Einrei­se­be­stim­mungen und Zollbe­stim­mungen in Norwegen

Einfuhrbestimmungen, Zollbestimmungen, Norwegen

Norwegen gehört nicht zur EU, auch wenn das skandi­na­vische Land sehr eng mit der Europäi­schen Union verbunden ist. Es gibt bestimmte Einrei­se­be­stim­mungen, Einfuhr­be­stim­mungen und vor allem Zollbe­stim­mungen, die man einhalten sollte. Heute möchten wir Dich mit den wichtigsten Regeln vertraut machen, die Du bei deiner Einreise nach Norwegen wissen musst, um empfind­lichen Strafen zu entgehen. Alle angege­benen Mengen gelten pro Person. Auch bei der Ausreise gibt es bestimmte Quoten zu beachten. Gerade wurde z. B. die Ausfuhr­menge von Fisch neu geregelt, worauf wir in unserem Beitrag ebenfalls eingehen werden.

Ist Norwegen in der EU?

Norwegen gehört nicht zur EU. Aller­dings ist das skandi­na­vische Land eng mit der Europäi­schen Union verbunden. Es gehört zu den sogenannten EWR Staaten und nimmt am Europäi­schen Binnen­markt teil. Außerdem ist Norwegen Mitglied im Schen­gener Abkommen, wodurch es keine pauschalen Grenz­kon­trollen gibt. Die letzten beiden Beitritts­ge­suche 1972 und 1994 wurden von den Wahlbe­rech­tigten Norwegern knapp verhindert.

Einrei­se­be­stim­mungen Norwegen

Dank des Schen­gener Abkommens können wir meist ohne Passkon­trolle nach Norwegen einreisen. Den Mitar­beitern vom Zoll  steht es aber frei, trotzdem Grenz­kon­trollen durch­zu­führen. Du solltest auf jeden Fall einen Perso­nal­ausweis oder einen Reisepass mit Dir führen. Ein vorläu­figes Dokument berechtigt ebenfalls zur Einreise nach Norwegen.

Manche Banken und Behörden erkennen den Perso­nal­ausweis nicht an, warum das Auswärtige Amt den Reisepass empfiehlt.

Am Grenz­übergang befinden sich ein grüner Eingang und ein roter Eingang. Wie am Flughafen muss man den passenden Weg wählen.

    • Grün: Ich habe nichts zu verzollen oder anzumelden
  • Rot: Ich führe Waren oder Devisen oberhalb der Freigrenzen ein.

Solltest Du ein Haustier mit Dir führen, musst Du den roten Eingang wählen und dein Tier anmelden.  In unserem Beitrag Norwegen mit Hund findest Du weitere Infos.

Maximale Aufent­halts­dauer

Du darfst Dich als EU-Bürger für 3 Monate in Norwegen aufhalten. Solltest Du bereits vor Reise­an­tritt einen längeren Aufenthalt planen, musst Du dir spätestens nach 2 Wochen eine Aufent­halts­ge­neh­migung bei der Polizei besorgen.

Einfuhrbestimmungen, Zollbestimmungen, Norwegen

Zollbe­stim­mungen Norwegen

Wie wir bereits erwähnt haben, ist Norwegen kein EU Mitglied. Deshalb haben wir für Dich die wichtigsten norwe­gi­schen Zollbe­stim­mungen zusam­men­ge­fasst.

Grund­legend dürfen Waren nur bis zu einem maximalen Wert von 6000 NOK (ca. 670,- €) zollfrei einge­führt werden. Der selbe Wert gilt, wenn man Norwegen 24 Stunden lang verlassen hat, z. B. für ein paar Tage in den Nachbar­ländern. Sollte man unter 24 Stunden nach Ausreise wieder norwe­gi­schen Boden betreten (z.B. bei einem 4-stündigen Ausflug nach Finnland oder Schweden) dürfen nur noch Waren im Wert von 3000 NOK (ca. 335,- €) zollfrei einge­führt werden.

