Von Merzouga nach Zagora – Offroad natürlich

Reisebericht, Zagora, Marokko, Offroad, Wohnmobil

Nachdem Ralf’s Landy innerhalb eines Tages in der Werkstatt in Merzouga repariert werden konnte, haben wir uns aufge­macht, um auf einer Piste von Merzouga nach Zagora zu fahren. Die Piste war abwechs­lungs­reich und hat uns tierisch viel Spaß gemacht. Und immer wieder müssen wir uns wundern, wie die Dinge in Marokko laufen.

Reparatur des Landys

Nachdem wir nach unserem Offroad Track in Merzouga angelangt waren, brachten wir den Landy direkt in eine Werkstatt. Die Mecha­niker vor Ort stellten fest, dass Ralf ein neues Diffe­rential und zwei neue Stoss­dämpfer benötigte. Sie ließen das Diffe­rential direkt aus Zagora anliefern. Noch am selben Abend konnte Ralf seine geliebte „Hoppetosse“ wieder abholen. So stand der Abfahrt nach Zagora, am nächsten Morgen, nichts mehr im Weg.

Von Merzouga nach Zagora

Schon früh begannen wir unseren Tag, denn es lag eine ordent­liche Strecke vor uns. Oli fuhr mit seinem Bus auf befes­tigten Straßen und wir verein­barten, dass wir uns in einem kleinen Dorf, entlang der Piste, wieder treffen würden.

Wir fuhren mit Ralf genau die Route, die wir auch anfangs bei unserem Rundkurs gewählt hatten. Ohne Probleme ging es an dem kleinen Dorf vorbei und durch das Flussbett, vor dem uns alle gewarnt hatten. Und siehe da, mitten im Flussbett ein kleiner Brunnen. Wir hielten an und Ralf konnte nicht an sich halten. Er zog den mit Wasser gefüllten Behälter nach oben und schüttete sich das Wasser über den Kopf … was für eine Erfri­schung. 🙂

Zagora

So, genug Pause, weiter gehts. Über die holprige Stein­piste fuhren wir immer weiter Richtung Zagora. Zwischen­durch mussten wir aller­dings immer wieder einmal stehen bleiben, um die tolle Landschaft in Bildern festzu­halten. Einfach genial, was dieser Teil der Wüste zu bieten hat.

Ein kleines Dorf und ein unvor­sich­tiger Junge

Kurze Zeit später gelangten wir in ein kleines Dorf. Dort kamen schon jede Menge kleine Kinder angerannt, als sie uns entdeckten. Ein kleiner Junge lief neben Ralf’s Landy her und schlug mit seiner kleinen Hand immer wieder an die Beifah­rertür. Ralf fuhr langsam weiter und der kleine Junge ließ von ihm ab. Doch dann versuchte er neben unseren LKW zu gelangen und an unsere Tür zu kommen. Wir blieben stehen, da wir Panik hatten, dass wir den Kleinen eventuell überfahren könnten o.ä.

In kurzer Entfernung sahen wir die Mutter, die die Situation erkannte und versuchte ihren Jungen davon abzuhalten. Wir sahen, wie sie sich in unsere Richtung bewegte und einen Stein vom Boden aufhob. Im ersten Moment dachte Stefan sie wolle den Stein nach unserem Fahrzeug werfen, doch weit gefehlt. Sie drohte ihrem Sohn und versuchte ihm klar zu machen, dass sie den Stein werfen würde, wenn er nicht aufhörte. Als sie bei ihm war, ließ er von unserem Fahrzeug ab und wir konnten langsam durch das Dorf fahren.

Zagora

Hinter dem Dorf bogen wir rechts ab, denn unser Navi sagte uns, dass dies unsere Piste sei. Durch Palmen­plan­tagen ging es auf einer sehr engen Piste hinter das Dorf. Und dann sahen wir nur noch Dünen vor uns. Da müssen wir wohl durch … der Landy fuhr, wie immer, voraus. Denn wo Ralf stecken bleiben würde, wäre wohl auch für uns kein Durch­kommen mehr. Und lieber buddeln wir den Landy aus, bevor wir Fanti irgendwo rausholen müssen.

Mitten durch die Dünen

Ralf nahm ordentlich Schwung und der Landy wühlte sich von einer Düne zur nächsten. Von Stecken­bleiben keine Spur. Also fuhren auch wir mit Schwung hinterher und waren wieder einmal begeistert, wie sich Fanti durch den weichen Sand wühlte. Gerade, als das Fahren im weichen, tiefen Sand anfing Spaß zu machen, war das Dünenfeld auch schon vorbei und so ging es auf der holprigen Stein­piste weiter Richtung Zagora.

