Mit dem Wohn­mo­bil bis Süd­afri­ka – aus der Traum?

wohnmobil, suedafrika

Wie ihr wisst, ist es unser großer Traum mit dem Wohnmobil bis Südafrika zu fahren. Gerade erst hatten wir begonnen ihn zu träumen. Doch es gibt schlechte Nachrichten.

Ausgangssituation

Wir wussten von Anfang an, dass die Lage in manchen Ländern nicht gerade zum Roadtrip einlädt. Allerdings war die Westroute bis auf ein paar ganz kleine Ausnahmen, wie Nigeria, „problemlos“ machbar. Keines der Länder hatte in den Bereichen, in denen wir fahren wollten, gravierende Sicherheitsprobleme, sodass eine Reise mit dem Wohnmobil nicht möglich gewesen wäre.

Klar, manche Länder hatten nördlich unserer Route durchaus Probleme, allerdings keine, die uns auf unserer Reise nach Südafrika unmittelbar betroffen hätten.

Zwischenstand

Schon während unseres Aufenthalts in Marokko haben wir immer wieder die aktuellen Nachrichten der einzelnen Länder verfolgt und uns auch bestmöglich über die aktuellen Sicherheitslagen informiert. Anfangs gab es keine großen Änderungen und so waren wir guter Dinge, dass wir nun bald unseren Traum wahr werden lassen können und mit dem Wohnmobil bis Südafrika reisen werden.

Doch gerade in den letzten 4 Wochen änderten sich die Nachrichten schlagartig. Immer mehr Länder wurden kritisch und so hatten wir durchaus schon ein etwas mulmiges Gefühl. Allerdings sagten wir uns selbst da noch, dass wir trotzdem nach Südafrika fahren werden. Doch das änderte sich schon bald.

Mit dem Wohnmobil nach Südafrika – aus der Traum

In den letzten zwei Wochen haben wir viel gegrübelt und uns viele Gedanken gemacht. Die Nächte wurden unruhiger und die Gedanken immer besorgter. Kurz bevor wir dann in die Westsahara, nach Layounne, gefahren sind kam dann die schlechteste aller Nachrichten.

Aus 1. Hand bekamen wir die Warnung von einem guten Freund. Er weiß wohl mehr, als viele andere und gerade deshalb ist uns seine Nachricht so wichtig gewesen. Er hat unser Vorhaben bisher nie 100%ig gut geheißen, aber auch nicht versucht uns davon abzuhalten. Es gab ja auch noch keinen triftigen Grund, als wir Deutschland verließen.

Er warnte uns jetzt allerdings eindringlich, dass unsere Route keineswegs mehr sicher sei. Er teilte uns mit, dass die Situation immer kritischer wird und sich das Ganze auszudehnen scheint. Die Gefahr von Anschlägen und Entführungen ist enorm gestiegen. Er sagte uns eindringlich, dass die Situation im Moment eine andere ist, als noch vor ein paar Monaten. Und seine Informationen führten nach einigen schlaflosen Nächten letztendlich dazu, dass wir uns entschieden haben, unsere Reise mit dem Wohnmobil erstmal auf Eis zu legen.

Elefant, Fantasy

Mit dem Kopf durch die Wand

Eigentlich bin vor allen Dingen ich eher der Typ, der für seine Träume gerne mit dem Kopf durch die Wand geht. Doch diesmal ist es anders. Ich habe mir auch nach dieser Nachricht noch öfter gedacht, ach das wird schon irgendwie gut gehen. Wenn wir durch den kritischen Teil erstmal durch sind, dann ist ja alles gut. Doch wenn man den Verstand dann einschaltet, fragt man sich, ob man eigentlich total bekloppt ist.

Aktuell steigt die Gefahr, dass einem auf seiner Reise etwas passiert, immens. Dementsprechend ist es total bescheuert einfach weiterzumachen und die Zeichen zu ignorieren. Klar, es kann sein das wir Glück haben und alles gut gehen würde, doch das Risiko ist aktuell nicht kalkulierbar und uns damit zu groß.

So weh es auch tut und so schwer es auch fällt. Südafrika läuft uns nicht weg und auch unser Wohnmobil wird in einigen Monaten noch da sein. Deswegen ist es nicht das grundsätzliche Aus für unseren Traum, er ist einfach nur erstmal auf Eis gelegt.

Zusammenfassend kann man sagen ..

