Zu kalt im Norden – ab in den Süden

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Nach unse­rem Besuch in Porto ging es für uns weiter Rich­tung Norden. Doch das es uns im Norden bald zu kalt sein sollte und wir wieder ab in den Süden fahren würden, war uns da noch nicht klar. Aller­dings müssen wir jetzt erst mal aus Porto raus.

Mischung aus Stell- und Frei­steh­platz

Für uns geht es raus aus der großen Stadt in Rich­tung Norden. Tanja hat einen tollen Platz direkt am Atlan­tik aus­fin­dig gemacht, wo wir die beiden dann auch wie­der­se­hen. Es ist eine Mischung aus Stell- und Frei­steh­platz. So parken wir auf der Wiese, die einem Por­tu­gie­sen gehört. Er kommt abends und sam­melt für die Nacht 3 Euro von den dort ste­hen­den Cam­pern ein. Voll­kom­men in Ord­nung, wie wir finden. Dafür stehen wir direkt am Meer und außer einem Hund, der am Zelt gegen­über ange­bun­den ist und Tag und Nacht bellt, ist es hier auch wirk­lich schön.

Doch schon am nächs­ten Morgen ist uns klar, wir wollen weiter. Es ist uns ein­fach nicht einsam genug.

Wir packen unsere Sachen und fahren los, als wir bei der Aus­fahrt stehen blei­ben. Ein weißer Mer­ce­des hat sich so blöd hin­ge­stellt, dass wir nicht mehr durch­kom­men. Der ältere Herr, dem die Wiese gehört, kommt zu uns. Wir erklä­ren mit Händen und Füßen, dass wir hier nicht durch­pas­sen und wohl warten müssen, bis der Besit­zer des Mer­ce­des wie­der­kommt. Doch ers­tens kommt es anders … Der nette Kerl erklärt uns, dass er die Holz­pfos­ten weg­neh­men würde und wir so über seine große Wiese raus­fah­ren könn­ten. Wir freuen uns und sind erleich­tert, dass wir wei­ter­kön­nen und nicht den rest­li­chen Tag warten müssen.

Viana do Cas­te­lo

Es geht weiter Rich­tung Norden, wo Tanja und Andre einen tollen Strand­park­platz gefun­den haben. Wir stehen mit Blick aufs Meer, auch wenn es anstatt eines Sand­strands leider nur einen Strand mit großen Stei­nen gibt.

Aber egal, hier ist es ruhig, also blei­ben wir. Aller­dings haben wir nicht mit dem Wetter gerech­net. Die Sonne scheint, doch es ist kalt. Lange Hose und Pulli sind ein Muss und nachts sind wir nur wenige Grad davon ent­fernt, die Hei­zung ein­zu­schal­ten. Tanja und Andre ver­las­sen diesen Platz schon bald und wir ent­schei­den uns stehen zu blei­ben.

Wir nutzen die Zeit und arbei­ten unser Mate­ri­al der letz­ten Tage auf. Und dann beschlie­ßen wir ein­stim­mig, es ist uns ein­fach zu kalt hier, wir wollen wieder Rich­tung Süden. Der Norden läuft uns ja nicht weg.

200 km am Stück

Schon früh ver­las­sen wir unse­ren Strand­park­platz und machen uns auf Rich­tung Süden. Es geht vorbei an Porto und Ovar. Ein Stück nörd­lich von Coim­bra sehen wir am Himmel eine große, weiße Wolke. Doch halt, das ist keine Wolke. Es sind dicke Rauch­schwa­den, die am Hori­zont ent­lang ziehen. Ein Blick auf die Feu­er­kar­te verrät, hier brennt es. Das Feuer ist zwar weit genug weg, aber der starke Wind führt dazu, dass es den Rauch sehr weit ver­teilt. Irgend­wann befin­den wir uns in einer dicken Rauch­schwa­de, die nicht nur nach ver­brann­tem Holz riecht, son­dern auch beim Atmen im Hals kratzt. Doch wir haben keine Wahl, wir müssen weiter, wie viele andere auch. Wir hoffen, dass wir bald aus dem Strei­fen raus­kom­men und so ist es auch. Nach ca. 15 Min. Fahr­zeit sind wir wieder drau­ßen und können durch­at­men.

Aller­dings sind wir beein­druckt, wie weit der Wind diese Rauch­schwa­den trägt. Unser Ziel ist ein Praia Flu­vi­al an dem wir eine Nacht schla­fen wollen, bevor es wei­ter­geht nach Sabu­g­al. Zum See fahren wir eine stei­ni­ge Geröll­pis­te bergab und finden auch gleich einen tollen Platz zum Schla­fen. Die Nacht ist ruhig und wir können selbst hier, 80 km vom Feuer ent­fernt, den Rauch noch rie­chen.

Sabu­g­al – ein alt­be­kann­ter Platz

Am nächs­ten Morgen ist das Feuer wohl gelöscht und die Luft ist wieder rein. Wir packen früh unsere Sachen und ziehen weiter. Wir ent­schei­den gemein­sam, dass wir an die Tal­sper­re von Sabu­g­al fahren. Dort stan­den wir vor ein paar Mona­ten bereits, und da uns nach Ruhe und Ein­sam­keit ist, erscheint uns das als die beste Mög­lich­keit.

Am späten Nach­mit­tag kommen wir dort an und sind über­rascht, wie weit das Wasser des Sees zurück­ge­gan­gen ist. Wir stel­len uns auf den selben Platz, an dem wir damals stan­den, nur mit dem Unter­schied, dass der Weg zum Wasser wesent­lich weiter ist. Aller­dings sind wir ein wenig vor­sich­ti­ger gewor­den, was See­ufer anbe­langt, wes­we­gen wir nicht weiter runter fahren.

Feuer bei Covil­hã

Am nächs­ten Morgen werden wir von lauten Flug­zeug­ge­räu­schen geweckt. Ein Blick aus dem Fens­ter verrät, dass es spa­ni­sche Lösch­flug­zeu­ge sind, die im See Wasser tanken.

Wir schau­en auf die Feu­er­kar­te und sehen ein Groß­feu­er nahe Covil­hã. Die Feu­er­wehr braucht den ganzen Tag und scheint das Feuer trotz­dem nicht in den Griff zu krie­gen. Der Wind steht güns­tig und so bekom­men wir zum Glück nichts davon mit.

Am nächs­ten Tag hören wir ein Fahr­zeug den Weg zum See fahren und plötz­lich hupt jemand mehr­mals. Wer das war und was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im nächs­ten Rei­se­be­richt.

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