Leben im Wohn­mo­bil: Wie wir dau­er­haft im Camper wohnen

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Du interessierst dich für das Leben im Wohnmobil? Dann bist du auf unserem Blog genau richtig. Im Mai 2016 haben wir unsere Jobs gekündigt, das Haus verkauft und sind in unseren Kurzhauber gezogen. Wir möchten allen, die mit dem Gedanken in einen Camper ziehen zu wollen mit diesem Blogpost eine Hilfestellung geben und die häufigsten Fragen beantworten, wie beispielsweise. Darf man im Wohnmobil leben? Was kostet das es im Womo zu wohnen und wie finanziert man das? Profitiere von unserer langjährigen Erfahrung.

Aussteiger, die im Wohnmobil leben

Auch wenn wir häufig als Aussteiger betitelt werden, so sehen wir uns ganz und gar nicht, als wären wir Aussteiger, die im Wohnmobil leben, sondern eher als Einsteiger, die ihr Leben verändert haben. Das hat auch uns verändert.

Immer wieder haben wir uns damals gefragt, ob die klassische Lebensgestaltung mit Job, Arbeit, Familie und Haus das ist, was wir uns für die nächsten 40 Jahre vorstellen könne und wollen. Nach einiger Zeit kamen wir ganz klar an den Punkt, dass es das nicht gewesen sein kann.

Dass wir etwas ändern wollen, war uns schon lange klar, aber das wie stand noch lange in den Sternen. Der entscheidende Faktor in einen Camper zu ziehen war für uns, dass wir unser Zuhause immer dabei haben. Wir schlafen im eigenen Bett, kochen in der eigenen Küche und duschen in der eigenen Dusche. Backpacking wäre eher weniger was für uns.

Und nachdem wir nun schon über vier Jahre sehr glücklich mit dieser Entscheidung sind, wollen wir jedem, der diesen Gedanken mit sich trägt helfen, die wichtigsten Fragen zum Leben im Wohnmobil zu beantworten und das aus den Erfahrungen, die wir selber gemacht haben.

Darf und kann man dauerhaft im Wohnmobil leben?

Dass irgendwann mal jemand auf die Idee kommen könnte in einem Womo leben zu wollen, hat der Gesetzgeber wohl nicht für möglich gehalten oder bedacht, denn es gibt rein von der Gesetzeslage her ein paar Hürden, gerade wenn es um Dinge wie Meldeadresse geht. Doch dazu kommen wir später im Beitrag. Sehen wir uns doch erst mal die aktuelle Gesetzeslage an.

Gesetzeslage: Darf man im Wohnmobil leben?

Eine Frage, die im Zusammenhang mit alternativen Wohnmöglichkeiten immer auftaucht, ist die nach der rechtlichen Seite:

Ist ein Leben im Wohnmobil erlaubt? Wie ist das rechtlich?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es kein Gesetz gibt, in dem explizit steht, dass es nicht erlaubt wäre. Allerdings ist es durchaus eine rechtliche Grauzone. Denn an für sich müsste man sich ja irgendwo melden, doch wo, wenn man dauerhaft auf Reisen ist? Dementsprechend sind Lebensentwürfe, wie der unsrige, in den Gesetzen einfach nicht vorgesehen.

Allerdings gibt es verschiedenste Möglichkeiten, wo man wohnen kann, wenn man in seinen Camper ziehen möchte:

Auf dem Campingplatz leben

Viele wollen einfach nur ihren Wohnraum verkleinern und träumen deshalb davon, dauerhaft auf einem Campingplatz zu wohnen. Viele Dauercamper sind auf dem Campingplatz dann auch gemeldet. Das ist ebenfalls eine gesetzliche Grauzone, wird aber meistens geduldet. Am besten solltest du dich bei deinem Wunschcampingplatz informieren, ob dort ein Wohnen im Wohnmobil mit Meldeadresse möglich ist.

Gemäß Bundesmeldegesetz § 20 kann auch ein Wohnmobil oder Wohnwagen als Wohnung anerkannt werden, aber die Voraussetzung ist, dass man ihn kaum oder nur wenig bewegt.

