Wohn­mo­bil Batte­rie: Gel, AGM, Blei-Säure oder LifePo4?

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Wenn wir mit unse­rem Wohn­mo­bil unter­wegs sind, benö­ti­gen wir Strom, um unse­re Wasser­pum­pe, Lampen, Fern­se­her, Note­books oder Smart­pho­nes zu betrei­ben. Nachts brau­chen wir Licht, um nicht im Dunk­len zu sitzen. Wenn kein Land­strom zur Verfü­gung steht, kommt eine Wohn­mo­bil Batte­rie ins Spiel, welche uns meist mit 12 V Span­nung versorgt. So manches moder­ne 230 V Gerät findet eben­falls Einzug in unser Heim auf 4 Rädern. Abhil­fe schafft in diesem Fall ein Wech­sel­rich­ter, der aus unse­ren 12 V 230 V zaubert. Aber welcher Wohn­mo­bil Batte­rie­typ ist der Rich­ti­ge für meine Strom­nut­zung? Man kann zwischen einer Blei-Säure-Batte­rie, der Gel Batte­rie oder einer AGM Batte­rie wählen. Auch soge­nann­te LiFePo4 Batte­ri­en sind immer häufi­ger in Wohn­mo­bi­len zu finden. Wie kann man AGM und Gel Batte­ri­en eigent­lich rich­tig laden? Heute möch­ten wir etwas Licht ins Dunkel brin­gen, um Dich bei der Wahl der rich­ti­gen Wohn­mo­bil Batte­rie zu unter­stüt­zen.

Star­ter­bat­te­rie vs. Versor­gungs­bat­te­rie

In unse­ren Wohn­mo­bi­len sind mindes­tens 2 Batte­ri­en­ty­pen verbaut, denen unter­schied­li­che Aufga­ben zuge­teilt sind. Einer­seits gibt es eine Star­ter­bat­te­rie, die unse­ren Motor zum Laufen bringt. Ande­rer­seits die Aufbau- oder Versor­gungs­bat­te­rie, welche unse­ren Wohn­mo­bilauf­bau mit Strom versorgt. Worin unter­schei­den sich die beiden Strom­lie­fe­ran­ten?

Star­ter­bat­te­rie

Beim Star­ten des Motors muss die Star­ter­bat­te­rie einen hohen Strom liefern. Je nach Motor­typ werden kurz­fris­tig zwischen mehre­ren 100 und 1000 Ampere Strom benö­tigt. Sobald der Motor läuft, über­nimmt die Licht­ma­schi­ne die Strom­ver­sor­gung der Verbrau­cher, wie z. B. Licht, Heizung, Schei­ben­wi­scher und Bord­elek­tro­nik. Zeit­gleich wird die Star­ter­bat­te­rie wieder voll aufge­la­den, was in etwa 5 — 10 Minu­ten Fahr­be­trieb erfor­dert. Jetzt kann für den nächs­ten Start­vor­gang wieder ein hoher Strom aus dem Akku entnom­men werden.

Damit eine Batte­rie hohe Strö­me abge­ben kann, müssen die Blei­plat­ten inner­halb der Star­ter­bat­te­rie eine große Ober­flä­che aufwei­sen. Das Ganze wird durch viele dünne­re Blei­plat­ten reali­siert. Aufgrund der dünnen Plat­ten sind Star­ter­bat­te­ri­en aber nicht für eine stän­di­ge Strom­ent­nah­me geeig­net. Sie vertra­gen eine tiefe Entla­dung nur sehr schlecht und werden bei der Nutzung als Versor­gungs­bat­te­rie keine allzu hohe Akku Lebens­dau­er haben.

Versor­gungs­bat­te­rie

Wie der Name schon sagt, werden Versor­gungs­bat­te­ri­en im Wohn­mo­bil dazu genutzt, über einen länge­ren Zeit­raum gespei­cher­te Ener­gie abzu­ge­ben. Sie haben dicke­re Plat­ten, neigen weni­ger zur Sulfa­tie­rung und vertra­gen Entla­dun­gen bis zu 50 %. Einschrän­kun­gen gibt es bei der Entnah­me von hohen Strö­men. Aufgrund der klei­ne­ren Ober­flä­che eignen sich Versor­gungs­bat­te­ri­en nicht als Star­ter­bat­te­ri­en. Es gibt ein paar Ausnah­men, wie z. B. unse­re Exide Dual AGM.

