Camping Holland Wohnmobil Niederlande

Cam­ping in Hol­land: Mit dem Wohn­mo­bil in die Niederlande

Wer mit dem Wohn­mo­bil in die Nie­der­lan­de fahren möchte, hat natür­lich ein paar offene Fragen. Wo kann man ver- und ent­sor­gen? Wo kann man über­nach­ten? Gibt es beson­de­re Bestim­mun­gen beim Cam­ping in Hol­land? Wir beant­wor­ten euch diese Fragen und zeigen, was euch auf einer Wohn­mo­bil­tour durch die Nie­der­lan­de erwartet.

Hol­land oder Nie­der­lan­de, wie heißt es richtig?

Gerade umgangs­sprach­lich wird oft Hol­land anstatt Nie­der­lan­de gesagt, doch das ist eigent­lich nicht ganz rich­tig. Das Land selbst heißt Nie­der­lan­de und Hol­land bezeich­net ledig­lich zwei Pro­vin­zen, näm­lich Noord-Hol­land und Zuid-Hol­land. Aller­dings gibt es noch 10 wei­te­re Pro­vin­zen, die eben­falls zum Land gehö­ren. Aber da sich die Bezeich­nung Hol­land so ein­ge­bür­gert hat, ver­wen­den wir sie auch, obwohl wir natür­lich das Land Nie­der­lan­de meinen.

Wohn­mo­bil­tour durch die Niederlande

Wir waren einige Wochen mit dem Camper in der Nie­der­lan­de unter­wegs und lieben dieses Land ein­fach. Gerade das Wohn­mo­bil ist ein tolles Fort­be­we­gungs­mit­tel, um unser Nach­bar­land zu berei­sen. Wer kann, sollte auch die Fahr­rä­der mitnehmen.

Wohnmobil Niederlande Fahrradwege

Die Infra­struk­tur für Zwei­rä­der ist ein­fach fan­tas­tisch und auch wenn der Stell­platz mal ein paar Meter vom Stadt­zen­trum ent­fernt ist, kann man so gemüt­lich hin und her fahren.


Wenn du wissen willst, was wir auf unse­rer Reise erlebt haben, dann lies am besten unsere Rei­se­be­rich­te aus der Nie­der­lan­de. Dort fin­dest du auch Koor­di­na­ten zu den Orten, die wir besucht haben.


Ver- und Entsorgen

Wasser auf­fül­len, Toi­let­te ent­lee­ren und auch Müll los­wer­den ist auf Cam­ping­plät­zen über­haupt kein Pro­blem und auch viele Stell­plät­ze bieten die ent­spre­chen­de Infrastruktur.

Ver- und Entsorgung Wohnmobil Holland

Etwas schwe­rer wird es, wenn man außer­halb dieser Ein­rich­tun­gen Ent­sor­gen oder Wasser tanken möchte. Denn es gibt so gut wie keine reinen Ent­sor­gungs­sta­tio­nen in der Niederlande.

Wir haben aller­dings schon die Mög­lich­keit genutzt und an einer Tank­stel­le nach Wasser gefragt. Das hat super funk­tio­niert, aller­dings ist es wesent­lich ent­spann­ter das direkt auf dem Cam­ping­platz oder Stell­platz zu erle­di­gen, denn auch Müll wird man nur schwer los.

Ein­kau­fen

Wer in der Nie­der­lan­de ein­kau­fen geht, wird sehen, dass es zwar ein paar Unter­schie­de gibt, aber man sich schnell zurecht­fin­det. Auch die Lebens­mit­tel­prei­se sind etwas höher als in Deutsch­land, was auch der höhe­ren Mehr­wert­steu­er zuzu­schrei­ben ist, die hier bei 21 % liegt.

Niederlande Wohnmobil Wochenmarkt

Einige Unter­schie­de zu deut­schen Super­märk­ten haben wir euch hier zusammengefasst:

