Feuer­lö­scher im Wohn­mo­bil — Pflicht? Was muss man wissen?

Feuerlöscher, Wohnmobil, Pflicht

Eine Frage, die sich oft stellt — ist ein Feuer­lö­scher im Wohn­mo­bil Pflicht? Und wenn ja, ist es über­all verpflich­tend oder nur in bestimm­ten Ländern? Und welchen soll­te ich an Bord haben? All diese Fragen beant­wor­ten wir dir in diesem Beitrag.

Feuer­lö­scher im Wohn­mo­bil — Pflicht?

Diese Frage lässt sich mit “jein” beant­wor­ten. Es gibt eini­ge Länder, in denen er Pflicht ist. Deutsch­land gehört jedoch nicht dazu. Aller­dings soll­te man sich vor dem Antritt seiner Reise infor­mie­ren, ob es in dem ange­peil­ten Reise­land nötig ist, einen an Bord zu haben. Ansons­ten kann man durch­aus zur Kasse gebe­ten werden, wenn man in eine Kontrol­le gerät.

In diesen Ländern ist ein Feuer­lö­scher Pflicht:

  • Bulga­ri­en
  • Estland
  • Grie­chen­land
  • Island
  • Lett­land
  • Litau­en
  • Rumä­ni­en
  • Russ­land
  • Türkei
  • Monte­ne­gro
  • Finn­land (Åland Inseln)

Diese Länder empfeh­len das Mitfüh­ren eine Feuer­lö­schers. Aller­dings ist das nicht vorge­schrie­ben:

  • Norwe­gen
  • Maze­do­ni­en
  • Polen (Pflicht für Busse und LKWs)
  • Schwe­den
  • Ungarn
  • Däne­mark

Und diese Länder verpflich­ten nur die im Land zuge­las­se­nen Fahr­zeu­ge  (gilt auch für Miet­wa­gen!):

  • Belgi­en
  • Polen

Für gewerb­li­che Fahr­zeu­ge gilt eine Feuer­lö­scher Pflicht in

  • Kroa­ti­en

Warum soll­te ich einen Feuer­lö­scher dabei haben?

Unse­rer Meinung nach soll­te das Mitfüh­ren eines Feuer­lö­schers gene­rell verpflich­tend sein. Nicht, weil man damit sein komplet­tes Wohn­mo­bil löschen könn­te, falls es in Brand gerät. Aber wie schnell kommt es durch einen Grill o. ä. mal zu einem Feuer, dass so einfach schnell gelöscht werden könn­te.  Oder falls beim Nach­barn mal eine Lösch­ak­ti­on notwen­dig wird, kann man so schnell und einfach helfen. Aller­dings gilt das nur für klei­ne Feuer.

Auf YouTube findest du eini­ge Beispie­le, wie verhee­rend ein bren­nen­der Camper sein kann.

Welche Arten von Feuer­lö­schern gibt es?

Wie bei allem gibt es auch bei Feuer­lö­schern unter­schied­li­che Ausfüh­run­gen für die unter­schied­li­chen Arten von Brän­den. Hier möch­ten wir dir aufzei­gen, welche Unter­schie­de es gibt.

Brandklassen, Übersicht

Nach einem Brand­ein­satz oder nach unbe­ab­sich­tig­ter Betä­ti­gung müssen die Feuer­lö­scher wieder instand gesetzt werden, spätes­tens jedoch nach zwei Jahren. Bei gewerb­li­cher Nutzung ist es egal, ob er verwen­det wurde oder nicht. Eine regel­mä­ßi­ge Instand­hal­tung nach spätes­tens 2 Jahren ist Pflicht (nach DIN 14406, Teil 4).

Wenn du noch einen Feuer­lö­scher im Wohn­mo­bil brauchst, haben wir hier die Wich­tigs­ten noch mal detail­liert aufge­lis­tet.

Tipp: Für einen Pkw reicht ein 2 kg Feuer­lö­scher. Bei einem Lkw soll­te man 6 kg an Bord haben. Die Wenigs­ten werden den Platz für einen 6 kg Feuer­lö­scher im Wohn­mo­bil haben. Für klei­ne Brän­de soll­te man trotz­dem den 2 kg Löscher einpa­cken. Für den findet sich mit Sicher­heit noch irgend­wo ein Plätz­chen.

Pulver­lö­scher mit Glut­brand­pul­ver

Die Pulver­lö­scher mit Glut­brand­pul­ver sind im Allge­mei­nen zum Löschen von Glut­brän­den geeig­net. Sie sind ein Allroun­der, die durch das Schmel­zen des Pulvers eine Sperr­schicht hinter­las­sen, die eine erneu­te Entzün­dung verhin­dern. Aller­dings ist in Wohn­räu­men Vorsicht gebo­ten, denn das Pulver setzt sich selbst in der kleins­ten Ritze ab und lässt sich schwer wieder entfer­nen.

