Von Fonte Arca­da über Lame­go bis nach Rio Tinto

Nach unse­rer tollen Budde­l­ak­ti­on ist es Zeit, dass wieder ein wenig Ruhe einkehrt. So blei­ben wir noch ein paar Tage auf dem Stein­pla­teau am Stau­see, bevor es uns Rich­tung Lame­go und Amaran­te schließ­lich nach Rio Tinto zieht. Ein zwei­ter Besuch in Porto steht vor der Tür.

Fonte Arca­da — ruhi­ge Tage am Stau­see

Nach der großen Bergungs­ak­ti­on genos­sen wir ein paar ruhi­ge Tage auf dem Stein­pla­teau am Stau­see. Das Seewas­ser war ziem­lich kühl und auch sonst war es nicht über­mä­ßig heiß. Stefan und Andre fuhren zum Foto­gra­fie­ren nach Fonte Arca­da und entdeck­ten, neben ein paar klei­nen Gassen, auch eine verlas­se­ne Fabrik.

Was hier mal produ­ziert wurde, weiß keiner so genau, aber es könn­te sich um eine alte Mühle gehan­delt haben. Doch seht selbst.

Ein Kalen­der­blatt aus dem Jahr 1988 hing noch an der Wand und lässt vermu­ten, dass dieses Gebäu­de schon sehr lange leer steht.

Die Männer kamen nach ein paar Stun­den wieder und wir beschlos­sen am nächs­ten Tag weiter­zu­fah­ren. Es soll­te zu einem weite­ren Stau­see gehen.

Weiter­fah­ren …

Am nächs­ten Morgen warfen wir die Moto­ren an und Tanja und Andre fuhren vor, während wir ein wenig später losmach­ten. Es dauer­te nicht lange, bis wir eine Nach­richt erhiel­ten. Der Stau­see war für uns nicht mach­bar, da wir zu breit sind, um dort hinzu­ge­lan­gen. So änder­ten wir unse­re Pläne spon­tan und entschie­den uns für einen Ausflug nach Lame­go. Wir kamen in der Stadt an und kauf­ten noch ein paar Klei­nig­kei­ten ein. Als wir sie gera­de ins Fahr­zeug räum­ten, sahen wir Tanja auf der ande­ren Seite der Stra­ße. Sie hupte und wir warte­ten noch kurz. Ihr Navi hatte sie im Stich gelas­sen und wir woll­ten nicht in der Stadt, sondern auf dem Haus­berg auf 1100 m über­nach­ten.

So fuhren wir im Konvoi lang­sam den Berg nach oben und fanden einen klei­nen Platz mitten im Wald. Doch Inter­net war so gut wie nicht vorhan­den, weshalb es uns nach Andres Ankunft noch weiter nach oben zog. Hier oben, wo jede Menge Wind­rä­der stehen, ist der Ausblick schon mal gigan­tisch. Doch der Wind blies ganz ordent­lich und das Inter­net, dass wir zum Arbei­ten so drin­gend benö­tig­ten, war auch hier nicht merk­lich besser. Wir entschie­den uns für einen großen Spazier­gang mit den Hunden und der anschlie­ßen­den Park­platz­su­che direkt in der Stadt.

Lame­go und die Wall­fahrts-Kapel­le “Nossa Senho­ra dos Remé­di­os”

Der Park­platz war schnell gefun­den. Auf der Hälf­te, der gut 613 Stufen der Doppel­trep­pe, fanden wir einen großen Platz, der sich für die Nacht anbot. Unter Bäumen stan­den wir im Schat­ten und entschie­den uns am Abend für ein Abend­essen in Lame­go.

Wir marschier­ten gemein­sam die vielen Stufen nach unten und ließen uns in einem klei­nen Restau­rant landes­ty­pisch verwöh­nen. Sobald es dunkel wird, werden die Stufen der Doppel­trep­pe zur Kapel­le hell erleuch­tet, was in der Nacht ein unglaub­lich tolles Bild abgibt.

Faszi­niert von diesem Anblick stan­den uns jede Menge Stufen bevor, die wieder erklom­men werden woll­ten. Gar nicht so einfach mit vollem Magen.

Durch die Wein­ber­ge des Douro nach Amaran­te

Am nächs­ten Tag ging es weiter nach Amaran­te. Dort hatte Tanja einen tollen Platz direkt am Fluss entdeckt. Sie fuhr vor, während wir mit Andre zusam­men gemüt­lich nach­ka­men. Der Weg führ­te uns durch die schma­len Stra­ßen entlang der Wein­ber­ge des Douro. Unter­wegs versorg­ten wir uns an einem Obst­stand an der Stra­ße noch mit frischen, süßen, reifen Feigen für 2,50 € das Kilo. Ich kann mich nicht erin­nern, wann ich jemals so lecke­re Feigen geges­sen habe.

Weiter ging es im Schne­cken­tem­po den stei­len Berg nach oben. Fanti wurde kurz vor der Ankunft ziem­lich warm und so legten wir eine kurze Pause ein, bevor wir das letz­te Stück erklom­men. Die rest­li­che Stre­cke bis Amaran­te ging es gemüt­lich berg­ab.