Ein­ge­pack­tes Gemüse Fast jedes Gemüse ist in Plas­tik ein­ge­packt und man kommt beim Ein­kauf im Super­markt kaum dran vorbei. Sogar Papri­ka werden ein­zeln ver­schweißt angeboten.
Das kann man aller­dings umge­hen, indem man unver­pack­tes Gemüse auf den Wochen­märk­ten kauft.
Wei­ches Brot Wie in vielen ande­ren Län­dern gibt es auch in der Nie­der­lan­de kaum dunk­les Brot und auch eine knusp­ri­ge Kruste sucht man meist vergeblich.
Asia­ti­sche Lebensmittel Die Nie­der­län­der schei­nen auf asia­ti­sches Essen zu stehen, so bekommt man ganz pro­blem­los Lebens­mit­tel für indi­sche oder auch chi­ne­si­sche Gerichte.
Da wir auch sehr gerne mit dem Wok kochen, hat uns das riesig gefreut.
Kar­ten­zah­lung Bei unse­ren nie­der­län­di­schen Nach­barn kann man so gut wie über­all mit Karte zahlen. Das geht vom Super­markt über Tickets bis hin zum Ein­kauf auf dem Markt. Dabei ist es ganz egal, ob es 2 Euro oder 20 Euro sind, Kar­ten­zah­lung geht immer.
Aber unbe­dingt darauf achten, ob bei der eige­nen Bank dafür Gebüh­ren anfallen.
Süß, Süßer, Holland In Hol­land gibt es weder zu süß, noch zu gehalt­voll. Die Nie­der­län­der mögen es gerne voll­mun­dig und so hat es hier eine rie­si­ge Aus­wahl an Tört­chen, Pud­ding (Vla), Keksen mit echter Butter, Gum­mi­bär­chen, uvm.

Was sollte man in der Nie­der­lan­de pro­biert haben?

Wenn du dich nun fragst, ob es Spe­zia­li­tä­ten in der Nie­der­lan­de gibt, die man unbe­dingt pro­biert haben muss, dann haben wir ein paar Tipps für dich. Zwar ist das Land nicht gerade für seine kuli­na­ri­schen Hoch­ge­nüs­se bekannt, doch wir haben trotz­dem ein paar Sachen gefun­den, die typisch für das Land und unse­rer Mei­nung nach auch ganz lecker sind:

  • Kib­be­ling
    Dieser mit Teig umman­tel­te und frit­tier­te Kabel­jau ist fast an jeder Ecke zu finden. Je nach Wahl mit Remou­la­de, Knob­lauch- oder Cur­ry­sauce schmeckt er wirk­lich lecker. Die Hüften freut’s auch.
  • Filet Ame­ri­cain
    Das gibt es im Super­markt in der Kühl­the­ke oder auch beim Metz­ger. Dabei han­delt es sich um ange­mach­tes und gewürz­tes Rind­fleisch-Tatar, das klas­sisch auf Brot geges­sen wird.
  • Vla
    Die Nie­der­län­der stehen auf Pud­ding und eine bekann­te “Spe­zia­li­tät” ist Vla. Es gibt den Pud­ding in ver­schie­dens­ten Geschmacks­rich­tun­gen, aller­dings ist er mir per­sön­lich etwas zu dünn.
    Aber da das bekannt­lich Geschmack­sa­che ist, kann es sein, dass du ihn gut fin­dest, also ein­fach mal probieren.
  • Bit­ter­bal­len & Fingerfood
    In vielen Restau­rants findet man Bit­ter­bal­len auf der Karte. Das sind panier­te und frit­tier­te Fleischra­gout­bäll­chen, die meist mit Senf gereicht werden.
    Muss man mögen, unse­res war es nicht so. 
  • Käse
    Wer auf Käse steht, der ist in der Nie­der­lan­de gut auf­ge­ho­ben. Hier gibt es von jung bis alt, von Ziege bis Kuh eine große Käse­viel­falt. Am besten sucht man mal einen Kaas­win­kel (Käse­la­den) auf.
    Wohnmobil Niederlande einkaufen
  • Pof­fert­jes
    Sie sehen aus wie kleine, auf­ge­bla­se­ne Pfann­ku­chen und sind sowohl in Restau­rants, aber auch in Super­märk­ten und ganz frisch an Stra­ßen­stän­den zu bekommen.
    Mit ein biss­chen Puder­zu­cker drüber ein­fach nur lecker.
  • Appel­bol­len
    Gebäck mit Apfel drin ist bei unse­ren Nach­barn unfass­bar beliebt. Mehr durch Zufall kaufte Stefan in einer Bäcke­rei einen “Appel­bol­len” ohne genau zu wissen, was das ist. Die Über­ra­schung war groß, denn es han­del­te sich um einen mit Teig über­zo­ge­nen Apfel, der auch noch lecker gefüllt war.
    Eine herr­li­che Sünde, auch wenn das Essen eine ziem­lich kleb­ri­ge Saue­rei werden kann.
  • Stro­op­wa­fel
    Eine letzte Emp­feh­lung haben wir noch für euch und auch hier ist es wieder etwas Süßes. An den Sirup­waf­feln kommt man nicht vorbei, wenn man in der Nie­der­lan­de ein­kau­fen geht. Wirk­lich unfass­bar lecker, aber auch wieder extrem süß.