.. alles in allem ist es nun leider wie es ist. Wir hatten uns tierisch auf diese Reise mit unserem Wohnmobil nach Südafrika gefreut. Doch nun heißt es, vernünftig sein, klar im Kopf werden und ohne Gefühle und Wünsche entscheiden. Es ist keinem geholfen, wenn wir diese Reise nicht überleben oder uns irgendwas passiert. Dementsprechend werden wir die Situation nun beobachten und sehen, wie sich das Ganze wirklich entwickelt. Genau wissen kann es keiner, denn es sind alles Spekulationen, die man aufgrund gewisser Entwicklungen anstellt.

Wie geht’s dann jetzt weiter?

Im Moment sind wir ehrlich gesagt ziemlich planlos. In Layounne haben wir kehrt gemacht und befinden uns aktuell, wegen ablaufender Visa, auf dem Weg nach Ceuta. Von dort aus werden wir wieder nach Spanien verschiffen und uns dann vermutlich auf den Weg nach Portugal machen. Dort müssen wir erstmal „ankommen“ und uns mit der neuen Situation arrangieren. Und dann ist es irgendwann Zeit sich Gedanken zu machen, was wir diesen Sommer noch machen werden. Genauere Pläne gibt es deswegen noch nicht, doch ihr werdet ja sehen, wie es weiter geht.

UPDATE 03.05.2017

Mittlerweile sind alle Informationen, die wir als vertraulich erhalten haben, auch beim Auswärtigen Amt nachzulesen. Deswegen empfehlen wir einfach, informiere dich dort und entscheide dann für dich, was du mit diesen Infos machst. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und sollte ebenso handeln.
Die Entscheidung ist mittlerweile fast 2 Monate her und dementsprechend werden wir uns nicht mehr dafür rechtfertigen o.ä. Aus aktuellem Anlass weisen wir auch darauf hin, das wir beleidigende oder unverschämte Kommentare unter diesem Beitrag kommentarlos löschen werden. Wir wünschen jedem,  der diese Strecke fährt, eine tolle Reise ohne außergewöhnliche Vorkommnisse.

Du hast Lust auf weitere Erlebnisse aus unserem Reisetagebuch? Dann empfehlen wir dir, einen Blick in unsere Wohnmobil Reiseberichte zu werfen.

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88 Kommentare

  • Hallo Sterey,

    Ich wäre allen­falls inter­es­siert mit dir nach Ghana zu fahren. Hast du schon ein Start­da­tum?

    Grüsse

  • Lieber Frank,
    wenn du dein Geld nur für Bericht­erstat­tung aus Kri­sen­ge­bie­ten aus­ge­ben willst, kannst du das gerne tun. Aber lass uns ande­ren bitte unsere Vor­lie­ben. Wir geben unser Geld auch gerne für Rat­ge­ber, Unter­hal­tung und andere schöne Dinge aus (z.B. Hun­de­ge­schich­ten vom Strand). Und im Übri­gen bin ich mir ziem­lich sicher, dass es im Web mehr als eine Person gibt, die sich für Bade­ur­laub in Hur­gha­da inter­es­siert.
    LG
    Sibyl­le

  • Hey ihr Lieben,
    vielen Dank für euren Kom­men­tar. Wir wün­schen euch jetzt schon mal eine tolle und vor allen Dingen siche­re Reise. Bei uns hat sich in der Zwi­schen­zeit so viel getan, dass diese Pla­nung nach wie vor auf Eis liegt. Sind aber ganz gespannt auf eure Erfah­run­gen und Erleb­nis­se. 🙂 Wenn ihr die irgend­wo ver­öf­fent­licht, gebt Bescheid. 🙂
    VG Robby

  • Hallo ihr zwei,

    sehr schade das ihr eure Route abbre­chen muss­tet, aber ich denke ihr hattet auch eine schöne Zeit in Marok­ko und Por­tu­gal 🙂
    Ist euer Traum noch aktu­ell?
    Wir fahren ende Okto­ber los, über Marok­ko die West­küs­te ent­lang bis nach Süd­afri­ka und etwas im Osten wieder hoch 🙂
    Wir haben auch sehr mit uns geha­dert doch wir haben auch mit sehr vielen Leuten gespro­chen die gerade dort unter­wegs sind und alle haben uns nur bestä­tigt.
    Natür­lich werden wir von unter­wegs Infor­ma­tio­nen ein­ho­len und uns mit den Off­roa­dern tref­fen bzw in Kon­takt blei­ben was geht und was nicht.

    Ich hoffe ihr habt eueren Traum noch nicht aus den Augen ver­lo­ren 🙂
    Evtl habt ihr ja sogar Lust uns ein Stück zu beglei­ten falls ihr auch im Herbst star­tet 🙂

    Liebe grüße Pia & Andi

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