Die Wahl der rich­ti­gen Wohn­mo­bil Batte­rie

Nach­dem wir jetzt wissen, dass eine güns­ti­ge­re Star­ter­bat­te­rie als Aufbau­bat­te­rie nicht geeig­net ist, möch­ten wir die unter­schied­li­chen Versor­gungs­bat­te­ri­en näher betrach­ten. Es gibt sie als Blei-Säure, Gel, AGM oder als LiFePo4 Batte­rie. Jede Batte­rie­tech­no­lo­gie hat ihre Vor- und Nach­tei­le. Auch in Bezug auf Zyklen­fes­tig­keit und der damit verbun­de­nen Akku Lebens­dau­er gibt es Unter­schie­de. Am Ende des Tages soll­te man seinen Akkus den eige­nen Bedürf­nis­sen entspre­chend wählen.

Lade­zy­klen

Egal für welche Wohn­mo­bil Batte­rie man sich entschei­det, das Laden bzw. Entla­den sorgt für Verschleiß. Die Herstel­ler geben als Akku Lebens­dau­er ihrer Batte­ri­en eine bestimm­te Anzahl an Lade­zy­klen in Verbin­dung mit dem soge­nann­ten DoD Wert an (DoD steht für tiefs­te Entla­dung, z. B. 50%). Jeder Herstel­ler kocht hier aller­dings sein eige­nes Süpp­chen, warum sich diese Werte nur schlecht mitein­an­der verglei­chen lassen. Während Herstel­ler A einen DoD Wert von 50 % angibt, spricht Herstel­ler B von 30%.  Da wir in der Praxis mal mehr oder auch weni­ger Kapa­zi­tät entneh­men, ist dies nur ein grober Richt­wert. Die Aufbau­bat­te­ri­en in ihrem Gewicht zu verglei­chen ist da meist zuver­läs­si­ger. Blei ist der wich­tigs­te, aber auch teuers­te Werk­stoff bei der Produk­ti­on von Blei­ak­ku­mu­la­to­ren. So spricht das höhe­re Gewicht im Vergleich von zwei Versor­gungs­bat­te­ri­en mit der glei­chen Kapa­zi­tät (Ah) für mehr Quali­tät, da offen­sicht­lich mehr Blei verbaut wurde.

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Akku Lebens­dau­er

Die Akku Lebens­dau­er einer Aufbau­bat­te­rie hängt viel­mehr von unse­rer Behand­lung ab. Laden wir die Versor­gungs­bat­te­rie regel­mä­ßig voll und vermei­den wir Tiefen­ent­la­dun­gen, wird unse­re Batte­rie die ange­ge­be­nen Lade­zy­klen meist errei­chen. Laden wir die Batte­rie nicht regel­mä­ßig oder lassen wir sie entla­den über Tage oder Wochen stehen, kann sie vorzei­tig altern und kaputt gehen.

So können auch norma­le Nass Batte­ri­en durch­aus mehre­re Jahre halten und eine teure­re AGM oder Gel Batte­rie, welche stän­dig zwischen 50 und 60 % ihrer Kapa­zi­tät hängen, nach einem Jahr kaputt gehen. Am besten kontrol­liert man mit einem Batte­rie­mo­ni­tor** die verblei­ben­de Kapa­zi­tät seiner Batte­rie. Somit kann immer geprüft werden, wann ein Laden der Versor­gungs­bat­te­rie nötig ist. Gera­de beim Einla­gern seines Wohn­mo­bils bietet sich ein Lade­ge­rät mit Erhal­tungs­la­dung an, um seine Batte­ri­en in der Winter­pau­se am Leben zu halten. Auch ohne ange­schlos­se­ne Verbrau­cher verlie­ren Batte­ri­en an Ladung. Blei-Säure-Batte­ri­en haben eine höhe­re Selbst­ent­la­dung als Gel oder AGM Batte­ri­en.

