Unsere erste Begegnung mit dem Trockenklosett
Wir selbst hatten in Finnland den ersten Kontakt mit einer Trockentoilette. Anfangs konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, eine Toilette zu benutzen, wo ich bei einem Blick durch die Klobrille noch die Hinterlassenschaften meines Vorgängers betrachten kann.
Da werden Erinnerungen an das Plumpsklo aus grauen Vorzeiten wach.
Doch die Not war stärker, als die anfängliche Skepsis. Ich hatte beim Betreten des Holzhäuschens eher mit einem Geruch a la Dixie-Klo gerechnet. Doch ich musste mich eines Besseren belehren lassen, es roch nämlich schlicht und ergreifend nach nichts, außer Holz. Das war spannend und so setzten wir uns mit der Thematik näher auseinander.
Die verschiedenen Trockentoiletten-Systeme
Die Funktionsweise der Trockentoilette sorgt dafür, dass das System ohne Verwendung von Wasser zum Spülen auskommt. Folgende Systeme sind dabei am gängigsten:
- Plumpsklo
Aus Omas Zeiten kennt es manch einer vielleicht noch. Auch hier wurde nicht nachgespült.
- Verbrennungstoilette
Hier werden die Fäkalien nach dem Toilettengang verbrannt. Zurück bleibt ein Häufchen Asche.
- Trenntoilette
Festes und Flüssiges wird hier durch einen speziellen Einsatz getrennt. Der Urin wird in einem Behälter gesammelt, genauso wie der Kot.
- Komposttoilette
Hier werden die Fäkalien gesammelt, um anschließend kompostiert zu werden. Zusätzlich zu den Feststoffen kommt beispielsweise Kokosfaser. Alles wird mit einem Rührwerk vermengt und am Ende bleibt nur noch etwas Erdähnliches zurück.
- Trockentrenntoilette
Diese Variante findet neben der Trenntoilette häufig Anwendung in Campern oder kleinen Gartenhäuschen. Fest und flüssig wird voneinander getrennt und je nachdem separat in einem mit einer Tüte ausgeschlagenen Eimer oder einem Urintank gesammelt.
Funktionsweise der Trockentoilette
Prinzipiell ist die Funktionsweise der Trockentoilette schnell erklärt. Außer bei der Verbrennungstoilette werden die Fäkalien immer zusammen oder fest und flüssig getrennt, in einem Eimer/Kanister gesammelt. Auch das biologisch abbaubare Toilettenpapier gibt man mit zu den Feststoffen. Anschließend wird es, je nach Toilettensystem, mit Streugut bedeckt. Das sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Eimer gebunden und die Fäkalien abgedeckt werden. So ist kaum eine Geruchsentwicklung möglich. Wird ein Lüfter verwendet, so ist kein Abdeckmaterial vonnöten.
Wo kann ein Trockenklo verbaut werden?
Es gibt verschiedene Einsatzmöglichkeiten für eine Toilette ohne Wasseranschluss. Die häufigsten finden wir in unseren Breiten wohl im
- Gartenhaus,
- Ferienhaus und auf
- Ski- und Berghütten.
Aber auch hier ist der Einsatz einer Trockentoilette vorteilhaft:
- Schrebergarten,
- Tiny-House,
- Wohnmobil und
- Wohnwagen.
Wir persönlich nutzen unsere im Wohnmobil. Seit gut vier Jahren haben wir sie im Einsatz und sind damit sehr zufrieden. Dank unseres Lüfters haben wir keinerlei Gerüche im Camper. Auch in einem Tiny-House durften wir die schwedische Trockentoilette schon mal testen und waren auch damit sehr zufrieden.
Vorteile und Nachteile
Natürlich hat eine Trockentoilette ebenso Vor- und Nachteile. Diese möchten wir auch beleuchten. Was vorteilhaft ist, hängt sicherlich auch vom Einsatzort und dem eingebauten System ab. Was in einem Tiny-House praktisch ist, kann in einem Wohnmobil genau das Gegenteil sein.