Trocken­toi­let­te, so kannst du die Trenn­toi­let­te selber bauen

Trenntoilette bauen

Wir haben mit der Trenn­toi­let­te, welche wie die Trocken­toi­let­te ohne Wasser funk­tio­niert, die passen­de Lösung für unser Wohn­mo­bil gefun­den. Eine tolle Alter­na­ti­ve zum altbe­kann­ten Camping­klo oder Porta Potti. Außer­dem zeigen wir euch, wie man diese “Weiter­ent­wick­lung” der Kompost­toi­let­te ganz einfach und güns­tig selber bauen und in das Wohn­mo­bil oder den Wohn­wa­gen inte­grie­ren kann. Welche Vortei­le bietet diese Camping­toi­let­te ohne Chemie und Wasser? Gibt es auch Nach­tei­le? In diesem Beitrag möch­ten wir unse­re Erfah­run­gen mit Euch teilen und zeigen, wie wir unse­rer Trenn­toi­let­te zufrie­den sind.

Porta Potti, Camping­klo und Chemie

Wer kennt es nicht, das Camping­klo mit der blau­en Flüs­sig­keit. Wonach riecht es, wenn ich einen Laden mit Camping­zu­be­hör betre­te oder in ein Wohn­mo­bil oder Wohn­wa­gen stei­ge? Rich­tig, nach der Chemietoi­let­te. Man möch­te meinen, das ist der norma­le Geruch. Selbst die verschlos­se­nen Flaschen mit der “blau­en Chemie” (es gibt sie mitt­ler­wei­le auch in grün) verströ­men diesen sehr eindring­li­chen “Duft”.

Auch wir hatten uns anfangs für ein Porta Potti Camping­klo entschie­den, da wir sie schon aus unse­rem Wohn­wa­gen kann­ten. Was von uns aller­dings nicht bedacht wurde, war die Tatsa­che, dass wir nicht perma­nent an Camping­plät­zen stehen, um das Camping­klo jeder­zeit leeren zu können. Außer­dem sind wir nicht nur 3 Wochen unter­wegs, sondern über einen Zeit­raum von mehre­ren Jahren. Da nutzen wir die Camping­toi­let­te täglich und selbst der größ­te Tank, mit 22 Litern, reicht dann nur bedingt.

Solan­ge wir in Norwe­gen von der Infra­struk­tur für Wohn­wa­gen und Wohn­mo­bi­le verwöhnt waren, ging es auch recht gut. Aber auch hier wurde der Reis­erhyth­mus vom Füll­stand der Camping­toi­let­te vorge­ge­ben. Können wir noch stehen blei­ben oder sollen wir lieber weiter­fah­ren, um unser Camping­klo leeren zu können?

Beson­ders unan­ge­nehm wurde es, als Robby mit ihrer Blasen­ent­zün­dung zu kämp­fen hatte. Wir muss­ten nach 3 Tagen wieder los, um die Chemietoi­let­te zu entlee­ren, obwohl wir ein einem sehr schö­nen Stell­platz stan­den und eigent­lich Bett­ru­he verord­net war.

Wir brau­chen eine Camping­toi­let­te ohne Chemie

Als wir die Gren­ze zu Finn­land über­schrit­ten hatten, war es gänz­lich vorbei mit dem Entsor­gungs­lu­xus. Dort gab es außer an Camping­plät­zen keine Möglich­keit, die Camping­toi­let­te mit ihrer “sprit­zi­gen Art” an einer Entsor­gungs­sta­ti­on zu leeren.

Als mir bei einer der Toilet­ten­ent­lee­run­gen ein paar Sprit­zer des Inhalts an den Beinen gelan­det sind, began­nen wir unse­re norma­le Chemietoi­let­te infra­ge zustel­len. Es muss eine ande­re Lösung her, wenn wir in Deutsch­land unse­ren Zwischen­stopp einle­gen. Von da ab infor­mier­ten wir uns über verschie­de­ne Möglich­kei­ten und fass­ten u. a. die Trocken­toi­let­te, Kompost­toi­let­te bzw. Trenn­toi­let­te ins Auge.

