Rat­ge­ber: Fern­se­her für Wohn­mo­bil und Wohn­wa­gen

Familen Fernsehen

Wer sein Wohn­mo­bil mit einem Fern­se­her aus­stat­ten möchte, steht meist vor der Frage, ob man wirk­lich einen spe­zi­el­len Cam­ping-, Wohn­wa­gen- oder Wohn­mo­bil-Fern­se­her benö­tigt. Wenn man sich bei den „nor­ma­len“ TV-Gerä­ten mit 230-Volt-Anschluss umsieht, findet man deut­lich güns­ti­ge­re Preise und auch 12 Volt Model­le sind im unte­ren Preis­seg­ment zu finden. Welche Unter­schie­de es gibt, und ob die güns­ti­ge­ren Model­le für die mobile Fern­seh­un­ter­hal­tung geeig­net sind, erfährst du jetzt.

Was macht einen Cam­ping oder Wohn­mo­bil Fern­se­her aus?

  • Schutz vor Erschüt­te­run­gen
    Im Wohn­mo­bil oder Wohn­wa­gen findet man andere Bedin­gun­gen als in einer Woh­nung oder Haus. Das Gerät wird stän­dig trans­por­tiert und ist dem­entspre­chend star­ken Erschüt­te­run­gen aus­ge­setzt. Sei es Kopf­stein­pflas­ter, Schlag­lö­cher oder wie in unse­rem Fall eine hef­ti­ge Rüt­tel­pis­te in der Wüste. Des­halb ist bei vielen Cam­ping Fern­se­hern die Elek­tro­nik beson­ders gut befes­tigt bzw. ver­schraubt. Bei Heim­ge­rä­ten ist das nicht unbe­dingt gege­ben.
  • Tem­pe­ra­tur­be­stän­dig­keit
    Das Thema Kon­dens­was­ser ist hier das Haupt­pro­blem. Die Elek­tro­nik wird bei Cam­ping­ge­rä­ten teil­wei­se durch Schutz­la­cke oder spe­zi­ell abge­dich­te­te Gehäu­se geschützt. Gerade wenn im Winter das Wohn­mo­bil auf­ge­heizt wird, ist die Bil­dung von Kon­dens­was­ser im Gerä­te­in­ne­ren ein häu­fi­ges Pro­blem. Die Feuch­tig­keit kann zu Kurz­schlüs­sen führen und die Elek­tro­nik beschä­di­gen. Das betrifft im Übri­gen nicht nur Fern­seh­ge­rä­te.
  • Gewapp­net gegen Span­nungs­schwan­kun­gen
    Auch wenn wir im Wohn­mo­bil von einem 12-Volt-System spre­chen, gibt es Span­nungs­schwan­kun­gen. Wenn z. B. die Bat­te­rie über eine Solar­an­la­ge, die Licht­ma­schi­ne oder ein Lade­ge­rät gela­den wird, treten Span­nun­gen bis zu 14,5 oder sogar 15 Volt auf. Wohn­mo­bil Fern­se­her sind für diese Schwan­kun­gen vor­be­rei­tet und werden dadurch nicht beschä­digt.

Span­nun­gen (unter 12 Volt) können sich durch Arbeits­ver­wei­ge­rung oder selt­sa­me Fehler am Gerät bemerk­bar machen. Dau­er­haf­te Beschä­di­gun­gen sind bei Unter­span­nun­gen eher selten, aber nicht unmög­lich. Dies ist in meinen Augen der wich­tigs­te Aspekt.

Was ist mit güns­ti­gen 12 Volt Fern­se­hern?

Mitt­ler­wei­le haben viele Her­stel­ler 12 Volt Fern­se­her im Pro­gramm, bzw. bieten zusätz­li­che Kfz-Adap­ter im Zube­hör­han­del an. Wie bereits erwähnt sind das Haupt­pro­blem die Span­nungs­schwan­kun­gen, welche das Gerät abkön­nen muss. Es heißt nicht, dass der Fern­se­her bei 12,5 Volt sofort in Rauch auf­geht, aber lang­fris­ti­ge Schä­den sind nicht aus­zu­schlie­ßen. Des­halb hilft hier nur ein Blick in die Her­stel­ler­an­ga­ben. Das Glei­che gilt auch für den Schutz vor Erschüt­te­run­gen oder beim Thema Kon­dens­was­ser.

Leider man­gelt es bei sehr güns­ti­gen Model­len meist an den nöti­gen Infor­ma­tio­nen und Daten­blät­tern.

Kann ich trotz­dem einen güns­ti­gen 12 Volt Fern­se­her im Wohn­mo­bil betrei­ben?