Kurz­schluss oder vermin­der­te Akku Lebens­dau­er

Wenn unse­re Wohn­mo­bil Batte­rie über mehre­re Tage oder Wochen nicht voll aufge­la­den wird oder im Winter, wenn unser Wohn­mo­bil in den Winter­schlaf geschickt wird, kann es ohne Erhal­tungs­la­dung zu einer Vermin­de­rung der Akku Lebens­dau­er kommen. Durch die anhal­ten­de Entla­dung entste­hen vermehrt Sulfat­kris­tal­le an den Blei­plat­ten. Die Kapa­zi­tät und Leis­tungs­fä­hig­keit der Aufbau­bat­te­rie nimmt ab. Beim Fahr­be­trieb können sich diese Sulfat­kris­tal­le lösen und am Boden der Aufbau­bat­te­rie sammeln. Nehmen diese Abla­ge­run­gen am Boden über­hand, verur­sa­chen sie einen Kurz­schluss, was den Batte­rie­tod bedeu­tet.

Gel- und Vlies­bat­te­ri­en sind für Kurz­schlüs­se nicht so anfäl­lig, wie Nass Batte­ri­en, da ein Herun­ter­fal­len der Sulfat­kris­tal­le durch das Vlies bzw. Gel verhin­dert wird. Man spricht von erhöh­ter Rüttel­fes­tig­keit bei diesen Blei­ak­kus. Sie können aber trotz­dem  durch eine star­ke Sulfa­tie­rung an Kapa­zi­tät verlie­ren. Das geht nicht von heute auf morgen, aber je öfter und länger ich meine Versor­gungs­bat­te­rie im unge­la­de­nen Zustand belas­se, umso stär­ker schrei­tet der Prozess voran. Wenn wir unse­re Aufbau­bat­te­rie tiefen­ent­la­den stehen lassen, können auch ein paar Tage genü­gen und die Versor­gungs­bat­te­rie quit­tiert ihren Dienst.

Laden wir unse­re Wohn­mo­bil Batte­rie täglich voll, hat sie eine deut­lich länge­re Lebens­er­war­tung, als ein Akku, der nur alle paar Tage oder Wochen halb­her­zig an einem Lade­ge­rät hängt. Versor­gen wir unse­re Wohn­mo­bil Batte­ri­en im Winter mit einer Erhal­tungs­la­dung, werden wir durch eine lange Akku Lebens­dau­er belohnt.

Anga­ben C1, C5, C10 oder C20?

Da bei stei­gen­der Strom­ent­nah­me die verfüg­ba­re Kapa­zi­tät einer Blei­bat­te­rie sinkt, gibt es noch die Kenn­grö­ße, bzw. Bezugs­zeit C1, C5, C10C100. Wenn auf einem Blei­ak­ku­mu­la­tor 100 Ah (C20) vermerkt ist, können wir theo­re­tisch 20 Stun­den lang 5 A entneh­men (100 Ah / C20) und haben die 100 Ah zur Verfü­gung (C5 = 5 Stun­den, C1 = 1 Stun­de, C10 = 10 Stun­den usw.). Dementspre­chend kommt man auf die stünd­lich verfüg­ba­ren Ampere, wenn man die Ah Stun­den der Batte­rie durch den Wert teilt, der bei der Bezugs­zeit C ange­ge­ben ist.

Wenn man seiner Versor­gungs­bat­te­rie in einer kürze­ren Zeit, als der auf der Batte­rie ange­ge­be­nen Bezugs­zeit (C5, C10 C100), die Kapa­zi­tät entnimmt, sind die entnehm­ba­ren Ampere­stun­den gerin­ger, als ange­ge­ben. Findi­ge Herstel­ler nutzen diese Kenn­zahl, um ihren Batte­ri­en optisch eine höhe­re Kapa­zi­tät zu verpas­sen. Ein Blei­ak­ku­mu­la­tor mit 80 Ah (C100) hat also deut­lich weni­ger reale Kapa­zi­tät, als ein 80 Ah (C20) Akku, außer man entnimmt nicht mehr als 0,8 A pro Stun­de aus seiner Batte­rie. Bei einem Kauf soll­te man unbe­dingt auf diese Kenn­zahl achten.

