Offroad Track mit Merce­des 911 — Aben­teu­er pur in Marokko’s Wüste

Reisebericht, Offroad, Marokko, Wohnmobil, Wüste, Oase

Stefan hatte uns für Merz­ou­ga einen tollen Offroad Track zusam­men­ge­stellt und wir konn­ten es kaum erwar­ten, bis es endlich los ging. Den Bus ließen wir auf dem Camping­platz stehen und fuhren mit dem Landy und unse­rem Merce­des 911 in die Wüste. Doch es kam alles anders, als ursprüng­lich geplant.

Offroad Track — Abfahrt am frühen Morgen

Uns war von Anfang an klar, dass wir den Bus nicht auf den Offroad Track mitneh­men konn­ten. Deshalb ließen wir ihn am Camping­platz stehen und Oli stieg in Ralf’s Land­Ro­ver ein. Erst­mal ging es ein ganzes Stück auf asphal­tier­ter Stra­ße entlang, bevor wir bei einem klei­nen Dorf rechts auf die Piste abbo­gen. Es ging eine brei­te Schot­ter­pis­te entlang, als wir schon ein wenig Weich­sand vor uns sahen. Da ist es erst­mal an der Zeit Luft abzu­las­sen.

Offroad Track

Weich­sand, Stein­pis­te und ein klei­nes Dorf

Nach­dem wir etwas Luft abge­las­sen hatten stie­gen wir wieder in unse­re Fahr­zeu­ge und es ging weiter. Die Piste war sehr abwechs­lungs­reich und führ­te uns zu einem klei­nen Dorf. Doch in diesem Dorf fing unser GPS Navi an zu spin­nen und spuck­te keine vernünf­ti­ge Route mehr aus. Da es aus dem Dorf aber 4 verschie­de­ne Wege gab, waren wir erst­mal aufge­schmis­sen. Wir fuhren einfach mal nach links und blie­ben am Orts­en­de stehen, um uns neu zu orien­tie­ren.

Sofort kam ein junger Kerl auf einem Mofa ange­fah­ren und erklär­te Ralf, dass wir total falsch wären. Er könne uns den Weg zeigen, denn wir müss­ten durch ein Fluss­bett und da würden wir, gera­de mit unse­rem Merce­des 911, defi­ni­tiv nicht durch­kom­men. Da sich unser Navi auch nach ein paar Minu­ten warten nicht mehr ausrich­ten konn­te, fuhren wir dem jungen Kerl auf seinem Mofa hinter­her.

Ich zeige euch den Weg …

Wir folg­ten ihm und er führ­te uns in die vermeint­lich rich­ti­ge Rich­tung. Ich sagte zu Stefan noch, kurz bevor wir anfin­gen ihm zu folgen, dass ich gerne selber versu­chen würde auf den rich­ti­gen Track zu kommen. Doch die Männer waren sich einig, wir folgen diesem netten Kerl.

Nach ca. 30 Minu­ten blieb der junge Mann an einem großen, lehm­far­be­nen Gebäu­de stehen. Vor diesem Gebäu­de stand ein Schild auf dem “Auber­ge, Restau­rant, Camping” stand. Er sprach noch kurz zu Ralf und Stefan bemerk­te in diesem Moment, dass wir über­haupt nicht da waren, wo wir eigent­lich hin woll­ten. Der Kerl mein­te, dass wir den Weg weiter nach Zago­ra fahren müss­ten. Doch wir woll­ten nicht nach Zago­ra. Wir woll­ten den Rund­kurs fahren, den Stefan ausge­ar­bei­tet hatte.

Offroad Track

In diesem Moment waren wir alle ziem­lich ange­spannt und sauer. Denn das Folgen des jungen Mannes hatte uns weit von unse­rem Offroad Track wegge­bracht. Unser GPS Navi hatte sich mitt­ler­wei­le auch wieder ausge­rich­tet und so fuhren wir wieder zurück.