Wenn ihr auf eurer Tour mit dem Wohn­mo­bil einen Stra­ßen­stand mit einer dieser oder ande­ren Spe­zia­li­tä­ten seht, dann haltet ruhig mal an und pro­biert euch durch die ver­schie­de­nen Leckereien.

Wohnmobil Holland Wochenmarkt

Im Ide­al­fall könnt ihr auf einem der vielen Wochen­märk­te ein­kau­fen, dort ist das Ange­bot häufig regio­nal und mit weni­ger Verpackungsmüll.

Gibt es in der Nie­der­lan­de Flaschenpfand?

Wer in Hol­land Geträn­ke­fla­schen kauft, sollte diese unbe­dingt auf­he­ben, denn die Nie­der­lan­de hat wie wir in Deutsch­land ein Pfand­sys­tem für Fla­schen. In den ein­zel­nen Super­märk­ten kann man die Pfand­fla­schen dann auch in die­sel­ben Auto­ma­ten werfen, wie wir sie von Zuhau­se kennen. Aller­dings ist es so, dass man im Jumbo keine Lidl-Fla­schen abge­ben kann und umge­kehrt. Also alle Fla­schen immer dahin zurück­brin­gen, wo man sie auch gekauft hat.

Gas­ver­sor­gung

Wer für seine Gas­ver­sor­gung im Camper auf LPG ange­wie­sen ist, der kann ein­fach an der Tank­stel­le wel­ches tanken. Wir hatten keine Pro­ble­me, unse­ren Gas­tank zu füllen. Aller­dings lohnt es sich immer, einen Blick auf die Karte zu werfen, wann die nächs­te LPG-Gas Tank­stel­le kommt, denn es gibt immer wieder Fle­cken, wo man schwie­ri­ger an Gas kommt.


In unse­rem Bei­trag zu Nut­zung von Pro­pan­gas­fla­schen fin­dest du übri­gens nähere Infor­ma­tio­nen zum Tausch von Gas­fla­schen in der Nie­der­lan­de.


Wäsche waschen

Wer unter­wegs seine Wäsche waschen möchte, der wird in Hol­land auf Cam­ping­plät­zen fündig. Hier gibt es Wasch­ma­schi­nen, die aller­dings häufig mit fünf Euro und mehr zu Buche schlagen.

Wo kann man mit dem Wohn­mo­bil übernachten?

Natür­lich stellt sich die Frage, wo man in der Nie­der­lan­de mit dem Wohn­mo­bil über­nach­ten kann, denn hier gibt es einige Möglichkeiten.

Es gibt keine Geset­ze, die besa­gen, dass man zur Wie­der­her­stel­lung der Fahr­tüch­tig­keit im Camper über­nach­ten darf, dem­entspre­chend ist es verboten.

Wohn­mo­bil­stell­plät­ze

Es gibt in der Nie­der­lan­de Wohn­mo­bil­stell­plät­ze en masse. Viele sind mit Ver- und Ent­sor­gungs­mög­lich­kei­ten aus­ge­stat­tet und kosten pro Nacht zwi­schen 8 und 20 Euro. Häufig sucht man sich einen Platz aus und abends kommt der Besit­zer, bei dem man bezah­len kann. Auch über eine App haben wir unsere Über­nach­tungs­kos­ten schon beglichen.

Wohnmobil Niederlande Wohnmobilstellplatz

Aber wir konn­ten auch immer wieder kos­ten­lo­se Stell­plät­ze aus­fin­dig machen. Die lagen mal in der Stadt, aber auch mal am Stadt­rand oder im Grünen. Meist darf man nicht länger als 48 – 72 h blei­ben. Viele sind ohne Infra­struk­tur für Camper (also ohne Strom, Toi­let­ten, Duschen usw.) und immer wieder auch auf eine gewis­se Anzahl von Wohn­mo­bi­len beschränkt, die dort gleich­zei­tig stehen dürfen.

Wohnmobilstellplätze Niederlande

Wer von einer Stadt zur nächs­ten fahren und ledig­lich im Camper über­nach­ten will, für den bieten sich die Wohn­mo­bil­stell­plät­ze auf jeden Fall an. Sie sind güns­ti­ger als ein Cam­ping­platz und häufig ein guter Aus­gangs­punkt für Stadt­tou­ren und Besichtigungen.

