Rück­blick auf ein Jahr Rund­rei­se durch Por­tu­gal in Bil­dern

Portugal Rundreise, Bilder

Am 23.03.2017 kamen wir von Spa­ni­en über die Grenze. Eigent­lich sollte es ledig­lich eine ein­ma­li­ge Durch­fahrt von Süd nach Nord werden, doch wie wir heute wissen, kam es ganz anders. Wäh­rend unse­rer Por­tu­gal Rund­rei­se hat uns das Land in seinen Bann gezo­gen und nicht mehr los­ge­las­sen. Der Abschied fällt uns nicht ganz leicht und des­halb gehen wir mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge. Aber bevor wir das tun, gibt es hier einen noch einen Rück­blick mit vielen Por­tu­gal Bil­dern.

Algar­ve

Begon­nen haben wir mit unse­rer Rund­rei­se an der Algar­ve. Dort lern­ten wir u. a. einige Blog­ger­kol­le­gen kennen. Daraus haben sich ein paar tolle Freund­schaf­ten ent­wi­ckelt und den ein oder ande­ren haben wir übers Jahr ver­teilt öfter wie­der­ge­se­hen. Wir erin­nern uns noch gut, dass es die ersten Tage nur gereg­net hat und die Platz­su­che an der Algar­ve nicht ganz so ein­fach war. Des­we­gen zog es uns schnell weiter Rich­tung Nord­os­ten.

Portugal Algarve
Die West­küs­te an der Algar­ve

Alen­te­jo

Im Alen­te­jo gefiel es uns schon besser. Hier fanden wir immer wieder tolle, ein­sa­me Plätze, wie jener an unse­rem klei­nen Fluss. Hier sangen die Vögel auch noch nachts so laut, dass wir manch­mal lachend im Bett lagen und uns ungläu­big ansa­hen. Ja, auch die Natur kann ganz schön Lärm machen. Auch die Gemüt­lich­keit kam gemein­sam mit der Region Alen­te­jo, denn die hier gefun­de­nen Plätz­chen luden zum län­ge­ren Ver­wei­len ein, wie bei­spiels­wei­se unser Lieb­lings­platz.

Portugal Alentejo
Unser Lieb­lings­platz im Alen­te­jo

Centro

Auch das por­tu­gie­si­sche Centro hat uns unglaub­lich gut gefal­len. Das erste Mal fuhren wir hier nur durch, auf dem Weg nach Porto, wo wir Besuch von unse­rem Freund Alex und seinem Kol­le­gen Micha­el beka­men. Wir genos­sen die Zeit in der Groß­stadt, tran­ken Port­wein und waren ziem­lich begeis­tert. Und das, obwohl Städte eigent­lich so ganz und gar nicht unse­res sind.

Nach­dem sich unser Besuch nach weni­gen Tagen wieder ver­ab­schie­den musste, ging es für uns weiter Rich­tung Norden.

Portugal Centro
Blick von Mon­s­an­to

Norte

Dort ver­lieb­ten wir uns in den Raba­gao – einem großen Stau­see mit nur wenig Zivi­li­sa­ti­on drum herum. Aller­dings war es hier ein wenig kühl, wes­we­gen wir das Ent­de­cken der nörd­lichs­ten Region auf später ver­scho­ben haben und uns wieder auf den Weg in den Süden mach­ten.

Portugal Norte
Raba­gao Stau­see

Por­tu­gal Rund­rei­se

Eine Rund­rei­se ist ja nor­ma­ler­wei­se etwas Geplan­tes, wo man genau weiß, welche Route man fährt. Wir haben eine Rund­rei­se gemacht, aber nicht im klas­si­schen Sinne. Wenn man unser genau­es Fahr­pro­fil anschaut, dann fragt man sich bestimmt, warum wir manch­mal von Norden nach Osten, dann nach Westen und danach wieder nach Süden gefah­ren sind. Aber das ist ja das Schöne an der Art zu reisen und zu leben, man fährt ein­fach dahin, wo das Wetter schön ist, Freun­de einen ein­la­den oder man sich ein­fach wohl­fühlt.

Portugal Bilder, Rundreise, Norte
Frei­lau­fen­de Kühe im Norden Por­tu­gals

Des­we­gen waren wir wohl die meiste Zeit im Bereich Centro und Alen­te­jo unter­wegs. Gerne denke ich an einen traum­haf­ten Sommer zurück, der uns mit teil­wei­se über 43 °C ordent­lich zum Schwit­zen gebracht hat. Doch zum Glück bieten die Stau­se­en da eine tolle Abküh­lungs­mög­lich­keit.