Die Trocken­toi­let­te kann­ten wir schon

Uns war die Trocken­toi­let­te, Kompost­toi­let­te bzw. Humus­toi­let­te schon bekannt. Wir kümmer­ten uns aber nicht weiter um diese Alter­na­ti­ve zum Chemie­klo. Die Beden­ken, ein sog. Plumps­klo ins Wohn­mo­bil oder den Wohn­wa­gen zu bauen, war zu abstrakt. Doch das änder­te sich schnell, nach­dem wir in Finn­land anka­men.

In Finn­land gibt es an vielen Rast­plät­zen und Wander­we­gen diese Trocken­toi­let­ten. Um mit der Verwir­rung der unter­schied­li­chen Namen aufzu­räu­men, egal ob es als Trocken­toi­let­te, Kompost­toi­let­te oder Humus­toi­let­te bezeich­net wird, die Funk­ti­ons­wei­se ist die Glei­che. Es wird kein Wasser oder Anschluss benö­tigt. Den einzi­gen Unter­schied macht die Trenn­toi­let­te, welche den Urin von den Fest­stof­fen trennt, doch dazu später mehr.

Im Grun­de fällt und läuft das Ganze in einen Eimer und wird mit einem “Streu­gut” über­deckt (Säge­spä­ne, Rinden­mulch). Was mir beim ersten Betre­ten auffiel: “Es riecht ja fast gar nix, wie kann das sein?” Wer kennt nicht die Chemietoi­let­ten, auf die man auf Festi­vals oder Groß­ver­an­stal­tun­gen trifft und welche einem schon Mal den Atem rauben können? Aber bei besag­ter Kompost­toi­let­te ist wirk­lich kein Geruch wahr­nehm­bar.

Woran liegt das? Die Feuch­tig­keit wird durch das Streu­gut aufge­nom­men und der fäka­le Geruch kann nicht oder nur sehr gering entste­hen, denn die Mischung macht den Geruch.

Der Unter­schied von Trocken­toi­let­te und Trenn­toi­let­te

Die Trenn­toi­let­te ist quasi eine Weiter­ent­wick­lung der Trocken­toi­let­te. Wie der Name schon sagt, wird das Flüs­si­ge vom Festen getrennt gesam­melt. Aber welchen Vorteil hat das Ganze in Bezug auf den Einbau in einem Reise­mo­bil?

Bei der “norma­len Trocken­toi­let­te” landet alles in einem Eimer. Das ist kein Problem, weil durch das Streu­gut die Feuch­tig­keit aufge­nom­men wird. In der Praxis steht die Kompost­toi­let­te aber an einem festen Stand­ort und der Humus, der durch diese Art der Kompos­tie­rung entsteht, kann später mit einer Schau­fel entnom­men, und als Dünger weiter verwen­det werden.

Im Wohn­mo­bil oder Wohn­wa­gen ist das Ganze aber nicht beson­ders prak­ti­ka­bel. Wir müssen den Eimer bzw. unse­re Sammel­tü­te aus der Trocken­toi­let­te entneh­men und entsor­gen. Wenn man sich über­legt, dass der über­wie­gen­de Teil unse­rer Ausschei­dun­gen flüs­sig ist, haben wir sehr schnell eine volle und schwe­re Tüte.

 

Abhil­fe schafft hier die Tren­nung in Fest und Flüs­sig. Das Flüs­si­ge wird in einem Tank gesam­melt und das Feste fällt in einen Eimer mit Beutel. Der Urin kann über eine norma­le Toilet­te oder bei einer Entsor­gungs­sta­ti­on entsorgt werden. Die Müll­tü­te hält mindes­tens 2 Wochen und kann einfach in einer Müll­ton­ne entsorgt oder kompos­tiert werden. Natür­lich nur, wenn man sich für kompos­tier­ba­re Müll­beu­tel entschie­den hat.

Herz­stück der Trenn­toi­let­te ist ein Trenn­ein­satz, der eine Sepa­rie­rung der Ausschei­dun­gen möglich macht. Wir haben uns für einen Sepa­rett Trenn­ein­satz entschie­den. Dies Firma aus Schwe­den hat sich auf diese Art der Kompost­toi­let­te spezia­li­siert und auch ferti­ge Model­le für Haus und Garten. Um auch den kleins­ten Anflug von Geruch zu verhin­dern, ist noch ein Lüfter inte­griert, der dauer­haft läuft und die “schlech­te” Luft aus der Trocken­toi­let­te absaugt. Es handelt sich um einen sehr klei­nen und spar­sa­men Lüfter. An unse­rem Batte­rie­mo­ni­tor nehmen wir den Lüfter fast nicht wahr.