Cam­ping­plät­ze

Wer beim Cam­ping­ur­laub in der Nie­der­lan­de gerne länger an einem Ort blei­ben, das Vor­zelt auf­bau­en oder den Lie­ge­stuhl aus­pa­cken möchte, für den sind Cam­ping­plät­ze das beste Mittel der Wahl. Hier gibt es alle Annehm­lich­kei­ten, die man sich nur vor­stel­len kann. Von Restau­rant über den klei­nen Super­markt bis hin zum Pool oder sogar einer Spül­ma­schi­ne – da blei­ben keine Wün­sche offen.

Camping Holland Campingplatz Spülmaschine

Aber auch kleine und natur­na­he Cam­ping­plät­ze gibt es für die, die es lieber klei­ner, grüner und ein­sa­mer mögen.

Preis­lich liegen die Über­nach­tun­gen je nach Fahr­zeug und Per­so­nen­an­zahl zwi­schen 20 und 45 Euro. Hunde sind auf den aller­meis­ten Cam­ping­plät­zen auch kein Pro­blem, kosten aber oft­mals zwi­schen 5 und 10 Euro pro Tag extra. Außer­dem sind häufig spe­zi­el­le Berei­che auf den Plät­zen für Hun­de­be­sit­zer ausgewiesen.


Tipp:
Für das Reisen mit Hund gelten in der Nie­der­lan­de die­sel­ben Bestim­mun­gen, wie in den meis­ten ande­ren euro­päi­schen Staaten.


Stell­plät­ze an Yachthäfen

Eine wei­te­re tolle Mög­lich­keit, um mit dem Wohn­mo­bil in der Nie­der­lan­de zu über­nach­ten, sind Stell­plät­ze an Yacht­hä­fen. Diese haben immer wieder ein paar Plätze für Camper aus­ge­wie­sen und bieten neben Sani­tär­häus­chen meist auch Strom und WiFi.

Stellplätze am Yachthafen

Die Nächte sind mit zwi­schen 10 und 20 Euro nicht allzu teuer. Aller­dings sollte man beden­ken, dass an den Yacht­hä­fen der nor­ma­le Betrieb wei­ter­geht. Gerade beim Über­gang von Herbst zu Winter und zur Hoch­sai­son wird es tags­über schon mal etwas lauter und geschäf­ti­ger. Nachts ist es jedoch ruhig.

Wohnmobil Holland Camping Yachthafen

Man kann wun­der­bar auf den Stegen fla­nie­ren und sich die unter­schied­lichs­ten Boote anse­hen, die dort fest­ge­macht haben. Übri­gens auch ein toller Aus­gangs­punkt, um für ein paar Tage von der Straße aufs Wasser zu wech­seln und sich ein Boot zu mieten.

Niederlande Boot mieten

Cam­ping auf dem Bauernhof

Gerade wer mit Kin­dern unter­wegs ist oder große Cam­ping­plät­ze nicht so mag, für den könnte Cam­ping auf dem Bau­ern­hof was sein. Immer mehr Höfe bieten Stell­plät­ze und Infra­struk­tur für Camper an. Auch wir haben eine Woche auf einem sol­chen Mini­cam­ping in Julia­na­dorp ver­bracht und können es nur empfehlen.

Die per­fek­te Mischung zwi­schen den Annehm­lich­kei­ten eines Cam­ping­plat­zes und dem Gefühl von Campen in der Natur.


Tipp:
Für die Haupt­sai­son sollte man unbe­dingt vorab reser­vie­ren. Spon­tan an Plätze zu kommen, dürfte sich zu dieser Zeit des Jahres auf allen Plät­zen schwie­rig gestalten.


Ist Wild­cam­pen in der Nie­der­lan­de erlaubt?

Wie fast über­all in Europa ist das Wild­cam­pen auch in der Nie­der­lan­de nicht gestat­tet. Wie bereits erwähnt ist nicht mal das Über­nach­ten im Fahr­zeug auf Park­plät­zen o. Ä. zur Wie­der­her­stel­lung der Fahr­tüch­tig­keit erlaubt.

