Camping Kühlschrank, Kompressor oder Absorber?

Kompressor Kühlschrank, Absorberkühlschrank

Welcher Camping Kühlschrank ist der Beste? Soll ich mich für einen Absorber oder Kompressor Kühlschrank im Wohnmobil oder Wohnwagen entscheiden? Wie bei vielem ist die erste Antwort: „Es kommt darauf an“. Das Gleiche gilt bei der Entscheidung für eine Bauform. Soll es der klassische Kühlschrank werden oder eignet sich eine Kühlbox besser für meine Bedürf­nisse? Wir möchten die Vor- und Nachteile des Gas Kühlschranks und Kompres­sor­kühl­schranks beleuchten und erklären, warum wir uns dennoch für einen Absor­ber­kühl­schrank entschieden haben.

Funkti­ons­weise eines Kompressor Kühlschranks

Beim Kompres­sor­kühl­schrank wird ein gasför­miges Kühlmittel mithilfe eines Kompressors verdichtet, wodurch es sich erwärmt. Im Verflüs­siger (schwarzen Rippen an der Hinter­seite) wird die Wärme an die Umgebung abgegeben und die Kühlflüs­sigkeit konden­siert. Anschließend strömt sie über eine Drossel in den Verdampfer, der sich innerhalb des Kompressor Kühlschranks befindet. Dort nimmt sie die Wärme des Innen­raumes auf, verwandelt sich wieder in Gas und sorgt so für eine Verduns­tungs­kälte, welche den Kühlschrank abkühlt. Jetzt fließt das Gas wieder in den Kompressor und der Kreislauf beginnt von Neuem.

In den meisten Kompressor Kühlschränken wird das ein- und ausschalten des Kompressors über ein Thermostat geregelt. Sobald eine bestimmte Tempe­ratur erreicht ist, schaltet der Kompressor aus. Wird die Tempe­ratur überschritten, arbeitet der Kompressor wieder.

Wie funktio­niert ein Absor­ber­kühl­schrank?

Auch beim Absor­ber­kühl­schrank macht man sich die Kälte zunutze, welche bei der Aggre­ga­t­än­derung einer Kühlflüs­sigkeit entsteht. Im Fall des Gas Kühlschranks wird aber kein Kompressor benutzt, sondern durch Hitze ein Ammoniak-Wasser-Gemisch in gasför­miges Ammoniak und Wasser gespalten. Das Aufheizen kann entweder über strom­be­triebene Heizwendel oder gasbe­triebene Brenner reali­siert werden. Über verschiedene Rohrsysteme wird das Gas in den Innenraum geleitet und nimmt die Wärme im Kühlschrank auf. Anschließend wird im Absorber das Ammoniak und Wasser wieder vermischt und der Kreislauf startet von vorne.

Im 230V Betrieb haben auch die meisten Absor­ber­kühl­schränke ein Thermostat, um die Tempe­ratur zu regeln.

Absorber Kühlschrank vs. Kompressor Kühlschrank

Was wir jetzt bereits wissen, der Kompres­sor­kühl­schrank kann ausschließlich mit Strom und der Absor­ber­kühl­schrank zusätzlich mit Gas betrieben werden. Aber welche grund­le­genden Unter­schiede gibt es bei der Nutzung und dem Verbrauch bei beiden Bauformen?

  • Strom­be­trieb
    Wenn man den Strom­ver­brauch betrachtet, hat der Kompres­sor­kühl­schrank ganz klar die Nase vorn. Im 12V Betrieb benötigt er ca. 20-40 Ah Stunden täglich (Je nach Größe und Marke). Unser Waeco Gas Kühlschrank würde ca. 200 Ah Stunden pro Tag verbrauchen.
  • Schräglage
    Absor­ber­kühl­schränke mögen Schräg­lagen nicht so gerne. Es kann durchaus vorkommen, dass die Kühlung ausfällt, wenn wir mit unserem Wohnmobil oder Wohnwagen zu schräg geparkt haben. Dem Kompressor Kühlschrank macht das keine Probleme.
  • Kühlleistung
    Auch bei hohen Außen­tem­pe­ra­turen arbeitet ein Kompressor Kühlschrank vorbildlich weiter. Im Gegensatz kann ab 30 Grad mancher Absor­ber­kühl­schrank schon an Leistung verlieren.
  • Gefrierfach
    Die Umsetzung eines 4 Sterne Gefrier­fachs ist mit einem Kompressor Kühlschrank zu reali­sieren. Beim Absorber ist meist bei 2 Sternen Schluss.
  • Betriebs­ge­räusche
    Ein Absor­ber­kühl­schrank arbeitet geräuschlos, weshalb er gerne in Hotel­zimmern als Minibar Verwendung findet, aber auch im Wohnmobil oder Wohnwagen gut aufge­hoben ist. Der Kompres­sor­kühl­schrank macht hier deutlich mehr Lärm, da im Inneren des Kompressors mecha­nische Bewegungen statt­finden.
  • Gasbe­trieb
    Nur der Absor­ber­kühl­schrank kann mit Gas betrieben werden, was gerade bei längeren Stand­zeiten ohne Strom­an­schluss von Vorteil sein kann.

