Quinta Montinho Update: Was sich seit dem Einzug getan hat

Quinta Montinho

Seit 23.08.20 sind wir nun schon hier auf unserem eigenen Grundstück in Portugal. Verrückt, was sich bis dahin schon getan und entwickelt hat und wir müssen gestehen, es fühlt sich tatsächlich so langsam nach Zuhause an. Damals war alles braun und staubig. Heute, wenn ich aus dem Fenster sehe, entdecke ich jede Menge Grün und wunderschöne Blümchen, die nahezu überall dort wachsen, wo Ginster und Zistrosen weichen mussten. Los gehts mit einem Blick zurück.

Was sich seit unserem Umzug getan hat

Wir haben nach unserem Umzug hier auf dem Blog tatsächlich gar keine Updates mehr gegeben, was sich bei uns eigentlich so tut. Schande … ich weiß. Aber wir geloben Besserung.

Ende August waren die Temperaturen noch enorm hoch, dementsprechend war auch alles ziemlich vertrocknet. Unsere ersten Aufgaben lagen darin, den Brunnen zum Laufen bzw. sauber zu kriegen und uns Platz zu schaffen. Die Feuersaison ist noch nicht vorbei gewesen, dementsprechend war auch etwas Eile angesagt.

Hinweis: Verpasse nicht unsere wichtigsten Tipps zum Thema Grundstück in Portugal finden.

Unser Brunnen, der eher ein Teich ist

Wir haben neben einer Quelle, die beim Nachbarn entspringt und die wir aktuell noch nicht nutzen, einen großen Brunnen. Hier wohnen jede Menge Frösche, Wasserläufer und -flöhe sowie allerhand anderes fliegendes und schwimmendes Kleingetier. Als wir anfingen, Wasser zu entnehmen, erinnerte uns das Wasserloch eher an einen übel riechenden Tümpel. Ganz anders als im Juni, als wir das Grundstück besichtigt hatten und das Wasser klar und geruchlos war.

Also Pumpe kaufen, Brunnen leer laufen lassen und dann den Schlamm raus schaufeln, Würgereiz inklusive.

Dank der Quelle, die unseren Brunnen speist, ist er auch schnell wieder vollgelaufen. Tatsächlich viel schneller, als wir erwartet hatten. Gute drei Tage später hat er nahezu denselben Wasserstand wie vor der Reinigungsaktion und das im Hochsommer. Das ist doch vielversprechend.

Auszeichnung für die beste Ginster- und Zistrosenrupferin der Welt

Es ist Anfang September, als wir das erste Mal Besuch empfangen. Unsere liebe Freundin Debbi macht sich von der Schweiz auf den Weg nach Portugal. Die Vorfreude ist riesig, schließlich haben wir uns Ende Dezember das letzte Mal gesehen.

Sie sucht sich einen Platz auf einer der Terrassen aus, die gerade so eine Stellfläche für ihren Van bietet. Der Rest ist überwuchert mit Ginster und Zistrosen. Ob diese bereits geahnt haben, dass das kein gutes Ende für sie nehmen wird, wenn die Schweizerin sich dort einrichtet? Vermutlich nicht, aber es dauert nur ein paar Tage, bis Debbi aus ihrer überwucherten Terrasse eine riesige Freifläche geschaffen hat.

Debbi, wir verleihen dir den Titel für die beste Ginster- und Zistrosenrupferin der Welt.

Dazu sei gesagt, dass diese eigentlich schön blühenden Pflanzen so tief und stark verwurzelt sind, dass es unfassbar viel Kraft und Schweiß kostet, sie aus dem Erdreich zu ziehen, auch wenn das im Herbst wesentlich einfach geht als im Frühjahr, wie wir mittlerweile wissen.

Provisorische Außendusche für heiße Temperaturen

Es ist September und die Temperaturen liegen immer noch gut über 35 Grad. Dementsprechend muss nach und während jedem arbeitsreichen Tag eine Abkühlung her. Darum haben wir eine Palette auf den Boden gelegt, den Wasserschlauch an unsere Brunnenpumpe angeschlossen und so eine provisorische Außendusche eingerichtet.

Und das Wasser, das direkt aus der Quelle kommt, ist so unfassbar kalt, da friert man dann selbst bei 35 Grad Außentemperatur. Aber da ein ganzes Stück Schlauch in der Sonne liegt, hat zumindest einer das Glück und kann sich den Dreck warm vom Körper waschen.

Die ersten Gartenmöbel – Es wird wohnlich

Wir fahren zum Baumarkt, eigentlich nur, um ein paar Gartenstühle zu organisieren. Doch es kommt, wie es kommen muss, aus den Gartenstühlen wird eine preisreduzierte Gartengarnitur mit Tisch, zwei Stühlen und einer Sitzbank. Perfekt, da haben wir fast alle Platz und da der Preis so attraktiv ist, packen wir die Garnitur kurzerhand ein. Für den Übergang ideal.

