Lis­sa­bon, zwi­schen ruhi­gem Stell­platz und Groß­stadt­tru­bel

Lissabon Reiseberichte, Wohnmobil, Camping

In diesem Rei­se­be­richt nehmen euch heute mit in die Haupt­stadt Por­tu­gals nach Lis­sa­bon. Erlebt mit uns die pul­sie­ren­de Groß­stadt und lasst euch ver­zau­bern.

Nächt­li­che Ankunft in Lis­sa­bon

Es ist 22.15, als das Flug­zeug aufs Roll­feld auf­setzt. Eine gefühl­te Ewig­keit später ist dann auch mein Koffer end­lich da und ich kann meinen Schatz nach 3,5 Wochen wieder in die Arme schlie­ßen. Drau­ßen wartet Andre schon auf uns und gemein­sam fahren wir zu unse­rem Schlaf­platz in Seixal. Dort stehen wir am Ufer des Tejo mit direk­tem Blick auf Lis­sa­bon. Morgen wird es zum Sight­see­ing in die Groß­stadt gehen. Nach­dem alles ver­räumt ist, legen wir uns ins Bett und freuen uns auf einen span­nen­den und auf­re­gen­den Tag.

Mit der Fähre ans andere Ufer

Am nächs­ten Morgen werden wir um 09.30 Uhr von den Son­nen­strah­len geweckt. Wir stehen zeit­nah auf, machen uns fertig und wollen uns auf zur Fähre machen, als Stefan fest­stellt, dass die letzte um 12.30 Uhr ging und die nächs­te erst um 14.00 Uhr. Hm, nicht wirk­lich toll, aber da wir es ja nicht ändern können arbei­ten wir in der Zwi­schen­zeit einen genau­en Plan aus, was wir uns in Por­tu­gals Haupt­stadt anse­hen wollen.

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Die Zeit ver­geht wie im Flug und so laufen wir um 13.45 Uhr die weni­gen Schrit­te bis zur Fähre. Tickets gekauft, noch einen Moment lang die Sonne und den Blick auf Lis­sa­bon genos­sen und schon geht es los. Die Fähr­fahrt dauert 20 Minu­ten und ist nicht wirk­lich spek­ta­ku­lär.

Wir kommen auf der ande­ren Ufer­sei­te an und ent­schei­den uns für einen Besuch der LX Fac­to­ry, einem Kunst­zen­trum. Direkt neben­an liegt das Vil­la­ge Under­ground Lisboa, was wir eben­falls gerne sehen wollen. Doch wir müssen fest­stel­len, dass unser 24 h Ticket die Fahrt dort­hin nicht abdeckt. Kurz über­le­gen … okay, dann schau­en wir erst die ande­ren Punkte an und kommen noch mal wieder, um diese zwei High­lights hinten dran zu packen, wenn wir sowie­so neue Tickets kaufen müssen.

Rossio, Tou­ris­ten­strö­me und große Auf­zü­ge

Wir stei­gen also in die U-Bahn und fahren ein paar Sta­tio­nen bis nach Rossio. Uns fällt auf, dass die Stim­mung in einer Lis­sa­bon­ner U-Bahn nicht wirk­lich anders ist, als die in einer deut­schen Groß­stadt. Nach­dem wir aus­ge­stie­gen sind, geht es die Trep­pen der Sta­ti­on nach oben und wir befin­den uns mitten im Getüm­mel. Wir wollen zu dem großen Aufzug “Ele­va­dor de Santa Justa”, der von hier leicht zu Fuß zu errei­chen ist.

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Auf dem Weg dort­hin finden wir einige Foto­mo­ti­ve und immer wieder werden uns kleine Päck­chen mit grünem Inhalt unter die Nase gehal­ten. Wir lehnen dan­kend ab und gehen ein­fach weiter.

“Wel­chen Tag haben wir heute eigent­lich?”, fragen wir uns. Es ist Frei­tag, was erklärt, warum eine rie­si­ge Schlan­ge unter­halb des Auf­zugs darauf wartet, nach oben auf die Platt­form zu kommen. “Wollen wir uns das antun?” – wir sind uns einig:

“Nein, das wollen wir nicht”.