Kühlbox 12V oder Camping Kühlschrank?

Der grund­le­gende Unter­schied bei beiden Typen liegt in der Art, wie sie gefüllt werden. Eine Kühlbox ist im Grunde eine Kiste, in der ich meine Lebens­mittel von oben einfüllen und stapeln kann. So bringt man effektiv mehr unter, als in einem gleich großen Kühlschrank. Der Nachteil ist natürlich, dass unten Gelagertes nur durch Ausräumen der Kühlbox zu erreichen ist.
Bei einem klassi­schen Camping Kühlschrank mit Tür wird das Kühlgut von vorne einge­lagert und ist leichter zugänglich.

Ob man sich für eine Kühlbox oder einen Camping Kühlschrank entscheidet, ist Geschmack­sache. Ein weiterer Vorteil der Kühlbox liegt im günsti­geren Anschaf­fungs­preis.

Kompres­sor­kühl­schrank und Kühlbox im Detail

Wenn man den Kühlschrank ausschließlich über Strom betreiben möchte, ist der Kompres­sor­kühl­schrank die erste Wahl. Er arbeitet viel effizi­enter als der Absorber und ist dank seiner Verbreitung auch günstiger in der Anschaffung, sofern man es mit der 230V Variante vergleicht. Wenn es um das Thema Kühlleistung geht, hat er auch hier die Nase vorn. Möchte ich ein 4 Sterne Gefrierfach betreiben, wird man am Ende auch bei einer Kompressor Kühlbox oder Kühlschrank landen.

Wohnmobil Kühlschrank mit 230V oder 12V?

Für einen 230V Kühlschrank ist natürlich noch ein Wechsel­richter nötig, der immer laufen muss. Dadurch wird der Strom­ver­brauch auch deutlich höher ausfallen, als bei der 12V Variante (Je nach Wechsel­richter bis zu 20 Ah pro Tag). Er muss auch entspre­chend groß dimen­sio­niert werden, um den Anlauf­strom des Kompressors liefern zu können. Dieser ist teilweise 5 – 7 mal so hoch wie der Betriebs­strom. In der Anschaffung, ist ein 230V Haushalts­kühl­schrank aller­dings schon für unter 200,- € zu bekommen. Ein Kompressor Kühlschrank mit 12V liegt bei knapp 800,- €. Kühlboxen sind meist günstiger.

Der Strom­ver­brauch ist trotzdem nicht zu unter­schätzen

Aber trotz des niedri­geren Strom­ver­brauchs entleert man spätestens nach 2 Tagen eine 100 Ah Batterie. Sollten überwiegend Stell­plätze mit Strom­an­schluss angefahren werden, dürften keine Probleme auftauchen. Wenn man aber gerne länger ohne Strom­an­schluss stehen möchte, ist fast zwingend eine Solar­anlage mit genügend Leistung oder eine andere Möglichkeit des Nachladens der Aufbau­bat­terie erfor­derlich.

Unsere Erfah­rungen mit dem Absor­ber­kühl­schrank

Beim Ausbau unseres Wohnmobils haben wir uns auch zum Thema Kühlschrank ein paar Gedanken gemacht. Der Absorber war bereits vom Vorbe­sitzer montiert worden und machte seine Arbeit sehr zuver­lässig. Nachdem wir unseren täglichen Strom­bedarf berechnet haben, landeten wir bei ca. 20-45 Ah. Wenn wir jetzt noch die 40 Ah Stunden für den Camping Kühlschrank mit einbe­ziehen, landen wir im schlech­testen Fall bei 60-85 Ah täglich. Hierfür wäre eine deutlich höhere Solar­leistung nötig gewesen. Gerade im Winter hätten wir selbst für Portugal mindestens 650 W Solar aufs Dach pflanzen müssen, um autark zu sein.

Wenn Du deine Solar­anlage dimen­sio­nieren und deinen täglichen Strom­ver­brauch berechnen möchtest, schau doch mal in den Beitrag „Solar­anlage berechnen“

Unabhängig vom Strom

Der größte Vorteil aus unserer Sicht ist die Unabhän­gigkeit vom Strom. Wenn es mehrere Schlecht­wet­tertage gibt, kann die  verfügbare Energie schon mal knapp werden. Man hat immer die Möglichkeit Strom zu sparen und bestimmte Geräte einer Strom­sperre zu unter­ziehen. Beim Kühlschrank ist das nicht möglich. Er muss immer laufen, damit unsere Lebens­mittel nicht schlecht werden. Hier punktet aus unserer Sicht ganz klar der Gas Kühlschrank.

Absorber Kühlschrank und der Verbrauch von Gas

Im Gasbe­trieb benötigt unser Kühlschrank täglich ca. 400 g Gas. Somit können wir mit unserem Gastank den Kühlschrank über 90 Tage betreiben und verbrauchen dabei ca. 70l. Damit kommen wir auf ca. 150,- € Gaskosten im Jahr. Wenn ich jetzt noch die Neuan­schaffung eines Kompres­sor­kühl­schranks und die doppelte Menge an Solar gegen­rechne, können wir unseren Absorber noch ein paar Jahre mit Gas betreiben. Aber irgendwann rechnet sich auch ein Kompressor Gerät als Camping Kühlschrank.