Unse­re Lösung — die Trenn­toi­let­te selber bauen

In unse­rem LKW gibt es nur begrenzt Platz. Deswe­gen ist die ferti­ge Stan­dard­lö­sung der Trocken­toi­let­te für uns nicht geeig­net, vom Preis einmal abge­se­hen (gut 1000,– Euro). Aber zum Glück gibt es einen Trenn­ein­satz für “klei­nes Geld” zu kaufen. Dieser Trenn­ein­satz nennt sich Sepa­rett PRIVY 501 und ist zum selber Bauen der Trenn­toi­let­te gedacht. Neben dem mitge­lie­fer­ten Deckel ist er auch mit einem handels­üb­li­chen Toilet­ten­de­ckel kompa­ti­bel. Auch ein Lüfter ist erhält­lich, um die Kompost­toi­let­te geruchs­frei zu halten und eine Trock­nung der Fest­stof­fe zu gewähr­leis­ten.

Dazu kann man noch einen Lüfter­satz, Rohre, eine Rohr­ab­de­ckung und einen Eimer mit Deckel dazu bestel­len. Außer­dem benö­tigt man noch einen Urin­ka­nis­ter für die flüs­si­gen Ausschei­dun­gen und einen Anschluss­de­ckel für den Schlauch. Dann nur noch Holz, Schrau­ben, Schar­nie­re und Winkel und schon hat man alles, um seine Kompost­toi­let­te selber zu bauen.

Kompost­toi­let­te selber bauen

Einfach ausge­drückt, haben wir eine Holz­kis­te gebaut, in die wir oben ein Loch für den Trenn­ein­satz gesägt haben. Von vorne kann die Kiste geöff­net werden, um den Eimer zu entneh­men.  Geschlos­sen wird diese Holz­klap­pe einfach mit einem Push-Lock. Für uns eine prak­ti­ka­ble und platz­spa­ren­de Lösung, welche sich mit Sicher­heit in jedem ande­ren Fahr­zeug eben­so reali­sie­ren lässt. Folgen­de Bautei­le werden benö­tigt, um sich seine eige­ne Kompost­toi­let­te zu bauen. Aber auch als Garten­toi­let­te ohne Wasser­an­schluss ist die Trenn­toi­let­te geeig­net.

Mate­ri­al für die Trocken­toi­let­te 
PRIVY 501**
Urin­ka­nis­ter**
Lüfter­satz**
Rohre**
Rohr­ab­de­ckung**
Eimer**
Anschluss­de­ckel**
**Affi­lia­te Link/Anzeige

 

Trocken­toi­let­te Selbst­bau­set

Die Firma Wohn­wa­gon hat für uns ein Trocken­toi­let­te-Selbst­bau­set zusam­men­ge­stellt. Damit bekommst Du alle oben gezeig­ten Einzel­ar­ti­kel als Komplett­pa­ket und sparst oben­drein noch ein paar Euro.

Trockentoilette Selbstbauset

 

Zusätz­li­ches Mate­ri­al und Werk­zeug
Holz
Schrau­ben
Schar­nie­re
Winkel
Schrau­ben­dre­her
Akku­schrau­ber
Bohrer
Blei­stift
Meter­stab
Stich­sä­ge (Hand­kreis­sä­ge für gera­de Schnit­te)
Loch­sä­ge 25 mm**
Loch­sä­ge 74 mm**
Push-Lock**
Sika­flex 521 UV**
**Affi­lia­te Link/Anzeige

 

Wie viel Holz benö­tigt wird, die Anzahl der Schrau­ben und die Menge der Winkel ist sehr indi­vi­du­ell. Wir haben z. B. nur eine Seiten­wand, den Deckel für den Trenn­ein­satz und die Klap­pe vorne benö­tigt, da wir die Trenn­toi­let­te in die Ecke unse­res Bade­zim­mers montiert haben.

Die Mindest­tie­fe für den Privy Einsatz ist 500 mm und die Brei­te soll­te mindes­tens 450 mm betra­gen, um den Trenn­ein­satz befes­ti­gen zu können und auch eine gewis­se Stabi­li­tät zu errei­chen. Die Höhe wird lt. Herstel­ler mit mindes­tens 500 mm ange­ge­ben.

