Über­nach­ten im Rif-Gebir­ge, ein Aben­teu­er der ande­ren Art

Frei stehen, Marokko, Wohnmobil

Eigent­lich über­nach­ten wir meist nicht auf dem Camping­platz. Doch dies­mal war das keine so gute Idee. In Chef­chaou­en stan­den wir am Morgen um Ralf’s Land Rover und über­leg­ten, wo wir unse­re nächs­te Nacht verbrin­gen woll­ten. Eigent­lich woll­ten wir nach Fès. Doch diese Etap­pe war uns für einen Tag zu weit und so steu­er­ten wir einen See an, den wir auf der Land­kar­te entdeck­ten.

Minz­tee und Land­kar­ten

Um die Mittags­zeit legten wir unter­wegs einen klei­nen Stop in einem Café, in einem klei­nen Dorf, ein. Dort gab es wieder lecke­ren Minz­tee und wir brei­te­ten unse­re Land­kar­ten erneut aus. Um zu dem See zu gelan­gen war es nötig, die Haupt­stra­ße zu verlas­sen und auf einer klei­ne­ren, weiß einge­zeich­ne­ten Neben­stra­ßen, zu fahren.  Das soll­te ja kein Problem sein, dach­ten wir uns und bogen dann auf die P5307 ab.

Keine Piste, aber Stra­ße ist auch was ande­res

Kurze Zeit nach­dem wir abge­bo­gen waren stell­ten wir fest, dass es sich bei den weißen Stra­ßen nicht um Pisten handelt. Aller­dings hatte die geteer­te Stra­ße mit einer guten Stra­ße nicht viel gemein. Es gab jede Menge Schlag­lö­cher, teil­wei­se eine immens abge­sack­te Teer­de­cke und ein nur lang­sa­mes Voran­kom­men. Dafür war die Aussicht umso gran­dio­ser. Wir waren umge­ben von wunder­schö­nen Bergen und Tälern und als wir den See endlich sehen konn­ten waren wir froh, diesen Weg gewählt zu haben. Der See schim­mer­te türkis und war einfach riesig.

Frei stehen, Marokko, Wohnmobil

Aller­dings fanden wir eine ganze Zeit lang keinen Zugang zum Ufer. Die Stra­ße schlän­gel­te sich weiter nach oben. Dann entdeck­ten wir einen klei­nen, matschi­gen Pfad, der zum Seeufer führ­te. Wir entschie­den uns dafür, dass die beiden Landys diesen Weg erst­mal erkun­den soll­ten, bevor wir mit den “Dicken” nach­kom­men würden. Doch inner­halb kürzes­ter Zeit kamen die beiden Landys zurück. An dieser Stel­le gab es keine Möglich­keit am See stehen zu blei­ben. Also weiter …

Schlaf­platz­su­che

Immer wieder entdeck­ten wir klei­ne Plät­ze entlang der Stra­ße, die sich für eine Nacht ange­bo­ten hätten. Doch wir fuhren weiter in ein klei­nes Dorf. Dort war auch wieder ein reges Trei­ben und am Ende des Dorfes blie­ben wir stehen, um zu bera­ten, wie wir weiter machen woll­ten. Es war mitt­ler­wei­le schon 16 Uhr und wir woll­ten schon längst einen Platz für die Nacht gefun­den haben.

Aller­dings woll­ten wir auch nicht wie auf dem Präsen­tier­tel­ler stehen und so fuhren wir noch ein Stück weiter. Dann sahen wir, neben der Stra­ße, einen großen Platz mit einer traum­haf­ten Aussicht. Dort blei­ben wir heute Nacht, entschie­den wir einstim­mig.

Frei stehen, Marokko, Wohnmobil

Lich­ter in der Ferne

Wir pack­ten unse­re Stüh­le aus und setz­ten uns nach drau­ßen, um die gran­dio­se Aussicht  zu genie­ßen. Wir spiel­ten Back­gam­mon, unter­hiel­ten uns und als es dunkel wurde berei­te­te ich das Abend­essen vor. Es war mitt­ler­wei­le 19 Uhr und wir schon ziem­lich hung­rig.

Noch weni­ge Minu­ten dann sind die Pesto-Blume und die Aioli fertig. Ich schal­te­te den Herd ab und ging nach drau­ßen, um den Jungs zu sagen, dass wir gleich essen könn­ten, als wir in der Entfer­nung ein paar Taschen­lam­pen entdeck­ten. Dort schie­nen drei Perso­nen den Berg zwischen den Oliven­pflan­zen nach oben zu laufen. Wir beob­ach­te­ten die Lich­ter und sahen, wie sie Rich­tung Stra­ße spazier­ten. Dann eine klei­ne Wendung und die Lich­ter beweg­ten sich auf uns zu.

