Tour Atlas Marokko

Von Demnate durchs „Tal der Glück­lichen“ nach Bin El Ouidane

Für uns geht es in die faszi­nie­rende Bergwelt Marokkos. Östlich von Marra­kesch fahren wir von Demnate nach Tabant, denn unser Ziel ist das Ait Bouguemez Tal. Dort besuchen wir eine ganz außer­ge­wöhn­liche, marok­ka­nische Schule, bevor wir uns vorbei an der steinernen Cathe­drale nach Bin El Ouidane aufmachen. Hier erwarten dich nun atembe­rau­bende Bergpan­oramen, Höhen über 3000 Meter und gleich­zeitig auch ein Abschied.

Witzige Zufälle

Als wir Essaouira verlassen ist es bereits 18 Uhr. Nicht mehr lange und es wird dunkel. Da wir auf Anhieb nichts finden, bedienen wir uns der bekannten Schlaf­platz-Freiparker-App und finden doch tatsächlich ein Plätzchen in der Nähe.

Dass dieser von unseren Mitrei­senden Annette und Benedikt (Ihr erinnert euch an die Wüsten­rallye durch Erg Chegaga?) einge­tragen wurde, fanden wir zudem einen witzigen Zufall.

Als wir ankommen, ist auf der Straße zwar eine Baustelle einge­richtet, doch die stört uns nicht weiter. Nach einer ruhigen Nacht starten wir am nächsten Morgen Richtung Marra­kesch. Dort ist dringend Wäsche Waschen angesagt, bevor es uns dann am Tag darauf in die Berge verschlägt.

Offroad durch Marokkos Bergwelt

Vor uns liegen 190 km bis wir unser Ziel, den Campus Vivant’e in Tabant, erreichen. Doch das wird nicht das einzige Highlight auf unserer Tour sein, wie wir sehr bald feststellen werden. Von Marra­kesch aus folgen wir der R210 Richtung Demnate. Das ist der letzte Ort, an dem wir uns noch vernünftig mit allem Nötigen eindecken können, was wir auch tun. Hier hat es sogar frisch frittierte Chips am Straßenrand – wir können nicht anders und kaufen eine Tüte. Zu dritt haben wir die auch schneller gegessen, als wir schauen können.

Hinweis! Falls jemand auf die Idee kommt, diese Tour nachzu­fahren, dann folgendes beachten:
  • Auf keinen Fall mit einem Fahrzeug, welches größer ist als unseres, fahren. Da gibt es kein Durch­kommen.
  • Unbedingt auf das Wetter achten. Bei schlechtem Wetter können schnell mal ganze Straßen wegge­spült werden.
  • Vorher tanken, es gibt keine Tankstelle unterwegs.
  • Mindestens benötigte Boden­freiheit ist die eines Bremers, mehr ist besser. Allrad wird nicht gebraucht.

Kurz nach unserer Einkaufstour erwartet uns auch schon nach einigen Fahrki­lo­metern das erste Highlight.

Imi-n-Ifri – die Natur­brücke bei Demnate

So parken wir die Fahrzeuge nach der kurzen Anfahrt neben der Straße im Schatten, packen die Hunde ein und gehen auf die andere Seite. Von hier oben hat man schon einen tollen Blick auf die kleinen Wasser­stellen.

Naturbrücke Imi-n-Ifri

Über uns kreisen unzählig viele Vögel und wir scheinen Glück zu haben, außer uns, ein paar Polizisten und Männern, die auf den Bus zu warten scheinen, ist niemand hier.

Imi-n-Ifri Naturbrücke Vögel

Mit den Hunden laufen wir die großen Stein­stufen nach unten, während uns die Sonne von oben brutzelt. Das Wetter ist einfach klasse und der Blick von unten noch viel beein­dru­ckender, als wir es hätten vermuten können.

Naturbrücke Imi-n-Ifri Marokko

Imi-n-Ifri Wasserfall

Wir lassen die Hunde spielen und sehen uns ein wenig um, bevor wir die vielen Stufen wieder nach oben steigen.

Treppe Imi-n-Ifri

Nach der Hälfte gibt es neben dem Weg eine kleine Orangensaft-Bar. Wir gönnen uns einen frisch gepressten O-Saft, bevor wir die letzten Meter zurück zum Auto laufen.

