Wo und wie lange darf ich mein Wohn­mo­bil parken?

Wohnmobil parken, StVO

Die Frage, wo man sein Wohn­mo­bil parken darf, sorgt immer wieder für Verwir­rung. Wenn man nicht gera­de auf Reisen ist, muss der Camper ja irgend­wo abge­stellt werden. Doch wo darf man sein Wohn­mo­bil hinstel­len und wie lange? Auch das Abstel­len in Wohn­ge­bie­ten wirft oft Fragen auf. Wir zeigen dir, wo du dein Reise­mo­bil abstel­len darfst und ob du, wenn du gera­de durch Deutsch­land reist, darin auch über­nach­ten kannst.

Wohn­mo­bil parken, wo ist es erlaubt?

Grund­sätz­lich darf man sein Wohn­mo­bil unbe­grenzt lange auf Park­plät­zen und öffent­li­chen Stra­ßen abstel­len, solan­ge es nicht durch ein Schild verbo­ten ist. Die einzi­gen Voraus­set­zun­gen dafür:

  • Das Wohn­mo­bil hat weni­ger als 7,5 Tonnen.
  • Es ist zuge­las­sen.

Dann braucht man sich keine Sorgen machen und kann es ganz normal hinstel­len. Wenn das Gefährt jetzt aller­dings über 7,5 Tonnen wiegt, dann sieht die Rechts­la­ge schon anders aus. Laut StVO ist das länge­re stehen­blei­ben dann von 22 bis 6 Uhr und an Sonn- und Feier­ta­gen in geschlos­se­nen Ortschaf­ten, in Erho­lungs- und Wohn­ge­bie­ten nicht erlaubt.

Aller­dings kann es auch sein, dass die Stadt oder Gemein­de geson­der­te Bedin­gun­gen für das Abstel­len von Wohn­mo­bi­len erlas­sen hat. Da soll­test du dich vorher unbe­dingt infor­mie­ren.

Soll­test du Saison­kenn­zei­chen haben, dann darauf achten, dass das Wohn­mo­bil dann außer­halb des auf dem Verkehrs­zei­chen ange­ge­be­nen Nutzungs­zeit­raums als nicht ange­mel­det gilt und dementspre­chend nicht im öffent­li­chen Raum dauer­haft geparkt werden darf.

Den Camper im Wohn­ge­biet parken

Wenn dein Wohn­mo­bil bis 7,49 Tonnen wiegt, dann gibt es keine Einschrän­kun­gen für das Parken im Wohn­ge­biet. Aller­dings gibt es auch hier­zu Rege­lun­gen in der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung. Wich­tig ist, dass man keine Behin­de­rung darstellt und beispiels­wei­se auch keine Verkehrs­zei­chen verdeckt, was allein durch die Größe des Reise­mo­bils durch­aus passie­ren kann.

Auch bei Gehwe­gen muss man aufpas­sen. Nur Fahr­zeu­ge mit einem Gewicht bis zu 2,8 Tonnen dürfen, wenn es durch ein Schild expli­zit erlaubt ist, halb­sei­tig auf dem Gehsteig abge­stellt werden.


Wild­cam­pen — parken und schla­fen im Wohn­mo­bil

Das Wild­cam­pen im Wohn­mo­bil ist in Deutsch­land grund­sätz­lich nicht erlaubt. Aller­dings gibt es eine Sonder­re­ge­lung, die das Wieder­her­stel­len der Fahr­tüch­tig­keit als Grund aner­kennt, um eine Nacht im Wohn­mo­bil zu verbrin­gen. Dabei darf man dann auch am Stra­ßen­rand Halt machen, wenn man nieman­den behin­dert. Aller­dings heißt es ledig­lich das Fahr­zeug abstel­len und darin näch­ti­gen. Das Ausfah­ren der Marki­se oder das Raus­stel­len von Camping­stüh­len ist nicht gestat­tet. Wenn du nähe­re Infos zum Thema Wild­cam­pen finden möch­test, dann ist unser Frei stehen Beitrag sicher­lich hilf­reich.