Unser Rück­weg sah sehr viel­ver­spre­chend aus. Auch wenn wir nicht die selbe Route wähl­ten, die wir mit dem jungen Kerl gefah­ren sind, führ­te uns unser GPS Navi zuver­läs­sig Rich­tung Dorf. Von weitem konn­ten wir schon den Funk­mas­ten des Dorfes sehen und waren frohen Mutes, dass wir endlich auf unse­ren Offroad Track zurück­kom­men würden, nach­dem wir nun schon gut eine Stun­de verlo­ren hatten.

Das Herz schlug uns bis zum Hals

An einer Stel­le schlug Ralf vor, links abzu­bie­gen. Doch plötz­lich ging die Piste vor uns extrem steil nach unten und auf der ande­ren Seite genau so wieder nach oben. Der Landy fuhr ohne Proble­me durch und dann war “Fanti” an der Reihe. Ich stieg aus, um das Spek­ta­kel mit der Kame­ra fest­zu­hal­ten. Ich konn­te mein Herz schla­gen hören, als Stefan den Motor anwarf und sich der Kante näher­te, an der es nach unten ging. Hoffent­lich geht das gut und hoffent­lich ist unser Böschungs­win­kel hoch genug.

Allmäh­lich neig­te sich unser LKW nach vorne und roll­te den stei­len Abhang nach unten. Die Stoß­stan­ge war nur noch weni­ge cm über dem Boden und mir lief es eiskalt den Rücken runter. Doch ich versuch­te mich darauf zu konzen­trie­ren, die Kame­ra ruhig zu halten und nicht all zu viel darüber nach­zu­den­ken, was sein könn­te. Ganz lang­sam kam Fanti am tiefs­ten Punkt an, um sich auf der ande­ren Seite das stei­le Stück wieder nach oben zu schie­ben. “Der ist so ein Viech” … war das einzi­ge, was ich in diesem Moment sagen konn­te. Ich war einfach nur begeis­tert von unse­rem Truck und auch Stefan schien erleich­tert, dass das alles problem­los geklappt hatte. In dem beige­füg­ten Video kann man diese Stel­le sehen, doch leider sieht sowas auf einem Video immer wesent­lich weni­ger spek­ta­ku­lär aus, als es in Wirk­lich­keit war.

Offroad Track

Wadi — Buckel­pis­te — Schief­la­ge

Nach­dem wir dieses Stück gemeis­tert hatten bog Ralf rechts auf einen Schotter­hü­gel ab. Wir warte­ten, da er mit dem Landy erst nach­se­hen woll­te, was uns hinter diesem Hügel erwar­ten würde. Kurze Zeit später beka­men wir via Funk­ge­rät das Okay, das wir nach­kom­men können.

Es ging nach dem Schotter­hü­gel über eine Art leich­te Buckel­pis­te. Man muss­te schon genau schau­en, wo man sein Fahr­zeug hinma­nö­vrier­te, da es teil­wei­se star­ke Höhen­un­ter­schie­de gab. Wir waren in einem Wadi gelan­det, doch das merk­ten wir erst, als es schon zu spät war.

So scho­ben wir uns im Schne­cken­tem­po voran, bis es an einer Stel­le plötz­lich knapp wurde. Wir sahen, dass der Höhen­un­ter­schied an einer Stel­le schon enorm war. Deswe­gen stieg ich aus, um den LKW im Auge zu behal­ten. Denn hier umzu­kip­pen, das wäre der “Worst Case”. Lang­sam geriet Fanti ein wenig in Schief­la­ge, doch es war alles noch im grünen Bereich. Doch schon weni­ge Meter weiter wurde es kritisch. Fanti neig­te sich aufgrund des Höhen­un­ter­schieds so stark auf die Seite, dass ich ihn schon auf der Seite liegen sah. Stefan trat auf die Brem­se und da stan­den wir nun, mitten in einem ausge­trock­ne­ten Fluss­bett. Links und rechts star­re Büsche und Hügel neben Hügel. OMG was nun?