Wir haben 18 mm dicke Kiefern­holz­plat­ten verwen­det, welche an einem Gerüst aus Holz­bal­ken befes­tigt sind. Die Holz­bal­ken sind ca. 40 x 40 mm.

 

Je nach vorhan­de­nem Platz kann die Größe ange­passt werden, soll­te aber inner­halb der Mindest­ma­ße liegen. Bei der Höhe haben wir uns an einer “norma­len” Toilet­te orien­tiert und sind bei 480 mm gelan­det, um bequem darauf sitzen zu können und den Eimer noch bequem entneh­men zu können. Das entspricht zwar nicht dem Mindest­maß, passt aber trotz­dem. Die Brei­te beträgt 570 mm, da wir den Lüfter oben montiert haben.

Bauanleitung Trockentoilette

Der Eimer wird durch eine einfa­che Holz­kon­struk­ti­on vor Verrut­schen gesi­chert, was selbst bei Gelän­de­fahr­ten wunder­bar funk­tio­niert. Der Push-Lock ist für Holz­plat­ten mit einer Dicke von 18 mm geeig­net und hält die Klap­pe sicher verschlos­sen. Das Loch für den Push-Lock fräst man mit der

Anzei­ge

Den Urin­ka­nis­ter mit 22 Litern haben wir außer­halb unse­res Fahr­zeugs in einer Stau­kis­te verbaut. Wer möch­te kann noch einen Ablass­hahn montie­ren, um den Kanis­ter ohne Entnah­me an der Entsor­gungs­sta­ti­on entlee­ren zu können.

Monta­ge Abluft­rohr

Wir haben das Abluft­rohr durch das Dach nach außen geführt. Für die Bohrung verwen­det man am besten eine 74-mm-Loch­sä­ge. Durch das Arbei­ten mit der Loch­sä­ge und Bohr­ma­schi­ne wird das Loch meist eh etwas größer, so dass sich der fehlen­de Milli­me­ter ergibt. Außer­dem darf das Lüftungs­rohr ruhig stramm durch die Öffnung gehen, um im besten Fall keine zu großen Spalt­ma­ße zu haben. Abge­dich­tet haben wir das Ganze mit Sika­flex 521 UV. Wich­tig ist hier­bei wirk­lich sauber zu arbei­ten. Wenn man sich dann noch an die empfoh­le­nen Verar­bei­tungs­hin­wei­se der Dicht­mas­se hält, gibt es auch keine Undich­tig­kei­ten. Auf das Rohren­de wird dann die Rohr­ab­de­ckung geschraubt.

Auch eine seit­li­che Durch­füh­rung wäre denk­bar. Hier ist die Rohr­ab­de­ckung für die Dach­durch­füh­rung aber unge­eig­net. Je nach Optik kann man aber ein Lüftungs­git­ter für Wand­durch­füh­run­gen benut­zen. Für die Monta­ge und Abdich­tung würde ich eben­falls Sika­flex 521 UV verwen­den.

 

Unse­re Tipps für den Eigen­bau im Wohn­mo­bil

    • Wir haben uns einen Stan­dard-Mörte­lei­mer mit 20 Liter Fassungs­ver­mö­gen im Baumarkt gekauft. Aller­dings hat er keinen Deckel, den wir aber bis jetzt auch noch nicht vermisst haben.
    • Die Rohre für die Abluft sind Stan­dard DN75 Rohre. Wir haben uns Rohre für Regen­rin­nen besorgt, weil diese UV-bestän­dig sind. Sie sind teurer als Abwas­ser­roh­re, aber deut­lich halt­ba­rer.
    • Der Urin­ka­nis­ter soll­te unter Umstän­den eine Entlüf­tung haben, damit die Luft entwei­chen kann. Sonst könn­te sich bei Tempe­ra­tur­än­de­run­gen der Kanis­ter ausdeh­nen und das Flüs­si­ge läuft nicht mehr in den Kanis­ter. Haupt­säch­lich kann das passie­ren, wenn der Urin­schlauch in rela­tiv vielen Bögen verlegt werden muss. Dafür haben wir einfach einen 10mm Schlauch mithil­fe eines Kanis­ter­an­schlus­ses ange­bracht. Durch ein Loch wird der Schlauch aus unse­rem Stau­kas­ten gelegt. Soll­te man einmal verges­sen den Kanis­ter zu leeren, oder man mit rela­tiv vollem Tank auf Gelän­de­fahrt, wird über den Entlüf­tungs­schlauch die Flüs­sig­keit nach außen gelei­tet und verteilt sich nicht im Stau­kas­ten. Bis jetzt das bei uns aber noch nicht passiert.
    • Wir empfeh­len einen Weit­hals­ka­nis­ter, dieser lässt sich einfa­cher entlee­ren.