Orangensaft Imi-n-Ifri

Die Straße endet entlang der R302

Hier führt die R302 in Richtung Berge. Das ist genau die Straße, die wir nehmen müssen. Sie ist anfangs ziemlich schmal und wird dann immer mehr zur Piste.

Wieder und wieder müssen wir Bilder von der atembe­rau­benden Landschaft machen, die sich immer mehr verändert. Auch der ein oder anderen Schild­kröte kann Debbi über die Straße helfen. Aller­dings muss sie sich von den kleinen gepan­zerten Tierchen anmotzen lassen. Die Vermutung liegt nahe, dass es der Dame oder dem Herrn nicht so recht war, über die Straße gebracht zu werden. „Wie man’s macht … aber egal.“

Teerstraße Bergtour

Je weiter wir in die Bergwelt Marokkos vordringen, umso weiter scheinen wir auch in der Zeit zurück­zu­reisen. Nicht nur, dass die Dörfer und Straßen kleiner und schmaler werden, auch die Verhält­nisse, in denen die Menschen hier leben, werden wesentlich einfacher.

Wir fühlen uns fast wie in eine andere Zeit versetzt und die manchmal ziemlich tief hängenden Strom­lei­tungen und schmalen Wege zwischen den Häusern bringen uns ab und an ins Schwitzen.

Bergdorf Marokko eng

Wenn plötzlich der Rückweg versperrt ist

Zufällig entdecken wir etwa 25 km vor unserem eigent­lichen Ziel eine Piste, die hinter die umlie­genden Hügel führt. Da wir alle ziemlich müde und geschafft sind, entscheiden wir uns für ein Mittags­schläfchen. Der Unter­grund ist zwar etwas weich, aber über das Rausfahren machen wir uns dann Gedanken, wenn es so weit ist. Haupt­sache wir stehen gerade – und das ist der Fall.

Schlafplatz Baustelle

Nach einer Gassirunde schlafen wir uns alle ordentlich aus und bleiben auch noch die Nacht und den darauf­fol­genden Tag. Doch als wir zurück auf unsere Straße fahren wollen kommt die Überra­schung. Wir kommen zwar ohne Probleme aus unserer Parkpo­sition, aber auf dem Rückweg fahren wir am Bagger der Baustelle vorbei und plötzlich steht Debbi mit ihrem Bremer vor einem hohen Absatz.

Straße Absatz Baustelle

Da haben sie doch tatsächlich die Straße wegge­graben, auf der wir hinter die Hügel gefahren sind.

Vielleicht hat der Bauar­beiter, der jeden Tag mehrmals an uns vorbei­ge­fahren ist, deswegen immer so gegrinst – man weiß es nicht.

Doch innerhalb kürzester Zeit ist ein Bauar­beiter zur Stelle. Debbi holt ihre Schaufel aus dem Auto, um den hohen Absatz etwas abzuflachen, aber das geht natürlich nicht. So was ist Männer­arbeit und so dürfen die Damen nur zusehen.

Bauarbeiter Schaufel

Beim ersten Versuch, diesen Absatz zu überwinden, setzt der Bremer auf dem Diffe­rential auf und steckt fest.

Absatz Straße stecken

Ein kurzer Ruck nach hinten von Fanti und er ist wieder frei. Die Rampe wird noch mal etwas optimiert und dann kommt Debbi auch schon ohne Probleme zurück auf die Straße.

Sowas passiert einem wohl auch nur in Marokko oder?

 

Wir erreichen das Tal der Glück­lichen

Am Nachmittag erreichen wir dann auch schon unser Ziel – die Ecole Vivant’e in Tabant.

Ait Bouguemez Tabant

Debbi war bereits vor einiger Zeit schon mal hier und wir sind unheimlich neugierig, was uns erwartet. Schon bei unserer Ankunft wuseln einige der Schul­kinder um uns herum und wir werden herzlich begrüßt.

Ecole Vivante Tabant

Da uns dieses Schul­projekt nachhaltig beein­druckt hat, wollen wir euch berichten, worum es dem Campus Vivant’e geht, was ihn so besonders macht und vor allen Dingen von klassi­schen, marok­ka­ni­schen Schulen unter­scheidet. Da es für einen Reise­be­richt zu viel wäre, gibt es die Infor­ma­tionen hier in unserem Beitrag zur Ecole Vivant’e.

