Leben im Wohnmobil

Leben im Wohnmobil: Wir zeigen dir, wie’s funktio­niert

Seit Mai 2016 führen wir nun schon ein Leben im Wohnmobil. Warum wir uns für ein alter­na­tives Wohnen entschieden haben, wie es sich als Rumtreiber lebt und ob man auch im Wohnwagen leben kann, erfährst du hier. Außerdem geben wir dir einen Einblick, welche Kosten auf dich zukommen, wenn du dauerhaft mit dem Wohnmobil unterwegs bist.

Alter­na­tives Wohnen und Leben

Auch wenn es komisch klingt, aber ja, wir haben noch alle Latten am Zaun ;-). Für manche ist ein eigenes Haus das Nonplus­ultra in Sachen Wohnraum. Das war es für uns auch. Bis zu jenem Tag, als wir uns fragten, ob das alles gewesen sein kann. Ein Haus bauen, es abbezahlen, dafür arbeiten und die Freizeit nutzen, um es instand zu halten. Die Antwort war ganz klar – nein. Wir wollen reisen, die Welt sehen und einfach frei sein. Doch da wir eine Hündin haben, musste eine Verän­derung her, die auch für sie nicht nachteilig sein würde. Somit schieden die Themen Backpacking und alles, wo wir mit einem Flugzeug reisen würden, schon mal aus und es blieb nur eine Möglichkeit übrig – Wohnmobil statt Wohnung.

Was spricht für das Wohnen auf Rädern?

  • Freiheit
    Der größte und wichtigste Punkt ist für uns definitiv die gewonnene Freiheit. So wissen wir heute z. B. noch nicht, wo wir den nächsten Winter sein werden. Und das Tolle daran ist, wir sind total frei in dieser Entscheidung. Wir planen kaum voraus und schmieden Reise­pläne meist von heut auf morgen. Das ist für uns ein enormer Zugewinn.
  • Reisen
    Wir können letzt­endlich hinreisen, wo wir wollen und so weit uns unsere Reifen tragen. So sieht unser „Garten“ jede Woche anders aus. „Wir waren noch nie in Portugal – gut, dann fahren wir da hin“, so und so ähnlich klingt es bei uns öfter. Jeden Tag neue Eindrücke, wechselnde Landschaften, Kulturen und Menschen. Das Wetter wird schlecht? Ok, dann ziehen wir weiter. Das ist für uns mit der größte Luxus.
  • Haushalt, was ist das?
    Oft haben wir in unserem Haus Tage damit zugebracht, alles sauber zu machen, den Garten zu pflegen und das, obwohl wir die meiste Zeit des Tages gar nicht daheim waren. Auch jetzt ist Haushalt ein Thema, nur mit dem Unter­schied, dass der innerhalb von einer Stunde erledigt ist. Dann ist aber auch die letzte Ecke in unserem Camper blitze­blank.
  • Gemein­samkeit
    Wir erleben all das als Paar, was für uns die Ideal­lösung ist. Wir genießen die gemeinsame Zeit, auch wenn das 24 h am Tag und 7 Tage die Woche auf engem Raum bedeutet.
    Für manche mag diese Vorstellung eher nach dem absoluten Horror klingen, doch wir haben das Glück, dass das bei uns funktio­niert. So habe ich nicht nur meinen Mann, sondern gleich­zeitig auch meinen besten Freund dabei, mit dem ich all die Eindrücke und Erleb­nisse teilen kann.
  • Eigener Rhythmus
    In der Arbeitswelt wird uns ein Rhythmus vorge­geben, nach dem wir uns richten. Doch manchmal passt dieser nicht zu unserer inneren Uhr. Das ist nun anders. Meine innere Uhr sagt mir, wann ich aufstehe und wann ich ins Bett gehe, wann ich am produk­tivsten bin und wann ich mich lieber an den Strand lege und nichts tue. Kein Stress von außen und viel Zeit für mich selbst.

 

Ich könnte noch ewig weiter­machen und von unserem Wohnmobil Leben schwärmen. Doch das würde wohl den Rahmen des Beitrags sprengen. Kommen wir erst mal zu den grund­le­genden Dingen, die erledigt und organi­siert werden wollen, wenn man sich für ein mobiles wohnen entschieden hat.