Also foto­gra­fie­ren wir den Ele­va­tor von unten und spa­zie­ren weiter durch die Innen­stadt. Es gibt viel zu ent­de­cken. Die alt­be­kann­ten, Lis­sa­bon­ner Holz­tram­bah­nen, jede Menge Stra­ßen­künst­ler, viele Tuk­Tuks und Sight­see­ing-Busse prägen hier das Stadt­bild.

Mit der Tram­li­nie 28 wollen wir eine Tour durch Lis­sa­bon machen, doch auch hier das glei­che Bild, wie bereits schon am Aufzug – eine rie­si­ge Traube von Men­schen, die gedul­dig auf die nächs­te Gele­gen­heit wartet, in die Tram zu stei­gen.

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Wir stel­len uns für kurze Zeit dazu. Doch als wir sehen, wie wenige Men­schen in der Tram­bahn Platz finden und wie lange es dauert, bis jeder Ein­zel­ne abkas­siert wurde, ver­geht uns die Lust. Da stehen wir ja noch Stun­den hier, bevor wir dran sind.

Ein klei­ner Snack

Wir gehen die Straße ein wenig in die Rich­tung zurück, aus der wir gekom­men waren. Durst und Hunger mach­ten sich breit und wir ent­schie­den uns für eine kleine, kuli­na­ri­sche Ein­kehr. So teilen wir uns eine Vor­spei­se, wäh­rend wir auf Andre warten, der sich zwi­schen­zeit­lich gemel­det und seine Ankunft ange­kün­digt hat.

Mitt­ler­wei­le ist es 17.00 Uhr und es wird Zeit für den Son­nen­un­ter­gang am Tejo. Wir wollen unbe­dingt ein Bild mit der Ponte 25 de Abril, einer Seil­zug­brü­cke, die den Lis­sa­bon­ner Stadt­teil Alcân­ta­ra mit der Stadt Almada ver­bin­det.

Son­nen­un­ter­gang am Tejo

Am Mais das Colu­nas vorbei bewe­gen wir uns ans Fluss­ufer.

Dort haben sich bereits viele Son­nen­hung­ri­ge und Roman­ti­ker ver­sam­melt, um diese wun­der­schö­ne Licht­stim­mung und Aus­sicht zu genie­ßen. Wir suchen uns einen freien Platz und packen die Kame­ras aus. Andre und Stefan foto­gra­fie­ren, was das Zeug hält, wäh­rend ich die wun­der­schö­ne Sze­ne­rie auf mich wirken lasse. Ein­fach wun­der­schön und schon fast kli­schee­haft, wie der orange Feu­er­ball am Hori­zont ver­sinkt, wäh­rend ein Segel­boot in den letz­ten Licht­strah­len zu erken­nen ist, welche sich im Tejo spie­geln.

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Die Sonne ist weg und es wird kalt. Zeit für unser Abend­essen, denn Stefan und Andre hatten Lust auf Fran­ces­in­ha. Wir haben von unse­rer befreun­de­ten Por­tu­gie­sin Zira, welche wir bei Ben­que­ren­ca ken­nen­ge­lernt hatten, einen tollen Restau­rant-Tipp bekom­men. Doch dafür müssen wir mit der U-Bahn erst mal quer durch die Stadt.

Lasst euch gesagt sein, das ist an einem Frei­tag­abend im Fei­er­abend­tru­bel keine so gute Idee. 😉

Fran­ces­in­ha in Porto … ähhhhh Lis­sa­bon

Um 19.00 Uhr öffnet das Tappas Caffee. Es ist 18.56 Uhr, als wir vor Ort ankom­men. Es brennt bereits Licht, doch die Schei­ben sind noch durch Vor­hän­ge ver­deckt. Dann warten wir ein­fach drau­ßen und setzen uns auf die Mauer gegen­über. Um 19.00 Uhr lugt ein Kell­ner durch den Vor­hang und gibt uns zu ver­ste­hen, dass es noch 5 Minu­ten dauern würde.