Wildcampen Wohnmobil Niederlande

Im Gegen­satz zu ande­ren Län­dern, die in diesem Zusam­men­hang häufig tole­rant sind, solan­ge man nie­man­den stört, gibt es in der Nie­der­lan­de keine Aus­nah­men und Ord­nungs­hü­ter kon­trol­lie­ren regel­mä­ßig alle beson­ders bekann­ten und bei Cam­pern belieb­te Plätze. Wird man dann beim Wild­cam­pen erwischt, kann es mit einer Strafe von 90 – 200 Euro ganz schön teuer werden. Noch emp­find­li­cher fallen die Stra­fen in Schutz­ge­bie­ten aus, wo eben­falls Ranger patrouillieren.

Neben dem finan­zi­el­len Scha­den darf man dann auch noch mitten in der Nacht abrü­cken. Nichts was wirk­lich Spaß macht. Des­we­gen ent­we­der gut ver­ste­cken (Da die Nie­der­lan­de sehr dicht besie­delt sind und wenig unge­nutz­te Frei­flä­chen haben, ist es ziem­lich schwie­rig, ein­sa­me Plätz­chen zu finden.) oder eine der vielen lega­len Mög­lich­kei­ten anfahren.

Auf Park­plät­zen übernachten

Viele Gemein­den und Städte bieten Cam­pern Park­plät­ze an, auf denen über­nach­tet werden darf. Diese sind dann aber klar mit einem Zei­chen als Wohn­mo­bil-Park­platz gekennzeichnet.

Niederlande Wohnmobil übernachten

Häufig sind diese nicht beson­ders ruhig gele­gen oder in große Park­plät­ze inte­griert, wo es zum Ran­gie­ren gerade mit großen Wohn­mo­bi­len etwas schwie­rig werden kann. Auch Infra­struk­tur gibt es hier meist keine, dafür sind sie kos­ten­los und für Aus­flü­ge gut gelegen.

Immer wieder hatten wir auf diesen Park­plät­ze auch Fahr­schü­ler, die ihre ersten Runden auf dem Motor­rad dreh­ten, wie hier bei Lelystad.

Ver­kehrs­vor­schrif­ten in der Niederlande

Wie in jedem Land hat auch die Nie­der­lan­de beson­de­re Ver­kehrs­vor­schrif­ten, die aller­dings den deut­schen Geset­zen sehr ähn­lich sind. So wird für das Fahren mit dem Handy am Ohr genau­so ein Buß­geld fällig, wie beim Über­schrei­ten der 0,5 ‰ Grenze (0,2 ‰ für Fahr­an­fän­ger in den ersten fünf Jahren). Stra­fen für Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen und auch andere Ver­kehrs­ver­stö­ße werden über die Lan­des­gren­zen hinweg verfolgt.

Verkehrsvorschriften Wohnmobil Niederlande

Pflich­ten in der Niederlande:

  • Anschnall­pflicht
  • Kin­der­sitz bei unter 18 Jahren bis 135cm (mind. ECE 44/03 Standard)
  • Warn­drei­eck
  • Ver­bands­kas­ten

Keine Pflicht für:

  • Win­ter­rei­fen (obwohl empfehlenswert),
  • Licht am Tag,
  • Ersatz­rei­fen­/­Re­pa­ra­tur-Set,
  • Warn­wes­te,
  • Feu­er­lö­scher,
  • Glüh­bir­nen.

Tipp:
Die Ver­wen­dung von Spikes ist im ganzen Land verboten.


Erlaub­te Geschwin­dig­keit für Camper

In der Nie­der­lan­de gibt es Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen für Wohn­mo­bi­le. Des­we­gen möch­ten wir dir hier einen klei­nen Über­blick geben, wo du wie schnell fahren darfst.

Beschrän­kun­gen
(soweit nicht anders beschildert)
Wohn­mo­bil
bis 3,5 t
Wohn­mo­bil
ab 3,5 t
Gespann
in geschl. Ortschaften 50 km/h 50 km/h 50 km/h
außer­halb von Ortschaften 80 km/h 80 km/h 80 km/h
Schnell­stra­ßen / Autobahnen 100/120 km/h* 80/80 km/h 90/90 km/h

* 2019 gab es Gesprä­che zur Ände­rung des Tem­po­li­mits, dessen Ent­schei­dung teil­wei­se noch aus­steht. Denn dann darf in der Nie­der­lan­de auf der Auto­bahn nur noch 100 km/h statt der bis­he­ri­gen 120 oder 130 km/h gefah­ren werden. Diese Rege­lung gilt zwi­schen 6 und 19 Uhr. Wir werden hier ergän­zen, sobald dieses Gesetz für alle Auto­bahn­ab­schnit­te in Kraft getre­ten ist, auf man­chen Teilen ist es schon wirksam.


