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Wichtige Infos
Gerade Wohnmobile bis 3,5 Tonnen haben nicht gerade viel Zuladung und so ist man schnell überladen. Ein Weg raus aus der Misere ist die Auflastung des Campers. Doch mit welchen Methoden wird das gemacht? Und was kostet es? Wir zeigen dir, wie man sein Wohnmobil auflasten kann und welche Vor- sowie Nachteile das mit sich bringt. Außerdem erfährst du, ob es Alternativen dazu gibt und was du beachten musst, wenn du plötzlich mit mehr als 3,5 t unterwegs bist.
Gerade Camper, die bis zu 3,5 Tonnen wiegen, haben häufig das Problem, dass sie zu schwer sind und eine urlaubsgerechte Zuladung mit Markise, Fahrradträger, Wassertank und allen Insassen nahezu unmöglich ist. Das liegt daran, dass beim angegebenen Gewicht vor dem Kauf meist die Zusatzausstattung, sowie eine Toleranz bis zu 5 % nicht berücksichtigt ist, die Hersteller aber auf jeden Fall unter der 3,5 t Marke bleiben wollen, da der Kundenkreis bis zu dieser Gewichtsklasse größer ist.
Doch das führt meist zu einem Problem, was wir uns anhand eines Beispiels mal näher ansehen wollen.
Rechenbeispiel:
Geht man von einem Wohnmobil mit einem tatsächlichen Gesamtgewicht von 3,1 t aus, das aber laut Fahrzeugpapieren 3,5 t wiegen darf. Auf den ersten Blick hat man eine Zuladung von 400 kg, ist doch alles super oder doch nicht?
Die 5 % Toleranz könnten in diesem Fall 155 kg mehr ausmachen. Und schon ist man nur noch bei einer Zuladung von 245 kg gelandet.
Sollen nun zwei mittelgewichtige Erwachsene mitfahren, wo der Mann beispielsweise 90 kg und die Frau 70 kg wiegt, dann bleiben abzüglich dieser 160 kg schon nur noch 85 kg, die man eigentlich zuladen dürfte.
Puh, da ist noch kein Diesel im Tank und auch kaum Wasser gebunkert. Ganz zu schweigen von Lebensmitteln, Markise, Fahrrädern, o. Ä.
Doch bevor man sich nun Gedanken über das Auflasten des Wohnmobils macht, sollten erst mal Fakten geschaffen werden.
Dementsprechend alles ins Wohnmobil einladen, was auch mit in den Urlaub soll. Hierbei nun aber auch nicht die schweren Gusspfannen mitnehmen, sondern schon versuchen auch Gewicht einzusparen und dann ab auf die Waage.
Entweder besorgt man sich selber eine Wohnmobil-Waage oder man fährt z. B. zum Recyclinghof, Lkw-Händler, TÜV, Dekra oder Schrottplatz und fragt, ob man die dortige Bodenwaage benutzen darf. Das ist fast immer gegen ein paar Euro möglich.
Und dann hat man es schwarz auf weiß – wie viel wiegt das Wohnmobil tatsächlich? Als Vergleichswert gilt das im Fahrzeugschein eingetragene Gesamtgewicht, welches du unter F.1 findest.
Nun kann man sich Gedanken machen, ob man inkl. aller Insassen vielleicht nur 20 Kilo zu viel hat, dann lohnt es sich bestimmt noch mal nachzusehen, ob nicht irgendwas zuhause bleiben kann. Oder ob es dann doch 200 oder 300 kg mehr sind als erlaubt. Dann solltest du dir auf jeden Fall Gedanken über eine mögliche Lösung machen.
Tipp:
Nicht nur das Gesamtgewicht des Wohnmobils ist entscheidend, auch die richtige Achslast sollte beachtet werden. Nicht nur beim Wiegen, sondern auch beim Anpassen des Gewichts. Schließlich müssen Vorder- oder Hinterachse die Last auch gestemmt kriegen.
Hier ist guter Rat teuer, überlastet fahren und hoffen, dass man nicht erwischt wird, ist wohl die schlechteste Wahl, die man treffen kann.
Also sollten wir uns vielleicht doch lieber Gedanken über Alternativen machen und in Zukunft entspannter mit dem Wohnmobil in den Urlaub starten, ohne Angst, erwischt zu werden. Ganz zu schweigen vom Zugewinn an Komfort, wenn man sich nicht bei jedem Liter Wasser im Tank oder Klo Gedanken machen muss.