Wohnen im Wohnmobil auf eigenem Grundstück

Wem der Trubel auf einem Campingplatz zu viel ist, der könnte auf dem eigenen Stück Land im Wohnmobil wohnen. Egal, ob du in Deutschland oder im Ausland im Wohnmobil auf dem eigenen Grundstück wohnen möchtest, solltest du dich unbedingt vorab bei der Gemeinde informieren, ob es dafür eventuelle Vorschriften gibt und was du beachten solltest. Nicht, dass es am Ende ein böses Erwachen gibt.

Dauerhaft mit dem Wohnmobil reisen

Wir haben uns für das dauerhafte Reisen mit dem Womo entschieden. Heute hier, morgen da, je nach Lust und Laune fahren wir dem schönen Wetter hinterher oder erfüllen uns lang gehegte Träume, wie beispielsweise eine Nacht in der Wüste zu verbringen oder mit Meeresrauschen einzuschlafen.

Dabei sind wir eher weniger der Typ Extrem-Abenteurer, sondern wollen lediglich schöne Orte und die Natur um uns herum genießen.

In unseren Wohnmobil-Reiseberichten kannst du sehen, wo wir schon unterwegs waren und was wir in vier Jahren Leben im Wohnmobil erlebt haben.

Welches Wohnmobil zum Dauerwohnen?

Die wichtigste Wahl, die man wohl am Anfang treffen muss, ist, welches Wohnmobil zum Dauerwohnen den eigenen Bedürfnissen am nächsten kommt. Die Auswahl ist schier riesig und so stellt sich schnell die Frage, ob es ein normaler Camper werden soll oder vielleicht doch ein Lkw? Wird Allrad benötigt oder reicht vielleicht auch ein Kastenwagen?

Ins Wohnmobil ziehen

Viele entscheiden sich für das klassische Wohnmobil, um dauerhaft darin zu wohnen. Der große Vorteil hierbei, man muss kaum selbst Hand anlegen und hat (fast) alle Annehmlichkeiten, die man braucht, um darin leben zu können.

Im Allrad-Lkw wohnen

Wir persönlich haben uns anfangs auch normale Reisemobile angesehen, uns dann letztendlich aber für einen Allrad-Lkw entschieden. Einfache und robuste Technik, möglichst wenig Kunststoff und die Möglichkeit alles selbst reparieren zu können waren einige Gründe, warum die Wahl auf so ein altes Fahrzeug gefallen ist. Auch wenn die Restaurierung uns so einiges abverlangt hat.

Im Wohnwagen leben

Natürlich kann man nicht nur in einem Wohnmobil, sondern auch im Wohnwagen leben. Der klare Vorteil ist sicherlich, dass man immer ein Auto dabei hat und sich so beim Einkaufen, Sightseeing usw. wesentlich leichter tut, als wenn man beispielsweise mit einem riesigen Lkw in die Stadt fahren muss. Dafür ist das Finden von geeigneten Schlafplätzen u. U. etwas komplizierter, wenn man dauerhaft Reisen möchte.

Falls du dich noch nicht entscheiden kannst, ob Wohnwagen oder Wohnmobil, dann kommst du mit Klick auf den Link direkt zu unserem Beitrag. Wir kennen nämlich beide Seiten.

Kastenwagen oder Bus statt Wohnung

Gerade viele junge Paare oder Singles entscheiden sich für einen Kastenwagen oder auch einen Bus. Der große Vorteil ist klar erkennbar – die Maße sind ideal, um problemlos überall hinzukommen, und trotzdem hat man Bett, Küche und manchmal sogar auch ein kleines Bad mit drin.

Großer Lkw oder kleiner Bus – jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile
Welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Aufbauten haben, kannst du übrigens in unserem Beitrag zum Thema Wohnmobilaufbau nachlesen. Vielleicht fällt dir die Wahl, welches Modell zum Dauerwohnen am besten geeignet ist, damit leichter.

Welche Vorteile und Nachteile hat das “Vanlife”?

Natürlich können wir nur aus unseren persönlichen Erfahrungen berichten und dir zeigen, was aus unserer Sicht die Vor-, sowie Nachteile sind, wenn man im Wohnmobil lebt, denn wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Das perfekte “Vanlife”, wie es auf Instagram & Co. gerne propagiert wird, gibt es so natürlich nicht bzw. man sieht immer nur die eine Seite. Also lasst uns mal ansehen, welche Vorteile und Nachteile das Wohnen im Womo hat.