Verhalten bei hohen Tempe­ra­turen

Auch wir hatten bereits einen Ausfall der Kühlung bei Tempe­ra­turen jenseits der 35 Grad. Aber dank eines Kühlschran­klüfters konnten wir dieses Problem erstaunlich gut lösen. Dieser führt die Wärme aktiv hinter dem Camping Kühlschrank weg und sorgt dadurch für eine bessere Kühlung. So konnten wir selbst bei 40 Grad Außen­tem­pe­ratur noch eine akzep­table Kühlleistung aus unserem Gerät kitzeln. Aber natürlich kann der Absorber, in dieser Situation, trotzdem nicht mit einem Kompressor Kühlschrank mithalten, auch wenn unser Bier wirklich kalt war. 🙂

Zusätz­liche 12V Kühlbox als Gefrier­schrank

Viele Kühlboxen können auch als Gefrier­schrank genutzt werden. Gerade die kleineren Modelle mit z. B. 15 Liter Inhalt sind noch viel effek­tiver im Strom­ver­brauch als Kühlboxen mit höherem Volumen. Hier lohnt es sich zu vergleichen, da die Geräte von Marken­her­stellern meist durch bessere Verbrauchs­werte punkten. Mit dieser Lösung kann man Lebens­mittel einfrieren oder sein Speiseeis für die heißen Tage frisch halten.

Kompressor oder Gas Kühlschrank?

Wer keine Kompro­misse in puncto Kühlleistung eingehen oder Speisen einfrieren machen möchte, sollte zum Kompressor Kühlschrank oder zur Kompressor Kühlbox greifen.

VorteileNachteile
niedriger Strom­ver­brauch,Solar­anlage oder Lademög­lich­keiten nötig,
gute Kühlleistung auch bei hohen Außen­tem­pe­ra­turen,Betriebs­ge­räusche,
unpro­ble­ma­tisch bei Schief­stand,kein Gasbe­trieb,
4**** Gefrierfach möglich. als 12V Kühlschrank sehr teuer (Kühlboxen sind günstiger).

 

Wer keine Probleme mit den kleinen Einbußen des Absor­ber­kühl­schranks hat und den Vorteil des Gasbe­triebs schätzt, findet mit dieser Variante ebenfalls einen zuver­läs­sigen Camping Kühlschrank, um seine Lebens­mittel frisch zu halten.

VorteileNachteile
Unabhängig von Strom,Vermin­derte Kühlleistung bei hohen Tempe­ra­turen,
geräuschlos,hoher Verbrauch bei Strom­be­trieb,
effizient im Gasbe­trieb.Leistungs­verlust bei zu schiefer Lage.

Wir sind mit unserem Absorber sehr zufrieden. Selbst der heiße Sommer in Portugal konnte dank des nachge­rüs­teten Kühlschran­klüfters gut überstanden werden. Was uns bei den Tempe­ra­turen über 40 Grad manchmal gefehlt hat, war leckere Eiscreme oder Eiswürfel. Für den nächsten Sommer werden wir deshalb unseren Kühlschrank durch eine kleine Kompres­sor­kühbox erweitern. Im Winter, wenn wir weniger Solar­leistung zur Verfügung haben, ziehen wir einfach den Stecker. Ich glaube, die Eiscreme haben wir bis dahin gegessen. ?

Wenn heute unser Camping Kühlschrank das Zeitliche segnen sollte, werden wir noch ein mal über die Umrüstung zum Kompressor Kühlschrank nachdenken.

Hat Dir der Beitrag gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
4,53 von 5 Sterne, basierend auf 19 abgegebenen Stimmen.

Wenn du den Beitrag bewertest, wird Deine IP-Adresse zum Schutz vor Mehrfachbewertung in unserer Datenbank gespeichert. Beachte hierzu die Hinweise in der Datenschutzerklärung

Loading...
Mehr von Stefan

Solar­koffer und faltbare Solar­module: Boost für den Winter

Wie in unserem Solar­rechner beschrieben, nimmt die Solar­leistung im Winter deutlich ab....
Weiterlesen

6 Kommentare

  • Hallo Stefan, vielen Dank für deine sehr gut geglie­derte und leicht verständ­liche Übersicht der beiden Syteme.

    Nachdem ich deine Erläu­te­rungen gelesen habe, spricht meiner Meinung nach nichts gegen einen Absorber!

    Sonnige Grüße aus der Pfalz

    Stephan

    • Hallo Stephan,

      das freut mich sehr, wenn ich helfen konnte. Auch wir sind nach wie vor mit unserem Aborber sehr zufrieden. Demnächst kommt wie im Beitrag erwähnt noch eine 12V Kompressor-Kühlbox hinzu, um auch im Sommer mal Eis zur Verfügung zu haben. Im Winter, wenn die Solar­leistung niedrig ist, können wir ihn einfach abschalten.

      Viele Grüße

      Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.