Post

Wenn man mobil unterwegs sein will, muss man natürlich auch irgendwie an seine Post kommen. Idealer­weise ist man noch irgendwo gemeldet und hat jemanden, der die Post für einen annimmt und einem zukommen lässt. In diesem Zuge sollte man auch an eine Postvoll­macht denken. Hat man keinen, dem man seine Post anver­trauen kann, gibt es ein paar Dienst­leister, die sich genau darauf spezia­li­siert haben, wie z. B. Dropscan. Die öffnen und scannen deine Post und schicken sie dir per Mail. Eine genaue Anleitung, wie das funktio­niert, findest du bei den Welten­bumm­le­rinnen. Die Zwei haben in ihrem Beitrag „Wie bekommen wir unsere Post im Ausland“ genau erklärt, wie dieser Service funktio­niert.

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Versi­che­rungen

Auch wenn man dauernd reist, braucht man noch ein paar Versi­che­rungen. Welche man behalten möchte, das ist ganz indivi­duell. Wir haben für uns Folgende behalten:

Melde­adresse bei einem Leben im Wohnmobil

Ein wichtiger, und gleich­zeitig einer der schwie­rigsten Punkte beim Leben im Wohnmobil, ist die Melde­adresse. Was bis 01.11.2015 noch kein Problem war, wurde ab diesem Datum eins, dank einiger Geset­zes­än­de­rungen.

Kurz zusam­men­ge­fasst heißt es, dass man sich auch die meiste Zeit dort aufhalten muss, wo man seine Melde­adresse hat. Lebst du aller­dings in deinem Camper und bist die meiste Zeit des Jahres auf Reisen, dann müsstest du dich, rein rechtlich gesehen, abmelden. Auch für Freunde und Familie kann es mit bis zu 50.000 € Strafe richtig teuer werden, wenn sie dir eine „Melde­adresse stellen“ und das Ganze rauskommt.

Hier findest du die genauen Geset­zes­texte zur Melde­adresse:

Wie groß das Risiko nun ist, dass man erwischt wird, das muss sich jeder selber entscheiden und auch, ob er es tragen kann oder will. Man darf nicht vergessen, dass auch das Abmelden einige Nachteile mit sich bringt (nähere Infos bei der Deutschen Anwalts­hotline). Solange sich diesbe­züglich nichts ändert, bleibt die Melde­adresse auch weiterhin das schwie­rigste Thema beim Umzug ins Wohnmobil.

Strom/Wasser/Entsorgung/Heizung/Gas

Wir haben unser Reise­mobil mit 300 Watt Solar und einer 240 AH AGM-Batterie ausge­stattet. So sind wir ohne Problem strom­autark.
Wasser haben wir in einem 150-l-Wassertank dabei. In Europa ist die Versorgung mit Trink­wasser gar kein Problem. So füllen wir unseren Vorrat meist an Tankstellen, Versor­gungs­sta­tionen oder Camping­plätzen auf. In diesem Zuge kann man auch gleich seine Toilette und sein Grauwasser entsorgen.
Wir haben eine Truma Heizung verbaut, die mit Gas betrieben wird. Außerdem befindet sich unter unserem Lkw ein 90-l-Gastank. Wenn wir nicht heizen müssen, dann reicht uns diese Menge Gas locker für Monate.

Schlaf­plätze

Natürlich muss man auch irgendwo schlafen. Und wo man das tut ist indivi­duell verschieden. Wir für unseren Teil sind keine Fans von Camping­plätzen, sondern stehen am liebsten frei. Irgendwo in der Natur, wo uns keiner sieht und wir einfach nur für uns sein können. So wie hier in Portugal. Ein kleiner Platz an einem Fluss und weit und breit nichts und niemand. Nur wir und viele Schmet­ter­linge und Vögel. So haben wir uns das vorge­stellt.

