Gastank am Wohnmobil – Die Alter­native zur Gasflasche

Unterflur Gastank Wohnmobil

Wir haben uns entschieden einen Gastank am Wohnmobil einbauen zu lassen. Ich habe bereits in einem früheren Artikel über Gasfla­schen berichtet. Heute möchte ich unsere Alter­native vorstellen und warum wir diese Entscheidung getroffen haben. Außerdem stelle ich noch die Gasad­apter vor, welche man auf jeden Fall im Wohnmobil haben sollte, um europaweit an Gas zu kommen.

Die 11kg Gasflasche ist zu wenig

An unserem Wohnmobil wurde vom Vorbe­sitzer eine Gasflasche außen am Fahrzeug mit einem Halter befestigt. So weit, so gut, doch leider war das Erste, was uns bei dieser Lösung auffiel, dass  der Gasfla­schen­halter uns zu viel Boden­freiheit nimmt. Wenn man schon mit einem Allrad-LKW unterwegs ist, möchte man diese Einbuße nicht haben. Natürlich hätten wir die Gasflasche nach innen legen können, aller­dings hätte das einen Einbau eines Gasfla­schen­kastens nötig gemacht, was uns wiederum Platz im Aufbau wegge­nommen hätte. Das zweite Manko, 11 kg sind zu wenig. Mehrere Flaschen mitnehmen? Wo sollen die gelagert werden?

Wir möchten mit unserem Fahrzeug gerne weitest­gehend autark stehen. Und wie schnell die 11 kg Gasflasche während der Heizpe­riode zur Neige geht, dürfte jedem bekannt sein, der auch bei kühleren Tempe­ra­turen mit seinem Wohnmobil unterwegs ist. Und dann kommt alle paar Tage das muntere Flaschen­schleppen.

Wo soll der Gastank montiert werden

Unser erster Gedanke war eine seitliche Unterflur-Montage. Nur leider war der einzige Platz direkt über dem Auspuff. „Da wird es leider zu heiß“, wurde uns erklärt und die Sicherheit und Eintragung wäre gefährdet, da nicht genügend Abstand zum Gastank vorhanden wäre. An der Unter­seite unseres Hecks befand sich ein ungenutzter Reser­ve­rad­halter. Er rührt noch aus der Zeit, als auf unserem Wohnmobil kleinere Reifen montiert waren. Dieser Platz schien uns am besten geeignet zu sein.

Wer den Einbau selbst vornehmen möchte, sollte vorher mit den Prüfern reden. So erspart man sich spätere Probleme bei der Eintragung oder Gasprüfung.

Einbau, Abnahme und Eintragung

Wir haben uns für die Montage vertrau­ensvoll an einen Fachmann gewendet. Seit Kurzem gelten für den Einbau eines Gastanks am Wohnmobil und dessen Nutzung die gleichen Regeln, wie für Fahrzeuge, die mit Flüssiggas betrieben werden.

Unterflur Gastank Wohnmobil

Somit muss der Gastank vorschrifts­mäßig am Wohnmobil verbaut und im Zuge einer Gasprüfung im gelben Prüfbuch einge­tragen werden. Von einer Prüfstelle (z.B TÜV oder Dekra) wird der Tank anschließend abgenommen. Man erhält dann eine Beschei­nigung, mit der man die Eintragung in die Fahrzeug­pa­piere vornehmen lassen kann (Landratsamt).

Die Größe unseres Gastanks

Von den Abmes­sungen ist genügend Platz für einen 90 l Gastank, das entspricht ca. 36 kg Flüssiggas. Das sind mehr als drei 11 kg Flaschen. In diesem Zuge fand ich es witzig, dass die Tanks nahezu alle das Gleiche kosten egal, für welche Größe man sich entscheidet. Bei der Montage wurde auch der Böschungs­winkel beachtet und ist erhalten geblieben. Mit dieser Füllung haben wir genügend Gas zur Verfügung, um zu kochen, den Kühlschrank zu betreiben und eine warme Dusche zu nehmen. Geheizt wird nur im Winter und dazu nur nachts, da wir meist im Süden überwintern. Aktuell reicht uns eine Tankfüllung für 3 Monate.