VorteileNachteile
Viele neue Eindrücke & Erlebnisse
Ein riesiger Vorteil vom Leben und Reisen im Camper sind die tollen Erlebnisse und Eindrücke. Während bei den Daheimgebliebenen meist alles beim Alten bleibt und sich wenig ändert, so hat man beim Reisen ständig neue Eindrücke und wir könnten mit unseren Erlebnissen und Geschichten, die wir aus den letzten Jahren zu erzählen haben, sicher so einige Abende füllen.
Keine Beständigkeit
Viele wünschen sich gleichbleibende Beständigkeit in ihrem Leben und brauchen das auch, um glücklich und zufrieden zu sein. Das gibt es beim Leben im Wohnmobil eher weniger, außer man steht fest an einem Ort. Ansonsten muss man sich immer wieder an neue Länder und Kulturen anpassen.
So viel Platz wie nötig, so wenig wie möglich
Wer meint, dass das Leben auf engem Raum nur nachteilig ist, dem wollen wir gern das Gegenteil beweisen. Wir lieben den kleinen Raum und können uns aktuell nicht vorstellen, wieder in einem Haus zu wohnen. Der Haushalt ist schnell erledigt, es ist megagemütlich und das Leben ist draußen, weshalb mehr als unsere 12 qm gar nicht nötig sind.
Einschränkungen Stromverbrauch, Wasser, usw.
Im Wohnmobil ist nur begrenzt Platz, weshalb man auch nicht unendlich Wasser, Strom usw. zur Verfügung hat. Dementsprechend muss man immer wieder dafür sorgen, dass die Wassertanks gefüllt und die Batterien wieder aufgeladen werden. Dies kann für manch einen ein Nachteil sein, gehört für uns einfach zum Leben dazu.
Selbstbestimmt leben
Wo unser Leben vorher getaktet war durch Arbeit, Termine, Haushalt uvm. so können wir heute selbst entscheiden, womit wir unseren Tag füllen. Natürlich müssen wir auch heute noch arbeiten und Geld verdienen (mehr dazu weiter unten im Beitrag), aber trotzdem entscheiden wir alles selbst. So können wir uns an besonders heißen Tagen, wo es von der Arbeit her ruhig ist dazu entscheiden, dass wir nun Feierabend machen und an einen See fahren. Diese Freiheit lieben wir und sie ist wohl mit das größte Privileg.
Sicherheitsgefühl
Die Sicherheitslage in Europa ist gut und so hatten wir noch nirgendwo wirklich Angst. Allerdings ist man natürlich in einem fremden Land, steht vielleicht irgendwo in der Natur und weiß nicht so recht, wie sicher die Gegend eigentlich ist.
Auch ein aufziehendes Unwetter mit starken Winden kann schon mal zu Nervosität führen, denn man nimmt das im Wohnmobil natürlich ganz anders wahr als in einem Steinhaus. Wer allzu ängstlich ist, sollte sich Gedanken machen, wie sich das lösen lässt.
Heute hier, morgen dort – da sein, wo du sein möchtest
Wird das Wetter schlecht, dann ziehen wir weiter. Gefällt uns unser Ausblick nicht mehr, fahren wir einfach woanders hin. Ein großer Vorteil daran, sein Haus immer mit dabei zu haben.
Freunde und Familie vermissen
Wer dauernd auf Reisen ist, wie wir, der vermisst früher oder später die liebe Familie und die Freunde, die in Deutschland sind. Ein spontanes Treffen zum Kaffeetrinken o. Ä. ist so kaum möglich. Wir reisen meist ein Mal im Jahr nach Deutschland, um unseren Liebsten zu besuchen, bevor wir dann wieder weiterziehen.
24/7 mit dem Partner zusammen sein – für uns ein Traum
Wir erleben all das als Paar, was für uns die Ideallösung ist. Wir genießen die gemeinsame Zeit, auch wenn das 24 h am Tag und 7 Tage die Woche auf engem Raum bedeutet. Für manche mag diese Vorstellung eher nach dem absoluten Horror klingen, doch wir haben das Glück, dass das bei uns funktioniert. So habe ich nicht nur meinen Mann, sondern gleichzeitig auch meinen besten Freund dabei, mit dem ich all die Eindrücke und Erlebnisse teilen kann.
Neue Bekanntschaften meist nur von kurzer Dauer
Nicht nur Freunde und Familie muss man zurücklassen. Auch liebe Menschen, die man unterwegs kennenlernt, muss man früher oder später wieder ziehen lassen, ohne zu wissen, ob und wann man sich wiedersieht. Da ist das ein oder andere Abschiedstränchen garantiert. Zum Glück kann man heutzutage den Kontakt allerdings mithilfe von verschiedenen Kommunikationsmethoden aufrecht halten.
Eigener Rhythmus
In der Arbeitswelt wird uns ein Rhythmus vorgegeben, nach dem wir uns richten. Doch manchmal passt dieser nicht zu unserer inneren Uhr. Das ist nun anders. Meine innere Uhr sagt mir, wann ich aufstehe und wann ich ins Bett gehe, wann ich am produktivsten bin und wann ich mich lieber an den Strand lege und nichts tue. Kein Stress von außen und viel Zeit für uns selbst – ein riesiger Vorteil am Leben im Wohnmobil, wie ich finde.
Unfall und große Reparaturen = wohnungslos
Wenn du einen Unfall mit deinem Fahrzeug hast und es deswegen länger in die Werkstatt muss, dann ist die Wohnung bzw. das Zuhause gleich mal für ein paar Tage/Wochen weg. Eine blöde Situation und sicherlich ein weiterer Nachteil.
Weniger Geld nötig
Da so was wie Miete als Ausgabe wegfällt, außer du wohnst auf einem Campingplatz, sind die Ausgaben, die man hat, wesentlich geringer. Dementsprechend brauchst du zum Leben weniger Geld und musst dementsprechend auch weniger verdienen.
Schlafplatzsuche nicht immer einfach
Gerade, wer nicht immer auf Campingplätzen übernachten möchte, hat manchmal die Schwierigkeit einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Immer mehr Freistehplätze werden mit Schildern geschlossen und wenn man nicht rechtzeitig anfängt, steht man abends gerne mal da ohne einen Platz für die Nacht. Da muss manchmal dann auch ein nicht so schönes Fleckchen genommen werden.