Tal der Glücklichen

Als Dank für die Gastfreund­schaft, wir bleiben nämlich ein paar Tage, bieten wir unsere Kochkünste zum Ausgleich an, worüber das Team alles andere als traurig ist. Es gibt scharfes Curry mit Reis und auch wenn der große Topf so gar nicht heiß werden wollte, konnten wir später am Abend gemeinsam mit dem Team der Schule zu Abend essen.

Aufstieg zum Agadir Sidi Moussa

Der Sidi Moussa von Tabant ist ein Berg, auf dem sich ein Agadir befindet. Wer bei Agadir jetzt an die Stadt denkt, der liegt knapp daneben. Es bezeichnet nämlich auch Speicher- bzw. Lager­ge­bäude, die von außen aussehen wie kleine Burgen. Nähere Infor­ma­tionen hat Wikipedia parat.

Sidi Moussa Agadir

Der Aufstieg ist relativ steil und so müssen wir ein paar kleine Pausen einlegen, bevor wir den gigan­ti­schen Ausblick genießen können.

Von hier oben sieht man auch, warum das Ait Bouguemez auch das „Tal der Glück­lichen“ genannt wird. Ein kleiner Fluss, der hier fließt, hat das Land fruchtbar gemacht.

ait bouguemez tal

Runter geht es immer schneller als rauf und so kommen wir ziemlich geschafft unten an. Am Nachmittag bekommen wir noch eine geführte Tour durch den Campus und das Perma­kul­tur­projekt von Lukas und Joana, bevor wir den Abend gemeinsam mit ihnen und Debbi in unserem Dicken verbringen.

Am nächsten Morgen ist es für uns auch schon Zeit „Auf Wieder­sehen“ zu sagen. Der Wetter­be­richt kündigt jede Menge Regen an, was bei den Straßen­ver­hält­nissen dafür sorgen könnte, dass wir so schnell nicht wieder wegkommen. Deswegen entscheiden wir uns für einen verfrühten Abschied.

Von Tabant nach Bin El Ouidane

Bevor wir uns gänzlich von Tabant verab­schieden und das Ait Bouguemez Tal hinter uns lassen, versorgen wir uns im Dorf noch schnell mit dem Nötigsten.

Rauf auf 3000 m

Weiter geht es durch die mittel­al­terlich wirkenden Dörfchen, über schmale Wege und durch die unglaublich beein­dru­ckende Landschaft.

Bergtour Internet
Es sei erwähnt, dass es sogar auf dieser Höhe Internet hat.

Auf den Gipfeln der umlie­genden Berge liegt Schnee und auch die Tempe­ra­turen sinken noch mal merklich.

Ausblick Berge Schnee

An einem kleinen Rest von weißen Flocken auf dem Boden dürfen die Hunde aussteigen und sich total überrascht und von ihrer Freude überwältigt hinein­stürzen.

Für Farah übrigens ihr erstes Mal. Immer ganz besonders lustig anzusehen, wie ich finde.

Hunde Schnee

Nachdem unsere lieben Vierbeiner die Party haben steigen lassen, dürfen sie zurück ins Auto und sich ausruhen, während sich die Fahrer der Fahrzeuge konzen­triert die schmalen Straßen entlang der steilen Abhänge entlang schlängeln.

rauf auf 3000 m

Kurzer Badestopp

Nahe des Ortes Tifouina halten wir ein nächstes Mal an. Das Oued ist gut gefüllt, was für uns die ideale Gelegenheit ist, um unsere lieben Wasser­ratten dort ausgiebig planschen zu lassen.

Hunde baden

Da sind Emily, Jackson und Farah gleich mit dabei.

Farah taucht
Farah wird mal eine ganz große Perlen­tau­cherin.

Nach dem kurzen Badeausflug packen wir unsere nun ziemlich stinkenden Felltierchen wieder ins Auto.

Abenteu­er­liche Strecke

Und kurz nachdem wir losfahren wird es auch schon wieder ein wenig spannend.

