Wohnmobil Führer­schein? Wir zeigen, was du fahren darfst.

Wohnmobil führerschein

Gibt es einen Wohnwagen oder Wohnmobil Führer­schein? Ja und nein. Es gibt im eigent­lichen Sinn keine extra Fahrerlaubnis speziell für Wohnmobile, aber teilweise für Wohnwagen (Anhänger). Bevor man sich sein neues Traum­rei­se­mobil zulegt, sollte man genau prüfen, welche Fahrzeuge man fahren darf oder welche Zugma­schine zur Verfügung steht. Wer seinen Fahrlizenz nach 1999 gemacht hat, wurde in seinen Möglich­keiten einge­schränkt. Aber 2013 gab es eine Änderung in den Führer­schein­klassen, die das Leben, zumindest beim Thema Wohnwagen, wieder etwas erleichtert hat. Für Wohnmo­bi­listen gibt es seit Dezember 2016 neue Einschrän­kungen. Welchen Führer­schein Du für dein Wohnmobil oder Wohnwagen brauchst, möchte ich Dir in diesem Beitrag zeigen. Es werde Licht im Führer­scheind­schungel.

Die alte Führer­schein­klasse 3

Führerschein Klasse 3

Wer seinen Pkw-Führer­schein vor 1999 gemacht hat, so wie ich, muss schon sehr groß einsteigen, um an seine Grenzen zu stoßen. Wenn Du deinen “Rosa Lappen” gegen die Scheck­karte getauscht hast, sollten die folgenden Führer­schein­klassen einge­tragen sein. Damit kann man wirklich fast alles fahren.

  • B
  • C1
  • BE
  • C1E
  • CE

Auf die kleineren Klassen wie M, L, A oder AM werde ich nicht eingehen, da ich nicht den Rahmen sprengen möchte und sie für das Thema Wohnmobil Führer­schein nicht relevant sind. Wer dennoch Interesse hat, kann sich bei Wikipedia darüber infor­mieren.

Welches Reise­mobil darf ich fahren

Hast Du deine Fahrerlaubnis nach 1999 gemacht, wirst Du von Anfang an die kleine Scheck­karte dein Eigen nennen. Aller­dings sieht bei einem Blick auf die Karte alles etwas nüchterner aus. Vermutlich ist nur bei B ein Sternchen und wahrscheinlich bei M oder L, aber was bedeuten eigentlich die einzelnen Klassen und was darf man damit fahren?

Führerschein Klasse B

Klasse B

Du darfst mehrspurige Kraft­fahr­zeuge mit einer Gesamt­masse bis 3500 kg bewegen. Außerdem ist es dir erlaubt, generell Anhänger bis zu einem maximalen Gewicht von 750 kg zu ziehen. 2013 gab es noch eine Geset­zes­än­derung. So können jetzt auch größere Anhänger, wie z.B. Wohnwagen gezogen werden, wenn das Gesamt­ge­wicht des Zugfahr­zeugs + Anhänger 3,5 t nicht überschreitet. Damit kann man mit dem B schon ordent­liche Gespann­kom­bi­na­tionen fahren, ohne eine Extra Prüfung machen zu müssen. Wichtig zu wissen ist, dass nicht das tatsäch­liche Gewicht, sondern die im Fahrzeug­schein einge­tra­genen maximalen Gesamt­ge­wichte von Zugfahrzeug und Wohnwagen (Anhänger) gelten. Mit der neuen Regelung kommt man somit schon ziemlich weit. Er ist auch der passende Wohnmobil Führer­schein für die “normalen Reise­mobile”.

Am Beispiel des neuen Skoda Octavia mit einer durch­schnitt­lichen z.Gm von 2000 kg dürfte man noch einen Anhänger mit 1500 z.Gm anhängen. Natürlich gilt immer die maximale Anhän­g­erlast des Zugfahr­zeugs.

Klasse B mit Zusatz 96

Dieser Zusatz kam auch 2013 hinzu. Es ist keine extra Führer­schein­klasse, sondern eine Erwei­terung. Sie kann relativ einfach erworben werden und benötigt keine theore­tische Prüfung. Sie erlaubt es, eine Gesamt­masse von Zugfahrzeug + Anhänger bis 4250 kg zu bewegen. Auch hier gelten die Maximal­ge­wichte aus dem Fahrzeug­schein und die maximale Anhän­g­erlast.

Klasse BE

Wohnwagen

Diese Klasse ist eine Erwei­terung von B, um auch Gespanne über 3500 kg Gesamt­ge­wicht bewegen zu dürfen. Der Anhänger darf aber maximal 3,5 t wiegen, und das Zugfahrzeug logischer­weise auch. Daraus ergibt sich, dass die Kombi­nation höchstens 7000 kg wiegen darf. Die Klasse BE könnte man als den Wohnwagen Führer­schein bezeichnen, mit dem so ziemlich alles gezogen werden kann. Natürlich ist es auch erlaubt mit dieser Fahrerlaubnis einen Anhänger mit seinem Wohnmobil zu ziehen, sofern man innerhalb der Gewichts­be­schrän­kungen bleibt.