Ausprobieren, ob das was für dich ist

Natürlich können wir nur unsere persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen vermitteln, das heißt aber noch lange nicht, dass du das genauso siehst. Dementsprechend können wir jedem, der ins Wohnmobil ziehen möchte, nur empfehlen, es einfach mal auszuprobieren.

Wenn du kein Womo hast, dann miete dir eins und fahr mit deinem Partner oder alleine einfach mal für drei oder vier Wochen weg und mach quasi die Probe aufs Exempel. Dann wirst du sehr schnell merken, ob du dich wohlfühlst oder es eher nicht deins ist.

Wie macht ihr das mit … ?

Wenn es um das Leben im Wohnmobil geht, tauchen meist dieselben Fragen auf:

  • Wie macht ihr das mit der Post?
  • Welche Versicherungen habt ihr?
  • Wo habt ihr euer Bankkonto?
  • Braucht man eine Meldeadresse?

Wir wollen die Wichtigsten in diesem Zusammenhang in aller Kürze beantworten und von unseren persönlichen Erfahrungen und Methoden erzählen.

Post empfangen, wie geht das, wenn man immer auf Reisen ist?

Wenn man mobil unterwegs sein will, muss man natürlich auch irgendwie an seine Post kommen. Idealerweise ist man noch irgendwo gemeldet und hat jemanden, der die Post für einen annimmt und einem zukommen lässt. In diesem Zuge sollte man auch an eine Postvollmacht denken. Hat man keinen, dem man seine Post anvertrauen kann, gibt es ein paar Dienstleister, die sich genau darauf spezialisiert haben, wie z. B. Dropscan. Dort öffnen und scannen sie deine Post und schicken sie dir per Mail.

Wollen wir auf unserer Reise ein Paket bekommen, dann fragen wir bei der Post, ob es eine postlagernde Zustellung gibt. Dann wird das Paket direkt an die Postfiliale geschickt. In Finnland hat das wunderbar geklappt und auch nach Portugal haben wir schon Post schicken lassen.

Alternativ kann man auch bei Campingplätzen o. Ä. Einrichtungen fragen, ob man das Paket dorthin schicken lassen kann.