Portugal Rundreise, Bilder
Son­nen­un­ter­gang bei Campo Maior

Egal welche Jah­res­zeit, wir haben sie alle genos­sen. Noch im Dezem­ber saßen wir in T-Shirt und kurzer Hose drau­ßen und genos­sen die Wärme, bevor einige Wochen mit extrem viel Regen auf uns zuka­men.

Die Abrei­se rückt näher

Nach so einer langen Zeit ist es komisch, dass man nun weiß, es ist Zeit zu gehen. Heimat ist für uns nicht an einen Ort gebun­den, son­dern ein Gefühl. Und dieses Gefühl hatten wir wäh­rend unse­rer Rund­rei­se durch Por­tu­gal nicht nur ein Mal. Kein Land hat uns auf unse­rer Reise bisher emo­tio­nal so berührt, wie dieses und gerade des­we­gen ist es irgend­wie noch gar nicht vor­stell­bar, dass wir in weni­gen Tagen schon in Spa­ni­en sein werden.

Portugal Bilder, Rundreise
Praia da Mur­ra­cao

Ich ver­mis­se jetzt schon die por­tu­gie­si­sche Gelas­sen­heit und das ange­neh­me Klima. Aber es ist ja kein Abschied für immer und wir haben es uns schließ­lich selber aus­ge­sucht. Natür­lich ist die Freude auf Fami­lie und Freun­de riesig, wes­halb wir durch­aus auch mit einem lachen­den Auge abrei­sen.

Was hat uns so lange in Por­tu­gal gehal­ten?

Nun mag sich der ein oder andere sicher fragen, was dazu geführt hat, dass wir so lange in diesem Land geblie­ben sind. Ursprüng­lich woll­ten wir hier gar nicht so lange blei­ben, son­dern ein­fach mal durch­fah­ren. Die ersten paar Wochen waren wir auch noch davon über­zeugt, dass wir das genau so machen werden. Doch nach und nach ver­lang­sam­te sich unsere Rei­se­ge­schwin­dig­keit.

Portugal Bilder, Rundreise
Penha Garcia

Dieses Land hat in unse­ren Augen alles zu bieten, was einem das Wohl­füh­len sehr leicht macht.

Por­tu­gie­sen – ein offe­nes Volk, das begeis­tert

Schon kurz nach unse­rem Grenz­über­gang im März 2017 hatten wir die erste nette Begeg­nung mit einem Por­tu­gie­sen. Er schick­te uns zwar von unse­rem aus­ge­such­ten Platz weg, aber zeigte uns ein paar Hun­dert Meter weiter ein viel schö­ne­res Plätz­chen. Wenige Tage später wurden wir in Faro von einem Por­tu­gie­sen ange­spro­chen, der per­fekt deutsch sprach. Wir unter­hiel­ten uns und hatten jede Menge Spaß. An unse­rem Lieb­lings­see kamen zwei Por­tu­gie­sen mit einem Boot, weil sie von der Ferne unser Fahr­zeug gese­hen hatten. Sie frag­ten, ob sie es sich mal näher anse­hen dürfen. Daraus ent­wi­ckel­te sich ein tolles Gespräch mit dem Ergeb­nis, dass sie Stefan zu einer Boots­tour ein­lu­den. Sie brach­ten ihn auf die andere Ufer­sei­te, wo ihre Fami­li­en ein Pick­nick mach­ten.

Portugiesen
Ein­la­dung zu einer Boots­tour

Egal, ob die gut gelaun­te Kas­sie­re­rin im Super­markt oder der alte Mann mit seinem Obst­stand an der Straße, wir haben aus­schließ­lich freund­li­che Por­tu­gie­sen ken­nen­ge­lernt. Selbst als wir unab­sicht­lich auf Pri­vat­grund stan­den, wurden wir nicht weg­ge­schickt, son­dern ein­ge­la­den noch ein paar Tage zu blei­ben.

Portugal, tolle Menschen
Die Beiden, auf deren Grund wir stan­den. Super­lieb 😍 und das, obwohl wir uns nur mit Händen und Füßen ver­stän­di­gen konn­ten.

Und die Por­tu­gie­sen sind übri­gens nicht so laut und tem­pe­ra­ment­voll, wie man es bei­spiels­wei­se von den Spa­ni­ern kennt, was wir per­sön­lich sehr ange­nehm fanden.

Spre­chen wir jetzt per­fekt Por­tu­gie­sisch?

