mir die ganze Zeit nur so: Wo bin ich hier gelan­det? Über­all Tiere, Insek­ten, kein Laden um die Ecke usw.

Jeden­falls woll­ten meine Freun­din­nen auch früher öfter mit mir weg­fah­ren, auf eine Hütte, zum Wan­dern oder so was; meine Ant­wort dazu war stets: auf gar keinen Fall! Ich gehe maxi­mal 2h spa­zie­ren und das ohne däm­li­chen Wan­der­ruck­sack! Wenn sie mir mit Zelten kamen, habe ich sie nur aus­ge­lacht! Ich in einem Zelt? In der Natur? Undenk­bar … ich war eine TUSSI durch & durch.


Hanna, aufeinenKaffee

Zeiten ändern sich

Doch dann, je älter ich wurde, desto mehr änder­te sich meine Ein­stel­lung zu dem Thema. Auf Reisen habe ich bis dato schon immer Aus­nah­men gemacht. Wenn es erfor­der­lich war, habe ich auch mal auf einem Stein­bo­den geschla­fen, über mir die Geckos und sämt­li­che andere Tiere. Mich jedoch frei­wil­lig in die Natur bege­ben, nein!

Jeden­falls bekam ich nach und nach immer mehr Freude an der Natur. Mit 24 fing ich das Joggen im Wald an und es machte mir tat­säch­lich Spaß. Davor war für sport­li­che Akti­vi­tä­ten nur ein Fit­ness­stu­dio in Frage gekom­men.

Wandern, Texas

Cam­ping für Anfän­ger in Texas

Und so kam es ganz spon­tan letz­tes Jahr im Novem­ber dazu (2015), dass meine Freun­de aus Texas, wo ich zu der Zeit wohnte, mit mir campen gehen woll­ten.

Natür­lich haben sie mich auch mit Bil­dern gelockt und ich muss sagen, ich war fas­zi­niert. Von der Land­schaft, die sich da vor mir auf den Bil­dern bot. So sind wir also zu Dritt ein­fach mal 8 Stun­den an die mexi­ka­ni­sche Grenze gefah­ren, in den Big-Bend-Natio­nal­park und haben dort 3 Tage Auto-Cam­ping gemacht.

Zelten, Texas

 

Auto-Cam­ping oder Pri­mi­ti­ves Cam­ping?

In den USA wird zwi­schen Auto-Cam­ping und Pri­mi­ti­ven-Cam­ping unter­schie­den. Wäh­rend du beim Auto Cam­ping einen Groß­teil deiner Sachen im Auto hast und so auch an Wasser, Essen usw. ohne Pro­ble­me ran kommst, wird beim Pri­mi­ti­ven Cam­ping mit Sack und Pack irgend­wo hin gelau­fen, um dort wild zu campen. Sprich, dein Ruck­sack wiegt min­des­tens 20 kg, es ist kein Waschen (bezüg­lich Köper­hy­gie­ne) oder Ähn­li­ches mög­lich, da du nur Wasser für dich zum Trin­ken mit­neh­men kannst. Ihr ver­steht also den Unter­schied.

Meine Freun­de mein­ten daher, dass wir Auto-Cam­ping machen, um mir den Ein­stieg zu erleich­tern. Auch war damals bei diesem Platz in den Bergen ein klei­nes Toi­let­ten­häus­chen auf­ge­stellt.

Eine tolle Erfah­rung

Das war für mich eine der schöns­ten Erfah­run­gen über­haupt! Ich war so fas­zi­niert von den Bergen, der tro­cke­nen Land­schaft, dem Wan­dern, der Natur, … es hatte mich gepackt!

Tja und das wollte ich mit Heidi dann auch erle­ben und es ihr zeigen. Sie ist ja nicht so der Texas-Fan wie ich, aber ich dachte, das wäre ein Aus­flug, womit ich es ihr schmack­haft machen könnte.

Los­ge­fah­ren sind wir am frühen Morgen, die Stre­cke dort­hin ist super­ein­fach. In Texas geht es fast immer nur ewig lange gerade aus.


Campingplatz Texas

Erste Nacht im Zelt

Ich war an diesem Tag ziem­lich im Eimer, weil nur ich Auto fahren durfte. Bei Fah­rern unter 25 muss man in den USA immense Zusatz­ge­büh­ren zahlen und das woll­ten wir natür­lich nicht. Ca 10 l Kaffee später kamen wir gegen Mittag im Park an. Heidi mit ihrer gemüt­li­chen Art wollte selbst­ver­ständ­lich erst mal chil­len, aber durch meine gute Erfah­rung mit meinen Freun­den, die mich auch eini­ges gelehrt hatte, wusste ich, dass man beim Zelt­auf­bau zügig voran schrei­ten muss, denn der Wind & das Wetter können sich ver­dammt schnell ändern.