Kochen auf Reisen

Unser Koch- und Essver­halten hat sich vergleichs­weise nicht groß verändert. So gibt es grund­sätzlich frisch gekochte, leckere Gerichte mit den Produkten der Regionen, in denen wir uns aufhalten.
Da wir keinen Backofen in unserem Reise­mobil haben, haben wir uns vor unserer Abfahrt noch einen Omnia besorgt. Gerade, wenn uns wieder mal das Brot ausgeht oder wir Lust auf Kuchen oder einen Auflauf haben, ist dieser kleine Backofen­ersatz perfekt.

Unterwegs Wäsche waschen

Auch wenn man mit dem Camper reist und darin lebt, möchte man auf frisch gewaschene Wäsche nicht verzichten. Es gibt unter­schied­liche Möglich­keiten einen blumigen Duft in seine Wäsche zu bekommen. Entweder man nutzt Wasch­ma­schinen auf Camping­plätzen oder man steuert Wasch­salons an. Und es gibt noch eine total geniale Möglichkeit, die so ganz anders ist. Man organi­siere sich eine große Tonne und schnalle die aufs Dach. Dort gibt man dann einfach vor der Fahrt die Wäsche rein, Wasser und Wasch­mittel. Wenn diese auf dem Dach liegt und man nicht nur 100 km auf der Autobahn geradeaus fährt, dann wird die Wäsche dadrin super gewaschen. Den Inhalt ausleeren und mit frischem Wasser auf dieselbe Art und Weise spülen lassen oder einfach selber per Hand ausspülen.

Bankkonto, wenn man immer unterwegs ist

Wir haben zwei Bankkonten. Nicht, weil eines aufgrund unserer „Reich­tümer“ sonst aus allen Nähten platzen würde, sondern aus prakti­schen Gründen. Auf unserem Standard Sparkassen Konto liegt unser Budget. Von diesem Konto aus bezahlen wir uns monatlich einen Lohn auf das bei der DKB. Sonst müssten wir jedes Mal enorme Gebühren zahlen, wenn z. B. in Spanien Geld abheben oder mit Karte bezahlen würden.

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Da kommt nun die DKB ins Spiel. Ab monat­lichen Geldein­gängen von mind. 700 Euro bekommt man die Gebühren für Bargeld­ab­he­bungen und Zahlungen aus dem Ausland erstattet. Außerdem ist eine Kredit­karte dabei, die besonders bei Bezahl­sys­temen für elektro­nische Maut oder Ähnlichem, sehr vorteilhaft sein kann.

Arbeiten unterwegs

Natürlich muss das auch finan­ziert werden. Wir haben das große Glück, das wir uns mit dem finan­zieren können, was der Verkauf all unseres Hab & Guts einge­bracht hat. Doch in ca. einem Jahr müssen auch wir wieder Geld verdienen und die Liste der Möglich­keiten ist lang.

Viele, die so unterwegs sind, verdienen ihr Geld online. Sie erstellen Webseiten, betreuen Firmen bei der Optimierung ihres Online-Auftritts, designen Logos oder program­mieren. Doch das heißt natürlich nicht, das man nur als Nomade unterwegs sein kann, wenn man sich ein Online-Business aufbaut. Es gibt viele andere Wege unterwegs Geld zu verdienen.

Manch einer arbeitet 1/2 Jahr in Deutschland, spart den Verdienst und reist davon in der anderen Jahres­hälfte. Oder man reist von Festival zu Festival und verdient damit sein Geld. Wieder andere bieten unterwegs ihre Dienst­leis­tungen als Mecha­niker, Zimmermann, Ernte­helfer oder Fotograf an. Und wenn das alles auch nichts für einen ist, dann kann man auch ein paar Jahre ganz regulär in Deutschland arbeiten, den Verdienst sparen und dann irgendwann losziehen.

Welche Möglichkeit wir für uns irgendwann in Betracht ziehen, steht noch in den Sternen. Und da kommen wir gleich zu einer weiteren wichtigen Frage.

Im Wohnmobil überwintern

Wenn man, wie wir, dauerhaft unterwegs ist, stellt sich die Frage nach dem Überwintern im Wohnmobil nicht wirklich. Wir sind meist da, wo es warm ist und nur zur Not haben wir eine Heizung im Fahrzeug, die es bei niedrigen Tempe­ra­turen kuschelig warm werden lässt.