Stuart war schon ins Bett gegan­gen und so stan­den Ralf, Oli, Stefan und ich neben unse­ren Autos und warte­ten darauf, wer oder was da auf uns zukam. Aus der Dunkel­heit tauch­ten drei Männer auf, die uns erzähl­ten, dass sie für unse­re Sicher­heit hier wären und wir keine Angst haben müss­ten.

Es werden immer mehr …

Sie versuch­ten uns zu erklä­ren, dass wir hier nicht sicher stehen würden und sie uns helfen woll­ten. Weni­ge Minu­ten später kam ein weißer, klei­ner Trans­por­ter, aus dem weite­re 4 Männer stie­gen. In der Dunkel­heit konn­ten wir nicht viel erken­nen und so erzähl­te man uns, dass es sich bei einem dieser Männern um den Bürger­meis­ter hand­le.  Er wäre um unse­re Sicher­heit besorgt und man bitte uns darum, diesen Platz zu verlas­sen. Außer­dem woll­te er unse­re Auswei­se sehen. Während Ralf mit den mitt­ler­wei­le 7 Männern sprach, fingen wir an unse­re Sachen zu verräu­men.

Die Situa­ti­on war alles in allem ein wenig selt­sam und so sah ich erst kurz bevor wir fuhren, dass 4 der Männer offi­zi­el­le Unifor­men trugen. Es schien also alles seine Rich­tig­keit zu haben und so ging es für uns spät am Abend in der Dunkel­heit noch einmal los. Wir fuhren die schlech­ten Stra­ßen entlang und sahen ein wenig entfernt die Lich­ter einer Stadt. Dort woll­ten wir hin und kamen auch knap­pe 30 Minu­ten später an. Am Orts­ein­gang von “Kari­at Ba Moha­med” gab es eine Tank­stel­le mit einem Café. Dort frag­ten wir an, ob wir auf dem Park­platz der Tank­stel­le eine Nacht stehen blei­ben könn­ten. Der nette, älte­re Herr bejah­te dies und zeig­te uns auch noch den Mann vom Sicher­heits­dienst, der in der Nacht auf uns aufpas­sen würde.

Gute Nacht

Wir park­ten unse­re Fahr­zeu­ge in einer Reihe und setz­ten uns noch in das Café, um einen Tee zu trin­ken. Danach ging es in Oli’s Bus, um noch über die Erleb­nis­se des Tages zu spre­chen. Aller­dings waren wir alle ziem­lich müde und gingen kurze Zeit später ins Bett. Die Nacht war ruhig, doch das soll­te nicht lange anhal­ten.

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12 Kommentare

  • Wir stehen in Marok­ka immer frei. Meis­tens ganz einsam irgend­wo mitten im Nirgend­wo. Kein Mensch weit und breit — und da stehen plötz­lich Zuschau­er da. Wie aus dem Nichst…
    Ich mag das ;.)
    liebe Grüs­se vom Muger

    • Ja, das haben wir mitt­ler­wei­le auch bemerkt. Man ist irgend­wo im nirgend­wo und plötz­lich taucht irgend­wo­her einer auf 🙂 Ich frag mich, wie machen die das? 😀 Liebe Grüße an dich 🙂

  • Moin Ihr beiden,
    wie geht’s weiter? Ganz unge­dul­dig ob alles gut gegan­gen ist? Aber das klappt schon.….….…
    Euch noch eine gute Reise
    LG.
    Günter

  • Wir sind doch alles Gäste hier und wir soll­ten die Gast­freund­schaft respek­tie­ren.
    Ergo soll­ten wir auch das Frei­ste­hen ein wenig anders betrach­ten. Die Marok­ka­ner
    Sind um unse­re Sicher­heit besorgt, deswe­gen wäre es doch unse­re Pflicht, uns auch dementspre­chend so zu beneh­men.
    LG chris­si

    • Ich denke nicht das wir uns unan­ge­mes­sen benom­men haben. Im Gegen­teil, nach der Auffor­de­rung diesen Platz zu verlas­sen haben wir das ohne Diskus­si­on getan. Wenn sich weit und breit keine Möglich­keit zum Stehen­blei­ben befin­det und es bereits anfängt dunkel zu werden, dann bleibt einem nichts ande­res übrig. Außer man möch­te bis tief in die Nacht fahren. Liebe Grüße

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