Ja und nein, je nachdem, wann dein Camper zum ersten Mal zugelassen wurde.
Beim Auflasten des Wohnmobils unterscheidet man zwei verschiedene Techniken:
Viele Fahrwerke sind für wesentlich höhere Gewichte konzipiert, als sie aktuell tragen müssen, dementsprechend kann unter gewissen Voraussetzungen eine Auflastung ohne technische Anpassung der Federn, des Fahrwerks oder Rad-Reifen-Kombination erfolgen. Doch lasst uns mal einen genaueren Blick auf die Methoden werfen.
Gerade kleinere Anpassungen können unter bestimmten Voraussetzungen ohne technische Änderungen vorgenommen werden. Dafür müssen wir allerdings erst mal herausfinden, ob unser Camper dafür infrage kommt.
Bei dieser Methode kommst du nicht drumrum, den Hersteller deines Wohnmobils zu kontaktieren und nachzufragen, für wie viel Gewicht die Wohnmobilbasis eigentlich ausgelegt ist. Solltest du das Glück haben, dass dein Camper für mehr ausgelegt ist und dir dieser Zugewinn auch ausreichen, dann benötigst du vom Hersteller lediglich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, die bestätigt, dass dein Camper mehr Gewicht befördern kann, als aktuell eingetragen ist.
Aber Vorsicht! Unbedingt darauf achten, dass die zulässige Achslast nicht überschritten wird.
Preislich ist diese “Dokumentenauflastung” die kostengünstigste Variante. Genauere Angaben zum Preis findest du übrigens am Ende des Beitrags in der Übersichtstabelle.
Wenn dein Wohnmobil für die Auflastung ohne Umbauten nicht infrage kommt, dann folgen nun alle wichtigen Infos und Möglichkeiten, wie man sein Wohnmobil mit Umbauten auflasten kann. Denn es gibt nicht nur eine Technik, die das ermöglicht, sondern mehrere. Der Hersteller deines Wohnmobils bzw. Chassis kann dir mehr dazu sagen, welche Umbauten für dich wichtig/nötig wären.
Um die Achslast und das zul. Gesamtgewicht des Campers zu erhöhen, ist eine der am häufigsten vorgenommenen Maßnahmen das Verstärken der alten Federn.
Allerdings eignet sich diese Maßnahme allein nur, um das Wohnmobil bis zu etwa 100 kg aufzulasten.
Wenn es mehr sein soll, dann sind weitere Umbaumaßnahmen vonnöten, wie beispielsweise ein Zusatzfedersystem. Dieses gilt als Unterstützung für durchhängende Federn. Eine weiter Alternative wären Vollluftfedern, die die gängigen Stahlfedern ersetzen.
Dadurch ist eine Auflastung des Wohnmobils zwischen 100 und 300 kg möglich.
Durch die Änderung des Fahrzeuggewichts kann es sein, dass auch Reifen und Felgen angepasst werden müssen, da die montierten Räder zu schwach für die neue Belastung sind. Hier kommen dann Alufelgen zum Einsatz, die für eine höhere Tragkraft ausgelegt sind.
Hiermit ist ebenfalls ein Gewinn an Mehrgewicht von 100 bis 300 kg möglich.
Tipp:
Achte bei den Reifen unbedingt auf den Tragfähigkeitsindex. Dieser gibt an, wie viel Last ein Reifen tragen kann, und entscheidet letztendlich darüber, ob du neue Reifen brauchst oder die alten behalten kannst.
Wenn alle diese Maßnahmen nicht ausreichen, um das Wohnmobil aufzulasten, dann bleibt am Ende wohl nur noch die teuerste Variante – der Austausch des kompletten Fahrwerks, wodurch bis zu 500 kg aufgelastet werden können.
Nach dem Umbau oder mit der Bescheinigung für die Dokumentenauflastung fährst du zu TÜV, Dekra oder einer anderen Fahrzeugprüfstelle und lässt dir die Änderungen abnehmen und bescheinigen.
Danach folgt der Weg zum Straßenverkehrsamt, um dort die Auflastung des Wohnmobils in die Fahrzeugpapiere eintragen zu lassen. Je nach Aufwand sind dafür dann bis zu 60 Euro fällig.