Felswand Fluß Weg

Rechts von uns eine steile Felswand, links von uns der Fluss und in der Mitte wir, auf einem doch gerade noch passenden Weg.

Schmale Stelle Fluss Marokko

Es ist 16.15 Uhr, als wir diese Stelle passieren. Der Rest der Strecke führt wieder weiter bergauf und durch Wald und Bäume, eine Kurve links, eine rechts, dann geht es neben uns wieder steil den Abhang runter und da steht der Spiegel wieder fast an der Felswand an – wir haben Spaß, werden aber auch langsam müde.

Schlafplatz Aussicht Berge

So ist es 18 Uhr als wir unsere Fahrzeuge etwas abseits des Weges unterhalb von Bäumen abstellen, die Hunde Gassi führen und uns dann gemütlich ans Lager­feuer setzen.

Holz Lagerfeuer

Ich koche Nudeln für alle und wir gönnen uns ein kaltes Bierchen, bevor wir todmüde ins Bett fallen.

Berge Ausblick Marokko Atlas

Die steinerne „Cathe­drale“ von Imsfrane

Am nächsten Morgen geht es los. Wir sind ziemlich aufgeregt, denn heute steht ein weiteres Highlight auf dem Plan. Eine Gebirgs­for­mation, die aus den verschie­denen Perspek­tiven fast wie eine riesige Felska­the­drale wirkt.

Lusti­ger­weise erinnert diese Formation live tatsächlich an eine Kathe­drale, aber auf Fotos wirkt es gar nicht so.

steinerne Cathedral Imsfrane

Ein franzö­si­scher Koloni­sator soll dem Berg wohl den Namen Cathe­drale gegeben haben. Ob dem wirklich so ist, wissen wir nicht. Es gibt im Allge­meinen leider nicht wirklich viele Infor­ma­tionen zu diesem Ort, was ziemlich schade ist. Denn die steinerne Kathe­drale von Imsfrane ist wirklich ein unglaub­liches Highlight, welches man im Übrigen auch besteigen kann.

Sehen können wir sie von hier aus schon, aller­dings liegt noch ein ganzes Stückchen Weg vor uns. Na dann mal los.

Nun ist sie schon fast zum Greifen nah.

Cathedrale Imsfrane

Wir wollten auch, aber das Wetter spielte leider nicht mit. Deswegen wagten wir es nicht und mussten uns mit einem Spaziergang im Flussbett, am Fuße der imposanten Erscheinung, zufrie­den­geben.

Cathedrale Imsfrane Highlight

Unfrei­wil­liger Abschied

Nach der kurzen Pause heißt es: Weiter geht’s, denn das kleine Abenteuer ist noch nicht zu Ende. Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt aller­dings noch nicht. Unsere Highlights hatten wir besucht und freuten uns so langsam auch wieder auf etwas geteerte Straße, die schon bald kommen sollte, aber so genau wissen wir das nicht.

Überle­gungen noch eine Nacht in den Bergen zu verbringen lassen wir hinter uns, als der Himmel sich immer weiter verdunkelt und die aus Staub bestehende Piste uns in Kombi­nation mit Wasser Schlimmes erahnen lässt. So treibt uns das schlechte Wetter aus den Bergen. Doch Halt, warum sind hier eigentlich so viele Menschen auf der Piste?

Durch den Souk fahren? Kann man mal machen

Tatsächlich kommen uns plötzlich in regel­mä­ßigen Abständen immer wieder Menschen zu Fuß, auf Eseln, Mofas oder mit Pferden entgegen? Einen weiteren Moment drüber nachzu­denken wäre sicher hilfreich gewesen, wir haben blöder­weise drauf verzichtet.

piste tilouguite

So erreichen wir über eine staubige Piste Tilou­guite, die dann auch endlich zur Teerstraße wird. Wir freuen uns schon, dass wir ab jetzt schneller voran­kommen, als plötzlich immer mehr Fahrzeuge und Menschen vor uns auftauchen.

Ein Esel hier, ein Moped da, unzählig viele Menschen zu Fuß – hier ruft einer, da treibt einer Ziegen, da sind Pick Ups mit vielen Menschen darauf, die ihre Füße oben rausbaumeln lassen und wir plötzlich mittendrin im Souk. Von hinten werden wir durch nachfol­gende Fahrzeuge zum Vorwärts­fahren angehalten und vorne geht es immer irgendwie weiter.