Blei-Säure-Batte­rie für zykli­sche Entla­dung

Vom Aufbau ähnelt dieser Typ den gängi­gen Star­ter­bat­te­ri­en. Es werden aber dicke­re Blei­plat­ten verwen­det, was zu einer höhe­ren Zyklen­fes­tig­keit führt. In der Batte­rie befin­det sich Batte­rie­säu­re in flüs­si­ger Form.

Blei-Säure-Batte­ri­en werden vor dem Verkauf meist trocken gela­gert. Das bedeu­tet, dass erst kurz vor dem Einbau Batte­rie­säu­re einge­füllt wird. Das macht eine länge­re Lage­rung beim Händ­ler möglich, ohne dass sie vorzei­tig altert. Nach dem Befül­len soll­te man die Wohn­mo­bil Batte­rie mit einem Lade­ge­rät auf 100 % laden. Batte­rie­säu­re ist in ihrer Hand­ha­bung nicht ganz unge­fähr­lich, da sie aus 30 — 35 prozen­ti­ger Schwe­fel­säu­re besteht. Wenn man mit Batte­rie­säu­re arbei­tet, soll­ten grund­sätz­lich Hand­schu­he und eine Bril­le getra­gen werden.

Destil­lier­tes Wasser nach­fül­len

Blei-Säure-Batte­ri­en sind meist nicht wartungs­frei. Beim Laden oder hohen Außen­tem­pe­ra­tu­ren verduns­tet der Wasser­an­teil in der Batte­rie. Es muss regel­mä­ßig der Säure­stand kontrol­liert und mit destil­lier­tem Wasser ergänzt werden. Dafür sind an der Blei-Säure-Batte­rie Schraub­ver­schlüs­se vorhan­den. Die Batte­rie­säu­re soll­te bis zur Markie­rung gefüllt sein und die Blei­plat­ten müssen voll­stän­dig bedeckt sein. Es gibt auch wartungs­freie Vari­an­ten ohne eine Möglich­keit Wasser nach­zu­fül­len. Ich persön­lich halte das nur bedingt für sinn­voll, da auch diese wartungs­frei­en Batte­ri­en ein gewis­ses Maß an Flüs­sig­keit verlie­ren. Diese Wartungs­frei­heit nimmt mir quasi die Möglich­keit mich um die Blei-Säure-Batte­rie zu kümmern und am Ende stirbt sie wegen Wasser­man­gel.

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Auf keinen Fall darf norma­les Wasser oder Batte­rie­säu­re zum Nach­fül­len verwen­det werden.

Das Ausga­sen der Blei-Säure-Batte­rie macht einen Entlüf­tungs­schlauch nötig. Beim Laden kann soge­nann­tes “Knall­gas” entste­hen, welches hoch entzünd­lich ist. Dieses Gas muss durch den Entlüf­tungs­schlauch aus dem Fahr­zeug gelei­tet werden.

Sie sind nicht auslauf­si­cher. Das bedeu­tet, dass bei Schräg­la­ge Batte­rie­säu­re unkon­trol­liert austre­ten kann. Darum bietet sich eine Säure­wan­ne an, um beim Auslau­fen von Batte­rie­säu­re den Scha­den gering zu halten.

Die Lebens­dau­er von Blei-Säure-Batte­ri­en wird meist zwischen 300 — 500 Lade­zy­klen ange­ge­ben. Voraus­set­zung ist zum Einen die rich­ti­ge Bela­dung und das Vermei­den von Tief­ent­la­dun­gen. Idea­ler­wei­se ergänzt man die entnom­me­ne Kapa­zi­tät täglich mit einem handels­üb­li­chen Lade­ge­rät oder einer Solar­an­la­ge.