Tipp:
Nicht vergessen – nach der Auflastung bei deinem Wohnmobil-Hersteller ein neues Typenschild beantragen.
Je nachdem wofür man sich entscheidet, kostet das Auflasten des Wohnmobils zwischen ein paar Hundert und ein paar Tausend Euro. Dabei ist es auch davon abhängig, was man möchte. Willst du von 3400 kg auf 3500 kg kommen, ist das sicher günstiger möglich, als eine Auflastung von 3,6 t auf 4 t.
Eine kleine Übersicht über die Kosten, die für die Auflastung entstehen könnten, findet ihr in folgender Tabelle:
Methode | Auflastung in Kilo | Kosten (ca.) |
Dokumentenauflastung | bis 100 kg | bis 300 € |
Verstärkung Federn | 100 – 300 kg | 800 – 1500 € |
Zusatzfeder-/Vollluftfedersystem | 100 – 300 kg | 1500 – 3000 € |
Änderung Rad-/Reifenkombination | 100 – 300 kg | 1500 – 3000 € |
Fahrwerk austauschen | 300 – 500 kg | 4500 – 5700 € |
Wer sich jetzt freut und die nächste Werkstatt für die Auflastung des Womos ansteuern möchte, der sollte noch einen kurzen Moment innehalten. Denn es gibt dabei auch so einiges zu beachten bzw. zu wissen.
Natürlich hat wie alles im Leben, auch die Wohnmobil-Auflastung Vor- und Nachteile. Damit du für dich entscheiden kannst, womit es sich besser leben lässt, wollen wir uns mal ansehen, was dafür und was dagegen spricht.
Vorteile | Nachteile |
Fahrkomfort verbessert sich Der Fahrkomfort des Campers verbessert sich durch die Anpassung der Bauteile an die tatsächliche Belastung merklich. So liegt das Fahrzeug insgesamt einfach besser auf der Straße. | Höhere Folgekosten für Führerschein, Maut, usw. Man darf nicht vergessen, dass durch eine Erhöhung des Fahrzeuggewichts auch eine andere Führerscheinklasse nötig sein kann und Gebühren für Maut, Fähren, usw. höher sein können. |
Verlängerung der Lebensdauer des Wohnmobils Der Verschleiß eines Campers, der ständig an seiner Belastungsgrenze gefahren wird, ist sicherlich höher, als bei einem, dessen Technik an das Fahrzeuggewicht angepasst wird, was eine längere Lebensdauer für das Wohnmobil bedeutet. | Kosten für die technische Auflastung Wie du weiter oben schon gesehen hast, ist das Auflasten eines Wohnmobils nicht gerade günstig. |
Höhere Zuladung Endlich keine Gedanken mehr über die Zuladung machen und ob ein Teil mit kann oder nicht. So hat man dank der höheren Zuladung keine Probleme mehr mit einem überladenen Camper. | Beschränkungen & Verbote Gerade, wenn man die magische Grenze von 3,5 Tonnen überschreitet, sind Geschwindigkeitsbegrenzungen und Einfahrverbote zu berücksichtigen, die für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen gelten und einen somit auf ein Mal betreffen. |
Sicherheit Wenn der Camper auch für das Gewicht ausgelegt ist, das er durch die Gegend trägt, ist das Fahrzeug auf jeden Fall sicherer unterwegs, als wenn es ständig an oder sogar über seine Belastungsgrenzen geht. |
Wer sein Wohnmobil auf 3,5 t oder mehr auflasten möchte, der muss sich mit einigen Änderungen befassen, die ihn zukünftig betreffen.
Wen interessiert, was noch weitere Nachteile für Wohnmobile über 3,5 Tonnen im In- sowie Ausland sind, der wird beim ADAC fündig.
Wer die Nachteile, die mit dem Wohnmobil Auflasten verbunden sind, nicht in Kauf nehmen will und nach einer Alternative dazu sucht, der sollte sich vielleicht über einen Anhänger Gedanken machen. Gerade, wenn du nur auf Campingplätze und keine Pisten oder übermäßig schlechte Wege fährst, wäre das sicherlich auch eine Alternative. So lässt sich Gewicht in den Anhänger auslagern und dein Problem mit der Überladung des Wohnmobils wäre gelöst.
Du hast Fragen zu deiner Bestellung, Rechnung oder ein Artikel ist vergriffen? Wir haben immer ein offenes Ohr für dein Anliegen.
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