Die­sel­pest rich­tig bekämp­fen, so wird der Tank wieder sauber

dieselpest, tank

Vor dem Kauf unse­res Old­ti­mer Wohn­mo­bils haben wir nur am Rande etwas über Die­sel­pest gehört. Als ich den Die­sel­fil­ter im Zuge der War­tungs­ar­bei­ten erneu­ert habe, wun­der­te ich mich über den schwar­zen Glib­ber, der im Fil­ter­ge­häu­se zu finden war. Als ich nach der ersten Pro­be­fahrt im Schau­glas meines Vor­fil­ters wieder so selt­sa­mes, schwar­zes Zeugs gefun­den habe, war es klar. In unse­rem Die­sel­tank ist Leben ein­ge­kehrt.  Ich möchte Dir erzäh­len, wie wir die Die­sel­pest bekämpft haben. Außer­dem erfährst Du, warum man eine Tan­krei­ni­gung durch­füh­ren sollte.

Was ist Die­sel­pest?

Sie ent­steht durch Bak­te­ri­en, die sich im Diesel ver­meh­ren können. Vom Opti­schen und der Kon­sis­tenz könnte man es mit schwar­zen Algen ver­glei­chen. Die Folge des Befalls sind ver­stopf­te Filter und Lei­tun­gen. Bei einem sehr star­ken Befall können auch der Tank und das Kraft­stoff­sys­tem durch Kor­ro­si­on beschä­digt werden. Unter Umstän­den star­tet der Motor nicht mehr oder es kommt zu einem Leis­tungs­ver­lust, weil nicht mehr genü­gend Diesel geför­dert werden kann.

Wir hatten Leis­tungs­ver­lust und stän­dig ver­stopf­te Filter.

Wie hat sich unser Wohn­mo­bil mit dem Die­sel­pilz ange­steckt?

Unser Kurz­hau­ber wurde, bevor wir ihn gekauft haben, selten bis gar nicht bewegt. Das Fahr­zeug wurde jah­re­lang, als es auf einen Käufer war­te­te, wahr­schein­lich kein ein­zi­ges Mal betankt. Da immer etwas Wasser im Diesel vor­han­den ist und sich ein Bio­an­teil im Diesel befin­det, wurde den klei­nen Pla­ge­geis­tern ein idea­les Milieu geschaf­fen, um sich ver­meh­ren zu können. Daraus ergab sich ein wei­te­res Pro­blem, näm­lich Rost­an­sät­ze im Tank, die eben­falls auf den Befall mit Die­sel­pest zurück­füh­ren sind.

Vorfilter

Tan­krei­ni­gung und das bekämp­fen der Die­sel­pest

Wir haben im Zuge unse­rer Restau­ra­ti­on als Erstes den Tank geleert und den Diesel ent­sorgt. Danach ist es ratsam, eine Tan­krei­ni­gung durch­zu­füh­ren. Man kann den Tank mit einem Dampf­strah­ler säu­bern. Aller­dings ist das nicht bei allen Tanks ohne Wei­te­res mög­lich. In vielen Kraft­stoff­be­häl­tern sind soge­nann­te Schwall­ble­che ver­baut, die einem diese Rei­ni­gung erschwe­ren, bis unmög­lich machen können. Da hilft viel­leicht nur, seinen Tank rei­ni­gen zu lassen.

Da wir unser Fahr­zeug auf mehr Tank­vo­lu­men umge­rüs­tet haben, wäre uns zumin­dest dieser Schritt erspart geblie­ben. Aber wir haben uns einen gebrauch­ten Tank gekauft und diesen vor­sorg­lich gespült. Danach wurden die Kraft­stoff­lei­tun­gen mit Druck­luft durch­ge­pus­tet und die Die­sel­fil­ter erneu­ert. Außer­dem war es bei uns eine Über­ho­lung der Ein­spritz­pum­pe nötig, weil sich auch dort das ganze Zeug ein­ge­nis­tet und schon Scha­den ver­ur­sacht hatte. Das ist aller­dings der sehr langen Stand­zeit geschul­det.

Um eine erneu­te Kon­ta­mi­na­ti­on durch even­tu­el­le Bak­te­ri­en­rück­stän­de im Tank­sys­tem aus­zu­schlie­ßen, haben wir uns noch Gro­ta­mar besorgt und nach Anlei­tung eine Schock­do­sie­rung durch­ge­führt. Wir haben bis zum heu­ti­gen Zeit­punkt keine Pro­ble­me mehr mit Die­sel­pest.

 

Warum nicht nur Gro­ta­mar?