Ja, wir wissen durch­aus, dass man in Lis­sa­bon keine Fran­ces­in­ha isst und es ein typi­sches Gericht in Porto ist. Aber wenn die Männer etwas wollen, … ihr wisst schon.

Immer mehr Leute ver­sam­meln sich vor dem Restau­rant und wir zwei­feln lang­sam, ob wir ohne Reser­vie­rung über­haupt einen Platz bekom­men. Es ist 19.30 Uhr, als sich die Türen des Lokals öffnen. Juhu, hier funk­tio­niert anschei­nend alles nach dem Motto, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. So bekom­men wir einen schö­nen Tisch in diesem sehr rus­ti­ka­len Restau­rant.

Wir bestel­len alle Fran­ces­in­ha und einen Super­Bock dazu. Die Star­ters sind schon mal lecker und lassen auf eine tolle Haupt­spei­se hoffen. Ehe wir schau­en können, steht auch schon unsere Haupt­spei­se auf dem Tisch.

Wir genie­ßen eine lecke­re Fran­ces­in­ha, die men­gen­mä­ßig aller­dings eine große Her­aus­for­de­rung ist.

So ent­schei­de ich mich dafür den Rest, den ich zwei­fels­oh­ne nicht mehr schaf­fe, mit­zu­neh­men. Die Jungs haben brav auf­ge­ges­sen und dann kommt das High­light des Abends.

“Ich trinke nur ein halbes Stam­perl …”

Unser Kell­ner kommt, nach­dem wir ihm mit­teil­ten, dass wir zahlen wollen, mit zwei klei­nen Karaf­fen an unse­ren Tisch. Er erklärt uns, dass das hel­le­re ein Schnaps sei und das andere ein Frucht­saft. Er schenkt jedem von uns ein ganzes Stam­perl Schnaps ein. Sein eige­nes füllt er nur zur Hälfte mit Schnaps und gießt den Rest mit Frucht­saft auf.

“Das muss ich heute Abend an jedem Tisch machen. Wenn ich das Glas jedes Mal voll­ma­chen würde, dann wäre ich viel zu schnell betrun­ken”, erklärt er uns. Nach­dem wir ange­sto­ßen und aus­ge­trun­ken haben, ver­lässt er unse­ren Tisch und lässt die Karaf­fen stehen.

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Jeder von uns bekommt noch zwei Stam­perl von dem Honig­schnaps, wie wir ver­mu­ten. Als die Karaf­fen leer sind, ver­su­chen wir noch mal ein wenig Auf­merk­sam­keit zu erre­gen, um zahlen und gehen zu können. Da kommt plötz­lich ein ande­rer Kell­ner mit eben­falls zwei Karaf­fen um die Ecke. Wir müssen schon tie­risch lachen, als er zu uns kommt und das ganze Spiel noch mal von vorne beginnt.

Mit einem leich­ten Schwips und bestimmt zehn süßen Lollis in der Tasche ver­las­sen wir diesen Restau­rant-Tipp. Ein tolles Lokal, sehr gute Stim­mung, lecke­res Essen – wir kommen wieder … irgend­wann.

Über den Tejo zurück

Wir machen uns auf den Rück­weg. Es ist 22.30 Uhr, als unsere Fähre Rich­tung Seixal ablegt und wir uns auf unser Bett freuen. Das war der erste, aber nicht der letzte Tag in Lis­sa­bon. So fallen wir tod­mü­de ins Bett und Stefan und Andre haben sich für den nächs­ten Morgen schon ver­ab­re­det. Ich bleibe bei Emily und kurie­re noch ein wenig die Erkäl­tung aus, die ich als gratis Mit­bring­sel in Deutsch­land erhal­ten habe.

Welche Teile Lis­sa­bons Stefan am nächs­ten Tag erkun­det hat, das erfahrt ihr in unse­ren Rei­se­tipps für Lis­sa­bon mit allen wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen und Koor­di­na­ten für Sehens­wür­dig­kei­ten und unse­ren Stell­platz. Auch Infos zu Prei­sen, Tickets, uvm. sind dort zu finden, schaut mal vorbei.

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