Anschluss zur Fernbe­tankung

Nachdem wir nicht immer unter Fanti krabbeln möchten, (darf ich schon genug beim regel­mä­ßigen Abschmieren) wurde uns auch noch eine Fernbe­tankung ans Herz gelegt. Jetzt ist es möglich, bequem an der Seite des Fahrzeugs per Zapfhahn den Gastank aufzu­füllen. Bis heute haben wir diese Entscheidung nicht bereut. Der finan­zielle Aufwand für die Fernbe­tankung hielt sich dazu noch in Grenzen.

Unterflur Gastank Wohnmobil

In Europa ist das Netz an LPG Tankstellen mittler­weile sehr gut ausgebaut. Natürlich werden beim Tanken im Ausland auch spezielle Adapter benötigt.

LPG (GPL) Füllad­apter für Europa

Adapter, DISH, ACME, Euronozzle, Bajonett

Die Füllan­schlüsse sind leider auch wie Gasfla­schen nicht genormt. Aller­dings sind die Varia­tionen überschaubar und es haben sich 4 etabliert, die in ganz Europa Verwendung finden. Wenn man diese 4 (3) Füllad­apter an Bord hat, ist man auf jeden Fall gut gerüstet, um seinen Gastank an LPG Tankstellen auf Reisen wieder voll zu bekommen.

ACME

ACME Gasadapter

Das ist der Adapter, den wir in Deutschland verwenden und der vermutlich schon an deinem Gastank montiert ist. Die Füllpistole wird mithilfe eines Gewindes an den Stutzen angeschraubt. Die Handhabung ist simpel und bereitet keine größeren Probleme. Der ACME Anschluss findet auch in den folgenden Ländern Verwendung.

  • Belgien
  • Deutschland
  • Irland
  • Luxemburg
  • Schweiz (evtl. DISH)
  • USA
  • Kanada

Euronozzle

Gastank Euronozzle Adapter

Dieser Anschluss wird in Spanien verwenden, wir haben ihn auch an einer Tankstelle in Portugal entdecken können. An älteren Tankstellen kann man noch den Bajonett-Adapter finden. Beim ersten Einsatz hatte ich etwas Mühe die Zapfpistole richtig anzuschließen und auch das Tankstel­len­per­sonal hatte so seine Probleme. Wenn man den Dreh raus hat, ist es aber genauso problemlos wie mit dem ACME-Adapter.

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Bajonett

LPG-Adapter Bajonett

Der Bajonet­t­ad­apter wurde früher in Spanien genutzt, wird aber auch in Großbri­tannien, den Nieder­lande und Norwegen verwendet. Wir haben bei unserer Rundreise durch Norwegen ausschließlich DISH-Adapter an den LPG-Tankstellen vorge­funden. Ebenso haben wir in Spanien keinen Bajonett-Adapter entdeckt.

  • Spanien (norma­ler­weise Euronozzle)
  • Großbri­tannien
  • Nieder­lande
  • Norwegen (evtl. Dish)

DISH

DISH Gasadapter

Der Letzte im Bunde ist auch der meist verwendete Adapter in Europa. Wie bereits erwähnt haben wir ihn trotz aller Angaben im Internet auch in Norwegen gefunden. In diesen Ländern findet man üblicher­weise den DISH-Adapter.

  • Bosnien-Herze­gowina
  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Estland
  • Frank­reich
  • Griechenland
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Litauen
  • Mazedonien
  • Norwegen (norma­ler­weise Bajonett)
  • Portugal (evtl. Euronozzle)
  • Polen
  • Rumänien
  • Schweden
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Tsche­chien
  • Türkei
  • Ungarn
  • Ukraine

Kein LPG in Finnland und Marokko

In Finnland gibt es kein LPG-Tankstellen Netz und auch in Marokko ist es auf normalem Weg nicht möglich, seinen Gastank zu füllen.

Spanien und LPG (GPL) Tankstellen

Im Internet ist oft noch die Info zu finden, dass in Spanien keine Gastanks an den LPG-Tankstellen gefüllt werden dürfen. Diese Aussagen sind mittler­weile überholt. Das Verbot ist seit Juli 2003 aufge­hoben. Wir hatten keine Probleme uns mit Gas zu versorgen.