Auch wenn die Her­stel­ler­an­ga­ben eher dürf­tig sind, kann ich unter bestimm­ten Bedin­gun­gen einen güns­ti­gen 12 Volt Fern­se­her von der Stange betrei­ben. Fol­gen­de Tipps helfen dabei, dass der Fern­se­her keinen Scha­den nimmt.

  • Das Gerät ist lt. Her­stel­ler nicht gegen Kon­dens­was­ser geschützt
    Ist es im Wohn­mo­bil oder Wohn­wa­gen sehr kalt, sollte man mit dem Ein­schal­ten warten bis das Gerät Zim­mer­tem­pe­ra­tur erreicht hat. Nur dann kann eine Kon­den­sa­ti­on im Gerä­te­in­ne­ren aus­ge­schlos­sen werden. Im Grunde ist das wie bei einer Brille, die anläuft, wenn man aus der Kälte einen beheiz­ten Raum betritt. Erst wenn sie sich der Umge­bungs­tem­pe­ra­tur ange­passt hat, beschlägt sie nicht mehr. Wird das Wohn­mo­bil im Winter ein­ge­mot­tet, kann man als zusätz­li­chen Schutz das Gerät im Haus oder der Woh­nung lagern.
  • Der Fern­se­her ist nicht gegen Erschüt­te­run­gen geschützt
    Wer Angst vor Beschä­di­gun­gen hat, kann seinen Fern­se­her wäh­rend der Fahrt im Ori­gi­nal­kar­ton trans­por­tie­ren. Mir per­sön­lich wäre das aller­dings zu umständ­lich. Unser TV fährt zwi­schen Decken gepackt auf dem Bett mit. Wir haben ihn aller­dings auch nicht mit einer spe­zi­el­len TV-Hal­te­rung mon­tiert. In diesem Fall würde ich ihn hängen lassen und mit dem Risiko leben.
  • Ich weiß nicht, ob mein Gerät die Span­nungs­schwan­kun­gen ver­kraf­tet
    Im Grunde gibt es nur zwei Mög­lich­kei­ten. Bei der Ersten hofft man, dass der Fern­se­her unse­rer Wahl die Span­nungs­schwan­kun­gen weg­steckt. Im zwei­ten Fall sorgt der Ein­satz eines DC-DC-Wand­ler für eine gleich­blei­ben­de Span­nung für unse­ren 12 Volt Fern­se­her. Dieses Zusatz­ge­rät ist natür­lich mit Mehr­kos­ten ver­bun­den. Ob sich diese Vari­an­te lohnt, muss man selbst ent­schei­den. Ein DC-DC Wand­ler kann aber auch für andere Anwen­dun­gen genutzt werden. So seien z. B. 12 Volt Haus­halts-LED-Leucht­mit­tel erwähnt. Die mögen auch keine Über­span­nun­gen.

Wie sieht es bei TV-Gerä­ten mit 230 Volt aus?

Ver­nach­läs­si­gen wir die Vor­tei­le, die uns ein Cam­ping­fern­se­her ver­spricht, können wir auch zu einem han­dels­üb­li­chen Gerät grei­fen. Wer ein 230 Volt TV-Gerät unab­hän­gig von Land­strom ver­wen­den möchte, benö­tigt zusätz­lich einen Span­nungs­wand­ler. Dank LED-Tech­nik benö­ti­gen moder­ne Fern­se­her keine hohen Leis­tun­gen, wes­halb auch ein „rela­tiv“ klei­ner Wech­sel­rich­ter genügt.

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Wel­chen Wech­sel­rich­ter brau­che ich?

Die Leis­tungs­auf­nah­me liegt bei den meis­ten TV-Geräte zwi­schen 20 und 50 Watt. Die meis­ten Gerä­ten laufen pro­blem­los mit einer modi­fi­zier­ten Sinus­wel­le. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, greift zu einem reinen Sinus­wech­sel­rich­ter. Was die Leis­tung betrifft, dürfte ein klei­ner WR mit ca. 100 Watt Dau­er­leis­tung genü­gen.

In unse­rem  Bei­trag über Wech­sel­rich­ter fin­dest du viele zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen zur Wahl des rich­ti­gen Geräts.

Welche Aus­stat­tung sollte mein Fern­seh­ge­rät haben?

Wor­über wir uns auf jeden Fall Gedan­ken machen soll­ten ist, wie wir für Fern­seh­emp­fang sorgen möch­ten. Je nach Typ sind meh­re­re Emp­fangs­mög­lich­kei­ten für die unter­schied­lichs­ten Signa­le in unse­rem neuen Wohn­mo­bil Fern­se­her inte­griert. Oft­mals ist bei Cam­ping Fern­se­hern ein DVD-Player inte­griert oder es wird manch­mal eine Wand­hal­te­rung mit­ge­lie­fert.

DVB-S2, DVB-T2 oder DVB-C2?

