Reisen mit Hund – was muss ich beachten

Das Reisen mit Hund ist immer wieder schön und doch gibt es einiges zu beachten, damit die Reise nicht mit einem Drama, für Mensch und Tier endet.

Mit Hund innerhalb der EU reisen

Bei Reisen innerhalb der EU ist es relativ einfach. Dort ist es problemlos möglich sein Haustier mitzu­nehmen, wenn man ein paar grund­sätz­liche Dinge beachtet.

Heimtier­ausweis

Es muss für den Hund ein entspre­chender Heimtier­ausweis vorliegen. Darin sind die Daten des Hundes, sowie die letzten Impfungen usw. erfasst. So hat man bei quasi einen eigenen Reisepass für seinen Vierbeiner. Seit dem 29.12.2014 gibt es einen neuen EU-Heimtier­ausweis, weshalb der alte aber nicht seine Gültigkeit verliert.

Mikrochip

Um den Hund einwandfrei identi­fi­zieren zu können muss er mit einem sogenannten Mikrochip gekenn­zeichnet sein, der mit einem entspre­chenden Gerät ausge­lesen werden kann. Dieser Chip wird beim Tierarzt einge­setzt und die Nummer im Heimtier­ausweis einge­tragen. Die Nummern müssen überein­stimmen!!!
Alter­nativ geht auch eine Tätowierung. Diese muss jedoch vor dem 03.07.2011 vorge­nommen worden sein und man muss sie eindeutig lesen können.

Tollwut­impfung

  • Der Hund muss zum Zeitpunkt der Erstimpfung mindestens 12 Wochen alt sein. Die Impfung erfolgt bei einem entspre­chenden Tierarzt.
  • Die Tollwut­impfung ist gemäß des Herstellers meist 2 oder 3 Jahre gültig. Dabei einfach auf die Eintragung im Heimtier­ausweis achten.
  • Man darf frühestens 21 Tage nach der kompletten Impfung reisen. Wir empfehlen die Bestimmung des Tollwut­titers nach der Impfung, die als Nachweis gilt, dass der Hund mit gültigem Impfschutz ausge­reist ist.
  • Die Impfung muss vor der Kennzeichnung erfolgt sein.

Die Kosten für eine Tollwut­impfung liegt zwichen 30 – 50 Euro, je nach Tierarzt und ob es sich um eine Kombi­impfung handelt. 

Tollwut­titer-Nachweis

Gerade, wenn man in Dritt­länder reist ist es wichtig einen Nachweis zu haben, dass der Hund auch die Antikörper der Tollwut­impfung im Blut hat. Dies wird beim Tierarzt gemacht. Dem Hund wird nach der Tollwut­impfung und einer Wartezeit von 30 Tagen Blut abgenommen. Das wird an ein Labor geschickt und zurück bekommt man ein „Zerti­fikat“, das den Nachweis der Antikörper bestätigt. Dieses Zerti­fikat kann für die Einreise in bestimmte Länder und auch gerade die Rückreise nach Europa extrem wichtig sein! Sonst könnte es passieren, dass man den Hund zwar mit ins Ausland, aber nicht wieder mit zurück nehmen kann! Einfach beim Tierarzt ansprechen, der kann einem dann sehr detail­lierte und gute Infor­ma­tionen geben, damit das Reisen mit Hund nicht zum Alptraum wird.

Beson­der­heiten

Einige Länder der EU, wie England, verlangen zusätzlich zu den oben genannten Punkten eine Bandwurm­be­handlung, 1-5 Tage vor der Ankunft in England.
Außerdem haben viele Länder geson­derte Bestim­mungen, wenn es um die Einreise sog. Kampf­hunde geht. Da bitte gesondert drauf achten und unbedingt vorher infor­mieren!

Mittel­meer­krank­heiten

Es gibt gerade in den östlichen und südlichen Regionen Krank­heiten, die bei uns so gut wie nicht vorkommen. Jedoch ist der Verlauf dieser Krank­heiten für den Hund meist tödlich oder zumindest sehr schwer­wiegend.
Zu den sog. Mittel­meer­krank­heiten zählt man Leish­ma­niose, Babesiose, Ehrli­chiose, FSME, Borre­liose, Dirofi­la­riose. Einen Impfschutz gibt es nicht. Diese Krank­heiten werden durch Sandmücken oder Zecken übertragen. Somit gilt es den Hund möglichst gut zu schützen. Dies geht z.B. mit Hilfe eines Scalibor-Halsbandes. Dies gibt es für kleine/mittlere Hunde und für große Hunde. Das schützt den Hund bis zu 6 Monaten.

Reisen mit Hund in Dritt­ländern

Wichtig ist es zu beachten, welche Einrei­se­be­stim­mungen das entspre­chende Land hat. Dabei kann man sich einer­seits bei der Botschaft des Landes infor­mieren. Ansonsten empfehlen wir die App und Webseite „Pets on Tour“(mit Ländern innerhalb und außerhalb der EU).

Manche Länder verlangen ein amtliches Gesund­heits­zeugnis. Dieses muss von einem Veterinär ausge­stellt werden und ist nur 10 Tage gültig, d.h. die Einreise in das entspre­chende Land muss spätestens 10 Tage nach der Ausstellung des Zeugnisses erfolgen. Bei Rundreisen o.ä. ist dies fast nicht möglich.

Wieder­ein­reise in die EU

Wir haben uns ziemlich viele Gedanken über das Reisen mit Hund gemacht und wie das eigentlich ist, wenn wir mit dem Hund außerhalb der EU unterwegs sind. Wir hatten dahin­gehend Sorgen, dass es sicherlich Probleme bei der Wieder­ein­reise in die EU geben würde und der Hund anschließend in Quarantäne müsste.
Doch dann hatten wir ein sehr infor­ma­tives Gespräch mit unserem Veterinär. Letzt­endlich ist es ganz egal wohin wir mit dem Hund reisen. Wenn der Hund zum Zeitpunkt der Ausreise, wie oben beschrieben, eine gültige Tollwut­impfung hat (inkl. Tollwut­titer-Nachweis) und vor dem Ablauf des Impfschutzes wieder in die EU einreist, ist dies ohne Probleme möglich. Wichtig ist die Wieder­ein­reise vor Ablauf des im Heimtier­aus­weises angege­benen Impfdatums.

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2 Kommentare

  • Wenn ihr tatsächlich Richtung Asien wollt (egal ob über Russland, China oder Syrien), solltet ihr euch nochmal genauer damit beschäf­tigen! Wir hatten auch mal geschaut wegen Ein-/Ausreise und das ist schon bissl umständlich und vor allem kosten­in­tensiv. Aus dem Grund, haben wir uns dann entschieden doch in der EU zu bleiben…. echt blöd 🙁

    Alles Gute für eure weitere Reise! 😀

    • Ja, wir wollen auf jeden Fall raus aus der EU. Wir haben einen Großteil der EU schon vorher erkundet gehabt und deswegen inter­es­siert uns einfach alles was Richtung Osten liegt. Alter­nativ bliebe noch Kanada und die USA. Aber die Verschiffung dorthin ist doch relativ kostspielig … aber mal sehen was sich so ergibt bis Oktober 🙂

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