Aller­dings sollte man sich natürlich Gedanken über die Dämmung machen und was mit den außen­lie­genden Tanks passiert. Denn ein einge­fro­rener Grau- oder Frisch­was­sertank ist nicht gerade wünschenswert. Sollte es doch mal so weit kommen, dass der Grauwas­sertank einfriert, dann einfach einen Schlauch nach außen legen und das Abwasser in einen Eimer ableiten.

Eins ist klar, wenn man im Wohnmobil monatelang bei kalten Tempe­ra­turen überwintern will, dann muss man sich schon bei der Wahl des richtigen Fahrzeugs und auch bei der Ausstattung mehr Gedanken machen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beant­worten. Jeder ist anders und hat dementspre­chend andere Fixkosten und Bedürf­nisse. Aber was wäre ein solcher Beitrag ohne zumindest einen kleinen Anhalts­punkt. Deswegen möchten wir euch einen Einblick in unsere Ausgaben geben. Wir haben relativ hohe Fixkosten, die sich leider auch nicht minimieren lassen. Dementspre­chend kann jemand, der geringere feste Kosten hat, mit Sicherheit noch mal 300 – 400 Euro abziehen. Mit unseren Ausgaben decken wir die Bedürf­nisse von uns beiden und unserer Hündin. Unsere monat­lichen Ausgaben:

Ausgaben  monat­liche Kosten
Fixkosten, Versi­che­rungen, usw.  ca. 600 Euro
Lebens­mittel, Kleidung, usw.  ca. 300 Euro
Wohnmobil Kosten (Diesel, usw.)  ca. 100 – 400 Euro
Gesamte Kosten  ca. 1000 – 1600 Euro

 

Wir haben uns vor Beginn unserer Reise ein monat­liches Budget von 1500 Euro einge­plant und kommen damit sehr gut aus. In Skandi­navien lagen wir ein wenig darüber und in Marokko weit darunter. Doch alles in allem haben wir unsere Kosten mit 1500 Euro monatlich gut kalku­liert.

Ist das Leben im Womo für jeden geeignet?

Ob man im Wohnmobil leben möchte, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Da kann man nicht pauschal sagen, für wen es sich eignet und für wen nicht. Aller­dings kannst du dir vorher ein paar Fragen stellen.

  • Wie wichtig ist mir Bestän­digkeit?
  • Sind ständige wechselnde Orte ein Problem für mich?
  • Kann ich längere Zeit ohne Freunde und Familie auskommen?
  • Mag ich es, mich ständig auf neue Umstände, Kulturen und auch Länder einzu­stellen?
  • Kann und will ich mich auf 10-14 qm verkleinern?

Man kann natürlich auch ein Leben im Wohnmobil führen und nur an einem Ort bleiben. Es ist nicht gesagt, das man es so machen muss wie wir. Auch das ist wieder indivi­duell und kommt ganz auf deine eigenen Bedürf­nisse an.

Leben auf dem Camping­platz oder als Rumtreiber reisen?

Wenn du dich nun dazu entschlossen haben solltest ins Wohnmobil zu ziehen, dann stellt sich nur noch die Frage, ob du wie wir reisen willst oder ein leben auf dem Camping­platz vorziehst. Jeder von uns hat schon mal von Dauer­campern gehört, die ihren festen Platz auf einem Stell­platz oder Camping­platz haben. Rein finan­ziell betrachtet kommt es wesentlich günstiger, als eine Wohnung. So liegen die Gebühren je nach Platz bei rund 1500 Euro pro Jahr, manchmal mehr, manchmal weniger. Wer also Bestän­digkeit und einen festen Ort mag, für den wäre das wohnen auf einem Camping­platz sicher auch eine Möglichkeit .

Ist ein Leben im Wohnmobil erlaubt?

Eine Frage, die im Zusam­menhang mit alter­na­tiven Wohnmög­lich­keiten immer auftaucht, ist die nach der Geset­zeslage.

Ist ein Leben im Wohnmobil erlaubt? Wie ist das rechtlich?