Zur Wieder­her­stel­lung der Fahr­tüch­tig­keit geht man von einem Zeit­rah­men von bis zu 10 Stun­den aus. Alles darüber ist dann schon wieder Wild­cam­ping.

Über­nach­ten an Auto­bahn­rast­stät­ten

Wenn du auf dem Weg in den Urlaub bist, dann ist bei langen Stre­cken oft eine Schlaf­pau­se nötig. Auto­bahn­rast­stät­ten bieten sich dafür an. Aller­dings gibt es meis­tens keine extra für Wohn­mo­bi­le ausge­wie­se­nen Park­plät­ze. Wer einen Camper mit mehr als 7,5 t hat, der darf rein theo­re­tisch auf den Lkw Park­plät­zen stehen.

Tipp: Lkw Fahrer haben fest­ge­leg­te Lenk- und Ruhe­zei­ten. Die Park­plät­ze an den Auto­bah­nen sind eh schon knapp und so möch­ten wir darauf hinwei­sen, dass man die Auto­bahn aus Rück­sicht­nah­me auf die Berufs­kraft­fah­rer besser verlas­sen und sich dort einen Platz für die Nacht aussu­chen soll­te.

Wich­tig zu beach­ten sind gene­rell die Zusatz­schil­der, die unter den Park­platz­schil­dern ange­bracht sind. Diese zeigen eindeu­tig, wo man stehen­blei­ben darf. Ist beispiels­wei­se ein Pkw unter dem Park­platz­schild, dann ist das Abstel­len nur für Pkws erlaubt und für Wohn­mo­bi­le und Lkws verbo­ten. Aller­dings gibt es natür­lich auch spezi­el­le Wohn­mo­bil Park­plät­ze. Doch danach muss man an Auto­bah­nen oft noch suchen.

Allei­ne aufgrund der erhöh­ten Krimi­na­li­tät und Geräusch­ku­lis­se an Auto­bah­nen gibt es wesent­lich komfor­ta­ble­re Orte, wo man sein Wohn­mo­bil parken kann. Deswe­gen empfeh­len wir das Abfah­ren und Suchen eines Über­nach­tungs­plat­zes ein wenig abseits der Schnell­stra­ße.


StVO Rege­lun­gen

Im Allge­mei­nen sind die gesetz­li­chen Bestim­mun­gen beim Parken in der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (StVO) gere­gelt. Wer sich die gesetz­li­chen Rege­lun­gen durch­le­sen möch­te, kann das hier tun.

Geset­zes­text StVO

§ 12 Abs. 1 — 6 StVO

 (1) Das Halten ist unzu­läs­sig
  1. 1. an engen und an unüber­sicht­li­chen Stra­ßen­stel­len,
  2. 2. im Bereich von schar­fen Kurven,
  3. 3. auf Einfä­de­lungs­strei­fen und auf Ausfä­de­lungs­strei­fen,
  4. 4. auf Bahn­über­gän­gen,
  5. 5. vor und in amtlich gekenn­zeich­ne­ten Feuer­wehr­zu­fahr­ten.

(2) Wer sein Fahr­zeug verlässt oder länger als drei Minu­ten hält, der parkt.

(3) Das Parken ist unzu­läs­sig

  1. 1. vor und hinter Kreu­zun­gen und Einmün­dun­gen bis zu je 5 m von den Schnitt­punk­ten der Fahr­bahn­kan­ten,
  2. 2. wenn es die Benut­zung gekenn­zeich­ne­ter Park­flä­chen verhin­dert,
  3. 3. vor Grund­stück­sein- und -ausfahr­ten, auf schma­len Fahr­bah­nen auch ihnen gegen­über,
  4. 4. über Schacht­de­ckeln und ande­ren Verschlüs­sen, wo durch Zeichen 315 oder eine Park­flä­chen­mar­kie­rung (Anla­ge 2 laufen­de Nummer 74) das Parken auf Gehwe­gen erlaubt ist,
  5. 5. vor Bord­stein­ab­sen­kun­gen.

