Stell­platz­wech­sel mitten in der Nacht

Westküste Portugal Atlantik Klippen am Meer

Nach­dem wir eine wun­der­vol­le Nacht am Praia da Mur­ra­cao ver­bracht hatten, wurden wir mor­gens von star­kem Wind und dem lauten Pras­seln des Regens geweckt. Wir ent­schie­den uns den Strand zu ver­las­sen und zu warten, bis das Wetter besser werden würde. Doch mitten in der Nacht ver­lie­ßen wir unse­ren Platz, denn an Schlaf war nicht zu denken.

Stür­mi­scher Morgen

So schön der Tag zuvor gewe­sen war, so schlecht war das Wetter an diesem. Wir hatten uns eigent­lich schon darauf gefreut, ein­fach faul am Strand zu liegen und uns die Sonne auf den Pelz bren­nen zu lassen. Doch daraus wurde nichts. So saßen wir in unse­rem Fanti und ver­lie­ßen ihn nur kurz, um mit Emily spa­zie­ren zu gehen. Eigent­lich ist schlech­tes Wetter nicht immer nega­tiv, so kann man sich gemüt­lich nach drin­nen ver­zie­hen und an neuen Bei­trä­gen arbei­ten. Doch da wir off­line waren und für die neuen Bei­trä­ge ein wenig recher­chie­ren woll­ten, war das nicht mög­lich. So war es 13 Uhr, als wir eine Ent­schei­dung trafen.

Stell­platz­wech­sel

Wir pack­ten unsere Sachen zusam­men und ent­schie­den uns auf die Klippe zu fahren. Dort ist der Inter­net­emp­fang rela­tiv gut und sobald das Wetter besser wird, können wir ja wieder nach unten fahren und den Strand genie­ßen. Dieser Plan war gut und so setz­ten wir ihn schnell um. Also den stei­len Berg, den wir ges­tern gekom­men waren, wieder nach oben fahren. Oben ange­kom­men fuhren wir den Feld­weg ein ganzes Stück zurück, um dann rechts abzu­bie­gen. Dieser schma­le Weg führte direkt auf eine Klippe. Kaum waren wir dort ange­kom­men, ließ der Wind merk­lich nach und so ent­schie­den wir uns dafür, hier stehen zu blei­ben. Der Inter­net­emp­fang war gut und wir ver­brach­ten den rest­li­chen Tag mit Arbei­ten an unse­rem Blog.

Wet­ter­bes­se­rung war leider keine in Sicht und so kam es, dass wir auch nach 3 Tagen immer noch oben auf der Klippe stan­den. Der Wind wehte mäßig, aber nicht über­mä­ßig und immer wieder reg­ne­te es. Die kurzen, tro­cke­nen und auch son­ni­gen Momen­te nutz­ten wir, um mit Emily spa­zie­ren zu gehen. Wer will schon klatsch­nass durch die Gegend laufen. Doch an diesem Abend soll­ten wir merken, das eine Klippe bei schlech­tem Wetter eine nicht so pri­ckeln­de Wahl ist.

stellplatzwechel

Fanti kann doch nicht umfal­len, oder?

Als wir ins Bett gingen, um noch eine Folge “Desi­gna­ted Sur­vi­vor” anzu­se­hen, reg­ne­te es in Strö­men. Doch das Pras­seln des Regens hatte durch­aus was roman­ti­sches. So lagen wir kuschelnd im Bett, als wir merken, das der Wind lang­sam zunahm. Wir wurden ein klein wenig hin und her geschau­kelt, doch wirk­lich dra­ma­tisch war es noch nicht. Da wir diese Fern­seh­se­rie so klasse finden ist es bereits 01.00 Uhr nachts, als wir den Laptop aus­ma­chen und uns zum Schla­fen hinlegen.

Wir schlos­sen die Augen und waren gerade am ein­schla­fen, als der Wind in solch hef­ti­gen Böen kam, dass die Schau­ke­lei lang­sam See­krank­heit ver­ur­sach­te. Und das war noch nicht alles. Er wurde immer stär­ker und an ein­schla­fen war nicht zu denken. Auch Emily war das nicht so ganz geheu­er. Immer hef­ti­ger wurden die Böen und so sahen wir uns beide fra­gend an, als ich das Licht wieder anschal­te­te. Anfangs muss­ten wir noch lachen … doch das Lachen ver­ging uns, als Fanti anfing zu schau­keln und das in einem Maß, das wir bisher noch nie hatten.

Etwas ratlos lagen wir im Bett. Unser LKW wiegt gute 7 Tonnen … die können doch nicht so ein­fach umfal­len oder? Und wieder kam eine hef­ti­ge Böe und wir ent­schie­den ein­stim­mig, dass wir so nicht schla­fen können. Also pack­ten wir mitten in der Nacht, genau um 01.30 Uhr unsere Sachen, setz­ten uns ins Fah­rer­haus und warfen den Motor an.

Stell­platz­wech­seln mitten in der Nacht

Wir fuhren lang­sam den stei­ni­gen und schma­len Feld­weg zurück und kamen an die Weg­ga­be­lung, wo es links zum Strand geht und rechts zurück zur Haupt­stra­ße. Wir ent­schei­den uns für rechts und fuhren etwa 5 Minu­ten, bevor wir links, neben dem Feld­weg, einen großen Platz ent­deck­ten. Hier stehen wir nicht mehr ganz so hoch, wie auf der Klippe und so merken wir vom Wind nicht mehr viel. Ist zwar nicht schön, aber für eine Nacht sollte es reichen.

Schlechtes Wetter

Aus dieser einen Nacht wurden dann unge­plan­ter­wei­se meh­re­re Nächte. Das Wetter wurde nicht mehr besser, im Gegen­teil. Es hagel­te, stürm­te, reg­ne­te. Also ent­schie­den wir ein­fach hier zu blei­ben, bis der Wet­ter­gott end­lich Mit­leid mit uns haben würde. Und das hatte er auch, aller­dings erst nach 5 Tagen. Doch dann konnte es end­lich weiter gehen.

Du hast Lust auf wei­te­re Erleb­nis­se aus unse­rem Rei­se­ta­ge­buch? Dann emp­feh­le ich dir, einen Blick in unsere Wohn­mo­bil Rei­se­be­rich­te zu werfen.

Hat Dir der Beitrag gefallen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Dieser Beitrag hat noch keine Bewertungen)

Zum Schutz vor Mehrfachbewertung wird bei einer Bewertung deine IP gespeichert. Mehr Infos in der Datenschutzerklärung.
Loading...
Autor
Mehr von Robby

Tro­cken­toi­let­te im Wohn­mo­bil: Cam­ping­klo ohne Chemie

Nach­dem wir ein gutes halbes Jahr in unse­rem Camper gelebt hatten, muss­ten...
Weiterlesen
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.