 

Und wie ist das jetzt mit dem Entsor­gen?

 

Der Schlauch ist flexi­bel und wird bei Entnah­me nach oben gedrückt.

Der Eimer wird von vorne aus der Holz­kis­te der Trocken­toi­let­te entnom­men und die Tüte verschlos­sen. Der Inhalt kann entwe­der kompos­tiert oder mit dem norma­len Haus­müll entsorgt werden, es ist ja keine Chemie drin. Baby­win­deln wirft man schließ­lich auch in den Haus­müll. Aller­dings ist eine Kompos­tie­rung nur mit kompos­tier­ba­ren Müll­beu­teln** sinn­voll und umwelt­ge­recht.

Der Urin­be­häl­ter wird vom Schlauch getrennt und entwe­der in einer norma­len Toilet­te oder an einer Entsor­gung­sta­ti­on für Chemietoi­let­ten entleert.

FAQ

Wir haben unse­ren Beitrag vor gut einem Jahr veröf­fent­licht und freu­en uns sehr über die viele posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen. Ein paar Fragen tauchen immer wieder auf und so ist es an der Zeit für ein paar FAQs.

Wie oft entlee­ren wir unse­re Trenn­toi­let­te?

Den Eimer der Trenn­toi­let­te entlee­ren wir nur ca. alle 2–3 Wochen. Der Urin­ka­nis­ter reicht uns für ca. 1 Woche. Im Vergleich zum Chemie­klo ist das eine gewal­ti­ger Unter­schied. Der Groß­teil der Ausschei­dun­gen ist flüs­sig. Wenn man einen größe­ren Kanis­ter und einen größe­ren Eimer nimmt, kann der Zeit­raum natür­lich noch ausge­dehnt werden.

Brau­che ich Streu­gut?

Eigent­lich ist Streu­gut nicht nötig und wir benut­zen es auch nur in Ausnah­me­fäl­len. Aller­dings kann dadurch das “Trocken­le­gen” posi­tiv begüns­tigt werden, wenn jemand z.B. Durch­fall hat. Man kann hier­für Klein­tier­streu (Säge­spä­ne) benut­zen. Jedoch kann man auch diver­se ande­re “Abdeck­mit­tel” verwen­den, wie z. B. Kaffee­pul­ver oder Terra Preta. Das riecht dazu noch gut und der Nach­fol­ger muss auch keinen Blick auf die Hinter­las­sen­schaf­ten des Vorgän­gers werfen. Bei dem ferti­gen Modell “Villa” befin­det sich eine Klap­pe über dem Eimer der Trocken­toi­let­te, die sich erst beim Setzen auf die Klobril­le öffnet. Beim Selbst­bau­satz PRIVY 501 gibt es diese Klap­pe nicht. Allein aus geruchs­tech­ni­scher Sicht ist bei der Trenn­toi­let­te kein Streu­gut nötig, denn der Lüfter sorgt dafür, dass man schlech­te Gerü­che gar nicht erst wahr­nimmt.

Wer trotz­dem mit Einstreu arbei­ten möch­te, der kann bei unse­rem Part­ner das Terra Preta Einstreu kaufen. Die Pflan­zen­koh­le mit dem Kohlen­stoff bindet Feuch­tig­keit und Gerü­che. Ein Beutel beinhal­tet 30 Liter und reicht für 4 — 5 Mona­te.

Einstreu, Trockentoilette

 

Was mache ich bei Durch­fall?

Es kann nicht scha­den, bei Durch­fall Streu­gut zu nutzen und die Trenn­toi­let­te bei Gele­gen­heit zu leeren. In der gesam­ten Dauer unse­rer Nutzung blieb es natür­lich auch nicht aus, dass wir selbst von einer Darm­ver­stim­mung heim­ge­sucht worden sind. Wie Zuhau­se ist bei einer Magen-Darm-Grip­pe erhöht auf Sauber­keit zu achten.