  • DVB-S(2)
    Über DVB-S, bzw. den neue­ren Stan­dard DVB-S2 kann das Pro­gramm über Satel­lit auf unse­rem Fern­se­her landen. Zusätz­lich wird noch eine Satel­li­ten­schüs­sel benö­tigt. Die Mög­lich­keit wird von vielen Wohn­mo­bi­lis­ten genutzt, um in den meis­ten euro­päi­schen Län­dern, deut­sche TV-Sender auf die Flim­mer­kis­te zu bekom­men.
  • DVB-T(2)
    Mit einem inte­grier­ten DVB-T2 Emp­fän­ger wird ter­res­tri­sches Fern­se­hen in unser Wohn­mo­bil gelie­fert. Auch hier ist eine pas­sen­de Anten­ne nötig. Im Aus­land sieht es mit deut­schem Pro­gramm aber schlecht aus, da die Über­tra­gung lokal über Sen­de­mas­ten erfolgt und deut­sches Fern­seh­pro­gramm mit Glück nur noch in Grenz­nä­he zu emp­fan­gen ist.
  • DVB-C(2)
    Auch bei DVB-C2 ist der Name Pro­gramm. Das C steht hier­bei für Cable. Aber mit Kabel-TV dürfte es im Wohn­mo­bil schwie­rig werden, wes­halb diese Mög­lich­keit kaum genutzt wird.

Wer im Aus­land deut­sches Pro­gramm emp­fan­gen möchte, ist mit DVB-S2 mit einer Satel­li­ten­schüs­sel gut bera­ten. Wer nur in Deutsch­land unter­wegs ist, kommt mit DVB-T2 auf seine Kosten.

Fern­se­hen ohne Fern­se­her

Am Schluss möchte ich noch unsere eigene Lösung anbrin­gen. Wir können näm­lich im Wohn­mo­bil ohne Fern­se­her fern­se­hen. Die Lösung ist eine Kom­bi­na­ti­on aus Laptop und Com­pu­ter Dis­play. Das Pro­gramm kommt über das Inter­net oder der Fest­plat­te auf unse­ren „Fern­se­her“. Eine ordent­li­che Inter­net­ver­bin­dung braucht es natür­lich auch. Wer keine Daten­flat hat, sollte aber seinen Ver­brauch im Auge behal­ten. Ein paar Giga­byte sind schnel­ler weg, als man „schau­en“ kann.

Da in der heu­ti­gen Zeit nahezu alle neuen Fern­seh­ge­rä­te über einen HDMI-Anschluss ver­fü­gen, lässt sich das Laptop per­fekt als DVD-Player ein­set­zen. Vor­aus­ge­setzt das Gerät besitzt eben­falls einen HDMI-Anschluss und ein pas­sen­des Lauf­werk.

Die wenigs­ten von uns wollen unter­wegs auf die Mög­lich­keit, Nach­rich­ten oder ein Sport­pro­gramm zu sehen, ver­zich­ten. Soll­test du noch Fragen zum Thema Fern­se­her im Wohn­mo­bil oder Wohn­wa­gen haben, dann stelle sie ein­fach in den Kom­men­ta­ren oder sende uns eine Nach­richt.

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3 Kommentare

  • Hallo Stefan! Ich sehe selten Fern aber wenn gezielt (Tagesschau/Serien/evtl. Fuß­ball). Mit der jet­zi­gen Lösung bin ich sehr zufrie­den. Stand 2020. Rosa Riese Ver­trag Magen­ta Mobil M mit 24 GB und Stream On (Endlos Fern­se­hen) für 69,95 €. Roa­ming gibt es nicht mehr. Handy nehme ich als Hot­spot (WLAN ist auf man­chen Plät­zen mäßig bis schlecht) und betrei­be damit mein Taplet. Auf dem Taplet App Zattoo (über­prüft in D/CH/I/F) oder Joyn welche genü­gend Sender haben – auch in HD. Wer will kann ja ein HD-Abo kaufen. Sollte mal der Mobil-Emp­fang schlecht sein habe ich einen mobi­len korea­ni­schen Hot­spot (Part­ner­kar­te für 5 €) mit Außen­an­ten­ne – mit denen kriege ich sie alle. Bei mir funk­tio­niert das Prima!!

  • Hallo Stefan, erst einmal toller Arti­kel. Aller­dings dachte ich, als ich im Absatz „Fern­se­hen ohne Fern­se­her“ ange­kom­men bin, dass du darauf ein­ge­hen wirst, dass wir auf Reisen mit dem Wohn­mo­bil eine fabel­haf­te Aus­sicht auch ohne TV genie­ßen können – da hab ich mich wohl getäuscht. 😉 Für alle, die darauf – wie du es auch sagst – nicht ver­zich­ten möch­ten, auf jeden Fall ein guter Rat­ge­ber. Weiter so!

    Viele Grüße
    Rafael

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