Alpahão, Nisa und Ein­sam­keit im Wald

Alpahao Nisa

Es war an der Zeit unse­ren tollen Stell­platz bei Vila Fer­nan­do zu ver­las­sen und lang­sam Rich­tung Norden wei­ter­zu­fah­ren. Wir waren noch ziem­lich plan­los, wo wir lang­fah­ren woll­ten und mach­ten ein­fach los. Der Weg ist das Ziel und wenn wir dann keine Lust mehr haben, dann suchen wir uns irgend­wo ein lau­schi­ges Plätzchen.

Alpahão

Ent­lang der E802 geht es für uns gute 60 km bis nach Alpahão. Dieses kleine Städt­chen nutzen wir, um ein wenig durch die schma­len, schö­nen Gassen zu schlen­dern. Wir können uns gar nicht satt­se­hen an den schö­nen, teil­wei­se bunten Fas­sa­den der klei­nen Häuser. Andere Tou­ris­ten sehen wir in diesem Teil Por­tu­gals kaum noch.

Nisa

Die nächs­te Stadt, die uns erwar­tet, ist Nisa. Aus dieser Klein­stadt kommt eine bekann­te Käse­spe­zia­li­tät, der “Queijo de Nisa”. Außer­dem gibt es dort heiße Ther­mal­quel­len und man kann jede Menge Töp­fer­hand­werk erste­hen. Wir schlen­dern auch hier noch ein wenig durch die Gassen und kehren dann zu Fanti zurück. Vor ihm stehen eine Reihe junger Leute, die ihn von allen Seiten begutachten.

Als wir zurück­kom­men stel­len sich die Jungs vor und wir haben eine nette Unter­hal­tung über Gott und die Welt. Sie erzäh­len uns vom Leben in Por­tu­gal, den nied­ri­gen Löhnen dort und wie genial sie das finden, was wir gerade machen. Viel zu schnell ver­geht die Zeit. Nach 2 Stun­den müssen wir uns los­rei­ßen und fahren weiter, ent­lang der N18.

Der Platz im Eukalyptuswald

Wir sehen, als wir die N18 ent­lang fahren, dass es links und rechts von uns immer dich­te­ren Wald gibt. Das ist doch die per­fek­te Mög­lich­keit mal auf Google Maps nach­zu­se­hen, ob sich dort nicht eine Schlaf­ge­le­gen­heit bietet. Und was seh ich da? Mitten im Wald scheint ein klei­ner See bzw. Teich zu sein. Wir soll­ten ver­su­chen dort hinzukommen.

Platz im Wald

So bogen wir von der N18 ein­fach links in den Wald ab und fuhren km um km auf dem Wald­weg durch die Euka­lyp­tus­bäu­me. Wir hatten beide noch nie welche gese­hen und umso fas­zi­nier­ter waren wir. Nach 10 Minu­ten Pis­ten­fahrt geht es steil bergab. Wir müssen im 2. Gang und mit Motor­brem­se lang­sam hin­un­ter­fah­ren, um eini­ger­ma­ßen gut unten anzu­kom­men. Doch die Anstren­gun­gen haben sich gelohnt. Unten ange­kom­men sehen wir vor uns eine Lich­tung. In der Mitte befin­det sich ein klei­ner Teich und drum­her­um lauter Euka­lyp­tus­bäu­me. Am ande­ren Ende des Teichs gibt es eine ebene Wie­sen­flä­che, die sich anbie­tet, um dort zu parken.

Große Käfer und selt­sa­mer Besuch

Wir packen Emily aus und spa­zie­ren ein wenig am Teich ent­lang. Dabei fallen uns rie­si­ge, läng­li­che Käfer auf, die wir noch nie zuvor gese­hen hatten. Mitt­ler­wei­le wissen wir, dank Udo, dass es sich dabei um Ölkä­fer han­delt. Die Kerle sind ziem­lich flink unter­wegs und sehen mit ihren oran­gen Strei­fen am Rücken wirk­lich witzig aus. Außer­dem nehmen wir einen selt­sa­men Geruch war. Es schei­nen die Euka­lyp­tus­bäu­me zu sein, die diesem Ort ihre eigene Duft­no­te verleihen.

