Gasprüfung Wohnmobil und Wohnwagen, Pflicht oder nicht?

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Eine Gasprüfung am Wohnwagen oder Wohnmobil ist alle zwei Jahre fällig, um die Betriebssicherheit der Gasanlage in unseren Reisemobilen sicherzustellen. Auch nach dem Einbau von neuen Gasgeräten wie Kühlschrank, Gasherd oder Heizung muss die Anlage einer Gasprüfung unterzogen werden. Wie läuft so eine Untersuchung ab, wie hoch sind die Kosten und was kann man im Vorfeld tun, um seine Plakette zu bekommen?

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Sinn und Zweck der Gasprüfung

Ohne bestandene Gasprüfung gibt es keine TÜV-Plakette. So sieht es zumindest beim Wohnmobil aus. Beim Wohnwagen verhält sich das Ganze etwas anders, doch dazu später mehr.

Im Fahrbetrieb entstehen Vibrationen, welche im schlechtesten Fall zu einer Undichtigkeit der Gasanlage führen können. Ferner können auch Gasleitungen durch Steinschlag und Korrosion beschädigt werden und zu Gaslecks führen. Deshalb hat der Gesetzgeber eine Verordnung erlassen, welche eine Gasprüfung alle 2 Jahre an sogenannten Flüssiggasanlagen zu Wohnzwecken in Straßenfahrzeugen vorschreibt. Grundlage ist das DVGW-Arbeitsblatt G 607.

Auch wenn man zuerst an seine Plakette und die zu bestehende TÜV-Prüfung denkt, der wichtigste Zweck der Gasprüfung ist unsere eigene Sicherheit. Eine undichte Gasanlage kann schwere Folgen nach sich ziehen. Zum Einen kann es zu Bränden oder einer Explosion kommen. Zum Anderen droht ein Ersticken, wenn z. B. nachts unkontrolliert Gas im Innenraum von Wohnwagen bzw. Wohnmobil entweicht.

 

Gasprüfung beim Wohnmobil, ohne gibts keinen TÜV

Vor der ersten Inbetriebnahme einer Gasanlage z. B. bei einem Neukauf oder Umbau muss eine komplette Abnahme der Gasanlage durchgeführt werden. Die eingebauten Geräte werden mit Seriennummer im „gelben Prüfbuch“ vermerkt, welches man wie seinen Fahrzeugschein immer mitführen muss. Auch ein vorhandener Gastank wird eingetragen. Am Fahrzeug wird eine Prüfplakette angebracht, welche die bestandene Gasprüfung bestätigt. Die amtliche Prüfbescheinigung ist allerdings das „gelbe Prüfbuch“.

Prüfbuch, Gasprüfung, Wohnmobil

Beim Austausch eines der vermerkten Geräte ist eine erneute Abnahme und die damit verbundenen Eintragungen im Prüfbuch notwendig. Nach der Erstabnahme muss man die Gasprüfung alle 2 Jahre durchführen lassen.

Beim Wohnmobil ist es ganz klar geregelt. Das Nichtvorhandensein einer bestandenen Gasprüfung wird als erheblicher Mangel gewertet und die TÜV-Plakette verweigert. Außerdem kann beim Schadensfall die Versicherung eine Zahlung verweigern. Das Stichwort ist hier „grob fahrlässig“.

Gasprüfung beim Wohnwagen

Bei der ersten Inbetriebnahme der Gasanlage gelten die gleichen Vorschriften wie beim Wohnmobil. Auch hier müssen alle Geräte im Prüfbuch vermerkt und beim Austausch aktualisiert werden.

Beim Wohnwagen verhält es aber bei der Hauptuntersuchung und der 2-jährigen Gasprüfung etwas anders. Wenn keine Gasprüfung durchgeführt oder bestanden wurde, gilt es im Rahmen der Hauptuntersuchung nur als „geringer Mangel“. Die TÜV-Plakette wird also trotzdem zugeteilt. Warum hier ein Unterschied zwischen Wohnmobil und Wohnwagen gemacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Eine defekte Gasanlage kann in einem Wohnwagen den gleichen Schaden anrichten wie in einem Wohnmobil.