Versicherungen

Auch wenn man dauernd reist, braucht man noch ein paar Versicherungen. Welche man behalten möchte, das ist ganz individuell. Wir haben für uns Folgende behalten:

  • Langzeit-Auslandskrankenversicherung

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  • Unfallversicherung
  • Wohnmobil-Versicherung für unseren Oldtimer
  • Haftpflichtversicherung für uns und unseren Hund.
    Da unsere liebe Emily leider im August 2019 verstorben ist, benötigen wir diese Versicherung nicht mehr.
RIP liebe Emily 😘

Nähere Informationen, wie wir unsere alte Krankenversicherung gekündigt haben und welche Erfahrungen wir mit unserer Neuen gemacht haben, kannst du im Beitrag Langzeit-Auslandskrankenversicherung nachlesen.

Bankkonto

Wir haben zwei Bankkonten. Nicht, weil eines aufgrund unserer „Reichtümer“ sonst aus allen Nähten platzen würde, sondern aus praktischen Gründen. Auf unserem Standard Sparkassen Konto liegt unser Budget. Von diesem Konto aus bezahlen wir uns monatlich einen Lohn auf das Konto bei der DKB. Sonst müssten wir jedes Mal enorme Gebühren zahlen, wenn wir z. B. in Ausland Geld abheben oder mit Karte bezahlen würden.

Da kommt nun die DKB ins Spiel. Ab monatlichen Geldeingängen von mind. 700 Euro bekommt man die Gebühren für Bargeldabhebungen und Zahlungen aus dem Ausland erstattet. Außerdem ist eine Kreditkarte dabei, die besonders bei Bezahlsystemen für elektronische Maut oder Ähnlichem, sehr vorteilhaft sein kann.

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Meldeadresse, wenn man im Camper wohnt

Ein wichtiger und gleichzeitig einer der schwierigsten Punkte beim Leben im Wohnmobil ist die Meldeadresse. Was bis 01.11.2015 noch kein Problem war, wurde ab diesem Datum eins, dank einiger Gesetzesänderungen.

Kurz zusammengefasst heißt es, dass man sich auch die meiste Zeit dort aufhalten muss, wo man seine Meldeadresse hat. Lebst du allerdings in deinem Camper und bist die meiste Zeit des Jahres auf Reisen, dann müsstest du dich, rein rechtlich gesehen, abmelden. Auch für Freunde und Familie kann es mit bis zu 50.000 € Strafe richtig teuer werden, wenn sie dir eine „Meldeadresse stellen“ und das Ganze rauskommt.

Hier findest du die genauen Gesetzestexte zur Meldeadresse:

Wie groß das Risiko nun ist, dass man erwischt wird, das muss sich jeder selber entscheiden und auch, ob er es tragen kann oder will. Man darf nicht vergessen, dass auch das Abmelden einige Nachteile mit sich bringt (nähere Infos bei der Deutschen Anwaltshotline).

Solange sich diesbezüglich nichts ändert, bleibt die Meldeadresse auch weiterhin das schwierigste Thema beim Umzug ins Wohnmobil.

Leben und Reisen – welche Herausforderung bringt das mit sich?

Du kannst dir sicher vorstellen, dass gerade das dauerhafte Reisen im Wohnmobil die ein oder andere Herausforderung mit sich bringt. So muss man sich durchaus Gedanken darüber machen, wo man schläft, wie man kocht, Wäsche wäscht und wo man seinen Wassertank wieder befüllt.

Schlafplätze finden

Natürlich muss man auch irgendwo schlafen. Und wo man das tut, ist individuell verschieden. Wir für unseren Teil sind keine Fans von Campingplätzen, sondern stehen am liebsten frei. Irgendwo in der Natur, wo uns keiner sieht und wir einfach nur für uns sein können. So wie hier in Portugal. Ein kleiner Platz an einem Fluss und weit und breit nichts und niemand. Nur wir und viele Schmetterlinge und Vögel. So haben wir uns das vorgestellt.

Im Camper kochen wie Zuhause

Unser Koch- und Essverhalten hat sich vergleichsweise nicht groß verändert. So gibt es grundsätzlich frisch gekochte, leckere Gerichte mit den Produkten der Regionen, in denen wir uns aufhalten.

Da wir keinen Backofen in unserem Reisemobil haben, haben wir uns vor unserer Abfahrt noch einen Omnia besorgt. Gerade, wenn uns wieder mal das Brot ausgeht oder wir Lust auf Kuchen oder einen Auflauf haben, ist dieser kleine Backofenersatz perfekt.

