Solar­koffer und faltbare Solar­module: Boost für den Winter

Faltbares Solarmodul

Wie in unserem Solar­rechner beschrieben, nimmt die Solar­leistung im Winter deutlich ab. Eine mögliche Ergänzung zur fest montierten Solar­anlage ist der Einsatz eines Solar­koffers. Mit dieser mobilen Solar­anlage kann der Solar­ertrag deutlich gesteigert werden und sie ist eine gute Alter­native zum Strom­ge­ne­rator.

Solar­koffer vs. fest montiertem Panel

Wenn die Tage kürzer werden und die Sonne nicht mehr ganz so hoch am Himmel steht, bricht der Solar­ertrag deutlich ein.  Schuld ist aber nicht nur die fehlende Sonnen­ein­strahlung, sondern auch die ungünstige Monta­ge­po­sition auf unseren Reise­mo­bilen. Selbst bei einer Erwei­terung unserer Module werden wir im Winter nur einen geringen Mehrertrag bekommen, solange wir diese flach auf unserem Wohnmobil montieren.

Eine mögliche Alter­native bzw. Erwei­terung ist der Einsatz von faltbaren Solar­mo­dulen oder Solar­koffern. Diese können direkt zu Sonne ausge­richtet und entspre­chend nachge­führt werden. So können wir, schon lange bevor unsere Solar­module auf dem Dach ihre Arbeit aufnehmen, mit einem Solar­ertrag rechnen. Das ist im Übrigen nicht nur ein Vorteil im Winter, sondern kann auch in den Sommer­mo­naten den Solar­ertrag deutlich steigern.

Ein Solar­koffer mit 100 WP kann im Winter sogar mehr Ladestrom produ­zieren als unsere flach montierte 300 WP Solar­anlage auf dem Dach.

Faltbare Solar­module oder Solar­koffer?

Grund­legend kann man mobile Solar­an­lagen in zwei unter­schied­liche Kategorien einteilen. Zum einen gibt es den klassi­schen Solar­koffer, welcher aus „normalen“ Solar­pa­neelen gebaut wird, zum anderen kommen faltbare Solar­module zum Einsatz.

Je nach Modell ist auch ein Solar­la­de­regler im Liefer­umfang enthalten, was den Einsatz z. B. auch im Garten, auf dem Balkon oder beim Camping möglich macht. Wer bereits einen Laderegler mit genügend freier Kapazität besitzt, kann auch auf Modelle ohne Laderegler zurück­greifen. Das mindert den Anschaf­fungs­preis.

Solar­koffer

Die ersten mobilen Solar­an­lagen für Wohnmobil, Wohnwagen oder Camping waren normale Solar­module, z. B. zwei mal 50 Watt, welche mit Schar­nieren versehen wurden, um sie platz­spa­render trans­por­tieren oder verstauen zu können. Ein Trage­griff macht den Transport leichter. Vergleichbar ist dieses Modell grob mit einem Tapezier­tisch.

Natürlich kann man auch ein handels­üb­liches Modul als mobile Solar­anlage verwenden, aller­dings ist der benötigte Lagerraum für ein normales 100 WP Panel größer.

Wir nutzten im letzten Winter ein normales Modul als Solar­koffer. Den größten Nachteil dieser Lösung haben wir dann aller­dings zu spüren bekommen. Das Modul wurde vom Wind umgeworfen und knallte auf einen kleinen Stein. Das Ergebnis war eine zerbro­chene Glasscheibe.

Vorteile eines Solar­koffers:

  • Günsti­gerer Anschaf­fungs­preis,
  • Reparatur möglich,
  • meist Wetterfest,
  • stand­hafter bei Wind.

Nachteile des Solar­koffers:

  • Sperriger,
  • höheres Gewicht,
  • empfind­licher beim Umfallen.

Faltbare Solar­module

Faltbare Solar­module bestehen aus kleineren Solar­zellen, die auf einen Kunst­stoff­träger geklebt und mit einer Folie überzogen sind. Sie lassen sich zwei- oder dreimal falten und sind im Gegensatz zum Solar­koffer um einiges leichter und nicht so sperrig. Eine Beschä­digung beim Umfallen ist ausge­schlossen. Im zusam­men­ge­fal­teten Zustand sind die Module ebenfalls vor Beschä­digung geschützt.

solarkoffer

Vorteile von faltbaren Solar­mo­dulen:

  • Gerin­geres Gewicht,
  • einfacher Transport,
  • unemp­find­licher beim Umfallen,
  • kompakte Abmes­sungen.

Nachteile von faltbaren Solar­pa­neelen:

  • Höherer Anschaf­fungs­preis,
  • kann bei Wind leichter umfallen,
  • günstigere Modelle meist nicht wetterfest,
  • Reparatur meist nicht möglich.

Günstige Faltmodule

Mittler­weile sind mobile Camping Solar­an­lagen mit Laderegler relativ günstig zu bekommen. Das Haupt­problem bei den billi­geren Modellen ist die mangelnde Wetter­fes­tigkeit. So werden die faltbaren Solar­module manchmal nur auf normalen Karton geklebt und lösen sich im Regen quasi auf. Wer sich darüber aber im Klaren ist, kann auch mit einem günsti­geren Solar­koffer gut zurecht­kommen. Man sollte ihn nur bei Regen ins Trockene schaffen. Aber nachdem bei Regen eh nicht mit großar­tigem Solar­ertrag zu rechnen ist, dürfte sich dieses Problem in Grenzen halten.

Das faltbare Solar­modul findet auch hinter der Front­scheibe einen Platz und ist vor Diebstahl und Wetter­ein­flüssen geschützt.

Anschluß des Solar­koffers

Der Solar­koffer ist schnell einsatz­bereit, egal ob man bereits eine Solar­anlage montiert hat oder ausschließlich die mobile Photo­vol­ta­ik­anlage verwendet. Bei Modellen mit Laderegler kommen häufig Kroko­dil­klemmen zum Einsatz. Wer die mobile Solar­anlage aber immer nur am gleichen Fahrzeug betreibt, sollte den Solar­la­de­regler am besten fest montieren und die Verka­belung an den Batte­rie­polen mit passenden Ringösen montieren. Nun kann das Modul bei Bedarf mithilfe von Steckern angeschlossen werden.

Ein ausrei­chend langes Kabel ist von Vorteil, um das Panel rund ums Fahrzeug ausrichten zu können.

Der Boost für die kürzeren Tage

Ein Solar­koffer oder ein faltbares Solar­modul sind die ideale Ergänzung fürs Winter­camping. So können schon früh am Morgen ordent­liche Solar­leis­tungen erzielt werden und auch am Abend fließt noch Ladestrom, wenn sich unsere Module auf dem Dach bereits zur Abendruhe zurück­ge­zogen haben. Natürlich ist der Solar­ertrag im Winter geringer als im Sommer. Durch seine Neigung kann ein 100W Solar­koffer unsere flach montierten Module im Vergleich alt aussehen lassen.

Bei unserem Kollegen von Amumot findest du passende Faltmodule in ordent­licher Qualität.

Faltbares Solar­modul 100 WP
Faltbares Solar­modul 120 WP

 

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