Wie trifft Mann bzw. Frau?

Stehend kann die Trenn­toi­let­te nur schwie­rig benutzt werden. Beim Sitzen hat Man(n) keiner­lei Schwie­rig­kei­ten in die rich­ti­ge Öffnung zu tref­fen. Als Frau ist etwas Übung nötig. Es hilft, sich einfach etwas weiter vorne zu plat­zie­ren. Soll­te dennoch am Anfang etwas dane­ben gehen, ist das nicht weiter tragisch. Es dauert nicht lange, bis man sich daran gewöhnt hat. Bis es so weit ist, einfach etwas Streu­gut verwen­den und den Eimer der Trenn­toi­let­te öfters leeren.

Pfle­ge der Trenn­toi­let­te

Die Reini­gung und Pfle­ge der Trenn­toi­let­te unter­schei­det sich nicht wesent­lich von einer norma­len Toilet­te und soll­te genau­so regel­mä­ßig durch­ge­führt werden. Bei star­ker Nutzung kann von Zeit zu Zeit ein spezi­el­ler Ablauf­rei­ni­ger** genutzt werden, um das Ablauf­rohr zu reini­gen.

Riecht die Trocken­toi­let­te wirk­lich nicht?

Gera­de Robby war am Anfang ziem­lich skep­tisch, was das Thema Trocken­toi­let­te anbe­langt. “Es kann doch nicht sein, dass man da gar nichts riecht”, war ihr O-Ton. Nach­dem wir nun seit Anfang Okto­ber eine Trenn­toi­let­te haben, können wir das mit dem Geruch wirk­lich bestä­ti­gen. Das System funk­tio­niert, egal ob bei 10 Grad oder bei 43 Grad. Der Lüfter sorgt dafür, dass man nicht mal während oder direkt nach dem Toilet­ten­gang Gerü­che wahr­neh­men kann.

Beim Entlee­ren des Eimers und des Urin­ka­nis­ters der Trenn­toi­let­te sind fast keine üblen Gerü­che zu erwar­ten. Wenn man natür­lich direkt nach dem Toilet­ten­gang leert, wird einem mit Sicher­heit etwas in die Nase stei­gen. Wem der Geruch eines Chemie­klos nichts ausmacht, wird beim Leeren der Trenn­toi­let­te nur müde lächeln. Ganz geruch­los geht es nie vonstat­ten, wenn man seine Fäka­li­en entsorgt. Aber damit muss man als Camper leben.

Fazit

Wer sein Wohn­mo­bil selbst ausbaut oder eine kosten­güns­ti­ge und ange­neh­me­re Alter­na­ti­ve zum Chemie­klo sucht, soll­te sich mit dem Thema Trenn­toi­let­te bzw. Trocken­toi­let­te beschäf­ti­gen. Für uns ist diese Vari­an­te ein großer Zuge­winn. Wir freu­en uns über eine super Lösung, die noch dazu umwelt­freund­lich ist. Es wird kein Trink­was­ser für die Spülung benö­tigt und Chemie wird auch nicht gebraucht. Das Entlee­ren der Trocken­toi­let­te ist jeder­zeit möglich, ohne dass eine spezi­el­le Entsor­gungs­sta­ti­on benö­tigt wird.

Vortei­le:

  • Keine Chemie
  • Kein Wasser nötig
  • Länge­re Leerungs­in­ter­val­le
  • Keine spezi­el­len Entsor­gungs­sta­tio­nen nötig
  • güns­tig beim selber bauen
  • gerin­ge Folge­kos­ten
  • Klobril­le wie Zuhau­se

Nach­tei­le:

  • Entlüf­tung nötig
  • größe­rer Platz­be­darf bei Fertig­va­ri­an­te
  • even­tu­ell Sicht­kon­takt mit den eige­nen Hinter­las­sen­schaf­ten

Hier findest du noch einen ande­ren Einsatz um die Trenn­toi­let­te selbst bauen zu können, eine Vari­an­ten der bereits ferti­gen Trocken­toi­let­te und auch Kinder­sitz ist verfüg­bar.

