Gasflaschen im Wohnmobil, alle Infos

Die Frage, welche Gasflaschen im Wohnmobil beim Reisen am besten geeignet sind, hat sich bestimmt jeder schon einmal gestellt. Flüssiggas ist in fast jedem mobilen Gefährt nötig, um zu kochen, zu heizen oder ggf. den Kühlschrank am Laufen zu halten. Aber welche ist die richtige für mich? Kann ich meine Flasche überall tauschen? Wie sieht es mit der Gasversorgung in Europa aus? Was gibt es zu beachten, um einen sicheren Umgang mit Gas zu gewährleisten? Wie kann ich prüfen, wie viel Gas noch in der Flasche ist? Wie lange hält eigentlich eine Gasflasche?

Was steckt drin?

Flüssiggas ist ein Überbegriff für leicht verflüssigbare Kohlenwasserstoffverbindungen. Genau dieser Effekt lässt sich prima für die Lagerung in Flaschen nutzen. Das Gas wird unter Druck in die Flasche gefüllt und verflüssigt sich bei ca. 8 bar. Zugleich wird das Volumen des Gases um das 260-Fache verringert. Somit bringt man ca. 6000 Liter Gas in eine 11 kg Flasche, was 22 Liter Flüssiggas entspricht.

Welche darf es sein?

Dir werden bestimmt die grauen oder auch roten Behälter bekannt sein. Sie sind in Deutschland mit den Füllmengen von 11 kg und 5 kg verfügbar. Sie sind mit Propan gefüllt. Dann gibt es auch noch Aluflaschen, die ein geringeres Eigengewicht haben und daneben noch blaue von Campingaz.

Eine weitere Alternative sind Tankgas-Flaschen, die an LPG-Tankstellen selbst gefüllt werden können.

Die Roten

Rote Gasflasche Die roten Flaschen sind sogenannte Pfandflaschen. Sie werden gegen einen einmaligen Pfandbetrag ausgegeben. Wenn du die Flasche zurück bringst, bekommst du Pfand ausbezahlt oder er wird beim Kauf einer gefüllten angerechnet. Der Nachteil ist, dass sie nicht überall getauscht werden können, sondern meist nur dort wo man sie gekauft hat. Wer viel unterwegs ist kommt somit schlecht an Gas, wenn der Gaslieferant des Händlers nicht mit der Aufschrift der Flasche übereinstimmt. Wer seine Gasflaschen im Wohnmobil immer beim selben Händler tauscht, ist mit der Roten gut bedient.

Die Grauen

Die Grauen sind sogenannte Nutzungsflaschen. Man kauft quasi die Flasche (ich habe damals 50 € bezahlt) und kann sie überall in Deutschland tauschen, wo „Graue“ angeboten werden. Sie können auch zurückgegeben werden, es gibt aber keine Rückerstattung. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, auch wenn die Kosten der Anschaffung erst einmal höher ausfallen als beim roten Bruder. Aber sie können Deutschland weit getauscht werden.

Graue Gasflasche

Die leichte Aluflasche

Gerade wer eine geringere Zuladung hat kann zur Alugasflasche greifen. Die sog. „11 kg“  ist mit ihren 5,5 kg quasi ein Leichtgewicht. Die „11 kg“ Stahlflasche bringt leer schon circa 13 kg auf die Waage. Allerdings ist die  Alugasflasche in der Anschaffung mit ca. 95 € teurer, als die Stahlflasche. Auf der Seite von Alugas gibt es eine Liste von Tauschstellen in Deutschland und auch eine Liste, wie man im Ausland an Gas kommen kann. Gerade, wer im Wohnwagen Probleme mit der Stützlast hat oder an die Grenzen seiner Zuladung kommt, könnte mit der Alugas-Flasche punkten.

Die Blaue von Campingaz

Die Blauen von Campingaz kann man in ganz Europa tauschen. Der Anschluss an die Gasanlage ist mithilfe eines Adapters ebenfalls möglich. Die Kosten für eine neu befüllte Flasche sind allerdings sehr hoch und nur als Notlösung anzusehen, wenn man anderweitig gar nicht an Gas kommt.

 

Alle bis jetzt genannten Flaschen dürfen nicht an einer LPG-Tankstelle oder anderweitig eigenständig gefüllt werden. Ihnen fehlt ein Füllstopp, der ein überfüllen der Flasche verhindert!!!

Tankgas Flaschen

Es gibt aber auch noch eine Ausnahme. Die Tankgas-Flasche ist mit einem Füllstopp ausgestattet und ermöglicht eine selbstständige Befüllung an jeder LPG-Tankstelle, so zumindest lt. Hersteller. Damit macht man sich natürlich unabhängiger, wenn es um die Gasversorgung geht. Sie müssen fest mit dem Fahrzeug verbunden werden. Ein Spanngurt reicht hierfür nicht. Es gibt sie als normale Stahl-Flasche oder auch als Alu-Flasche. Ich würde sie als eine platzsparende Mischung aus Gasflasche und Gastank sehen. Am besten ist man bei dieser Variante allerdings beraten, sich mit einem Fachhändler in Verbindung zu setzen. Dieser baut die Flasche richtig ein und man bekommt später keine Probleme.