Mittlerweile haben wir auch einen Dutch Oven an Bord, der regelmäßig zum Einsatz kommt.

Wäsche waschen, aber wo?

Auch wenn man mit dem Camper reist und darin lebt, möchte man auf frisch gewaschene Wäsche nicht verzichten. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen blumigen Duft in seine Wäsche zu bekommen. Entweder man nutzt Waschmaschinen auf Campingplätzen oder man steuert Waschsalons an. Und es gibt noch eine total geniale Möglichkeit, die so ganz anders ist.

Man organisiere sich eine große Tonne und schnalle die aufs Dach. Dort gibt man dann einfach vor der Fahrt die Wäsche rein und Wasser sowie Waschmittel dazu. Wenn diese auf dem Dach liegt und man nicht nur 100 km auf der Autobahn geradeaus fährt, dann wird die Wäsche dadrin super gewaschen. Den Inhalt ausleeren und mit frischem Wasser auf dieselbe Art und Weise spülen lassen oder einfach selber per Hand ausspülen.

Wasser auffüllen

Für unsere Wasserversorgung haben wir einen 150-l-Wassertank dabei. In Europa ist die Versorgung mit Trinkwasser gar kein Problem. So füllen wir unseren Vorrat meist an Tankstellen, Versorgungsstationen oder Campingplätzen auf.

In diesem Zuge kann man auch gleich den Inhalt der Trockentoilette und das Grauwasser entsorgen.

Ein wirklich tolles Hilfsmittel ist dabei der Wasserdieb, der uns schon an vielen Wasserhähnen ohne Gewinde gute Dienste geleistet hat.

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Minimalistisch oder autark?

Bei den Vanlifern oder den im Wohnmobil Lebenden gibt es verschiedene Fraktionen. Die einen halten es sehr minimalistisch und sind ohne Toilette oder Dusche unterwegs. Die anderen haben einen voll klimatisierten Camper und so viel Strom, dass nicht mal die Induktionskochplatte und der Strombackofen die Batterie leer bekommt. Du solltest dir vor deinem Umzug überlegen, wie du leben möchtest und worauf du verzichten kannst und worauf nicht.

Wir mögen es einfach und so brühen wir unseren Kaffee auch nach vier Jahren noch per Hand auf.

Wir persönlich haben eine Solaranlage, Heizung, Batterie und wie bereits erwähnt Wasser an Bord. Auch eine Toilette, sowie Dusche ist bei uns im Lkw verbaut. Darauf würden wir auch nicht verzichten wollen. Doch mal ein paar Details zu unserer Technik an Bord.

Gastank für die Gasversorgung

Wir haben einen 90 Liter Gastank verbaut. Dieser versorgt sowohl unser Kochfeld als auch unsere Heizung mit Gas, wodurch wir es im Winter schön warm im Camper haben. Auch unser Absorber-Kühlschrank wird mit Gas betrieben.

Stromversorgung

Auch Strom im Wohnmobil ist gerade für alle, die darin Leben wollen, immer wieder  Gesprächsthema und sorgt auch gern für Diskussionen.

Wir persönlich haben unseren Camper mit 680 WP Solar und einer 200 Ah Lithium-Batterie ausgestattet.

Damit laden wir unsere Laptops, Handys und Tablets auf oder nutzen auch gern mal einen Mixer oder Pürierstab in der Küche.

Falls du Hilfe bei der Planung deiner Stromversorgung benötigst, sprich uns einfach an. Wir planen deine Ausstattung nach deinen Bedürfnissen und bieten dabei unsere individuelle Beratung und Unterstützung an. Nähere Informationen dazu findest du im Campofant Shop.

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Was kostet ein Leben im Wohnmobil?

Eine der meist gestellten Fragen sind die nach den Kosten des Lebens im Wohnmobil. Wie bei der normalen Wohnsituation in einer Wohnung oder einem Haus fallen natürlich auch hier Kosten wie Versicherung, Steuer, Sprit, Gas usw. an.

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, welche Kosten auf euch zukommen könnten, wollen wir euch unsere Ausgaben der letzten vier Jahre im Detail aufzeigen. Damit habt ihr zumindest eine kleine Orientierung, auch wenn diese Angaben natürlich nicht allgemeingültig sind.