Es gab nur einen Weg, damit sich unse­re schlimms­ten Träu­me nicht in Wirk­lich­keit verwan­deln. Stefan muss­te zurück­set­zen, um Fanti wieder eini­ger­ma­ßen nach oben zu krie­gen. Ein paar cm weiter und dann wäre es das sicher­lich gewe­sen. Nach­dem er zurück­ge­setzt hatte stand Fanti wieder aufrecht und uns war klar, hier ist kein Weiter­kom­men mehr. Wir muss­ten umdre­hen.

Genug Aben­teu­er für heute

Doch wo soll man hier wenden? Für den Landy keine große Heraus­for­de­rung, aber für unse­ren großen Truck im ersten Moment ein schein­bar nicht mach­ba­res Unter­fan­gen, ohne sich auf die Seite zu legen. Wir versuch­ten eine passen­de Stel­le zu finden, um umzu­keh­ren.

Nach­dem wir eine vermeint­lich geeig­ne­te Stel­le gefun­den hatten, schlug Stefan das Lenk­rad ganz ein und setz­te zurück. Dann lang­sam wieder nach vorne und wieder zurück. So ging das bestimmt 7x und beim letz­ten Zurück­set­zen kam dann das, was schon längst hätte kommen müssen. Wir hörten ein lautes Geräusch und uns war klar, wir waren hinten aufge­setzt. Doch erst­mal hier raus, dann können wir sehen, was am Heck los war.

Anzei­ge

Lang­sam und mit teil­wei­se hefti­gem Neigungs­win­kel manö­vrier­te Stefan unse­ren Dicken aus dem Wadi. Nach­dem wir wieder auf dem Schotter­hü­gel stan­den, fiel uns allen ein Stein vom Herzen, dass wir da wieder raus­ge­kom­men waren. Doch was war das laute Geräusch? Ein Blick Rich­tung Fanti’s Heck verriet es uns. Unse­re Nebel­leuch­te war kaputt gegan­gen und außer­dem hat es das Nummern­schild verzo­gen. Und ein klei­nes Blech unter­halb des Gastanks wurde durch das Aufset­zen auch nach unten gebo­gen. Alles halb so wild.

Aller­dings hatten wir durch diese Aktio­nen viel Zeit verlo­ren und so waren wir uns einig, dass wir uns einen Platz für die Nacht suchen soll­ten.

Offroad Track

Taji­ne und marok­ka­ni­sche Trom­meln

Wir sahen ober­halb von uns eine klei­ne Auber­ge, die wir für unse­re Nacht nutzen woll­ten. Denn keiner von uns hatte Lust etwas zu kochen und doch hatten wir alle einen Bären­hun­ger. Der nette Herr empfing uns sehr freund­lich und wir konn­ten kosten­los stehen blei­ben, wenn wir dort zu Abend essen würden. Na, das ist doch perfekt.

Eine Stun­de später saßen wir in dem klei­nen Haus an einer großen Tafel. Zu Essen gab es, wie schon oft, Taji­ne. Die war super lecker und wir konn­ten beim Essen schon wieder Witze über die Erleb­nis­se des Tages machen. Nach­dem wir geges­sen hatten, entdeck­te Ralf ein paar Trom­meln in der Ecke. Er schnapp­te sich eine davon und fing an darauf zu trom­meln.

Kurze Zeit später kam der Besit­zer der Auber­ge und schnapp­te sich auch eine der Trom­meln. Er unter­hielt uns mindes­tens eine Stun­de lang mit marok­ka­ni­schen Trom­mel­rhyth­men und Gesang. Was für ein lusti­ger Abend nach einem doch sehr aufre­gen­den, anstren­gen­den Tag.

Wir gingen früh zum Bett, um am nächs­ten Morgen zeitig wieder loszu­kom­men.

Offroad Track — zwei­ter Versuch

Am nächs­ten Morgen waren wir früh wach und konn­ten so die Sonne hinter den Bergen aufge­hen sehen. Was für ein traum­haft schö­ner Anblick. Das GPS Navi wieder einge­schal­tet, Route einge­ge­ben und schon ging es los. Wir fuhren zurück zu dem klei­nen Dorf und kamen endlich auf unse­ren Offroad Track zurück. Über Stein, Geröll und Sand ging es durch eine traum­haft schö­ne Land­schaft, die trotz der Trocken­heit ihren eige­nen Charme hatte.