Unser aus­ge­wähl­ter Platz scheint gut zu sein und so ent­schei­den wir zu blei­ben. Wir sind gerade dabei uns ein wenig häus­lich ein­zu­rich­ten, als wir ein Moto­ren­ge­räusch hören. Ein Blick nach drau­ßen verrät uns, es ist ein Auto. Wir sehen einen Klein­wa­gen, der von einem älte­ren Herrn gelenkt wird. Stefan geht nach drau­ßen und sieht dem Auto nach, das sich nach einem kurzen Halt wieder in Bewe­gung gesetzt hat. Auf der ande­ren Seite des Sees bleibt das Fahr­zeug stehen und der Fahrer steigt aus. Viel­leicht ist das der Förs­ter, ein Jäger, o.ä. Wir hoffen noch auf die Mög­lich­keit zu fragen, ob es in Ord­nung ist, wenn wir hier blei­ben. Aber der Herr läuft ledig­lich bis zur Hälfte des Teichs und starrt für ein paar Minu­ten auf unser Fahr­zeug. Stefan winkt ihm noch und er winkt zurück. Dann steigt er wieder in sein Auto und fährt davon. Eine selt­sa­me Begeg­nung, die eigent­lich keine war.

Ein­sam­keit

Dieser Platz am Teich wird für fast eine Woche unser zuhau­se sein. Wir stehen dort länger, als an jedem ande­ren Ort und haben seit dem Mann mit seinem Fahr­zeug nie­man­den mehr zu Gesicht bekom­men. Einzig und allein die Frö­sche geben jede Nacht ein Kon­zert vom aller­feins­ten. Ab und an hören wir noch ein paar Gril­len und das wars. Ansons­ten nichts als Einsamkeit.

Platz im Wald

Stefan schlen­dert mit Emily gerade Rich­tung Teich, als er total erschrickt. Vor ihm eine große Schlan­ge, die sofort Rich­tung Wasser flüch­tet. Leider war sie zu schnell für ein Foto, aber für einen ordent­li­chen Schreck bei Stefan hat es alle­mal gereicht. Das dies nicht unsere letzte Schlan­ge sein würde, erfah­ren wir kurze Zeit später, an einem ande­ren Schlaf­platz. Und da gelang es uns auch sie zu foto­gra­fie­ren. Doch mehr dazu in unse­rem nächs­ten Beitrag.

Du hast Lust auf wei­te­re Erleb­nis­se aus unse­rem Rei­se­ta­ge­buch? Dann emp­feh­le ich dir, einen Blick in unsere Wohn­mo­bil Rei­se­be­rich­te zu werfen.

Hat Dir der Beitrag gefallen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Dieser Beitrag hat noch keine Bewertungen)

Zum Schutz vor Mehrfachbewertung wird bei einer Bewertung deine IP gespeichert. Mehr Infos in der Datenschutzerklärung.
Loading...
Autor
Mehr von Robby

Stell­platz­wech­sel mitten in der Nacht

Nach­dem wir eine wun­der­vol­le Nacht am Praia da Mur­ra­cao ver­bracht hatten, wurden...
Weiterlesen

1 Kommentar

  • Hey ihr Lieben,

    ein wirk­lich toller Platz um ein paar Tage zu bleiben.
    Dann genießt mal die ange­neh­me Gesell­schaft der Euka­lyp­tus­bäu­me und Käfer und Schlangen. ?
    Wie reagiert Emmi auf den Duft der Bäume? Oder auf die Käfer? ?

    Liebs­te Grüße aus Gebensbach,

    Juli ???

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.