Unsere Ausgaben

Hier ein kleiner Überblick, was wir monatlich in etwa ausgeben. Da wir bereits über vier Jahre im Wohnmobil leben, können wir auch sagen, dass es monatlich mal mehr und mal weniger Kosten sind. Je nachdem, ob Reparaturen anfallen oder wir besonders viel reisen.

Aber deutlich über den nun aufgestellten Kosten waren wir bisher nur in Norwegen, wo aber auch alles etwas teurer ist.

Ausgaben  monatliche Kosten
Fixkosten
Versicherungen, Gebühren, usw.
  ca. 600 Euro
Lebensmittel, Kleidung, usw.  ca. 300 Euro
Unterhaltskosten Wohnmobil (Diesel, usw.)  ca. 200 – 600 Euro
Gesamte Kosten  ca. 1000 – 1600 Euro

Wir hatten uns am Anfang unserer Reise ein Budget von 1500 Euro monatlich festgelegt. Das sollte für zwei Personen + Hund reichen, was es auch tat. In Marokko haben wir wesentlich weniger gebraucht und in Norwegen, wie bereits erwähnt, etwas mehr.

Wie kann man das finanzieren?

Hier wollen wir euch nun keine möglichen Jobs auflisten, die man von unterwegs machen kann, sondern unsere eigene und ganz persönliche Geschichte erzählen. Am Anfang unserer Reise hatten wir für etwa zwei Jahre Budget durch den Verkauf des Hauses. Dabei hatten wir mit monatlichen Ausgaben von etwa 1500 Euro gerechnet.

Das erste Jahr haben wir auch kaum Zeit dafür aufgewendet, um uns zu überlegen, wie wir Geld verdienen wollen, sondern die Zeit lieber fürs Ankommen in unserem neuen Leben genutzt. Nach einem Jahr war uns dann klar, dass wir auf gar keinen Fall zurück in unser altes Leben wollen und so mussten wir uns Gedanken machen, wie wir unser Leben bestreiten wollen.

Schließlich haben wir nicht das Glück und können schon als Rentner ins Wohnmobil ziehen. Wir müssen unsere Brötchen noch für einige Jahrzehnte verdienen.

Unser Blog übers Leben im Wohnmobil

Den Anfang machten wir mit unserem Blog über das Leben im Wohnmobil. Hier berichten wir von unseren Reisen, was wir so erlebt haben, geben Tipps zu den verschiedensten Reiseländern und helfen andererseits mit unseren Technik-Ratgebern allen, die selber ausbauen wollen und Tipps & Tricks vom Fachmann brauchen können.

Stefans Ausbildung als Elektriker und Kfz-Mechaniker kam uns hier sehr zugute, auch wenn wir beide nichts mit Webseiten o. Ä. am Hut hatten.

Allerdings haben wir das eine Jahr genutzt, um uns alles über SEO, Backlinks, Content usw. selbst beizubringen, was den Blog dann auch zum Erfolg geführt hat.

Und ja, es ist manchmal gar nicht so leicht sich zur Arbeit zu motivieren, wenn man an den schönsten Fleckchen dieser Erde steht und die Füße lieber in den Sand graben und das Meer beobachten würde. Aber es lohnt sich.

Heute finanzieren wir unser Leben im Wohnmobil mit dem Blog und haben diesen auch noch um einen Shop erweitert.

Weitere Informationen, wie man sich das “Vanlife” finanzieren kann, haben wir übrigens im Beitrag Weltreise finanzieren gesammelt.

Als Rentner im Womo

Wer das große Glück hat und monatlich seine Rente aufs Konto bekommt, der kann natürlich leichter ins Wohnmobil ziehen. Deswegen wir das Leben im Wohnmobil gerade unter Rentnern auch immer beliebter. Viele davon nutzen das Reisemobil um im Süden zu überwintern oder einfach die Welt zu entdecken.

Unsere kleine Checkliste woran du denken solltest, bevor du ins Wohnmobil ziehst

Wir hoffen, wir konnten dir einen kleinen Einblick und nützliche Informationen zum Leben im Wohnmobil geben. Für uns ist es die beste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Und wir können nur jedem Mut machen, es einfach zu probieren. Letztendlich können wir dir nur ein paar Tipps und Infos an die Hand geben, doch den wirklich entscheidenden Schritt musst du selber machen.