Kenn­buch­sta­be: PG oder G

Schaum­lö­scher

Diese Feuer­lö­scher sind die saube­re Alter­na­ti­ve zum Pulver­lö­scher. Sie eignen sich für Brän­de unter fester Glut und Flam­men­bil­dung bei festen und flüs­si­gen Stof­fen. Aller­dings können damit nur Brän­de der Klas­se A und B bekämpft werden.

Kenn­buch­sta­be: S

Platz­spa­ren­des Feuer­lö­scher-Spray

Eine Alter­na­ti­ve zum schwe­ren Feuer­lö­scher sind diese Sprays. Sie haben den großen Vorteil, dass sie klein und hand­lich sind und man auf jeden Fall einen Platz dafür findet. Von der Wirk­sam­keit her müssen sie sich vor den großen, wuch­ti­gen Feuer­lö­schern keines­falls verste­cken.

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Lösch­de­cke

Eine Lösch­de­cke ist ideal, um klei­ne Brän­de z. B. in der Küche schnell unter Kontrol­le zu brin­gen. Es ist auf jeden Fall empfeh­lens­wert eine an Bord zu haben. So kann manch­mal Schlim­me­res verhin­dert werden.

Was tun, wenn es brennt?

Hoffent­lich wird es diese Situa­ti­on nie geben, aber wenn es doch mal dazu kommen soll­te, dass ein Wohn­mo­bil in Brand gerät, dann ist man erst­mals oft über­for­dert. Was tun? Selber noch löschen oder Hilfe holen? Falls wirk­lich das Wohn­mo­bil brennt, auf keinen Fall mehr versu­chen es selbst in den Griff zu krie­gen.

  • Alle aus dem Wohn­mo­bil raus
  • falls die Tür versperrt ist die Fens­ter als Flucht­weg nutzen
  • einen Mindest­ab­stand von 50 m zum bren­nen­den Wohn­mo­bil halten
  • Notruf 112 anru­fen
  • unbe­dingt abwar­ten, bis die Feuer­wehr da ist
  • niemals den Helden spie­len.

Die Notruf­num­mer ist in ganz Euro­pa gültig. Deswe­gen bei Gefahr nicht das eige­ne Leben riskie­ren, sondern den Brand von Fach­leu­ten löschen lassen.

Vorbeu­gung durch Rauch­mel­der

Rauch­mel­der sind auch im Wohn­mo­bil sehr hilf­reich. So kann ein Brand unter Umstän­den schon früh­zei­tig erkannt werden. Gera­de, wenn man schläft, könn­te es sonst unnö­tig lange dauern, bis man merkt, dass das Wohn­mo­bil Feuer gefan­gen hat. Des weite­ren besteht, aufgrund des klei­nen Raums, die Gefahr eines CO Tods. Bevor man irgend­was merkt, gera­de im Schlaf, war es das dann.

Die Feuer­weh­ren raten auf jeden Fall dazu, einen Rauch­mel­der nicht nur im Haus, sondern auch im Wohn­mo­bil zu instal­lie­ren. Da Rauch nach oben steigt am besten an der höchs­ten Stel­le. Es wird manch­mal bemän­gelt, dass durch die Rauch­mel­der Fehl­alar­me ausge­löst werden. Nach ein paar Rück­spra­chen soll dies wohl haupt­säch­lich bei güns­ti­gen und quali­ta­tiv minder­wer­ti­ge­ren Produk­ten der Fall sein. Doch mal ehrlich — lieber habe ich einen Fehl­alarm, bevor ich morgens u. U. nicht mehr aufste­he.

Vorbeu­gung mithil­fe eines Sensors für die Küche

Eine weite­re Alter­na­ti­ve ist ein Sensor für die Küche. Dieser über­prüft den Tempe­ra­tur­ver­lauf auf dem Herd und warnt, falls man mal eine Pfan­ne oder einen Topf verges­sen hat, während man sich drau­ßen mit dem Nach­barn unter­hält. So kann Fett- und Herd­brän­den vorbeu­gend entge­gen­ge­wirkt werden.

Du möch­test mehr Infos zu deinem Reise­mo­bil? Dann schau doch in unse­rem Wohn­mo­bil Ratge­ber vorbei.

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1 Kommentar

  • Hallo bin gera­de auf deinen tollen Arti­kel gesto­ßen,

    nach dem ich deine ganzen Infos durch­ge­le­sen habe muss ich sagen : Klas­se! — sehr infor­ma­tiv ohne lang­wei­lig zu sein, der Schreib­stil gefällt mir persön­lich.

    Es gibt unter ande­rem extra Auto/Campingfeuerlöscher, evtl. will ja jemand für den nächs­ten Urlaub vorsor­gen… seit unse­rem letz­ten Grill­abend kann ich das nur empfeh­len… 🙂

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