Vortei­le:

  • Güns­ti­ger Preis,
  • einfa­che Lade­tech­nik,
  • unemp­find­li­cher bei Über­la­dung (ggf. destil­lier­tes Wasser nach­fül­len).

Nach­tei­le:

  • Nicht auslauf­si­cher,
  • gerin­ge­re Lebens­er­war­tung,
  • Säure­stand muss regel­mä­ßig kontrol­liert werden,
  • hohes Gewicht,
  • hohe Selbst­ent­la­dung,
  • mit größe­rem Wech­sel­rich­ter nur bedingt nutz­bar,
  • nicht rüttel­fest.

Die Gel Batte­rie im Wohn­mo­bil

Es handelt sich um eine soge­nann­te VRLA Batte­rie. VRLA steht für “ventil­ge­re­gel­te Blei-Säure-Batte­rie”. Das Elek­tro­lyt wird durch Kiesel­säu­re einge­dickt und ist gelför­mig. Sie ist komplett verschlos­sen und wartungs­frei, hat aber ein Über­druck­ven­til. Bei zu hohen Lade­strö­men kann über dieses Über­druck­ven­til Gas entwei­chen, um ein explo­die­ren der Versor­gungs­bat­te­rie zu verhin­dern. Darum ist es bei Blei Gel Akkus beson­ders wich­tig ein passen­des Lade­ge­rät zu benut­zen. Einmal entwi­che­ne Flüs­sig­keit kann nicht ersetzt werden.

Der Nach­teil dieser Tech­no­lo­gie ist ein höhe­rer Innen­wi­der­stand, welcher durch das Gel verur­sacht wird. Eine Entnah­me von hohen Strö­men wird verhin­dert, bzw. verkürzt die Akku Lebens­dau­er. Für den Betrieb mit großen Wech­sel­rich­tern ist eine Gel Batte­rie darum nur bedingt geeig­net. Auch eine Voll­la­dung  dauert im Vergleich zur Nass­bat­te­rie oder AGM Batte­rie länger.

Anzei­ge

Für eine Gel Batte­ri­en werden je nach Herstel­ler zwischen 400 — 600 Lade­zy­klen ange­ge­ben. Auch hier spielt der scho­nen­de Umgang eine große Rolle. Wie bereits erwähnt, ist ein spezi­el­les Lade­ge­rät mit IUoU Lade­kenn­li­nie für Gel Batte­ri­en erfor­der­lich, um eine Voll­la­dung zu errei­chen. Ein norma­les Lade­ge­rät für Blei-Säure-Batte­ri­en reicht nicht aus. Ein früh­zei­ti­ges Able­ben der Wohn­mo­bil Batte­rie ist die Folge. Auch der Gel Batte­rie sollen im Regel­fall nicht mehr als 50 % ihrer Kapa­zi­tät entnom­men werden.

Vortei­le:

  • Auslauf­si­cher,
  • wartungs­frei,
  • zyklen­fest,
  • rüttel­fest,
  • nied­ri­ge Selbst­ent­la­dung.

Nach­tei­le:

  • Hohes Gewicht,
  • für tägli­che Nutzung mit leis­tungs­star­ken Wech­sel­rich­ter eher unge­eig­net,
  • länge­re Lade­dau­er,
  • spezi­el­le Lade­ge­rä­te nötig,
  • empfind­lich bei Kälte.

Was ist eine AGM Batte­rie?