Hier machen sich wieder mal die Vorteile des Pickups bemerkbar. Ohne Probleme ist das Zeug aufgeladen und nach Hause transportiert. Wir platzieren eine Plane als Unterlage unter einer Korkeiche, um nicht immer mit den nassen Füßen im Dreck zu sitzen und Schutz vor der Sonne zu haben.

Katzenparadies und die ersten Freiflächen

Unsere Katzen Esra und Diva haben sich mittlerweile auch richtig gut hier eingelebt. Den Tag verschlafen sie meist, da es doch noch ziemlich heiß ist, dafür sind sie die ganze Nacht auf Tour. Sie schleppen die ersten Mäuse an und können gar nicht verstehen, wieso das bei Herrchen und Frauchen nicht für die gleichen Begeisterungsstürme sorgt, wie bei ihnen selbst.

Derweil haben wir es tatsächlich geschafft, die ganze linke Seite des Grundstücks von Ginster und Zistrosen zu befreien und damit den Lkw “freizulegen”. Das fühlt sich gleich viel besser an. Auch wenn das Entfernen dieser riesigen Pflanzen eine echte Plackerei ist.

Doch die Feuersaison ist noch nicht um und diese Pflanzen sind wahre Brandbeschleuniger. Das ist auch der Grund dafür, dass sie leider nicht bleiben können, obwohl sie im Frühjahr so wunderschön blühen.

Die ersten Pflänzchen ziehen ein

Für das erste Wohlfühlgefühl dürfen in der trockenen Landschaft ein paar bunte Farbkleckse nicht fehlen und so besorgen wir im Blumenladen gleich mal ein paar schöne Pflänzchen für unsere Quinta.

Auch dürfen ein paar frische Kräuter Einzug halten, waren wir hier von unserem Mietgarten in Sardoal doch sehr verwöhnt.

Auch die Orangen und Zitronen frisch vom Baum fehlen uns, weswegen auch hier kurze Zeit später die ersten jungen Bäume Einzug halten. Allerdings gehen die paar Bäumchen auf dem großen Gelände einfach unter. Ich glaube, da werden wir noch einige besorgen müssen. Und bis da die ersten Früchte dran hängen, müssen wir sicher auch noch ein wenig warten, aber wir haben ja Zeit.

Ein Gartenhäuschen muss her

Verrückt, eigentlich dachten wir nicht, dass wir noch mal Stauraum für Dinge brauchen, die nicht mehr in den Lkw passen. Hatten wir uns vor fünf Jahren tatsächlich all dieser Dinge entledigt, um sie nun wieder anzuschaffen? Anscheinend ja, denn wer sein Grundstück bearbeiten will, braucht so was wie Schaufel, Rechen, Säge, Motorsense und noch vieeeeel viel mehr. Das stand hinter unserem Lkw, doch wenn die Tage nun regnerischer werden, müssen sie irgendwo unterkommen.

Also organisieren wir ein Gartenhäuschen und bekommen all unsere Sachen inkl. Fahrräder dort verstaut.

Der Herbst ist da …

Mittlerweile ist es Herbst geworden, die Temperaturen sind noch angenehm, aber es fällt der erste Regen und wir können endlich wieder mal grillen und dopfen. Hach, das haben wir schon vermisst, muss ich gestehen.

Und langsam, gaaaaaanz langsam verwandelt sich diese braune Wüste in eine grüne Oase. Der Wasserstand im Brunnen steigt kontinuierlich.

Derweil sendet uns die Familie die ersten Schneebilder. Zwischenzeitlich ernten wir unsere ersten Oliven und legen diese in ein Fass mit Salzwasser ein, um die Bitterstoffe aus ihnen zu lösen. Im Idealfall haben wir dann im Frühjahr unsere ersten leckeren Oliven.

Es ziehen weitere Bäume und Büsche ein. Ich hätte ja auch nie gedacht, dass ich mich für Gartenarbeit mal so begeistern könnte. So haben wir mittlerweile folgende Bäume und Sträucher gepflanzt:

  • Limettenbäume
  • Orangenbaum
  • Zitronenbäume
  • Kirschbaum
  • Apfelbaum
  • Kastanien
  • Walnussbaum
  • Mandelbäume
  • Birnbäume
  • Kakibaum
  • Clementinenbäume
  • Medronhos
  • Pfirsichbaum
  • Weinbergpfirsich
  • Amerikanische Eiche
  • Pfefferbaum
  • Johannisbeeren
  • Blaubeeren

Außerdem jede Menge blühende Büsche wie Kamelien, Bougainvillea, Zinerarien, Hibiskus, Ranunkel, Pantoffelblümchen, Oleander, gelber Jasmin und vieles mehr.