In Bezug auf seine eigene Sicherheit und die seiner Mitmenschen sollte man sich trotzdem verpflichtet fühlen die Gasprüfung machen zu lassen und bei Nichtbestehen die Mängel umgehend zu beseitigen. Auch aus versicherungstechnischen Gründen ist es auf jeden Fall ratsam, die Gasprüfung am Wohnwagen alle 2 Jahre durchführen zu lassen.

Auch viele Campingplatzbetreiber wissen von dieser dubiosen Regelung und bestehen auf eine gültige Prüfplakette. Unter Umständen kann einem der Zugang zum Campingplatz verweigert werden.

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Wo kann man eine Gasprüfung durchführen lassen?

Die beste Anlaufstelle ist der Wohnmobil- oder Wohnwagenhändler mit angeschlossener Werkstatt. Aber auch bei TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS ist eine Gasprüfung möglich. Voraussetzung ist ein anerkannter Prüfer, welcher für die Abnahme von Gasanlagen und deren Prüfung zertifiziert ist.

Der Caravanbetrieb hat im Gegensatz zu den Prüforganisationen die Möglichkeit kleine Mängel an der Gasanlage sofort zu beheben. So kann man sich unter Umständen einen zusätzlichen Termin sparen.

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Auch auf Campingplätzen gibt es teilweise die Möglichkeit seinen Wohnwagen einer Gasprüfung zu unterziehen.

Was benötige ich für die Gasprüfung?

Wird benötigtHinweis
gelbes PrüfbuchZum Nachweis der Erstabnahme und Eintragung der Gasprüfung.
gefüllte Gasflasche/gefüllter GastankDas Gas muss für den Betrieb der Geräte ausreichend sein.
evtl. Zertifikate für GasgeräteNur bei der Neuinstallation von Geräten zur Eintragung ins Prüfbuch.
FahrzeugscheinWenn die Hauptuntersuchung in Verbindung mit der Gasprüfung gemacht wird.
Wohnwagen / WohnmobilLogisch, sonst kann ja nichts geprüft werden.

 

Was wird bei der Gasprüfung kontrolliert?

  • Gaskasten und Halterungen
    Es wird geprüft, ob die Entlüftungsöffnungen im Gaskasten sauber und vorschriftsmäßig sind. Außerdem müssen die Befestigungen der Gasflaschen vorhanden sein und funktionieren. Ferner dürfen sich keine elektrischen Geräte und Verbindungen im Gaskasten befinden. Ausnahmen sind speziell für Gaskästen zugelassene Geräte.
  • Druckminderer und Druckschlauch
    Der Druckminderer und Druckschlauch wird auf Beschädigungen und Alter kontrolliert. Das Produktionsdatum darf zehn Jahre nicht überschreiten. Sollten sie älter sein, ist ein Austausch nötig.
  • Druckprüfung der Gasanlage
    Mithilfe eines Prüfgerätes wird Druck auf das Gassystem gegeben. Für 10 Minuten darf dieser Druck nur minimal absinken.
  • Sichtprüfung der Abgasrohre und Geräte
    Die Abgasrohre und Geräte werden auf offensichtliche Beschädigungen überprüft.
  • Funktion der Geräte
    Alle Gasgeräte werden auf ihre Funktion getestet. Hauptaugenmerk liegt hier auf den Zündsicherungen, welche beim ungewollten Erlöschen der Gasflamme die Gaszufuhr unterbrechen müssen.

Was kann ich im Vorfeld tun?

Damit die Gasprüfung ein Erfolg wird, lohnt es sich vorab ein paar Dinge zu prüfen und ggf. zu organisieren.

  • Prüfe vor Deinem Termin alle Geräte auf ihre Funktionstüchtigkeit
    Gerade nach längeren Standzeiten benötigen Heizung und Kühlschrank längere Überzeugungsarbeit, um sie zum Laufen zu bringen. Wenn sie bei Deinem Test funktionieren hast du schon mal die halbe Miete für deine Gasprüfung und du ersparst dem Prüfer das mühevolle Starten deiner Verbraucher.
  • Ist genug Gas in der Flasche?
    Ohne gefüllte Gasflasche, keine Prüfung. Deshalb solltest Du auf jeden Fall prüfen, ob genügend Gas in deiner Flasche vorhanden ist. Wenn Du wissen möchtest wie das funktioniert, empfehlen wir unseren Beitrag „Gasflaschen im Wohnmobil„. Das Gleiche gilt natürlich für den Füllstand des Gastanks, falls er vorhanden ist.
  • Wie alt ist mein Druckregler und Gasschlauch?
    Auf dem Druckregler und Gasschlauch ist das Produktionsdatum vermerkt. Ist es älter als zehn Jahre, solltest du dir Ersatz besorgen und den Schlauch oder Druckregler austauschen oder austauschen lassen, sofern du deine Gasprüfung bei einer Prüforganisation machen lassen möchtest. Wenn du deine Prüfung beim Caravan Händler machen lässt, gibt es meist die Möglichkeit vor Ort seinen Regler und Schlauch tauschen zu lassen. Frag am besten bei deiner Terminvereinbarung nach.