Klasse C1

Wohnmobil Führerschein C1, Wohnmobil

Diese Klasse erlaubt die Führung von mehrspu­rigen Kraft­fahr­zeugen bis zu einem maximalen Gewicht von 7,5 Tonnen. Diese Lizenz ist quasi der Wohnmobil Führer­schein für Reise­mo­bi­listen, die jenseits der magischen 3500 kg Grenze Reisen möchten. Ist man im Besitz der BE-Klasse darf man theore­tisch auch einen Anhänger ziehen, der max. 3,5 t hat. Aller­dings macht einem die max. 7000 kg Begrenzung des BE einen Strich durch die Rechnung. Mit einem 4,5-t-Reisemobil geht logischer­weise nur ein Anhänger bis max. 2500 kg.

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Klasse C1E

Wer jetzt mit seinem schwer­ge­wich­tigem Wohnmobil einen Anhänger ziehen möchte, der ebenfalls über 3,5 t auf die Waage bringt oder die 7000 kg Gesamt­ge­wicht überschreitet (sofern er den BE besitzt), kommt am C1E nicht vorbei. Dieser Zusatz­füh­rer­schein erlaubt es einen Anhänger, der schwerer als 3,5 t ist,  in Kombi­nation mit einem Wohnmobil über 3500 kg zu ziehen. Die Grenze ist bei 12000 kg des Gespanns erreicht.

Klasse C

Jetzt kommen wir zum Lkw-Führer­schein. Er erlaubt es, Wohnmobile jenseits der 7,5 Tonnen zu bewegen. Gerade manche Expedi­ti­ons­mobile oder große Dickschiffe machen diesen Führer­schein nötig.

Klasse CE

Größer geht bekanntlich immer und wer jetzt an sein Dickschiff noch einen Anhänger koppeln möchte, braucht diesen Schein unbedingt. Aber ich glaube, jetzt dürfte jeder einen Überblick über die einzelnen Führer­schein­klassen haben.

Eine Anmerkung meiner­seits: Wenn man seinen alten “Dreier” umschreiben lässt, bekommt man auch diese CE Klasse einge­tragen (mit einer Einschränkung). Der Sattel­schlepper darf maximal 7,5 Tonnen und in Kombi­nation mit dem Auflieger nur 3 Achsen haben. Auch das Gesamt­ge­wicht ist auf 12000 kg beschränkt. Das Ganze ist ein bisschen diffus und hat mit dem Bestands­schutz zu tun. Fakt ist aber, ich darf nach der Umschreibung mehr fahren, als vorher. Irgendwie ist das alles verrückt.

Geset­zes­än­de­rungen und Gültigkeit?

Geht es nur um die Klasse B, BE oder B96, gibt es kein Ablauf­datum, was die Fahrerlaubnis betrifft, lt. neuer Gesetze läuft aber das Dokument nach 15 Jahren aus.

Anders sieht es bei den Lkw-Klassen aus. Beim C und CE Führer­schein war der Führer­schein schon immer auf 5 Jahre befristet und muss nach Vorlage einer Eignungs­un­ter­su­chung verlängert werden. Der Führer­schein C1/C1E war bis zum fünfzigsten Lebensjahr beschränkt und konnte nach einem Gesund­heits­check verlängert werden.

Aber dank einer Neure­gelung, die im 28. Dezember 2016 in Kraft getreten ist, wurden auch der Klein-Lkw-Schein auf 5 Jahre befristet. Das heißt, wer jetzt seinen C1/C1E machen möchte, bekommt ihn nur noch für 5 Jahre. Und nachdem das noch nicht genug ist, gilt das Ganze auch rückwirkend bis zum 19. Januar 2013. Wer also seinen Führer­schein nach dem 19. Januar gemacht hat, fällt unter die 5-Jahres-Frist. Die Frist, welche den Erhalt der Fahrerlaubnis bis zum Erreichen des fünfzigsten Lebens­jahrs gewähr­leistet hätte, ist nichtig. Der Führer­schein­in­haber ist angehalten, die Daten bei seiner Führer­schein­stelle ändern zu lassen. Im Übrigen wurde die Geset­zes­än­derung am 28. Dezember 2016 beschlossen. “Ein Schelm, der Böses dabei denkt.”

Bestands­schutz

Wer seinen C1 oder C1E Führer­schein nach dem 31. Dezember 1998 und vor dem 19. Januar 2013 gemacht hat, behält seine Fahrerlaubnis, dank Bestands­schutz, bis zum Erreichen des fünfzigsten Lebens­jahrs.

Wer seinen Führer­schein vor dem 31. Dezember 1998 gemacht hat, bekommt gar keine Fristen auferlegt. Manchmal ist es doch gut, schon so “alt” zu sein. 🙂

Der passende Wohnwagen / Wohnmobil Führer­schein

Wer bis 3,5 Tonnen unterwegs ist, hat bereits den passenden Wohnmobil Führer­schein in der Tasche. Du willst noch einen Anhänger ziehen? Dann benötigst Du den BE. Wer mit über 3,5 Tonnen unterwegs sein möchte, benötigt mindestens den C1, wobei man sich überlegen sollte, ob der C mehr Sinn macht. Der 5-Jahres­re­gelung sei Dank. So viel Preis­un­ter­schied dürfte da nicht sein.

Gehörst du zu den Wohnwagen-Liebhabern, bist Du mit dem B alleine schon sehr gut aufge­stellt, außer Du möchtest mit deinem Kasten­wagen einen 2 Achser ziehen, dann lohnt sich für dich der BE. Und vielleicht reicht auch der B96, wobei diese Erwei­terung auch nicht umsonst ist. Für ein paar Hundert Euro mehr ist der BE auch zu bekommen.

Hier findest du noch die Geset­zes­än­de­rungen.

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