Solltest du mehr dabei haben, musst Du Zoll bezahlen. Du hast aber die Wahl, für welches Produkt du die Abgabe bezahlen möchtest. Wir sprechen hier im übrigen nicht von Dingen des persön­lichen Bedarfs, wie Kleidung, Gepäck oder Reiseu­ten­silien. Und auch dein Wohnmobil muss selbst­ver­ständlich nicht versteuert werden.

Devisen

Du darfst Geld im maximalen Gegenwert von 25.000 NOK einführen, das sind grob gerechnet 2.800 €. Alles, was darüber ist, muss beim Zoll angemeldet werden. Einge­schlossen sind auch Reise­checks und Geschenk­gut­scheine. Es werden keine Gebühren berechnet. Wenn man die Devisen aller­dings nicht anmeldet und dabei erwischt wird, werden 20 % auf den Gesamt­betrag fällig.

Es besteht keine Notwen­digkeit, seine gesamte Reise­kasse in bar bei sich zu tragen. In Norwegen ist quasi überall Karten­zahlung möglich und auch am Bankau­to­maten kann man sich mit Bargeld versorgen.

Die Devisen­re­gelung gilt auch bei der Ausreise.

Einfuhr­be­stim­mungen Norwegen

Die Menge einiger Lebens­mittel wird begrenzt. Manche Lebens­mittel dürfen gar nicht einge­führt werden. Es gibt aber ausrei­chende Freigrenzen, um nicht mit leerem Kühlschrank in Norwegen anzukommen.

Insgesamt können pro Person 10kg Lebens­mittel zollfrei einge­führt werden (Nur aus EWR Staaten).

Lebens­mit­tel­einfuhr nach Norwegen

Fleisch, Wurst und Käse

Du darfst bis zu 10 kg Fleisch, Wurst, Käse, Eier und Milch­pro­dukte einführen. Voraus­ge­setzt, sie stammen aus einem EWR Land. Solltest Du z. B. aus Russland einreisen und dort Fleisch oder Käse gekauft haben, benötigst du ein Gesund­heits­zer­ti­fikat für die Produkte.

Hunde und Katzen­futter gehören nicht dazu und haben auch keine Mengen­be­schränkung. Wer aller­dings Hunde­futter im Wert von über 6000 NOK im Fahrzeug hat, muss Zoll bezahlen (siehe Zollbe­stim­mungen)

Landwirt­schaft­liche Produkte

Auch landwirt­schaft­liche Produkte gehören zu den insgesamt 10kg Lebens­mittel für den Eigen­bedarf. Dazu gehören jegliches Obst, Beeren und Gemüse, bis auf eine Ausnahme, Kartoffeln. Die EWR-Staaten Regelung greift auch hier.

Es könnte sein, dass bestimmte Lebens­mittel kurzfristig von der Einfuhr ausge­nommen werden. Nähere Infos gibt es beim norwe­gi­schen Amt für Lebens­mit­tel­si­cherheit.

Des Weiteren gibt es noch Begren­zungen für Blumen und Pflan­zen­teilen. Folgende Mengen dürften bei der Einreise nach Norwegen maximal einge­führt werden.

  • 25 Schnitt­blumen
  • 3 kg Blumen­zwiebeln und Blumen­knollen
  • 5 Topfpflanzen oder Zimmer­pflanzen aus Europa
  • 50 Päckchen Samen und Saatgut
Warum darf man keine Kartoffeln nach Norwegen einführen?

Es gibt bestimmte Krank­heiten und Kartof­fel­pilze, die in Norwegen nicht vorkommen. Selbst durch achtlos wegge­worfene Kartof­fel­schalen könnten diese Krank­heiten verbreitet und ins Land gebracht werden.