Die Frage ist ganz ein­fach zu beant­wor­ten. Gro­ta­mar oder ver­gleich­bar Bio­zi­de würden die Die­sel­pest zwar abtö­ten, aber das tote Zeug schwimmt wei­ter­hin im Tank­sys­tem und kann die Lei­tun­gen und Filter ver­stop­fen. Eine Rei­ni­gung des Tanks und der gesam­ten Kraft­stoff­an­la­ge ist ratsam, um lang­fris­tig seine Ruhe zu haben und den Die­sel­pilz rest­los aus seiner Kraft­stoff­an­lan­ge zu ver­ban­nen.

Vor­beu­gung gegen Die­sel­pest

Gerade bei einer sai­so­na­len Nut­zung des Wohn­mo­bils oder Lkws besteht die Gefahr, sich den Die­sel­pilz ein­zu­fan­gen. Daher halte ich es für sinn­voll, vor der Win­ter­pau­se oder bei einer län­ge­ren Stand­zeit ein Biozid beim Tanken bei­zu­mi­schen. Wenn man einen Stahl­tank sein Eigen nennt, ist es ratsam, vor dem Ein­la­gern des Fahr­zeugs voll­zu­tan­ken. Damit beugt man der Rost­bil­dung durch Kon­dens­was­ser im Tan­kin­ne­ren vor.

Wenn man in Dritt­län­der reist, oder der Diesel aus einer zwei­fel­haf­ten Her­kunft stammt, könnte man zur Pro­phy­la­xe das Mittel bei der Tank­fül­lung eben­falls hin­zu­fü­gen. Ein Freund von uns hat das

Wird das Wohn­mo­bil regel­mä­ßig bewegt und der Diesel im Tank ver­braucht, muss man sich keine großen Sorgen über das Thema Die­sel­pest machen. Wir haben Gro­ta­mar nur einmal nach der Tan­krei­ni­gung benutzt und sind seit dem algen­frei.

Eine ähn­li­che Wir­kung wie Gro­ta­mar soll auch XBEE haben. Wir haben es selbst aber nicht getes­tet.

Update:

Ab dem 1. Dezem­ber 2018 ist der Ver­kauf von Gro­ta­mar und ande­ren Bio­zi­den mit dem Wirk­stoff MBO, an End­ver­brau­cher, nicht mehr zuläs­sig. Eine Wei­ter­ga­be ist nur noch an Gewer­be­trei­ben­de erlaubt.

Eine ähn­li­che Wir­kung wie Gro­ta­mar soll auch XBEE haben. Wir haben es aber selbst nicht getes­tet.

Hat Dir der Beitrag gefallen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
4,40 von 5 Punkten, basierend auf 20 abgegebenen Stimmen.

Zum Schutz vor Mehrfachbewertung wird bei einer Bewertung deine IP gespeichert. Mehr Infos in der Datenschutzerklärung.
Loading...
Mehr von Stefan

Lis­sa­bon Rei­se­tipps, mit dem Wohn­mo­bil zum Tejo

Bis jetzt haben wir Lis­sa­bon immer aus­ge­las­sen. Irgend­wie hat sich die Gele­gen­heit...
Weiterlesen