Grund­sätzlich lässt sich sagen, dass es kein Gesetz gibt in dem explizit steht, dass es nicht erlaubt wäre. Aller­dings ist es durchaus eine recht­liche Grauzone. Denn an für sich müsste man sich ja irgendwo melden, doch wo, wenn man dauerhaft auf Reisen ist? Dementspre­chend sind Lebens­ent­würfe, wie der unsrige, in den Gesetzen einfach nicht vorge­sehen.

Ist es nicht komisch so ohne Heimat?

Wenn man ein Leben im Wohnmobil führt, ist man nicht gleich­zeitig auch heimatlos. Wir fühlen uns da zu Hause, wo unser Camper ist und wo wir als Familie zusammen sind. Es gab bisher keinen Tag, an dem wir so etwas wie Heimweh empfunden haben, auch wenn es natürlich Situa­tionen gibt, wo man sich seine Freunde oder Familie am liebsten her beamen würde.

„Home is where my Camper is“ und genau das trifft auf uns zu. Wenn wir uns in einem Land nicht wohlfühlen, dann ziehen wir einfach weiter. Doch bisher gab es kein Land, in dem wir uns total unwohl gefühlt hätten. Klar, es gibt Orte, in die verliebt man sich auf Anhieb und andere ziehen einfach vorbei. Doch genau das macht das Leben und Reisen im Wohnmobil so aufregend und spannend. Man lässt seine neue Umgebung einfach auf sich wirken.

Nachteile, wenn man im Wohnmobil lebt

Das ist immer eine Frage der Sicht­weise und der persön­lichen Einstellung und schwer pauschal zu beant­worten. Was für den Einen ein Nachteil ist, fällt dem Anderen gar nicht erst auf. Für uns ganz persönlich ist es etwas nachteilig, dass wir nicht spontan mal zu meinen Eltern oder der Schwester auf einen Kaffee fahren können.

Aller­dings ist das weniger dem Leben im Wohnmobil, als unserer Langzeit­reise geschuldet. Zwischen­durch gibt es deswegen ab und an mal einen kleinen Zwischen­stopp in der Heimat, um die Liebsten wieder­zu­sehen. Aber auch da ist man ja frei in seiner Planung.

Wenn du wissen möchtest, was wir bei unserem Leben im Wohnmobil und unserer Langzeit­reise erleben, dann empfehlen wir dir unsere Wohnmobil Reise­be­richte.

 

Kann man auch im Wohnwagen leben und wohnen?

Manch einer zieht den Wohnwagen dem Wohnmobil vor. Da stellt sich natürlich unwei­gerlich die Frage, ob man auch ein Leben im Wohnwagen führen kann. Diese Frage lässt sich ganz klar mit einem Ja beant­worten. Der einzige Unter­schied ist, dass man bezüglich seiner Stell­platzwahl nicht ganz so frei ist, wie mit einem Wohnmobil. Im Wohnwawgen zu wohnen hat jedoch auch Vorteile. Man hat sein eigenes Auto dabei und kann einfach mal schnell in die Stadt und zum Einkaufen fahren, ohne durch die Größe benach­teiligt zu sein.

Auch so kann man, wie ein Rumtreiber, einfach dauerhaft auf Reisen sein oder den Wohnwagen beispiels­weise auf einem Grund­stück abstellen und darin leben. Das hängt wieder von den ganz persön­lichen Vorlieben ab.

Mobiles Wohnen

Es gibt ganz unter­schied­liche Möglich­keiten mobil zu wohnen. Sei es ein Leben im Wohnmobil, im Wohnwagen oder auch in einem Tiny House. Überleg dir genau, was du gerne möchtest und was für dich wichtig ist. Dann wirst du auf jeden Fall die perfekte Wohnal­ter­native für dich finden. Jedes der genannten Möglich­keiten bietet die Chance, autark zu wohnen und in einem gewissen Maß auszu­steigen.

Zusam­men­fassung

Wir hoffen, wir konnten dir einen kleinen Einblick und nützliche Infor­ma­tionen zum Leben im Wohnmobil geben. Für uns ist es die beste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Und wir können nur jedem Mut machen, es einfach zu probieren. Letzt­endlich können wir dir nur ein paar Tipps und Infos an die Hand geben, doch den wirklich entschei­denden Schritt musst du selber machen.