Vorfilter (Sinter­filter)

Bevor das Gas in den Tank kommt, wird dieses über einen Vorfilter von eventu­ellen Verun­rei­nigung befreit. Dieser Filter wird auf den Einfüll­stutzen geschraubt. Keine große Sache und man hat lange Freude an einer funktio­nie­renden Gasanlage. Wir haben noch einen Ersatz­filter dabei, den wir aber bis heute nicht gebraucht haben. Ich blase den Filter regel­mäßig mit Druckluft aus.

Gasfilter für die Geräte

Der Gastank selbst besitzt auch noch einen Filter, der die Geräte vor Verun­rei­ni­gungen schützen soll. Im Gas können Ölrück­stände der Füllanlage vorhanden sein. Diese können die Brenner­düsen in Kühlschrank, Ofen oder Herd verstopfen. Das Filter­element sollte regel­mäßig auf Verschmut­zungen kontrol­liert werden. Ist es verfärbt oder tropft sogar Öl ab, ist dieses zu tauschen, spätestens aber nach zwei Jahren (Lt. Hersteller). Der interne Filter sieht nach fast drei Jahren Dauer­nutzung wie neu aus. Ich sah bisher keine Veran­lassung den Filter zu tauschen. Ich denke, es ist der Größe unserer geschuldet. Wir tanken schließlich nur 4 – 5 Mal im Jahr. Die Ersatz­pa­trone liegt aber für den Fall der Fälle bereit.

Wir haben auch nach 3 Jahren Dauer­nutzung keinerlei Ausfälle oder Probleme mit unseren Gasge­räten.

Es gibt den Filter im Übrigen auch zur Montage beim Betrieb mit Gasfla­schen. In unserem Wohnwagen hatte wir immer wieder Probleme mit verstopfen Brenner­düsen, gerade am Kühlschrank.

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Für das Kochen im Freien

Unser Gastank besitzt auch noch einen Außen­an­schluss für z.B einen Grill oder Kocher, um bei schönem Wetter in den „Outdoor-Kochgenuss“ am Wohnmobil zu kommen. Benötigt wird hierfür lediglich ein Gasschlauch mit einer sogenannten Schnell­kupplung. Dieser Schlauch wird mit dem Grill oder Kocher verbunden. Über den Anschluss werden diese dann mit Gas versorgt.

Gasschlauch mit Schnellkupplung

Anschluss von Gasfla­schen

Der Außen­an­schluss kann auch für den Betrieb von Gasfla­schen genutzt werden. Gerade in Ländern, in denen es kein Netz mit LPG Tankstellen gibt, kann er der Retter in der Not sein. So nutzen wir z. B. in Marokko diese Möglichkeit uns bei einem Aufenthalt länger als drei Monate mit Gas zu versorgen. Dazu wird wieder ein Schlauch mit Schnell­kupplung benötigt. Für den Anschluss der Gasflasche muss ein zusätz­licher Druck­min­derer montiert sein.

Was du sonst noch über den Anschluss von auslän­di­schen Gasfla­schen wissen musst, findest du in unserem Beitrag über Gasfla­schen im Wohnmobil.

Externe Gasflasche

Unser Fazit

Ein Gastank ist nicht die billigste Lösung für die Gasver­sorgung im Wohnmobil, aber die Vorteile haben uns dennoch überzeugt. Hier noch einmal die Vor- und Nachteile, die wir aus unserer Sicht ausge­ar­beitet haben.

Vorteile Gastank Wohnmobil

  • Kein Flaschen schleppen
  • Gasver­sorgung durch LPG-Tankstellen
  • größere Gasmenge vorhanden
  • Gastank Platz­sparend am Unter­boden verbaut
  • Aussen­an­schluß

Nachteile Gastank Wohnmobil

  • teure Anschaffung
  • Eventuelle Prüfung alle 10 Jahre (Tanks mit Bauart­zu­lassung nach ECE R 67.01 sind nicht prüfpflichtig.)Danke an Ludwig für den Hinweis.

Welche Erfah­rungen hast Du mit Deinem Gastank gemacht? Würdest du wieder einen einbauen? Warum kommt für Dich ein Gastank nicht in Frage? Schreibe einfach einen Kommentar unter diesen Beitrag.