Wich­tig!
Wer mit dem Wohn­wa­gen in die Nie­der­lan­de fahren möchte, der muss unbe­dingt an die Hol­landö­se denken.


Maut in der Niederlande

Wer jetzt auf der Suche nach Infor­ma­tio­nen zum Thema Maut ist, für den haben wir posi­ti­ve Nach­rich­ten – es gibt näm­lich kein Maut­sys­tem. Ledig­lich zwei Tunnel sind kostenpflichtig:

  • Kil­tun­nel (Dor­drecht – Hoekse Waard)
  • Wes­ter­schel­de­tun­nel (Zuid-Beve­land – Zeeuws-Vlaanderen)

Wer mit einem Lkw unter­wegs ist, muss sich erst ab 12 Tonnen eine sog. Euro­vi­gnet­te besorgen.

Parken am Straßenrand

Wer seinen Camper am Stra­ßen­rand abstel­len will, sollte auf die far­bi­ge Mar­kie­rung achten. Doch zum Glück gibt es nur zwei ver­schie­de­ne Farben, die man sich dafür merken muss:

Gelbe Mar­kie­rung
Parken ver­bo­ten

Blaue Mar­kie­rung
Parken mit Park­schei­be erlaubt

Beson­de­re Regeln in Hol­land: Pilze sam­meln verboten!

Es passt zwar nicht zum Ver­kehr, sollte aber unbe­dingt noch erwähnt werden. Das Sam­meln von Pilzen, Beeren und ande­ren Wald­früch­ten ist in der ganzen Nie­der­lan­de ver­bo­ten. Des­we­gen sieht man die klei­nen Gewäch­se auch an allen Ecken und Enden stehen. Da geht einem das Pilz­samm­ler-Herz auf. Doch brav dran vor­bei­ge­hen, sonst ris­kiert man einige Euros Strafe.

Pilze sammeln verboten

Unser Fazit zum Cam­ping in der Niederlande

Wir waren einige Wochen mit dem Wohn­mo­bil in der Nie­der­lan­de unter­wegs und lieben dieses Land ein­fach. Die Men­schen sind freund­lich und Städte sowie Dörfer haben mit ihren vielen Was­ser­stra­ßen einen ganz beson­de­ren Charme, wie wir finden. Leider ist das Land sehr stark von Agrar­flä­chen durch­zo­gen, sodass wenig Platz für unbe­rühr­te Natur oder ein­sa­me Fle­cken bleibt.

Niederlande Landschaft Natur

Die Infra­struk­tur für Fahr­rä­der ist ein­fach genial.

Auch wenn wir bis heute nicht her­aus­fin­den konn­ten, warum an Kreu­zun­gen in großen Städ­ten alle vier Fahrt­rich­tun­gen auf ein Mal Grün bekom­men. Wir haben uns da irgend­wie durch­ge­mo­gelt, würden uns aber sehr freuen, wenn du viel­leicht das System dahin­ter kennst und uns mit­tei­len könntest.

Für E-Bikes gibt es viele Lade­sta­tio­nen, selbst auf natur­na­hen Rad­we­gen zwi­schen Fel­dern und Wiesen.

Niederlande Ladestation EBike

Wir können eine Wohn­mo­bil­tour durch die Nie­der­lan­de nur emp­feh­len, auch wenn man bei der Platz­wahl im Sommer sicher nicht ganz so frei ist, wie im Früh­jahr oder Herbst. Des­we­gen würden wir wohl wieder zur Neben­sai­son fahren.

1 Kommentar

  1. Guten Tag. Wir (2 Menschen/2 Hunde/1 Katze) wohnen ca. 150 km von den Niederlanden entfernt, fahren aber nicht mehr dahin. Grund: die strenge Camping Regeln wie die Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit und die (fast schon feindliche) Einstellung auf ca. 50% der Campingplätze gegenüber den Hunden. Auf jedem zweiten CP sind sie gar nicht geduldet und wenn ja dann zu hohen Gebühren. Wenn man nach den Gegenleistungen wie Auslauf, Kottüten, Hundestrand u.a. fragt, wird man verständnislos angesehen. Ich verstehe das es in so einem kleinen Land Regeln geben muss, aber man kann es auch übertreiben. Entspanntes reisen ist anders. Da fahre ich lieber nach Frankreich, da geht es entspannter zu.

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