Wir park­ten neben Tanja am Rand des großen Park­plat­zes und warte­ten darauf, bis der Platz gegen­über frei werden würde. In der Zwischen­zeit aßen wir eine Nekta­ri­ne und entspann­ten uns in den Sitz­sä­cken.

Als es dann so weit war, park­ten wir um und entschie­den uns spon­tan, am Abend essen zu gehen. Gera­de, als wir losma­chen woll­ten, sahen wir vor der Tür einen blau­en Kasten­wa­gen stehen. Na, wenn das nicht Dore­en und Sven von kasteninblau.de sein würden. Und ja, wir lagen rich­tig mit unse­rer Vermu­tung. Die beiden waren nach einem Heimat­ur­laub auch wieder in Portu­gal und setz­ten ihre Tour fort.

Die Zwei woll­ten nicht mit und so mach­ten wir uns zu viert auf die Suche nach einem passen­den Restau­rant. Das war auch bald gefun­den und wir ließen den Abend gemüt­lich ausklin­gen.

Feuer in Portu­gal ist immer präsent

Am nächs­ten Morgen entschie­den wir, diesen nachts doch sehr beleb­ten Platz zu verlas­sen. Andre und Tanja blie­ben noch und so trenn­ten sich unse­re Wege nach langer Zeit. Wir verab­schie­de­ten uns bei allen und mach­ten uns auf den Weg Rich­tung Porto, wo wir in weni­gen Tagen unse­re Freun­de Stef­fi und Alex erwar­ten.

Schon vor Tagen hatte ich einen Platz am Tâme­ga entdeckt. Nahe der klei­nen Ortschaft Vilar bei Pena­fiel kamen wir am besag­ten Ort an. An dem Platz, wo wir ursprüng­lich parken woll­ten, stand bereits jemand und so wichen wir auf den Park­platz ein Stück weiter oben aus. Doch auch das war mehr als in Ordnung. Wir entschie­den uns für einen späten Brunch und danach war ich so müde, dass ich mich für ein Nicker­chen aufs Ohr legte. Ich war im Halb­schlaf, als ich mir dach­te, ob wohl jemand an den Grills etwas lecke­res zube­rei­ten würde, zumin­dest roch es so.

Kurze Zeit später wurde ich von Stefan geweckt. Drau­ßen würden Asche­teil­chen umher­flie­gen und der Geruch wurde lang­sam ziem­lich stechend. Wir entschie­den nach­zu­se­hen, was da los war. So gingen wir mit Emily das klei­ne Stück der Stra­ße entlang bis zur Brücke und konn­ten von dort sehen, dass es im Wald brann­te und das nicht wirk­lich weit von uns weg — viel­leicht 200 m.

Es schien uns die beste Lösung diesen Ort zu verlas­sen. Die Rauch­schwa­den wurden vom Wind genau zu uns getra­gen und die Luft wurde merk­lich dicker. Wir fuhren auf die Stra­ße und muss­ten erst ein Stück Rich­tung Rauch, bevor wir umdre­hen konn­ten. Dabei sahen wir die Flam­men, die Rich­tung Stra­ße schlu­gen. Die zwei Feuer­wehr­män­ner, die dort stan­den, versuch­ten durch das Löschen an der Stra­ßen­sei­te den Verkehr am Laufen zu halten.

Wir dreh­ten um und konn­ten von der ande­ren Seite des Flus­ses sehen, dass der Hügel bis zur Stra­ße hoch in Flam­men stand. Die Entschei­dung zu fahren war die Beste, die wir tref­fen konn­ten.

Rio Tinto — kurz vor Porto

Wir einig­ten uns darauf, die Stre­cke bis Porto noch am heuti­gen Abend zu fahren. Laut Park4Night gibt es an der Tram­bahn-Stati­on einen kosten­frei­en Wohn­mo­bil Stell­platz. Genau diesen steu­er­ten wir am Montag an. Bereits am Mitt­woch werden unse­re Freun­de in Porto ankom­men, weswe­gen unser Ausgangs­punkt hier ideal war. Und endlich gab es mal wieder gutes Inter­net. So nutz­ten wir den Diens­tag und den halben Mitt­woch, um biss­chen was zu schaf­fen und dann war es auch schon so weit, wir verab­re­de­ten uns mit Stef­fi und Alex zum Dinner. Doch mehr zu unse­rem Porto Besuch im nächs­ten Beitrag.

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1 Kommentar

  • In der alten Fabrik wurde zwei­fel­los Oliven­öl herge­stellt.
    Oliven werden auch heute noch mit solch einem Mahlstein zermatscht,
    die Pampe kommt in die gefloch­te­nen Behäl­ter,
    diese werden über­ein­an­der gesta­pelt in der Pres­se.
    Das erste Öl welches ohne Pres­sen von allei­ne herun­ter läuft
    ist das beste und wird sepa­rat abge­füllt und noch immer teurer verkauft.
    Danke für den schö­nen Bericht;
    wir sind im Septem­ber wieder in Portu­gal!

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