Trenn­ein­satz Privy 500 mit Styro­por­de­ckel**

Ferti­ge Trenn­toi­let­te “Sepa­rett Villa 9010”**

Kinder­sitz für Trenn­toi­let­te**

Welche alter­na­ti­ven Möglich­kei­ten es für Camping­toi­let­ten gibt, kannst du in unse­rem Camping­toi­let­ten Beitrag nach­le­sen. Dort stel­len wir die verschie­dens­ten Möglich­kei­ten, mit all ihren Vor- und Nach­tei­len, vor.

** Anzeige/Affiliate

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91 Kommentare

  • Hi. Vielen Dank für den Arti­kel! Wir möch­ten uns auch ne Trenn­toi­let­te in unse­ren 1988er VW LT Sven Hedin einbau­en. Mit den hier genann­ten Mindest­mas­sen würde zwar fast unser komplet­tes „Bade­zim­mer“ benö­tigt werden, aber damit könn­ten wir leben.
    Ich habe aber Beden­ken wegen des Einbaus der Lüftung. Insbe­son­de­re wenn ich ein Loch ins Dach, in den Boden oder eine Wand schnei­den muss. Ich vermis­se in diesem Arti­kel eine detail­lier­te Beschrei­bung wie man das macht, vor allem abdich­tet. Könnt ihr das nach­lie­fern?
    Liebe Grüs­se Domi­nic

    • Hallo Domi­nic,

      der Bericht wurde gera­de von mir Ergänzt. Natür­lich ist die Monta­ge je nach Aufbau etwas unter­schied­lich. Ich hoffe trotz­dem, dass ich dir mit meiner Beschrei­bung eine Hilfe sein kann.

      Liebe Grüße

      Stefan

  • Hallo Stefan,
    Wir möch­ten eine Toilet­te im Garten für die Notdurft bauen. Nur für “Flüs­si­ges”. Kaufe keine Trenn­toi­let­te sondern nur einen Eimer zum auffan­gen. Soll­ten wir in diesen Eimer Rinden­mulch oder Wasser einfül­len? Mit Katzen­streu oder Säge­spä­ne arbei­ten, mit Tüte oder ohne? Das Behält­nis wird jedes Mal geleert werden müssen da der Garten nur selten genutzt wird. Vielen Dank.

    • Hallo Caro,

      in diesem Fall würde ich gar nichts rein­ge­ben. Vor dem Leeren viel­leicht noch mit ordent­lich Wasser verdün­nen und ab hinter die Hecke. 🙂

      Viele Grüße

      Stefan

  • Ich habe einmal nach­ge­dacht und Urin richt nicht minder.
    Wenn keine Spülung für den Urin erfolgt bildet sich dort auch Urin­stein.
    Habe zwar keine Erfah­rung jedoch beden­ken.
    Ansons­ten ist diese Lösung opti­mal wenn es dann so funk­tio­niert wie beschrie­ben.
    Meis­tens werden wahre nach­tei­li­ge Grün­de ober­fläch­lich genannt. MfG Werner

    • Hallo Werner,

      ich kann nur über unse­re Erfah­run­gen spre­chen. Die Toilet­te ist jetzt seit fast 2 Jahren im Dauer­ein­satz. Ich habe vor Kurzem den Ablauf­schlauch kontrol­liert und nur eine sehr gerin­ge Menge Urin­stein gefun­den. Schlim­mer wäre es, wenn regel­mä­ßig mit Wasser gespült werden würde. Gera­de der Kalk in unse­rem Wasser trägt zur Bildung bei.

      Dass unse­re Hinter­las­sen­schaf­ten einen Eigen­ge­ruch besit­zen, soll­te jedem klar sein. Aber durch die Tren­nung und den Verzicht auf Spül­was­ser kann sich kein Ammo­ni­ak und somit auch kein schar­fer Urin­ge­ruch entwi­ckeln (wie man es von so manchen Pinkel­be­cken her kennt). Glei­ches gilt für die Fest­stof­fe. Wenn diese mit Urin vermischt werden entsteht der typi­sche Kloa­ken­ge­ruch. Genau das wird bei dieser Toilet­te verhin­dert. Den Rest über­nimmt der Lüfter.

      Wir waren Anfangs ähnlich skep­tisch. Unse­re Erfah­run­gen haben uns aber vom Gegen­teil über­zeugt.

      Viele Grüße

      Stefan

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