Füße rein und alles auf die Seite …

Die Männer, die ihre Füße vor wenigen Sekunden noch grinsend und winkend aus dem Pick up hängen ließen, zogen diese ganz schnell ein, als wir kamen, denn es wurde eng. Und mit eng meine ich nicht das Eng, wo links und rechts noch mindestens zwei Hände reinge­passt hätten.

Langsam bugsierte Stefan unseren Lkw durch die Masse aus Menschen und vorbei an kleinen Flohmarkt­ständen, wo der ein oder andere seine Sachen auf die Seite räumen musste, da wir sonst die einzige Straße des Dorfes verstopft hätten. Fahrzeuge kommen entgegen, hier laufen Kinder vor uns über die Straße, da ist eine Katze, hier vorne ein Esels­karren und nebenbei wirst du noch gefragt, ob du im Restaurant nicht was essen willst.

Ich glaube, man muss das erlebt haben, um diese Reizüber­flutung nachfühlen zu können. Es dauert bestimmt 20 Minuten, doch dann haben wir es geschafft und sind aus dem Souk draußen. Debbi kam mit ihrem kleineren Bremer etwas besser durch und wartete bereits besorgt am Ende des Dorfes auf uns. Tilou­guite werden wir so schnell wohl nicht vergessen.

Bin El Ouidane Stausee

Unser Ziel für heute ist der Bin El Ouidane Stausee, der ein weiteres, aber auch letztes Highlight dieser unglaub­lichen Tour werden wird. Vor uns liegen 50 km auf geteerter, aber dafür einspu­riger Straße, die uns bei Gegen­verkehr immer wieder ins mal steinige oder erdige Bankett zwingt. Dementspre­chend lang brauchen wir für die vor uns liegende Strecke.

schlechtes Wetter Berge

Als wir den See dann plötzlich sehen können, sind wir sprachlos. Er ist einge­rahmt von Bergen und Hügeln, die allesamt aus roter Erde und teilweise saftigem Grün bestehen. Die Farben leuchten richtig, wenn die Sonne drauf scheint und geben auch bei schlechtem Wetter ein tolles Bild ab. Der türkis schim­mernde See und drumherum der rötliche Erdton – schöner hätte man es wohl auch nicht malen können.

Stausee Bin El Ouidane

Erholung am See

Wir halten noch eben in Ouaoui­zeght, das liegt eh auf dem Weg. Dort kaufen wir ein und besorgen alles, was wir für ein paar Tage am See brauchen. Diese Stadt werden wir noch ein weiteres Mal sehen, was anhand der hervor­ra­genden Patis­serie auch nicht schlimm ist. Denn am Bin El Ouidane Stausee bleiben wir noch ein wenig länger als nur ein paar Tage, obwohl das nicht geplant war.

Stausee rote Erde

Wir sind alle ziemlich geschafft von der vielen Fahrerei der letzten Zeit und entscheiden uns dafür mehr Zeit an einem Ort, also dem Stausee, zu verbringen. Außer einem Grill­abend, den wir aufgrund von Regen abbrechen mussten und einem trockenen Bachlauf, der sich durch den Regen plötzlich mit Wasser füllte, gibt es aus diesen ruhigen Tagen nicht viel zu berichten.

Sturzbach Bin El Ouidane

So blieb auch die Kamera die meiste Zeit aus. Obwohl die Schuhe mit ihren roten Lehmab­sätzen sicher sehr fotogen gewesen wären.

Das rote Zeug verwan­delte sich bei Kontakt mit Wasser in eine schmierige und klebrige Masse, der man kaum Herr wurde. Ihr könnt euch also vorstellen, wir hatten an so manchen Tagen richtig Spaß.

Camping Stausee Bin El Ouidane

Rückreise nach Europa

Und das sollte es dann auch schon fast gewesen sein mit unserer Tour durch Marokko 2018/2019. So fuhren wir über Beni Mellal Richtung Autobahn und mit Zwischen­stopp in Kenitra, wo wir die Nacht auf dem Camping­platz verbrachten, schnur­stracks zum Hafen nach Tanger Med. Hier trennten sich vorerst die Wege von uns und Debbi, da sie eine andere Fähre nehmen muss.