Offroad Track

Nach nicht allzu langer Zeit kamen wir an eine Oase. Palmen über Palmen und Sand so weit das Auge reich­te. Ich konn­te nicht anders und bat Stefan dort stehen­zu­blei­ben. Ich woll­te diese Szene­rie unbe­dingt foto­gra­fie­ren. Noch kurz die Info übers Walkie Talkie an Ralf und Oli und schon stan­den wir neben der Piste im Sand. Ich woll­te gera­de ausstei­gen, als Ralf seinen Land­Ro­ver neben uns park­te. Aller­dings war etwas passiert, was wir gar nicht mitbe­kom­men hatten.

Offroad Track

Proble­me mit dem Land­Ro­ver

Ralf erzähl­te uns, dass es während der Fahrt einen dump­fen Schlag gege­ben hatte und ein Blick unters Auto zeig­te das Problem … seine Antriebs­wel­le war abge­ris­sen. So schmis­sen sich die drei Jungs unters Auto und versuch­ten zu retten, was es noch zu retten gab. Es war erst 12 Uhr und von daher hatten wir mehr als genug Zeit. Aller­dings wurde schnell klar, dass wir den Offroad Track auf keinen Fall weiter­fah­ren würden, sondern das wir defi­ni­tiv zurück muss­ten.

Eine Nacht in der Oase

Immer weiter schraub­ten die Jungs am Auto und die Zeit lief unauf­hör­lich weiter. Gegen 16 Uhr hatten sie alles notdürf­tig wieder instand gesetzt. Aller­dings waren es mind. 2 Stun­den zurück nach Merz­ou­ga. Um nicht ganz umsonst gefah­ren zu sein, blie­ben wir die Nacht in der wunder­schö­nen Oase und fuhren erst am nächs­ten Morgen zurück nach Merz­ou­ga. Zum Glück hielt die Konstruk­ti­on bis zur Werk­statt und es wird sicher nicht der letz­te Offroad Track gewe­sen sein.

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6 Kommentare

  • Hallo Campo­fant Besat­zung,
    ich reise mit Euch, freue mich sehr über Vide­os, Bilder und Berich­te. Ihr 3 seit ein tolles Team.….….……

    Alle guten Wünsche für Euch
    Doro

    • Hey Doro,
      vielen Dank für die “Blumen”. Es freut uns riesig, dass dir unse­re Vide­os, Berich­te und Bilder so gut gefal­len. 🙂
      Danke für die lieben Wünsche. Wir wünschen dir natür­lich auch alles Gute 🙂
      Liebe Grüße
      Robby

  • Hallo Robby. gut von euch zu hören .super Bilder . Genießt das Wetter und die Tempe­ra­tu­ren .Bei uns ist es eiskalt.Aber in 3 Wochen gehts bei uns auch endlich los rich­tung Spani­en in die Wärme.:))
    Bis demächst
    Linda

    • Danke 🙂 Das Wetter genie­ßen wir auf jeden Fall. Wir hatten in Marok­ko noch keinen einzi­gen Tag Regen 🙂
      Na da wünschen wir euch auf jeden Fall schon mal eine tolle Reise und hoffen, dass ihr Glück mit dem Wetter haben werdet 🙂
      Bis bald und viele Grüße

    • Hey Linda, keine Sorge 🙂 Wir sind wohl­auf 🙂 Waren jetzt nur 6 Tage in der Wüste unter­wegs und hatten keiner­lei Inter­net. Jetzt sind wir gera­de in Foum Zguid und versu­chen bei der schlech­tes­ten Inter­net­ver­bin­dung ever ein Video hoch­zu­la­den 😀 Dauert aller­dings ein wenig 🙂
      Liebe Grüße
      Robby

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