Solltest du noch Fragen haben und irgendwas wissen wollen, worauf wir in unserem Beitrag nicht näher eingegangen sind, dann her damit. Wir werden gerne versuchen, unser Wissen weiterzugeben.

Hier haben wir noch eine kleine Checkliste für dich, an was man eventuell noch denken muss, bevor es dann endlich losgeht.

  • Für noch zu machende Steuererklärungen Elster-Zertifikat anfordern, damit du deine Erklärung von jedem Ort der Welt online, ohne Unterschrift abgeben kannst.
  • Postvollmacht für denjenigen, der deine Post entgegennimmt.
  • Versicherungen abschließen/kündigen.
  • Je nach Reiseland, um eventuell vorgeschriebene Impfungen kümmern (auch für den Hund).
  • Wenn du als Selbstständiger Geld verdienen willst, dann noch ein Gewerbe anmelden.
  • Bank wechseln und eventuell altes Konto kündigen.
  • Evtl. aus dem Heimatland abmelden.
  • Internationalen Führerschein/Fahrzeugschein besorgen, wenn nötig.
  • Wenn du Medikamente brauchst, dann als Vorrat organisieren oder Gedanken machen, wie du sie auf Reisen bekommst.
  • Wohnung oder Haus auflösen oder untervermieten.
  • Internet – überlegen, wie es gehen soll und was du dafür noch brauchst.
  • Bestehende Verträge durchschauen und eventuell kündigen.
  • Ist die Laufzeit deiner wichtigen Dokumente, wie Pass, Reisepass, Bankkarte, noch ausreichend? Wenn nein, Neue beantragen.
  • Grüne Versicherungskarte ausstellen lassen.
  • Wenn du eine Wohnung hast, GEZ ummelden oder abmelden.
  • Wichtige Arztbesuche noch erledigen, bevor du losfährst (Zahnarzt, o. Ä.). Aber wir hatten bisher auch nur gute Erfahrungen in unseren Reiseländern.
  • Deine wichtigsten Unterlagen einscannen und auf einem USB-Stick, einer Festplatte oder dem Laptop speichern. Alternativ kannst du sie auch in eine Cloud laden.
  • Eventuell das Reisemobil noch mal durchchecken lassen.
  • Wenn nötig, noch Wasser/Strom abmelden und abrechnen lassen.

Ich hoffe wir konnten dir einen kleinen Einblick in unser Leben im Wohnmobil geben und du hast ein paar hilfreiche Tipps bekommen, wie man sich das “Vanlife” finanzieren kann und welche Kosten auf einen zukommen, wenn man in einem Camper wohnt.

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44 Kommentare

  • Euer Arti­kel macht Mut und legt offen, dass es keine unüber­wind­li­che Hin­der­nis­se gibt in einem Wohn­mo­bil oder Wohn­wa­gen zu leben. Das Wich­tigs­te ist eh, ob man vom Typ Mensch/Charakter dazu geeig­net ist und durch moder­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten ist auch Kon­takt zur Fami­lie und Freun­de kein Pro­blem. Natür­lich sind die täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen inten­si­ver, als wenn man einen festen Wohn­sitz hat. Ich habe meine Woh­nung ver­kauft und mich aus Deutsch­land abge­mel­det, aber habe eine Ver­trau­ens­per­son für meine Post. Meine Pas­si­on ist das Reisen, aber nur mit einem SUV die teu­ers­te Vari­an­te. Des­halb werde ich mich für einen Wohn­wa­gen ent­schei­den nach meiner Rück­kehr nach Deutsch­land. Wohn­wa­gen des­halb weil ich dann in Europa blei­ben möchte und nicht stän­dig wei­ter­zie­hen möchte. So könnte ich mir im Winter auch 3 Monate Kana­ren vor­stel­len mit Wohn­wa­gen. Sind ca. 1500 Euro ein­fach mit Fähre. Länder in Über­see werde ich mit Flug­zeug und Mietwagen/WOMO machen, wobei ich fast 70 Länder bereits gese­hen habe und nicht Alles sehen muss auf der Welt. Alles sub­jek­tiv und indi­vi­du­ell gestalt­bar. Als Früh­rent­ner habe ich täg­lich Auf­ga­ben und hoffe fit zu blei­ben, was in meiner klei­nen Burg/Maisonette Woh­nung früher oft zur Lethargie/Bequemlichkeit führte.

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