Solltest du noch Fragen haben und irgendwas wissen wollen, worauf wir in unserem Beitrag nicht näher einge­gangen sind, dann her damit. Wir werden gerne versuchen unser Wissen weiter­zu­geben.

Hier haben wir noch eine kleine Check­liste für dich, an was man eventuell noch denken muss, bevor es dann endlich losgeht.

Unsere Check­liste

  • Für noch zu machende Steuer­klä­rungen von unterwegs Elster-Zerti­fikat anfordern, damit du deine Erklärung von jedem Ort der Welt online, ohne Unter­schrift abgeben kannst.
  • Postvoll­macht für denje­nigen, der deine Post entge­gen­nimmt.
  • Versi­che­rungen abschließen/kündigen.
  • Je nach Reiseland, um eventuell vorge­schriebene Impfungen kümmern (auch für den Hund).
  • Wenn du als Selbst­stän­diger Geld verdienen willst, dann noch ein Gewerbe anmelden.
  • Bank wechseln und eventuell altes Konto kündigen.
  • Evtl. aus dem Heimatland abmelden.
  • Inter­na­tio­nalen Führerschein/Fahrzeugschein besorgen.
  • Wenn du Medika­mente brauchst, dann als Vorrat organi­sieren.
  • Wohnung/Haus auflösen/untervermieten.
  • Internet – überlegen, wie es gehen soll und was du dafür noch brauchst.
  • Bestehende Verträge durch­schauen und eventuell kündigen.
  • Ist die Laufzeit deiner wichtigen Dokumente, wie Pass, Reisepass, Bankkarte, noch ausrei­chend? Wenn nein, Neue beantragen.
  • Grüne Versi­che­rungs­karte ausstellen lassen.
  • Wenn du eine Wohnung hast, GEZ ummelden oder abmelden.
  • Wichtige Arztbe­suche noch erledigen, bevor du los fährst (Zahnarzt, o. ä.)
  • deine wichtigsten Unter­lagen einscannen und auf einem USB-Stick, einer Festplatte oder dem Laptop speichern. Alter­nativ kannst du sie auch in eine Cloud laden.
  • Eventuell das Reise­mobil noch mal durch­checken lassen.
  • Wenn nötig, noch Wasser/Strom abmelden und abrechnen lassen.

Du möchtest noch mehr Infos? Dann sind die folgenden Beiträge bestimmt inter­essant.

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43 Kommentare

  • Hallo Jey Pi,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Die Hitze im Sommer fanden wir erträg­licher, als in Deutschland. Vorteil, die Luft ist sehr trocken. Da haben wir sogar 43 Grad im Schatten ausge­halten. Aber gegen einen Sommer in Schweden gibt es auch nichts einzu­wenden. 😊

    Wir wünschen Dir ganz viel Spaß bei Deiner weiteren Reise.

    Liebe Grüße

    Stefan

  • Sehr schön zusam­men­ge­stellte Infor­ma­tionen; und ja, im Wohnwagen geht tatsächlich auch prima! Ich bin z.Zt. mit meinem Gespann (Audi A6 Avant und einem über 30 Jahre altem Tabbert Contess mit 6 Metern Aufbau­länge) in spanien an der Costa Blanca zwischen Valencia und Malaga unterwegs, sozusagen zum Üverwintern…
    Mit dabei mein Hund Buddy, ein Carne Corso, der allein wegen seiner Grösse und seinem breiten Schädel hier in Spanien strengen Vorschriften unter­liegt. Ausserdem ist man mit diesem Hund an der Seite derart auffällig das es schon manchmal lästig wird, da jederman.. und frau gerne mit dir über Hunde philo­so­fieren möchten…
    Mein Plan: sobald auch das Klima am Atlantic etwas milder wird möchte ich gerne Freunde mit einer kleinen Finka in der Nähe von Sevillia besuchen um dann durch Portugal wieder Richtung Norden zu gelangen da ich die brütend heissen Sommertage hier im Süden nicht so mag.. mein Hund übrigens auch nicht..
    Im Sommer haben wir uns schon mit anderen Freunden in Schweden verab­redet..
    Mal sehen wo es uns danach noch hintreibt..
    Ganz liebe Grüße
    Jochen

  • Toll.wir haben auch vor mit womo ab märz/April 2018 mit womo Europa zu vereisrn. Danke für die vielen hilfen m +b

  • Hallo Tanja,

    danke für dein Lob 😀 Wir sind nach wie vor in Deutschland gemeldet und haben die Langzeit­aus­lands­ver­si­cherung abgeschlossen. Mit dieser Bestä­tigung konnten wir unser Pflicht­ver­si­cherung problemlos kündigen. Wir haben auch einen Beitrag über unsere Auslands­kran­ken­ver­si­cherung.