Gasversorgung in Europa

Leider gibt es in Europa keine Norm, was die Anschlussmöglichkeit oder den Tausch angeht. Auf der Seite des ADAC gibt es eine ausführliche Liste über die Möglichkeiten, wie man in Europa seine Flaschen entweder befüllen lassen kann oder wo mittels Adapter Flaschen aus den anderen Europäischen Ländern angeschlossen werden können.

Sicherer Umgang mit Gasflaschen im Wohnmobil

Beim Umgang mit den Gasflaschen im Wohnmobil gibt es noch ein paar Dinge zu beachten, um eine sichere Handhabung zu gewährleisten. Es gibt aber keinen Grund Angst vor dem Gas oder seiner Gasanlage zu haben, wenn man sich an ein paar Grundregeln hält.

Die Rote Kappe

Kappe GasflascheWenn die Flasche aus dem Fahrzeug entfernt wird, um sie zu tauschen oder bei der Rückgabe muss immer die rote Kappe aufgesetzt werden. Sie verhindert, beim Umfallen der Flasche, ein Abreißen des Flaschenventils. Was bei einer leeren Flasche noch ganz glimpflich ausgehen kann, könnte bei einer frisch gefüllten zu einem Desaster führen. Wie oben bereits beschrieben herrscht in den Gasbehältern ein enormer Druck, der beim Abreißen des Ventils unkontrolliert entweicht. Der Händler nimmt auch keine Flaschen ohne Schutzkappe zurück.

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Die richtige Sicherung

Auch der Platz, an dem die Gasflaschen im Wohnmobil verstaut werden, ist natürlich durch eine Vorschrift geregelt. Sie müssen in einem sogenannten Gaskasten untergebracht sein. Er muss zum Innenraum dicht verschlossen sein und benötigt an seiner tiefsten Stelle eine Öffnung, um bei Undichtigkeiten eine Entlüftung zu gewährleisten. Da Propan schwerer als Luft ist, kann es durch die Öffnung quasi nach unten „wegfließen“. Für die Befestigung ist der Gaskasten normalerweise mit Gurten ausgestattet. Diese müssen immer fest verschlossen sein, damit sich die Gasflaschen im Wohnmobil während der Fahrt nicht verselbstständigen. Gerade beim Bremsen können sie zu Geschossen werden. Das gilt vor allem, wenn man die Flaschen mit dem Pkw transportiert, um sie zu tauschen.  Mithilfe eines Spanngurts findet man bestimmt eine Lösung, um sie zu sichern.

Auf Dichtigkeit prüfen

Wenn der Druckminderer angeschraubt wird sollte man auf jeden Fall prüfen, ob alles dicht ist. Ich persönlich nutze dafür ein sogenanntes Lecksucherspray. Man sprüht damit einfach die Verbindung ein und sieht sofort, ob alles passt. Es schadet auch nicht ab und an seine Verbindungsschläuche und den Druckminderer auf Beschädigungen zu überprüfen.

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Wieviel Gas ist noch in der Flasche?

Gerade wenn man in den Urlaub oder einen Wochenendtrip startet, möchte man natürlich wissen wievielt Gas noch zur Verfügung steht. Dazu muss man nur das Leergewicht der Flasche wissen und die Füllmenge. Auf den Flaschen ist das Leergewicht vermerkt. Wenn dort z.B. 13 kg steht und eine 11 kg Flasche auf der Waage 19 kg anzeigt, ist sie noch gut halb voll. Bein einer 5 kg Flasche funktioniert es genauso.

Wiegen ist die beste Methode um seinen Füllstand zu ermitteln. Magnetische Füllstandsanzeigen oder sonstiges Zubehör was man sich für viel Geld kaufen kann funktioniert meist nicht zuverlässig. Eine Messung des Füllstandes mit einem Manometer ist auch nicht möglich. Es gibt zwar Gasregler mit einer Messuhr, diese zeigt aber nur wenn die Flasche wirklich fast leer ist.

Wie lange hält eine Gasflasche?

Das lässt sich natürlich nur sehr schwer pauschal vorher sagen. Beim kochen wird sehr wenig Gas verbraucht und die Flasche kann einen Monat oder länger halten. Beim Heizen kann man eine 11 kg Flasche auch in 3 Tagen leer bekommen. Um sich an einen Wert anzunähern, hilft es einen Blick in die Bedienungsanleitungen seiner Gasgeräte zu werfen.

Bei unserem Waeco Kühlschrank ist ein Verbrauch von 19 Gramm pro Stunde angegeben. Wenn er 24 Stunden am Tag läuft, hält meine Flasche ca. 24 Tage.