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Um eine Konta­mi­nation zu verhindern wird eine Einfuhr nur nach strengen Kontrollen erlaubt. Das Ganze kann aber nur im Labor geprüft werden. Der Aufwand wäre für einen Sack Kartoffeln einfach zu groß und außerdem gibt es in Norwegen auch leckere Kartoffeln zu kaufen.

Zollbe­stim­mungen für Alkohol

Wie Du vielleicht in meinem Beitrag Preise in Norwegen gelesen hast, ist gerade Alkohol sehr teuer. Du darfst eine bestimmte Menge zollfrei einführen, solange sie innerhalb der 6000 NOK bzw. 3000 NOK Grenze liegt. Inter­essant ist auch, dass Bier erst ab 18 und alles über 22 % vol. ab 20 Jahren einge­führt werden darf. Getränke über 60 % vol. dürfen generell nicht einge­führt werden. Der Strohrum muss also zuhause bleiben.

Preise in Norwegen, Alkohol

Freigrenzen für die zollfreie Einfuhr von Alkohol

  • 1 Liter Schnaps zwischen 22 und 60 % Alkohol­gehalt
  • 1,5 Liter Wein zwischen 2,5 und 22 %
  • 2 Liter Bier, Biermix­ge­tränke oder Alcopops ab 2,5 % (auch Starkbier) bzw. Cidre zwischen 2,5 und 4,7 % Alkohol­gehalt
  • 200 Zigaretten oder 250 g Tabak, Schnupf­tabak, Kautabak oder andere Tabak­waren
  • 200 Blatt Zigaret­ten­papier

Es ist teilweise möglich, Bier in Wein oder Alkohol in Tabak­waren zu wandeln. So kann man für einen Liter Schnaps auch 1,5 Liter Wein, Bier oder Cidre zollfrei einführen. Aber auch Wein kann 1:1 in Bier umgewandelt werden. Es ist aber nicht möglich, die Biermenge auf Schnaps umzurechnen.

Wenn man Nicht­raucher ist, darf man die Tabak­frei­grenze in 1,5 Liter Bier oder Wein umwandeln. Umgekehrt geht das aber nicht.

Höchst­mengen, wenn der Alkohol verzollt wird.

Folgende Einrei­se­be­stim­mungen bzw. Zollbe­stim­mungen gelten, wenn man mehr als die zollfreie Menge an Alkohol und Tabak­waren einführen möchte. Die Preise in Euro können variieren, je nach Wechselkurs.

  • Bier und alkoho­lische Getränke zwischen 2,5 und 4,7 % sind auf 27 Liter begrenzt. Pro Liter werden 20 NOK (2,30 €) fällig, bzw 7 NOK pro 0,33 Liter Dose.
  • Getränke zwischen 4,7 und 15 % vol. werden mit 60 NOK (7,- €) oder pro Flasche mit 45 NOK (ca. 5,-€) verzollt. Auch hier ist die Höchst­menge 27 Liter.
  • Zwischen 15 und 22 % sind 115 NOK (ca. 13,-€) pro Liter oder 85 NOK (9,- €) pro Flasche fällig. Maximal 27 Liter darf man im Gepäck haben.
  • Bei den “harten Sachen” wird die Grenze bei 4 Liter gezogen. 325 NOK (ca. 36,- €) kostet der Liter und der Flaschen­preis liegt bei 230 NOK (ca. 26,- €).
  • Es sind insgesamt 400 Zigaretten erlaubt, welche pro 100 Stück mit 290 NOK (ca. 32,- €) berechnet werden.
  • Zigaret­ten­papier und Hülsen sind ebenfalls auf 400 Stück begrenzt. Der Preis liegt bei 5 NOK (0,60 €) je 100.
  • Zigarillos, Zigarren und Rauch­tabak werden nach Gewicht besteuert. Bei 500 g wird der Riegel vorge­schoben. Pro 100 g hat man 290 NOK (32,- €) zu bezahlen.
  • Bei Schnupf- oder Kautabak wird es günstiger. Die 500 g Grenze ist auch hier gültig. Die Zollge­bühren belaufen sich auf  120 NOK (13,- €) pro 100 g.