Bei der AGM Batte­rie handelt es sich eben­falls um eine fest verschlos­se­ne VRLA Batte­rie, was einen lage­un­ab­hän­gi­gen Einbau erlaubt. Sie ist wartungs­frei und auch mit einem Über­druck­ven­til ausge­stat­tet. Die Vlies­bat­te­rie ist auslauf­si­cher und auch bei einer Beschä­di­gung kann keine Batte­rie­säu­re austre­ten, da wie der Name bereits vermu­ten lässt, die Batte­rie­säu­re in einem Vlies gebun­den wird. Der große Vorteil der AGM Batte­rie gegen­über der Gel Batte­rie ist die Möglich­keit hohe Strö­me entneh­men zu können. In Verbin­dung mit einem  leis­tungs­star­ken Wech­sel­rich­ter ist sie neben dem LiFePo4 Akku die beste Wahl. Auch das Laden der Vlies­bat­te­rie geht schnel­ler, als bei der Gel Batte­rie. Ein spezi­el­les Lade­ge­rät ist aber auch bei diesem Batte­rie­typ nötig, um eine Voll­la­dung zu errei­chen und eine Über­la­dung zu verhin­dern. AGM Batte­ri­en können nicht mit einem norma­len Lade­ge­rät gela­den werden.

Von der Zyklen­fes­tig­keit liegt der Blei Vlies Akku nur knapp unter der des Gel Akkus. Wie bei allen Blei Akkus kommt es auf eine gute Pfle­ge an. Die Entla­de­tie­fe soll­te in der Regel 50 % nicht über­schrei­ten. Tägli­ches Aufla­den sorgt für ein langes Batte­riel­eben.

Vortei­le:

  • Auslauf­si­cher,
  • rüttel­fest,
  • wartungs­frei,
  • Entnah­me hoher Strö­me möglich,
  • auch für leis­tungs­star­ke Wech­sel­rich­ter geeig­net,
  • nied­ri­ge Selbst­ent­la­dung,
  • kurze Lade­dau­er.

Nach­tei­le:

  • Hohes Gewicht,
  • empfind­li­cher bei hohen Tempe­ra­tu­ren,
  • spezi­el­le Lade­ge­rä­te nötig.

Gel und AGM Batte­ri­en rich­tig laden

Wie bereits erwähnt, ist das Laden von Gel bzw. AGM Batte­ri­en mit einem Stan­dard-Lade­ge­rät nicht zu empfeh­len. Es ist spezi­el­le Lade­tech­nik nötig, um die Batte­rie, ihren Anfor­de­run­gen entspre­chend zu laden. Geeig­ne­te Lade­ge­rä­te verfü­gen über eine soge­nann­te IOuO Lade­kenn­li­nie, die sich meist per Schal­ter auf den jewei­li­gen Batte­rie­typ einstel­len lässt. So wird einer­seits eine Voll­la­dung ermög­licht, ande­rer­seits ein Über­la­den verhin­dert.

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Die meis­ten Licht­ma­schi­nen schaf­fen es nicht die Aufbau­bat­te­rie im Wohn­mo­bil auf seine volle Ladung zu brin­gen. Abhil­fe schafft hier ein soge­nann­ter Lade­boos­ter. Dieser verfügt eben­falls über eine IOuO Kenn­li­nie und ist meist für verschie­de­ne Batte­rie­ty­pen geeig­net. Das Glei­che gilt für Solar­la­de­reg­ler. Die neue­ren Model­le verfü­gen eben­falls über verschie­de­ne Kenn­li­ni­en, um die Wohn­mo­bil Batte­rie seiner Wahl mit genü­gend Saft zu versor­gen.

Aber was macht eigent­lich so eine Lade­kenn­li­nie?

Haupt­la­dung

In der Haupt­la­de­pha­se wird die Aufbau­bat­te­rie mit Konstant­strom versorgt. Dabei bestimmt sie selbst, wie viel vom Lade­ge­rät bezo­gen wird. Die Phase läuft, bis die Versor­gungs­bat­te­rie zwischen 80 und 85 % Kapa­zi­tät erreicht hat.

Ausgleichs­la­dung

Jetzt wird die Aufbau­bat­te­rie mit der Ausgleichs­la­dung versorgt und voll­ge­la­den. Dabei flie­ßen, je nach Batte­rie­typ, bis zu 14,8 V in den Blei­ak­ku­mu­la­tor. Auch hier bestimmt die Batte­rie selbst, wie viel Lade­strom sie aufnimmt. Fällt der Strom unter einen bestimm­ten Ampere-Wert, wird die letz­te Phase einge­lei­tet.