    Wir wünschen Euch ganz viel Spaß bei den Vorbe­rei­tungen. Die Zeit wird wie im Fluge vergehen.

    Liebe grüße

    Stefan

  • Hallo Ihr Zwei, euere Seite ist Super! Ich finde es toll wie ihr das alles „schaukelt“ und dankbar denn ihr habt mir mit eueren Erfah­rungen schon ein bisschen weiter geholfen. Ich habe vor mit meiner Schwester ab April 2018 für ein Jahr mit dem Womo durch Europa zu Reisen und stecke mitten in den Vorbe­rei­tungen. Könnt ihr mir sagen wie genau ihr das mit der Auslands­kran­ken­ver­si­cherung gemacht habt ? Seit ihr noch in Deutschland gemeldet und wenn ja besteht doch die Versi­che­rungs­pflicht. Da würde dann die Auslands­kran­ken­ver­si­cherung nicht ausreichen oder sehe ich das falsch? In euerem Beitrag kann ich das leider nicht so wirklich rauslesen ob ihr noch in Deutschland gemeldet seit oder nicht.
    Ich wünsche euch noch viele schöne Erlebisse und alles gute
    lg Tanja

  • Hallo Ihr!
    Seit geraumer Zeit lese ich viele Beiträge, ähnlich wie Eure.
    Ich muss vorab sagen, dass ich seit ca. 2 Jahren eine Vorstufe Eures Lebens­stils lebe. Nachdem ich jahrelang zu einem Wohnwagen auf einem Stell­platz zu jeder freien Zeit gefahren bin und dann dort sämtliche Freizeit verbracht habe, bin ich seit zwei Jahren auf ein Wohnmobil gekommen. Es handelt sich um ein 23 Jahre altes dreiach­siges Wohnmobil von Euramobil, (3,5 t ???). Erstaun­li­cher­weise funktio­niert alles hervor­ragend. Wir haben es mit Solar­anlage 200 W und Ladebooster nachge­rüstet, um zu 99 % völlig frei irgendwo in der Natur zu stehen, egal wo und in welchem Land. Ein Stell­platz oder Camping­platz ist nur zur Ver.-/Entsorgung und evtl. Wäsche vorge­sehen.
    Kurz zu uns: Ich bin seit 6 Jahren im Ruhestand und erhalte Pension und Rente. Meine Frau ist Hausfrau und erhält seit über 20 Jahren keinerlei Unter­stützung, sodass sie von meinem Unterhalt lebt.
    Seit 12 Jahren erziehen und betreuen wir unseren Enkel offiziell in unserem Haushalt dauerhaft. Daher erhalten wir dafür auch eine brauchbare Summe.
    Auf Grund der Tatsache, dass das Pflegekind schul­pflichtig ist, beschränkt sich unsere Reisezeit derzeit auf jedes verfügbare Wochenende und auch komplette Ferien.

    Auf diese Weise waren wir im gesamtem Baltikum, großer Teil Polen, Benelux und in vielen Ecken Deutsch­lands unterwegs. Und wie gesagt autark und frei, alles ohne jegliche Probleme und mit vielen inter­es­santen Begeg­nungen.

    Daher haben wir vor, sobald dies reali­sierbar ist dieses Leben so auszu­bauen.

    Uns freut immer wieder, dass allen Bedenken der „normalen Bevöl­kerung“ zum Trotz diese Lebensart auch in Deutschland auf dem Vormarsch ist. Das ist Freiheit.

    Ein Frohes Fest und ein gutes Neues Jahr 2018, aus Sachsen, Klaus-Dieter, Karin und Sylvio!

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