Das falsche Dorf

Es war schon 17 Uhr, als wir rechts von uns ein kleines Dorf entdeckten. Das müsste das Dorf sein, an dem wir Oli wieder treffen wollten. Wir verließen die Piste und fuhren durch das kleine Dorf, um nach dem roten Bus Ausschau zu halten. Aller­dings konnten wir ihn nirgendwo entdecken.

Das einzige was wir sahen, war eine Horde von Menschen in Autos und auf Motor­rädern, die wieder einmal versuchten uns auf ihre Camping­plätze zu locken. Doch wir fuhren unbeirrt weiter und blieben ein Stück nach dem Dorf stehen. Dort versuchten wir Oli per Whats App zu kontak­tieren, um heraus­zu­finden, wo er stand. Nachdem wir ein paar Nachrichten ausge­tauscht hatten war uns klar, wir waren ein Dorf zu früh abgebogen. Das Dorf, wohin wir eigentlich wollten, war noch gute 80 km Piste von uns entfernt.

Da die Sonne schon langsam unterging verein­barten wir mit Oli, dass wir uns am nächsten Tag direkt in Zagora treffen würden.

Schlaf­platz irgendwo im Nirgendwo

Wir drehten um und fuhren die 10 km zu unserer ursprüng­lichen Piste zurück. Die Sonne ging schon unter und es war an der Zeit nach einem Schlaf­platz Ausschau zu halten. Als wir wieder auf unserer Piste angelangt waren folgten uns schon wieder zwei Marok­kaner auf ihren Motor­rädern. Wir traten aufs Gas und versuchten erstmal etwas Abstand zu dem kleinen Dorf zu bekommen.

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Das gelang uns auch und schon wenige Kilometer später stellten wir unsere Fahrzeuge, hinter einem kleinen Berg, ab. Wir kochten uns ein paar Nudeln und genossen die Ruhe, bevor wir todmüde in unsere Betten fielen.

Zagora

Auf nach Zagora

Am nächsten Morgen wurden wir bereits um 06.30 Uhr wach. Wir standen sofort auf, da wir ja noch ein wenig Strecke vor uns hatten und nicht zu spät in Zagora ankommen wollten. Nach einem kurzen Frühstück ging es auch schon los. Die Piste, die uns nach Zagora führte, war wesentlich unange­nehmer, als das Stück zuvor.

Zagora

Keinerlei Abwechslung mehr, sondern nur noch Stein- und Wellblech­piste. So macht Piste fahren nicht wirklich Spaß, doch wir hatten Glück. Die Piste führte nach kurzer Zeit an der N12 entlang. Wir entschieden uns dafür unsere Reifen wieder aufzu­pumpen und die restlichen 50 km auf der geteerten Straße zu fahren. Erst kurze Zeit später bemerkten wir, dass es auch keine andere Möglichkeit gegeben hätte. Denn die Piste endete kurz nachdem wir auf die N12 Richtung Zagora gefahren waren.

„Ihr sucht doch den mit dem roten Bus …“

Kaum waren wir in Zagora angekommen wurde Ralf schon von ein paar Marok­kanern auf Mofas belagert. Und besonders verdutzt war Ralf, als ihn einer der Männer fragte, ob wir den Kerl mit dem roten Bus suchen würden. Dieser stünde in Zagora auf einem Camping­platz und er würde uns dort hinbringen. Kurze Zeit später fanden wir Oli dann auf genau diesem Camping­platz. Er hatte dort am Morgen einem jungen Kerl erzählt, dass er noch auf zwei Freunde warten würde, die mit einem LKW und einem Landy unterwegs wären. Da fragt man sich natürlich, ob der Kerl dann den ganzen Tag am Eingang von Zagora darauf gewartet hatte, bis wir ankamen. Manchmal ist es schon verwun­derlich, wie die Dinge in Marokko laufen.

Aber egal, wir sind endlich in Zagora angekommen. Auf dem Camping­platz lernten wir auch gleich Jochen und Horst kennen. Horst ist gute 80 Jahre alt und war schon nahezu überall auf der Welt unterwegs. Er hatte jede Menge aufre­gende und auch berüh­rende Geschichten zu erzählen, die wir so schnell nicht vergessen werden. Jochen ist 31 und Student und wird uns noch ein wenig begleiten. Doch mehr dazu in unserem nächsten Beitrag.

Wenn du noch weitere Infor­ma­tionen für deine Reise nach Marokko benötigst, empfehlen wir dir unseren Marokko mit dem Wohnmobil Beitrag. Dort findest du alle wichtigen Infor­ma­tionen auf einen Blick.

Du hast Lust auf weitere Erleb­nisse aus unserem Reise­ta­gebuch? Dann empfehle wir dir, einen Blick in unsere Wohnmobil Reise­be­richte zu werfen.

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