Erhal­tungs­la­dung

Die Erhal­tungs­la­dung hält die Wohn­mo­bil Batte­rie auf ihrem Lade­zu­stand.

Wir benut­zen ein Lade­ge­rät von Fraron. Es ist für Blei-Säure, Gel und AGM Batte­ri­en geeig­net.

 

LiFePo4 die alter­na­ti­ve Wohn­mo­bil Batte­rie

Jetzt gibt es noch LiFePo4 Batte­ri­en, welche in immer mehr Wohn­mo­bi­len Einzug halten. Sie verei­nen alle Vortei­le der Blei­ak­ku­mu­la­to­ren. LiFePo4 Akkus sind auslauf­si­cher, da sie keine Batte­rie­säu­re enthal­ten. Sie sind wartungs­frei, vertra­gen die Entnah­me von hohen Strö­men und können bis auf die letz­te Ampere­stun­de genutzt werden. Aufgrund dessen genügt die halbe Kapa­zi­tät, welche wir sonst mit einer AGM oder ande­ren Wohn­mo­bil Batte­rie auf Blei­ba­sis benö­ti­gen würden. Das spart rich­tig viel Gewicht, da LiFePo4 Zellen von Haus aus schon leich­ter sind, als Blei­bat­te­ri­en. Zudem muss man sich keine Sorgen um Sulfa­tie­rung machen, da bei diesem Batte­rie­typ keine Schä­den durch mangeln­de Voll­la­dung zu befürch­ten sind. Eine nied­ri­ge Selbst­ent­la­dung rundet das ganze Paket noch ab.

Aber auch hier gibt es natür­lich nicht nur Vortei­le geschenkt. Das einzi­ge Manko an der LiFePo4 Batte­rie ist der Preis. So liegt eine 90 Ah Stun­den Lithi­um Batte­rie bei über 1000,- Euro. Außer­dem benö­tigt man spezi­el­le Lade­tech­nik und ein Batte­rie­ma­nage­ment­sys­tem (BMS). Wenn man sich aller­dings die mögli­chen 2500 — 5000 Lade­zy­klen ansieht, rela­ti­viert sich der teure Anschaf­fungs­preis.

Vortei­le:

  • Auslauf­si­cher,
  • rüttel­fest,
  • nied­ri­ges Gewicht,
  • weni­ger Kapa­zi­tät nötig,
  • wartungs­frei,
  • Entnah­me von hohen Strö­men möglich,
  • zyklen­fest,
  • nied­ri­ge Selbst­ent­la­dung.

Nach­tei­le:

  • Hoher Preis,
  • spezi­el­le Lade­tech­nik nötig.

Welche Wohn­mo­bil Batte­rie ist die Rich­ti­ge für mich?

Die Wahl der rich­ti­gen Versor­gungs­bat­te­rie hängt, wie bereits erwähnt, von verschie­de­nen Fakto­ren ab. Soll ein großer Wech­sel­rich­ter betrie­ben werden? Ist Solar auf dem Dach? Stehe ich über­wie­gend frei oder nutze ich täglich Camping­plät­ze?

Blei-Säure Batte­rie

Wer kein Problem hat den Säure­stand zu kontrol­lie­ren, nicht viel Strom verbraucht und nach einer güns­ti­gen Aufbau­bat­te­rie sucht, kann durch­aus über eine Blei-Säure-Batte­rie nach­den­ken.

Preis ab: 306,36 Euro
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Gel-Batte­rie

Wenn man es gerne etwas zyklen­fes­ter möch­te und keine Lust auf Wasser nach­fül­len hat, ist eine Gel Batte­rie viel­leicht der rich­ti­ge Part­ner. Sofern man nicht einen zu großen Wech­sel­rich­ter betrei­ben möch­te.

Preis ab: 359,90 Euro
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LiFePo4

Wer große Unab­hän­gig­keit sucht, einen sehr hohen tägli­chen Strom­ver­brauch hat, wie z. B. einen Back­ofen und selten einen Camping­platz von innen sieht, findet bestimmt an der LiFePo4 Batte­rie gefal­len.