(3a) 1Mit Kraft­fahr­zeu­gen mit einem zuläs­si­gen Gesamt­ge­wicht über 7,5 t sowie mit Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern über 2 t zuläs­si­ges Gesamt­ge­wicht ist inner­halb geschlos­se­ner Ortschaf­ten

  1. 1. in reinen und allge­mei­nen Wohn­ge­bie­ten,
  2. 2. in Sonder­ge­bie­ten, die der Erho­lung dienen,
  3. 3. in Kurge­bie­ten und
  4. 4. in Klinik­ge­bie­ten

das regel­mä­ßi­ge Parken in der Zeit von 22.00 bis 06.00 Uhr sowie an Sonn- und Feier­ta­gen unzu­läs­sig. 2Das gilt nicht auf entspre­chend gekenn­zeich­ne­ten Park­plät­zen sowie für das Parken von Lini­en­om­ni­bus­sen an Endhal­te­stel­len.

(3b) 1Mit Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern ohne Zugfahr­zeug darf nicht länger als zwei Wochen geparkt werden. 2Das gilt nicht auf entspre­chend gekenn­zeich­ne­ten Park­plät­zen.

(4) 1Zum Parken ist der rech­te Seiten­strei­fen dazu gehö­ren auch entlang der Fahr­bahn ange­leg­te Park­strei­fen, zu benut­zen, wenn er dazu ausrei­chend befes­tigt ist, sonst ist an den rech­ten Fahr­bahn­rand heran­zu­fah­ren. 2Das gilt in der Regel auch für den, der nur halten will; jeden­falls muss auch er dazu auf der rech­ten Fahr­bahn­sei­te rechts blei­ben. 3Taxen dürfen, wenn die Verkehrs­la­ge es zulässt, neben ande­ren Fahr­zeu­gen, die auf dem Seiten­strei­fen oder am rech­ten Fahr­bahn­rand halten oder parken, Fahr­gäs­te ein- oder ausstei­gen lassen. 4Soweit auf der rech­ten Seite Schie­nen liegen sowie in Einbahn­stra­ßen (Zeichen 220) darf links gehal­ten und geparkt werden. 5Im Fahr­raum von Schie­nen­fahr­zeu­gen darf nicht gehal­ten werden.

(4a) Ist das Parken auf dem Gehweg erlaubt, so ist hier­zu nur der rech­te Gehweg, in Einbahn­stra­ßen der rech­te oder linke Gehweg zu benut­zen.

(4b) (wegge­fal­len)

(5) 1An einer Park­lü­cke hat Vorrang, wer sie zuerst unmit­tel­bar erreicht; der Vorrang bleibt erhal­ten, wenn der Berech­tig­te an der Park­lü­cke vorbei­fährt, um rück­wärts einzu­par­ken oder wenn er sonst zusätz­li­che Fahr­be­we­gun­gen ausführt, um in die Park­lü­cke einzu­fah­ren. 2Satz 1 gilt entspre­chend für Fahr­zeug­füh­rer, die an einer frei­wer­den­den Park­lü­cke warten.

(6) Es ist platz­spa­rend zu parken; das gilt in der Regel auch für das Halten.

Diese allge­mein gülti­gen Rege­lun­gen soll­ten auch beim Parken des Wohn­mo­bils unbe­dingt beach­tet werden.


Zusam­men­fas­sung

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass Wohn­mo­bi­le, bis zu einem gewis­sen Gewicht, beim Parken wie Pkws behan­delt werden. Dort, wo man nieman­den behin­dert oder keine wich­ti­gen Verkehrs­zei­chen o. ä. verdeckt, kann man sein Wohn­mo­bil parken. Es gibt keine zeit­li­chen Einschrän­kun­gen, wie beispiels­wei­se bei Wohn­wa­gen, die maxi­mal für zwei Wochen geparkt werden dürfen.

Soll­te sich ein Anwoh­ner an deinem Wohn­mo­bil stören, lohnt es sich aller­dings immer das Gespräch zu suchen. Oftmals lassen sich klei­ne­re Strei­tig­kei­ten dadurch ohne großes Tamtam beile­gen.

Wenn du auf Reisen bist, dann versu­che Wohn­mo­bil Park­plät­ze zu finden. Soll­te es keine geben, dann einfach darauf achten, ob die Plät­ze durch diver­se Verkehrs­zei­chen das Parken dort einschrän­ken.

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