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47 Kommentare

  • Hallo Stefan,
    wir haben gerade eine Truma-Gasheizung gekauft und haben gesehen, daß das Anschließen mittels Gasfla­schen gar nicht so einfach ist. Wir haben aller­dings Bekannte, die sich gerade von der Fa. Wynen Gas einen Gastank ins WoMo (Pössl) haben einbauen lassen.
    Habt Ihr den Einbau auch von Wynen machen lassen? Und was habt Ihr bezahlt? Unsere Bekannten sprachen von 1.300 € tutti completti.
    Besonders inter­essant finde ich Deinen Hinweis, daß der Gastank an der Stelle des alten Reser­ve­rad­halters verbaut wurde. Da wir an unserem Mercedes Sprinter gerade den Ersatz­rad­halter an die Hecktür haben anbringen lassen, der alte Reser­ve­rad­halter aber noch vorhanden ist, wäre das evtl. die perfekte Lösung für uns.
    Antworte gerne auch per E-Mail, da ich nicht auf Facebook und Co. vertreten bin. bergtora@web.de
    Ich freu mich auf Deine Rückmeldung.
    Viele Grüße,
    Edda (+ Detlef)

    • Hallo Edda,

      wir haben den Gastank bei einem Wohnmo­bil­händler in Ostbayern einbauen lassen. Wir haben ca. 2000 Euro bezahlt. Inklusive Fernbe­tankung, Filtern, TüV und ein paar Anpas­sungen an der bestehenden Gasanlage. Der Tank selbst ist aber auch von der Fa. Wynen.

      Viele Grüße

      Stefan

  • Hallo Stefan,

    DEKRA, TÜV und ein regio­naler Spezialist für Camping­e­in­bauten haben mich mit der Bitte, bei meinem Sprinter einen LPG-Festtank (55Liter/23kg Gas) einzu­tragen, abgewiesen. Das würde nicht in ihre Kompetenz fallen.
    Wie ist das bei dir gelaufen? Warst du bei einer „normalen“ Prüfstelle? Ich möchte den Tank mit einem 12V 20A Gasge­ne­rator verbinden und ansonsten nur für das Kochfeld nutzen.
    Nicht zuletzt dein Artikel hat mich zu dem Vorhaben animiert. Freue mich über deine Tipps zur Eintragung!
    Danke und Gruß
    Alfons

    • Hallo Alfons,

      wir haben die kompletten Arbeiten inklusive der Eintragung bei einem regio­nalen Wohnwagen- und Wohnmo­bil­händler machen lassen. Dieser hat die Gasanlage eingebaut, die Gasprüfung gemacht und im gelben Buch mit allen Geräten einge­tragen. Der TÜV kam direkt ins Haus und hat die technische Abnahme vorge­nommen. (Nicht alle TÜV oder Dekra Stellen haben aber die entspre­chend geschulten Leute). Wir mussten anschließen lediglich beim Landratsamt alles in die Fahrzeug­pa­piere eintragen lassen.

      Viele Grüße

      Stefan

  • Servus Stefan,
    heute mal nicht über FB 🙂
    Habe keinen (ich trau mich nicht, es auszu­sprechen) GASFILTER…..JAAAAAAAAA, guten Morgen eben. Was habt ihr für einen verbaut und wie erkennst du einen Wechsel bzw eine Reingung?
    Lg vom Volker

    • Hallo Volker,

      bis jetzt mussten wir noch keinen Filter tauschen. Weder den Befüll­filter (Sinter­filter) noch den Filter für die interne Anlage (Keramik­filter). Verschmut­zungen sind auch nicht zu erkennen. Truma schreibt, dass der Keramik­filter regel­mäßig auf Verschmut­zungen hin kontrol­liert werden, und mindestens nach 2 Jahren erneuert werden sollen. Solange alles läuft und der Filter sauber ist, sehe ich keine Veran­lassung (Ölige Rückstände sollen zu erkennen sein, bzw. abtropfen). Der Sinter­filter ist von Wynengas, den hat uns der Händler damals mitge­geben. Dieser soll das eindringen von Partikeln in den Gastank verhindern. Der ist aber auch blitze­blank.

      Liebe Grüße

      Stefan

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