Und wie sieht es nach einem Jahr mit unse­rem Por­tu­gie­sisch aus? Obwohl wir uns einen Lern­kurs orga­ni­siert hatten, fällt uns Por­tu­gie­sisch extrem schwer. Es hat gefühlt mehr mit Rumä­nisch zu tun, als mit Spa­nisch, was wir eher erwar­tet hatten. Ich werde mit dieser Spra­che ein­fach nicht warm und finde sie extrem schwer zu lernen. Des­we­gen reicht es leider nur für ein paar Bro­cken im Restau­rant oder beim Ein­kau­fen. Aber es geht zur Not immer mit Händen/Füßen und auch mit Eng­lisch kommt man oft weiter.

Land­schaft­li­che Viel­falt, hüb­sche Dörfer und das Klima

Ein wei­te­rer Punkt, der uns an Por­tu­gal total begeis­tert hat, ist die Viel­falt der Land­schaft und Natur.

Portugal
Ver­se­hent­lich auf Pri­vat­grund, … upppps

Einer­seits hat man Küsten, wun­der­schö­ne Sand­strän­de, tür­kis­far­be­nes Meer­was­ser und schrof­fe Klip­pen. Auf der ande­ren Seite gibt es im Lan­des­in­ne­ren jede Menge Stau­se­en, die einen schon Mal länger als ursprüng­lich geplant, an einem Ort ver­wei­len lassen. Bei den meis­ten sind die Ufer frei zugäng­lich und oft­mals führen Wege direkt dort­hin. Wer luf­ti­ge Höhen mag, wird u. a. im Bereich Serra da Est­re­la fündig. Von hier oben hat man einen traum­haf­ten Pan­ora­ma­blick.

Des Wei­te­ren gibt es in diesem Land ganz viele tolle kleine Dörfer. Ich mag diese engen Gassen, und die alten und teil­wei­se ganz ein­fa­chen Häuser.

Portugal Bilder, Monsanto
Mon­s­an­to

Das hat so einen ganz eige­nen Charme, wie ich finde. Auch das por­tu­gie­si­sche Klima hat uns gut gefal­len. Die Winter sind zwar reg­ne­risch, aber die Sommer dafür heiß und tro­cken, manch­mal viel­leicht zu tro­cken. So fiel letz­tes Jahr von April bis Ende des Jahres kein ein­zi­ger Regen­trop­fen. Aber dafür konnte man im Novem­ber noch mit T-Shirt drau­ßen in der Sonne sitzen.

Was hat uns weni­ger gefal­len?

Wenn man von etwas begeis­tert ist, dann darf man aller­dings nicht nur ein­sei­tig an die Sache ran­ge­hen, wes­halb wir über­legt haben, was uns in diesem Land weni­ger gefal­len hat. Dabei sind uns ledig­lich drei Punkte ein­ge­fal­len:

Feu­er­ge­fahr im Sommer

Im letz­ten Sommer gab es extrem viele Feuer. So hatte man immer wieder den Geruch von Rauch und Ver­brann­tem in der Nase und musste sich seine Plätze in der Natur mit viel Umsicht aus­su­chen. Für uns eine sehr unge­wohn­te Situa­ti­on, mit der wir aller­dings gut zurecht­ka­men.

Portugal Rundreise, Bilder
Nahe Pedro­gao Grande

Wenn man aller­dings bedenkt, dass wir zwei Wochen vor der großen Kata­stro­phe bei Pedro­gao noch in dieser Region stan­den, dann wird einem schon anders.

Portugal Bilder, Rundreise
Rauch­wol­ken an der Sabu­g­al Tal­sper­re

Hüte­hun­de und Pro­zes­si­ons­spin­ner im Früh­jahr

Wer mit Hund unter­wegs ist, sollte bei den Hüte­hun­den auf­pas­sen. Oft­mals sind Schä­fer mit ihren Schaf- und Zie­gen­her­den unter­wegs und haben Hunde dabei. Diese nehmen ihren Job sehr ernst, wes­halb der ein oder andere Hun­de­be­sit­zer, ja auch wir, schon nega­ti­ve Erfah­run­gen mit ihnen machen musste.

Ein weiter Faktor, wo man bei seinem Hund auf­pas­sen muss, sind im Früh­jahr die Pro­zes­si­ons­spin­ner. Die Nester kann man schon von Weitem erken­nen. Wenn die Raupen diese ver­las­sen und in einer Reihe auf dem Boden ent­lang laufen, dann heißt es Abstand halten. Darauf könn­ten wir gut und gerne ver­zich­ten.