Druckregler, Gasprüfung

Welche Kosten fallen für die Gasprüfung an?

Die Preise variieren natürlich, je nachdem wo Du deine Gasprüfung machen lässt. Sie bewegen sich im Normalfall zwischen 25,- und 50,- Euro. Wie bei allen Dienstleistungen gilt, vorher den Preis abfragen, dann gibt es in Puncto Kosten auch keine bösen Überraschungen. Arm macht einen diese Investition auf keinen Fall. Für sich und seine Familie sollte man an diesen Kosten auf keinen Fall sparen.

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8 Kommentare

  • Erstmal ein grosses Kompliment für diese tolle Seite, die mit viel Liebe und äusserst detaillierten und vollständigen Informationen gestaltet wurde.

    Zum Thema Gasprüfung fällt mir noch folgende Ergänzung ein: Mir ist WESENTLICH wohler wenn man

    a) Einen Druckregler mit Manometer/Druckanzeige einbaut. Der kostet nur einige wenige Euro mehr und eine informelle „Druckprüfung“ kann jederzeit und mit minimalem Aufwand selbst durchgeführt werden: Flasche auf, dann zu und nach einigen Stunden (am nächsten Tag…) nachsehen, ob der Druck deutlich abgefallen ist…dann sollte man mal anfangen nach Lecks zu suchen und das nicht erst 2 Jahre später…

    b) Ein Gaswarner eingebaut wird. Den „Trigas-Warner“ kann ich sehr empfehlen, weil er sehr einfach zu bedienen ist und die Betriebsbereitschaft auch beim Einbau an unübersichtlichen Ecken gut angezeigt wird (das ganze Gehäuse leuchtet, durch nochmaligen Druck auf den Einschalter sogar abgedimmt, Prüfung mit Gas aus dem Feuerzeug sehr einfach). Allerdings mit Einbauaufwand, weil er im Fussbereich anzuschrauben ist und mit 12V versorgt sein will.

    Wenn wir schon beim Thema Gaswarner sind: In jeden Raum mit Elektrogeräten einen Rauchmelder installieren (also auch in den „Kofferraum“ und Batteriekasten mit Ladegerät und natürlich im Wohnraum an der Decke sowieso). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese für sehr sehr wenig Geld Leben retten können – ich werde in keinem Wohnmobil ohne mehr schlafen, einmal im Leben in beissendem Rauch glücklicherweise aufwachen genügt mir. Und die Calira EVS 20 fliegt bei mir künftig direkt raus – der Stecker mit +- 12V ist m.E. fahrlässig konstruiert, bei meiner haben wohl lose Teile o.ä. einen Kurzschluss auf der Platine verursacht, wo Masse und 12V mit fetter Leitung direkt nebeneinander liegen… und wenn dann der Vorgänger an der Batterie eine unnötig starke 40A Sicherung eingesteckt hat, die die GEL-Batterie bei einem (schleichenden?) Kurzschluss nicht auslösen kann… ab geht der Elektrobrand.

    Es ist frustrierend zu sehen, dass kaum ein Hersteller serienmässig Rauchmelder installiert, von den eigentlich auch nicht allzu teuren Gaswarnern ganz zu schweigen…

    Dass sich am gleichen Wohnmobil die Gasflasche wegen loser Verschraubung des Gasschlauches am Wagenanschluss (!!!) zum Glück aussen im Gaskasten geleert hat (jaja, trotz Druckprüfung) wird mir dank Manometer im Druckregler nun viel rascher auffallen)… weshalb der Kühlschrank längere Zeit vorher schlecht gestartet hat, teils mit Verpuffung nach mehrfachem aus- einschalten war dann schliesslich auch klar…

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