Langweilig war gestern, unser Gaskochfeld im Praxistest

Can Gaskochfeld PV1355

Wir nutzen unser Gaskochfeld mit Glasplatte jetzt seit gut zwei Jahren und haben es richtig ins Herz geschlossen. Immer wieder werden wir darauf angesprochen, da es auf den ersten Blick nicht wie ein „normales“ Wohnmobil Kochfeld aussieht. Anfangs war ich skeptisch, da der Preis höher war, als eine vergleichbare Camping Kochplatte. Doch Robby hat sich am Ende durchgesetzt. Zurecht, wie ich heute weiß. In diesem Beitrag möchte ich unsere Erfahrungen mit Euch teilen und zeigen, dass es auch Alternativen zu den üblichen Gas Kochern gibt.

Die Qual der Wahl

Bei uns wird täglich frisch gekocht, und da wir dauerhaft in unserem Wohnmobil leben, auch oft aufwendiger. Darum sollten auf dem Gaskochfeld auch ein großer Topf und eine Pfanne Platz haben (im Idealfall auch noch ein dritter Topf). Doch da wurde es bei den meisten Camping Kochplatten schon eng.

Wohnmobil Kochfeld

Auch die Reinigung stand im Vordergrund. Wo gehobelt wird fallen Späne und wo gekocht wird Soßenflecken. In unserem Wohnwagen war ein typisches Wohnmobil Kochfeld eingebaut. Richtig Eingebranntes ließ sich dort nur sehr schwer entfernen und wenn nur mit scharfen Mitteln oder Kratzern durch Putzschwämme. Irgendwie waren wir ja durch unser Cerankochfeld von Zuhause sehr verwöhnt. Dort lassen sich stark eingebrannte Missgeschicke sehr leicht durch einen Kochfeldschaber schadfrei entfernen. Gibt es sowas nicht für Gas?

Schön wäre auch, wenn die größte Flamme ein bisschen mehr Power hätte. Der Wok für die asiatischen Köstlichkeiten genehmigt sich gerne etwas mehr Leistung, um ordentlich zu funktionieren.

Can Gaskochfeld PV1355

Nach langer Suche stolperte Robby über unsere jetzige Kochstelle. Der damalige Preis von ca. 500,- Euro war allerdings schon eine Hausnummer im Vergleich zu den anderen Campingkochern. Von dem Hersteller hatten wir vorher noch nichts gehört, aber die Idee mit der Glasplatte fanden wir richtig gut.

  • Glasplatte,
  • genügend Platz,
  • je ein Kochfeld mit 1000, 1900 und 3000 Watt (Wärmeleistung).

Da in unserem alten Fahrzeug noch eine 50 mbar Anlage verbaut ist, benötigten wir noch einen Druckregler, welcher den Druck auf 30 mbar reduziert. Er wurde in die Leitung vor dem Gaskochfeld montiert.

Einbau des Kochfelds

Da wir unsere Küche eh neu renoviert haben und auch das Spülbecken gegen ein Größeres tauschen wollten, musste eine neue Arbeitsplatte her. In der Bedienungsanleitung findet man alle Daten für den richtigen Einbau. Wichtig ist hierbei, dass bestimmte Abstände zu Wänden einzuhalten sind. Unter Umständen müssen aber dennoch Wärmeschutzbleche montiert werden. Bei unserer Abnahme vom Gasprofi wurden diesbezüglich aber keine Nachbesserungen verlangt. Wir wurden lediglich darauf hingewiesen, dass die Beschaffung der Daten für das Gaskochfeld etwas schwierig war. Der Hersteller war wohl hauptsächlich als Zulieferer im Jachtbau tätig und erschließt sich gerade erst den Wohnmobilmarkt.

Kleben statt schrauben

Wer allerdings nach Schrauben sucht, wird enttäuscht. Das Kochfeld muss mit der Arbeitsplatte verklebt werden. Bei der Wahl des Klebers sollte man auf Temperaturbeständigkeit achten. Wir haben uns für Hochtemperatur Silikon entschieden, welches auch zum Kleben von Backofenscheiben verwendet werden kann. Bis heute sitzt alles an seinem Platz, selbst nach den schlimmsten Rüttelpisten und Wüstendurchquerungen.