Mit der Fähre von Tanger Med nach Algeciras

Unsere Fährfahrt ist aber durchaus noch ein paar Worte der Erwähnung wert, denn das schlechte Wetter hatte uns ja schon seit Tagen fest im Griff. So sollte es auch am Tag unserer Überfahrt natürlich schön windig sein. Durch Zufall erfahren wir 10 Minuten, bevor wir den Hafen erreichen, dass die letzten drei Tage keine Schiffe gefahren sind, weil der Wind zu heftig war. Dementspre­chend hoch soll das aktuelle Aufkommen an Fahrzeugen sein.

Na da sind wir ja mal gespannt.

Die Abfer­tigung bei Polizei und Zoll, sowie die Röntgen­kon­trolle gingen ohne Wartezeit schnell und unkom­pli­ziert vonstatten. Auch die Spur für unser Schiff war nichtmal halb voll. Wir überlegten uns, noch ein kleines Nickerchen vor der Überfahrt zu machen, schließlich hatten wir noch gut zwei Stunden bis zur Abfahrt.

Gerade ins Bett gelegt, hörten wir plötzlich einen Lkw nach dem anderen an uns vorbei­fahren – ahhhhhh, unser Schiff ist da, kam es uns. Also so langsam wieder raus aus dem Bett, alles verräumen und zurück ins Fahrerhaus.

Eine Meerfahrt die ist lustig …

Nachdem wir unseren Fanti ausnahms­weise mal vorwärts aufs Schiff manövrieren durften, gingen wir nach oben an Deck. Dort merkten wir, dass das Schwanken im Hafen schon ganz ordentlich ist. Eigentlich wollten wir gerne draußen sein, doch da war alles nass. Drinnen war uns zu warm und so pendelten wir ständig hin und her.

Einige Zeit war vergangen, seit wir aufs Schiff durften und es tat sich nichts. Unsere Abreise war sicherlich schon 45 Minuten fällig, aber selbst die Luke war noch geöffnet. Das Schwanken im Hafen sorgte bei mir trotz entspre­chender Hilfs­mittel gegen Seekrankheit für leichtes Unbehagen.

Medizin kostet … auch wenns nur Schokolade ist

Eine Stunde nach angekün­digtem Abfahrt­termin war es dann endlich so weit, Leinen los und

Tschüss Marokko.

Die ersten 40 Minuten der Überfahrt waren schon ganz ordentlich. Es ging rauf und runter, das Schiff schwankte, dass wir uns beim Gehen festhalten mussten, um nicht einen anderen Passagier abzuräumen. Besser man setzte sich hin. Das taten wir auch, nachdem wir uns gegen die leichte Übelkeit eine Packung Merci Schokolade im Duty Free Shop für, ich glaube gut 5 Euro, gegönnt haben. Während wir ganz vorne direkt hinter der Scheibe saßen, genossen wir den ein oder anderen Schoko­riegel. Und wir erfreuten uns daran, dass der Seegang mit jedem Kilometer dem wir Spanien näher kamen, weniger wurde.

Wohlbe­halten und ohne weitere Vorkomm­nisse der unange­nehmen Art kamen wir im spani­schen Hafen von Algeciras an. Ohne Kontrolle wurden wir durch den Zoll gewunken und steuerten, wie wohl fast alle die aus Marokko kommen, einen großen Super­markt an. Debbi stieß später am Abend noch zu uns und wir verbrachten die letzten gemein­samen Stunden mitein­ander, denn von morgen ab sollten sich unsere Wege trennen. Für uns geht’s nach Portugal und für Debbi zurück in die Schweiz.

Rückreise Europa Portugal

Danke Debbi für diese coole Tour und eine unver­gess­liche Zeit. 😍

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Autor
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2 Kommentare

  • Na dann nichts wie los 🙂 Danke, diese Ecke von Marokko war auch unglaublich beein­dru­ckend, das können die Bilder gar nicht rüber­bringen. 😀 Denk an uns, wenn du da unterwegs bist. 🙂

  • Ich MUSS auch in das Tal der Glück­lichen!!
    Euer Bericht hört sich wieder super an und die Fotos sind einfach fantas­tisch.

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