Zollge­bühren berechnen und Umwandlung der Freigrenzen

Die norwe­gische Zollbe­hörde bietet eine App zum Download an, mit der man mit den Zahlen jonglieren kann. Unter anderem ist es möglich die Zollge­bühren zu berechnen und online zu begleichen. Sollte man vorab planen Alkohol oder Tabak oberhalb der Freigrenze einzu­führen, spart man sich den Weg zum norwe­gi­schen Zoll.

Was darfst Du ohne Geneh­migung bei der Einreise nach Norwegen nicht dabei haben.

  • Kartoffeln,
  • Drogen,
  • Giftstoffe,
  • Medika­mente (kleine Mengen für den persön­lichen Gebrauch sind erlaubt. Solltest Du viele Medika­mente benötigen, kann eine Bestä­tigung vom Arzt hilfreich sein).
  • Waffen und Munition,
  • Feuer­werks­körper,
  • Vögel, exotische Tiere, Säuge­tiere (Haustiere müssen immer angemeldet werden. Mehr Infos im Beitrag Norwegen Urlaub mit Hund),
  • Pflanzen oder Teile davon, die für den Anbau bestimmt sind.

Ausrei­se­be­stim­mungen Norwegen

Wie bereits erwähnt, gilt die Devisen­re­gelung auch bei der Ausreise. Dass keine geschützten Tiere, Kunst oder andere Gegen­stände von histo­ri­schem Wert über die Grenze gebracht werden dürfen, versteht sich von selbst.

Nebenbei ist eine Ausfuhr von Waren mit einem Wert von über 5000NOK pro Person nur gestattet, wenn eine Zollerklärung vor der Grenz­über­schreitung vorliegt.

Da aber auch viele zum Angeln nach Norwegen fahren, gibt es für die Ausfuhr von Fisch ebenfalls klare Regelungen.

Update: Ausfuhr­quote von Fisch

Die Ausfuhr­quote von Fisch wurde von der Zollbe­hörde angepasst. So dürfen nur noch 10 kg Fisch oder Fisch­pro­dukte, welche selbst gefangen wurden, ausge­führt werden.

Auch Trophä­en­fische gehören jetzt zu dieser  Quote.

Süßwas­ser­fische wie Lachs oder Forelle sind nach wie vor von dieser Beschränkung ausge­nommen.

Sollte unter der Leitung eines regis­trierten Fische­rei­be­triebs selbst geangelt worden sein, können bis zu 20 kg ausge­führt werden. In diesem Fall ist aber ein Nachweis erfor­derlich.

Gekaufter Fisch oder Fisch­pro­dukte unter­liegen ebenfalls nicht diesen Quoten. Bei Bedarf ist aber auch hier ein Nachweis in Form einer Rechnung oder einer Bestä­tigung des Betriebs vorzu­legen.

An die Spiel­regeln halten.

Man sollte sich wirklich an die Zollbe­stim­mungen und Einrei­se­be­stim­mungen halten. Wen man gegen die Regeln verstösst, ist man nicht gerade zimperlich, was die Höhe der Strafen anbelangt.

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12 Kommentare

  • Hallo. Das mit dem Bier ist mir nach langen Recherchen klar aber wie verhält es sich mit Radler das 2.5% vol. hat.? Da bei allen angaben immer von mehr als 2,5% vol. geschrieben wird. Ist also Radler frei von der Mengen­angabe.? Oder fällt das auch unter die 6,5 Liter Grenze als Nicht­raucher.?

    • Hallo Boris,

      vermutlich wird Radler zu den Alkopops gezählt und fällt somit auch erst über 2,5% vol. zur Quote. Darunter sollte es lt. Zollbe­stim­mungen Zollfrei einge­führt werde können. (Natürlich nur bis zum Gesamt­wa­renwert von 6000 Nok)

      Viele Grüße

      Stefan

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