Unsere Heizung ist mit einem Verbrauch von 30 – 280 Gramm pro Stunde, je nachdem wie stark geheizt wird. Wenn ich mit halber Leistung fahre, und die Heizung täglich 12 Stunden läuft, hält meine Flasche gut 6 Tage.

Die größte Flamme von unserem Gasherd verbrennt 218 Gramm pro Stunde. Wenn eine Stunde pro Tag gekocht wird, hält meine Flasche ca. 50 Tage.

Wenn ich das Ganze jetzt zusammenrechne, wären wir nach gut 4 Tagen leer. Wenn wir nicht Heizen kommen wir 16 Tage mit einer Flaschenfüllung von 11 kg aus.

Ich hoffe, ich konnte dich bei der Wahl der richtigen Gasflaschen im Wohnmobil oder Wohnwagen unterstützen. Wir persönlich haben uns für den Einbau eines Gastanks entschieden. Hier kannst du dich über das Thema Gastank im Wohnmobil informieren.

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Über den Autor

Stefan

Ich bin Stefan, der männliche Part des Projekts "Campofant". Ich halte die Technik am Laufen und bin mit der Fettpresse immer zur Stelle, wenn unser Fahrzeug Pflege braucht. Ich fotografiere leidenschaftlich gerne und schreibe Beiträge rund ums Thema Technik und Wohnmobil.

9 Kommentare

Kommentar hinterlassen
  • Vielen Dank für den Beitrag. Meine Familie und ich wollen nächste Woche Campen gehen und haben uns bereits ein Wohnmobil besorgt. Da wir bestens versorgt sein möchten, wollte ich mich im Netz erkundigen.Für was genau wird das Propangas verwendet?

    • Hallo David,

      das ist von Wohnmobil zu Wohnmobil unterschiedlich. Die gängigsten Anwendungen sind zum Kochen, für den Kühlschrank, oder zum Heizen. Bei manchen Wohnmobilen wird der Kühlschrank aber auch nur über Strom betrieben.

      LG Stefan

  • Sehr schöner und aufschlussreiche Artikel. Kann mich dem Kommentar von Michael nur anschliessen. Und wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der installiert sich zusätzlich ein Notstromaggregat im WoMo. Natürlich sollte man dann auch, neben dem Kraftstoff, elektronisch betriebene Geräte zum Kochen und Heizen dabei haben.

  • Moinsen,

    erst mal alles Gute und Gelingen für euer vorhaben! Auch wir brechen die Zelte bald ab, allerdings doch mit einem Sicherheitsnetz. Egal….

    Um in einem WoMo zu leben, spielt die Autarkie eine große Rolle. Energie, insbesondere Gas sollte immer zur Verfügung stehen. Im Winter in kalten Gegenden halten die 22 kg nicht so lange. Ebenso ist die Gasversorgung im Ausland nicht gewährleistet. Wer das einmal erlebt hat 😉

    Für mich kommt deshalb für ein Leben im WoMo nur ein Gastank in Frage. LPG ist in nahezu allen Ländern zu bekommen.
    Alternativ gibt es noch Tankflaschen, die dürfen an Tankstellen aber nicht befüllt werden, ausschließlich an Gasfüllstationen. Ausnahmen: Sie entsprechen der ECE R 67.01 Teil II, Abschnitt 17
    Die Installation dürfte sich preislich dann in der eines Gastanks bewegen, aber bei weniger Inhalt.
    Da ihr bei Eurem ja genügend Platz unterm Fahrzeug habt, kann ich nur dazu anraten.
    Ich meine, gewisse Dinge sollte man dann besser gleich von Anfang an vernünftig lösen, bevor man sich später ärgert und sich die Umbauten aufwändiger gestalten.

    Liebe Grüße,
    Michael

    • Der Gastank ist bei uns schon fest im Budget eingeplant. Haben auch schon mit den fest installierten Gastankflaschen geliebäugelt. Zur Zeit ist ein 11kg Flaschenhalter unter dem Fahrzeug montiert. Allerdings wird hierbei die Bodenfreiheit schon sehr eingeschränkt. 🙂 Gebe dir vollkommen recht. Ein Gastank ist die beste Möglichkeit um autark zu bleiben.

      • Also mein Mann möchte sich auch einen Gastank zulegen. Ich habe jedoch Bedenken wegen der Sicherheit. Stellt es nicht ein größeres Risiko dar, wenn man einen so riesigen Gastank sich einbaut?
        Liebe Grüße
        Claudia Freud

        • Hallo Claudia,
          ich denke es ist egal, ob eine Gasflasche oder ein Gastank explodieren würde. Eine Katastrophe die man evtl mit dem Leben bezahlt wäre es sowohl in dem einen, als auch in dem anderen Fall. 😉 Von daher würde ich sagen, nein das Risiko ist nicht größer. Außerdem werden diese Tanks ja geprüft und wenn man damit vernünftig umgeht sehe ich kein größeres Risiko.

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