Die Tage vergehen …

Wenn das Wetter passt, sind wir nicht gerade von Langweilige geplagt. Im Shop ist es ruhiger geworden, also können wir uns mehr dem Grundstück widmen.

So verbringen wir jede Menge Zeit draußen, um Gestrüpp zu entfernen und auf portugiesische Art zu entsorgen.

Außerdem werden jede Menge Bäume und Blümchen gepflanzt. Und ehe wir uns versehen ist schon 2021. Wo ist die Zeit nur hingekommen?

Mehrfach läuft uns im Winter der Teich über, was aber kein Problem ist. Außerdem hatten wir auch etwas Sorge, was bei starken Regenfällen wohl passieren würde. Aber wir können seeeeeehr dankbar sein, denn der Boden nimmt das Wasser gut auf. Nur stellenweise bilden sich ein paar Pfützen und das auch nur nach tagelangem Starkregen.

Der frostigste Winter seit langem

Dass es in der Region Castelo Branco im Sommer immer ein paar Grad mehr und im Winter ein paar Grad weniger haben soll, wussten wir. Allerdings hatten wir nicht mit wochenlangem Frost gerechnet. Und wie wir aus Gesprächen mit Nachbarn erfahren haben, ist das für die Region eigentlich auch nicht normal.

So war es tatsächlich spannend für uns, ob all die lieben Pflanzen das auch überleben würden. Doch ehe wir uns versehen, steigen die Temperaturen wieder und lediglich die Kakteen und unsere Aloe-Vera scheinen ernsthaften Schaden von den kalten Temperaturen davongetragen zu haben.

Der Frühling kommt und wir ziehen um

So langsam scheint der Winter dem Frühling Platz zu machen. So haben wir aktuell immer um die 20 Grad tagsüber und nachts meist zwischen 5 und 10 Grad. Auf diese trockene Periode haben wir gewartet, um uns endlich einen Traum zu erfüllen. Im oberen Teil des Grundstücks gibt es eine große Terrasse, die ideal für unseren Lkw ist. Die haben wir freigelegt und alles Drumherum noch ausschneiden lassen, bevor wir nun endlich umziehen konnten.

Um unsere Brunnenpumpe weiterhin mit Strom versorgen zu können, haben wir die Tage zuvor noch 150 m Erdkabel besorgt, das in einen Schutzschlauch gezogen und dann vergraben. Wenn man das ohne maschinelle Hilfe macht, dann weiß man am Abend auch, was man getan hat.

Doch das ist auch der Vorteil von so einem großen Grundstück und so viel zu tun. Wir haben uns vermutlich selten mehr bewegt als die letzten Monate und das merken wir auch deutlich.

Angekommen

Der Blick von hier oben ist einfach herrlich und wir fühlen uns mittlerweile echt angekommen. Wir lieben unser kleines Paradies einfach unendlich und so bekommen wir von der Außenwelt auch kaum was mit.

Das waren die letzten Monate in ein paar Zeilen zusammengefasst. Wer mag, kann uns auf Instagram folgen, da posten wir nahezu täglich Updates und Stories, was bei uns so passiert.

3 Kommentare
  1. Hallo Bernd, danke für deine netten Worte. :-) Das sind liebe Freunde von uns, die quasi mit uns hier wohnen. Wir vermieten keine Plätze an Gäste oder Ähnliches, sorry. Aber es gibt bestimmte in paar andere Grundstücksbesitzer, die auch schön abgelegene Plätzchen haben, bei denen das möglich ist. Viele Grüße, Robby
  2. Hallo ihr 2 - oder drei, ich habe gerade das Auto aus der CH entdeckt und von einer Debbi gelesen. Ich vermute es ist die Debbi, die vor 3 Jahren in Marokko war und dort Fritz und Jule in der Diesellotte getroffen haben (zu sehen auf www.wohinzuerst.de). Diesellotte ist nun seit 2 Jahren wieder bei mir, dem Papa von Fritz und wartet drauf nächstes Jahr durchzustarten, wenn ich in Rente gehe. Fritz und Jule sind seit 1,5 Jahren in Neuseeland. Grüße an Debbi, von den beiden. LG Matthias
  3. Hallo Robby, da habt Ihr ja ein tolles Stück Arbeit hinter Euch. Wirklich ein tolles Stück Land. Ich sehe auf einem Foto im Hintergrund auch ein Alkoven Wohnmobil... kann man Euch (gegen Entgelt) auch mit einem nicht Allrad Wohnmobil erreichen und ein paar Nächte die Natur genießen? Ohne unbedingt beim Roden helfen zu mussen ;-)) Qusai für Urlaub in dder Natur... gerade in dieser besonderen C... Zeit wäre das doch auch eine Einnahmemöglichkeit für Euch und den Gast Ruhe und Abgeschiedenheit und dennoch Urlaub im Süden... Liebe Grüße Bernd

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