Nach dem Aufbau haben wir noch schnell etwas zu essen gemacht und dann ab ins Bett, ähhhh Zelt & Boden und nur eine Luft­ma­trat­ze und naja, gemüt­lich ist etwas ande­res. Am nächs­ten Morgen wurde dann erst mal Kaffee gemacht.

Kaffee kochen, Camping


Irgend­wie hatte ich nicht geschnallt, wie dieser kleine Gas Kocher funk­tio­niert, den wir dabei hatten. Folg­lich musste ich ganz tra­di­tio­nell Kohlen anzün­den, um heißes Wasser zu bekom­men.

Kaffee, Texas


Camping, Zelt, Texas

Wan­dern in Texas

So sah unser Zelt aus, natür­lich viel zu groß für 2 Leute, aber so viel Platz zu haben war echt gut.

Nach dem Früh­stück mit Son­nen­auf­gang sind wir zur Ranger-Hütte gefah­ren, um uns Wan­der­we­ge aus­zu­su­chen, die wir tags­über laufen könn­ten.
Heraus kam dabei an diesem Tag: Ein Wüsten-Wan­der­weg, ent­lang am Rio Grande Fluss, der die Grenze zu Mexiko bildet.
Aussicht, Texas, Landschaft
Heidi ist eine Top Pho­to­gra­phin



Es war wirk­lich traum­haft, die Berge sahen zum Teil aus wie der Tafel­berg in Süd­afri­ka, weil sie oben ganz flach waren.


Texas, Aussicht, Landschaft
Nach diesem Wan­der­tag kam abends sehr star­ker Wind auf und wir muss­ten das Zelt noch mal extra fixie­ren. Ich hatte schon damit gerech­net, dass wir im Auto schla­fen müssen, da die Gefahr, die von dem Wind aus­ging, ein­fach zu groß war. Aber so schnell und stark der Wind gekom­men war, so ging er auch nach ca 3 Stun­den wieder und es kehrte Ruhe ein.

Texas
Unser stän­di­ger Freund auf dem Cam­ping­platz war ein soge­nann­ter “Roadrun­ner” Falls ihr mehr über diesen Wege­ku­ckuck erfah­ren wollt, ver­lin­ke ich euch hier direkt zu Wiki­pe­dia.


Roadrunner, Vogel, Texas


Auch haben wir Kojo­ten, Hasen & einige andere kleine Tiere gese­hen. Die Schlan­gen, Skor­pio­ne und Taran­teln blie­ben glück­li­cher­wei­se aus.

An unse­rem 2. Tag wollte ich mit Heidi unbe­dingt in den Bergen wan­dern gehen, da ich dort mit meinen Freun­den auch unter­wegs war und ich es als wun­der­schön emp­fun­den habe. Hier ein paar Impres­sio­nen von diesem Tag:


Texas, Wandern, Aussicht

Texas, View
Baum, Texas
Traum­haft oder? Ein wirk­lich gelun­ge­ner Tag! Am 3. und letzte Tag war es dann eigent­lich schon wieder Zeit für die Abrei­se. Auf dem Weg zum Park­ein­gang ( ca. 1,5h Fahrt ) …


Texas, Parkeingang

Fazit

Dieser Cam­ping Trip (und der bereits Vor­an­ge­gan­ge­ne mit meinen Freun­den) hat mein Leben unglaub­lich berei­chert. Ich bin so froh, dass ich dieses Aben­teu­er gewagt habe. Ich hätte es selbst nie für mög­lich gehal­ten, dass mir das gefal­len würde.
Diesen Trip mit Heidi zu machen hat unse­rer Bezie­hung unheim­lich gut getan. Nicht, dass wir das gebraucht hätten, aber wir sind ziem­lich viel rum­ge­reist & haben super­viel erlebt; da waren diese Tage sehr ent­schleu­ni­gend. Es ging nur um uns, ohne Inter­net, ein­fach zusam­men die Natur erle­ben, wan­dern gehen, zusam­men eine Lösung finden bei Pro­ble­men usw.
Für mich waren es die schöns­ten Tage in den USA!


aufeinenkaffee
Texas wird meiner Mei­nung nach wirk­lich sehr unter­schätzt, denn land­schaft­lich hat dieser Bun­des­staat viel zu bieten! Falls ihr auch mal nach Texas in den Natio­nal­park wollt: Hier ist der offi­zi­el­le Link zum Park.
Danke fürs Lesen, auch wenn es ein langer Bericht wurde.

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