Prozessionsspinner, Nest
Nest von Pro­zes­si­ons­spin­nern

Müll

Wie nahezu alle süd­li­chen Länder hat auch Por­tu­gal ein Müll­pro­blem. Egal, ob an See­ufern, auf Aus­sichts­platt­for­men, ent­lang der Stra­ßen oder an Rast­plät­zen, nahezu über­all findet man Plas­tik­fla­schen, Ver­pa­ckun­gen, Glas­scher­ben, o. ä. Auch neben auf­ge­stell­ten Müll­ton­nen finden sich alte Gar­ten­stüh­le, Möbel aller Art, alte Farb­kü­bel oder sons­ti­ger Abfall.

Müll, Portugal
Müll an einem Stau­see. Schon bald würde das stei­gen­de Wasser ihn im See ver­tei­len.

Doch das wars auch schon, was uns nega­tiv auf­ge­fal­len ist.

Por­tu­gal Bilder

In den Por­tu­gal Rei­se­be­rich­ten haben wir unsere Erleb­nis­se genau fest­ge­hal­ten, wes­halb ich in diesem Bei­trag nicht alles noch mal erzäh­len möchte. Die Schön­heit eines Landes lässt sich oft­mals mit Bil­dern bes­sern beschrei­ben, als mit Worten. Des­we­gen wollen wir euch nun am Ende ein­fach noch die schöns­ten Impres­sio­nen unse­rer 1-jäh­ri­gen Reise zeigen. Ein paar Por­tu­gal Bilder, die Lust auf ein Land machen, in das man sich eigent­lich nur ver­lie­ben kann.

Portugal Rundreise, Bilder
Fatima

 

Portugal Rundreise, Bilder
Des Nachts in Lamego

 

Portugal Bilder, Rundreise
Porto de Mos – Burgen hat Por­tu­gal jede Menge

 

Portugal Bilder, Rundreise
Ob Por­tu­gal die schöns­ten Son­nen­un­ter­gän­ge hat? Ich glaube schon … 🙂

 

Portugal Bilder, Rundreise

Wer jetzt Lust auf noch mehr Bilder aus Por­tu­gal bekom­men hat, der wird in unse­rer Foto­ga­le­rie fündig. Und wenn du nun selber Lust hast, dieses wun­der­schö­ne Land zu berei­sen, dann fin­dest du auf unse­rer Seite jede Menge Rei­se­tipps.

Das war der letzte Bei­trag von unse­rer Por­tu­gal Rund­rei­se und wir ver­ab­schie­den uns nun schwe­ren Her­zens, aber eines ist sicher:

Wir kommen wieder!

Hat Dir der Beitrag gefallen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
4,88 von 5 Punkten, basierend auf 17 abgegebenen Stimmen.

Zum Schutz vor Mehrfachbewertung wird bei einer Bewertung deine IP gespeichert. Mehr Infos in der Datenschutzerklärung.
Loading...
Autor
Mehr von Robby

Bacal­hoa Buddha Eden in Obidos: Euro­pas größ­ter ori­en­ta­li­scher Garten

Du magst Pago­den, asia­ti­sche Sta­tu­en und Buddha-Figu­ren? Dann bist du im Bacal­hoa...
Weiterlesen

1 Kommentar

  • Moin ihr Drei,

    ach, ist das schön, so posi­ti­ve Worte zu lesen. Mich als Halb­por­tu­gie­sin inter­es­siert es immer sehr, wenn andere Men­schen in „mein“ Land reisen und wie ihr Ein­druck ist. 🙂

    Schmun­zeln musste ich bei dem Teil mit der Spra­che. Ich bin nun damit auf­ge­wach­sen und für mich ist es genau­so leicht/schwer wie Deutsch. Aller­dings ist es auch so, dass der Alen­te­jo / die Algar­ve ähn­lich ist wie für uns Nord­deut­sche die Bayern – man ver­steht sich, aber nicht sooo gut. 😉 Viel­leicht hättet ihr in der Region rings um Lis­sa­bon es deut­lich ein­fa­cher gehabt mit dem Erler­nen der Spra­che. Wobei – meine Fami­lie kommt aus einem klei­nen Dorf im Norden und da nuschelt man sich auch einen zurecht. 🙂

    Ich freue mich jeden­falls darauf, meinem Herz­mann Por­tu­gal zu zeigen und ihr habt ihm mit eurem Bericht rich­tig Lust darauf gemacht. Aller­dings geht es für uns nun erst­mal in den Norden.

    Ganz liebe Grüße und macht weiter so – ihr seid uns als Neu­lin­ge unter den Euro­pa­rei­sen­den-mit-Hund-und-Wohn­mo­bil eine große Hilfe!

    Nicole

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.