3 Kommentare

  • Bin im Sommer 2019 nach Nord­nor­we­gen gefah­ren, mein Boot mit 105 PS Volvo Penta- Ein­bau­die­sel im Schlepp. Nach 2500 km war ich am Ziel, Boot ins Wasser, Motor gestar­tet: Jede Menge weißer Qualm, Motor läuft unrund, keine Leis­tung. Weißer Qualm, Kopf­dich­tung kaputt? Konnte ich mir nicht denken. Ein Fach­mann meinte: “Könnte sein, der bekommt zu wenig Sprit”. So war es auch. Die­sel­fil­ter gewech­selt, auch das kleine, feine Sieb in der För­der­pum­pe gerei­nigt (dieses war zu mit schwar­zem Schlamm) Danach lief der Motor wie geschmiert. Genau drei Tage hatte ich Freude bei Fahren. Dan auf einmal, bei der Heim­fahrt vom Angel­platz zum Quar­tier, stoppt der Motor bei voller Fahrt (40 km/h), fängt sich wieder, stoppt wieder usw. Inzwi­schen war mir klar: Ich habe die Die­sel­pest im System. Zu Hause mit einem Endo­skop den Tank besich­tigt und Bestä­ti­gung bekom­men. In den Ecken und Fugen schwar­zer Schlamm. Nun bin ich am Rei­ni­gen des gesam­ten Betriebstoff­sys­tems. Hof­fent­lich muss ich nicht die Ein­spritz­pum­pe auch noch rei­ni­gen lassen, denn da traue ich mich nicht ran. Den Die­sel­zu­satz gegen die Die­sel­pest­bak­te­ri­en von Liqui Molly habe ich auch schon gekauft und werde ihn später immer bei­mi­schen. Auch in den rest­li­chen Diesel aus dem Boots­tank, den ich mit dem Auto ver­fah­ren werde, kommt der Zusatz vorher noch rein. Hätte ich das Pro­blem vorher gekannt und immer den Zusatz in den übri­gen Diesel nach dem Urlau­ben gekippt, wäre das Pro­blem nicht auf­ge­tre­ten. Es wird viel­mals emp­foh­len, über den Winter den Tank ganz voll zu machen, damit kein Schwitz­was­ser in den Diesel gerät. Ich werde das Gen­gen­teil ver­su­chen und den Tank ganz leer machen. Dazu habe ich in die Vor­lauf­lei­tung eine spe­zi­ell dafür gebau­te 12 V Pumpe mit zwei Schlauch­an­schlüs­sen gesetzt und am Motor in die ankom­men­de Die­sel­lei­tung einen Drei­we­ge­hahn ein­ge­baut, so dass ich im Herbst dort den übri­gen Diesel auf­fan­gen und dann mit dem Auto ver­fah­ren kann. Die Lei­tung blase ich dann mit Druck­luft frei. Zum Glück habe ich die Mög­lich­keit durch eine Öff­nung im Tank die kleins­ten Reste vom Diesel abzu­sau­gen.

  • Hallo,
    ich hatte Die­sel­pest in meinem alten Segel­boot. 3x abschlep­pen, einmal mit her­auf­zie­hen­dem Schwer­wet­ter und 3 Kin­dern an Bord, das hat mir dann gereicht.
    Repa­ra­tur­kos­ten waren etwa 3000 Euro, weil die ganze Kraft­stoff-Anlage aus­ge­baut und gerei­nigt werden musste (das hatte der Kon­struk­teur aber abso­lut nicht vor­ge­se­hen, da war also ganz viel Säge im Ein­satz) und etli­che Teile erneu­ert.

    Seit­dem tanke ich Shell oder Aral Teuer-Diesel, beide ent­hal­ten etwa 15-20% CARE-Diesel (syn­the­tisch, aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen und Abfäl­len wie Frit­ten-fett her­ge­stellt) und redu­zie­ren das Risiko gewal­tig.

    Ganz sicher ist man, wenn man den CARE-Diesel in reiner Form tankt, die ganzen Boots-Tank­stel­len an der Ostsee bieten das alle schon an, weil durch höhere Bio-Antei­le der nor­ma­le Diesel für Boote inzwi­schen ein rich­tig großes Pro­blem gewor­den ist (also nicht der Diesel, aber die Die­sel­pest).

    Wir werden in unse­rem Shop Bootspunkt.de ab kom­men­der Woche auch den CARE-Diesel ver­kau­fen, das ist zwar deut­lich teurer als nor­ma­les Diesel, aber wenn man nicht viel fährt lohnt sich das trotz­dem. Für den Motor ist es alle­mal besser, er läuft ruhi­ger, viel weni­ger Russ und sons­ti­ge Schad­stof­fe, und Die­sel­pest kann nicht mehr auf­tre­ten.

    Bei Inter­es­se ein­fach melden !

  • ..YEAH, nach 7 Mona­ten grie­chi­sche Ruhepause……das glei­che Thea­ter. Kam nach fach­män­ni­scher Hilfe am Stras­sen­rand noch bis zur 30km ent­fern­ten Werk­statt. Gott­sei­dank war ich in GR 🙂 Ratz­fatz mal eben 700L Diesel raus (Abfül­lung in alles, was Flüs­sig­kei­ten auf nimmt hahaha) Tank aus­ge­baut, von 3 Kam­mern konn­ten nur zwei mit Dampf­strah­lern erreicht werden. Von oben in den Alu­tank Loch rein­ge­flext, aus­ge­spült, zuge­schweisst. Alle Leitungen/Filter erneu­ert, Hand­pum­pe erneu­ert, alles gerei­nigt, wieder zusam­men­ge­baut. Zwei Tage, zweit Mechaniker…….Arbeitslohn und Teile 450 Euro. EINMALIG. Und dann hab ich auch das Wun­ter­mit­tel ein­ge­füllt UND VOLLGETANKT. Somit kein Kon­dens­was­ser. Amen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.