Den Anschuss des Gaskochfelds und Druckminderers haben wir aber im Zuge der Gastankinstallation dem Fachmann überlassen.

Reinigung

Die Reinigung geht leicht von der Hand, wie wir es uns vorher gewünscht haben. Die Gasdüsen lassen sich durch Drehung entriegeln und entnehmen. Die Reinigung wird dadurch sehr erleichtert. Aber eine Kleinigkeit gibt es trotzdem an unserem Can PV1355 zu bemängeln. Die Topfträger lassen sich nicht so einfach entfernen. Sie sind direkt mit dem Gasbrenner verschraubt.

Camping Kochfeld

Da gibt es Hersteller, die das besser gelöst haben. Wie z. B. beim Dometic Moonlight, auch wenn es sich hierbei um eine Kombination aus Backofen und Gaskochfeld handelt . Dort sind die Träger mit einer Art Schnappverschluss versehen, welche die Reinigung noch mal erleichtern.

Eine Alternative bietet auch Thetford mit seiner Topline 900er Serie.

Platz zum Kochen

Der Platz ist in der Praxis absolut ausreichend. Selbst neben dem großen Wok kann noch ein kleiner Reistopf kuscheln. Aber eines ist klar, an ein heimisches Kochfeld kommt es trotzdem nicht heran und bei der großen Pfanne und dem Topf ist ebenfalls Kuschelkurs angesagt.

 

Wok im Wohnmobil

Fazit

Mit unserem Can Kochfeld sind wir hochzufrieden. Die fest montierten Topfträger sind ein Manko, aber wir können trotzdem sehr gut damit leben. Heute würden wir wahrscheinlich zum Thetford Topline 931 greifen, da uns die Aufteilung der Kochstellen noch mehr Freiraum geben würde. Aber egal, für welches der Geräte man sich entscheidet, mit Platzmangel und schwer zu reinigenden Kochfeldern muss man sich im Wohnmobil heute nicht mehr abfinden.

Hat Dir der Beitrag gefallen?

Langweilig war gestern, unser Gaskochfeld im Praxistest: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
4,20 von 5 Sterne, basierend auf 10 abgegebenen Stimmen.

Wenn du den Beitrag bewertest, wird Deine IP-Adresse zum Schutz vor Mehrfachbewertung in unserer Datenbank gespeichert. Beachte hierzu die Hinweise in der Datenschutzerklärung

Loading...
Mehr von Stefan

Antischlingerkupplung: Nachrüsten, Wartung, Pflege…

Den meisten Unfällen mit einem Gespann geht ein Aufschaukeln des Wohnwagens oder...
Weiterlesen

4 Kommentare

  • Eine LiPo Batterie verändert nochmal alles. Bei uns bleibt das 3-Flamm Gaskochfeld fast immer zu und wir arbeiten mit einem Induktionskochfeld. Nach dem Kochen verschwindet es in der Schublade, das es sehr flach ist. Da mit Glasoberfläche auch prima zu reinigen.

    • Hallo Carsten,

      ja, da hast du vollkommen recht. Wenn unsere jetzige Batterien den Geist aufgeben, werden wir höchstwahrscheinlich auch auf Lipo umsteigen. Wieviel genehmigt sich denn das Induktionskochfeld?

      Liebe Grüße

      Stefan

  • Hauptsächlich wegen der zu schwachen Brenner haben wir uns gegen einen Standard-Womokocher entschlossen. Wir benutzen unseren Wok sehr häufig. Aber unsere Wahl, ein Thetford Triplex, war auch nicht die beste! Die Verarbeitung lässt viele Wünsche offen. Nach einem Jahr ging ein Piezozünder nicht mehr, dann versagte der Regelknopf von demselben Brenner, und rosten tut er nun auch. Da wir mehrere Jahre in Südamerika gereist sind, war natürlich nichts mit Garantie…
    Fazit: einen echt brauchbares Kochfeld für ein Wohnmobil zu finden ist wohl eher ein Glücksspiel. Gibt es die überhaupt?

    • Hallo Jürgen,

      mit unserem Kochfeld gab es nur Anfangs ein Kontaktproblem mit der Zündsicherung. Einmal Kontakte nachgebogen und seitdem läuft alles wie es soll.

      Deine Erlebnisse klingen allerdings sehr unschön.

      Liebe Grüße

      Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.