Wir haben uns für eine AGM Wohn­mo­bil Batte­rie entschie­den

Auf unse­rem Wohn­mo­bil befin­det sich 300 WP Solar. Der tägli­che Strom­ver­brauch liegt zwischen 20 — 30 Ah. Unser Wech­sel­rich­ter hat 1000 W, die auch ab und an abge­ru­fen werden. Unser Fahr­zeug ist gelän­de­gän­gig und die Batte­rie ist im Innen­raum montiert. Darum haben wir uns gegen eine Nass-Batte­rie entschie­den. Eine Gel Batte­rie haben wir zum Einen wegen unse­res Wech­sel­rich­ters und zum Ande­ren wegen der länge­ren Lade­zei­ten aus der enge­ren Wahl genom­men (der Preis war zu dieser Zeit auch höher als bei der AGM Batte­rie). Gegen LiFePo4 Batte­ri­en sprach bis jetzt der hohe Preis und unser gerin­ger, tägli­cher Bedarf. Wir werden aber in naher Zukunft unse­re AGM gegen ein Lipo austau­schen.


Kompro­mis­se muss man bei allen Wohn­mo­bil Batte­ri­en einge­hen. Eines ist auf jeden Fall Fakt, eine Star­ter­bat­te­rie ist als Versor­gungs­bat­te­rie unge­eig­net.

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24 Kommentare

  • Hallo Stefan habe jetzt soviel gele­sen bin doch nicht schlau­er was für eine Star­ter und Versor­gungs­bat­te­rie ich benö­ti­ge um ein Wech­sel­rich­ter zu betrei­ben für Fern­se­her und Kaffee­ma­schi­ne woll­te unab­hän­gi­ger werden ❓

    • Hallo Anno,

      bei Kaffee­ma­schi­nen mit 1000 Watt oder mehr würde ich mich ehr in Rich­tung AGM oder wenn Geld keine Rolle spielt zur LiFeYPo4 Batte­rie bewe­gen. Für große Wech­sel­rich­ter ist eine Gel eher unge­eig­net. Und Kaffee kochen die meis­ten ja jeden Tag ;-).

      Viele Grüße

      Stefan

  • Leider kommt der LADEBOOSTER zu kurz und wird nur erwähnt. Es ist immer wieder nur vom Lade­ge­rät die Rede. Dabei ist der Lade­boos­ter für den WoMo-Alltag sehr nütz­lich. Ein Lade­ge­rät ist ja ohne­hin schon in jedem WoMo verbaut.

  • Hallo Stefan,
    sehr gute Beschrei­bung aller Batte­rie­ty­pen

    Aller­dings sind LiFe­Po4-Akkus inzwi­schen nicht mehr zu teuer.
    120 AH 777,50 bei Robur-Akku.
    Damit ist das die beste Alter­na­ti­ve.
    Gruss Wolf­gang

    • Hallo Wolf­gang,

      vielen Dank für deinen Kommen­tar.

      777 Euro sind im Vergleich zu einem Blei-Akku (je nach Typ) trotz­dem eine Haus­num­mer. Wenn man auf Lipos umstellt, muss oftmals auch noch die Lade­tech­nik ausge­tauscht und um ein BMS erwei­tert werden. Das macht den Preis­un­ter­schied noch größer. Der verlink­te Akku hat zwar ein BMS im Preis inklu­diert, ist aber nur ein LiFe­Po Akku. Dieser soll­te unter 0 Grad nicht gela­den werden.
      LiFeYPo4 Akkus können auch unter 0 Grad gela­den werden, sind aber wieder­um teue­rer.

      Am Ende muss jeder selbst entschei­den was Er haben und Dafür bezah­len möch­te. Die über­ra­gen­den Vortei­le gibt es nicht umsonst.

      Wir werden auch auf LiFeYPo4 umstel­len, wenn unse­re jetzi­gen Batte­ri­en den Geist aufge­ben. Wir leben aber auch 365 Tage im Wohn­mo­bil und habe somit einen ganz ande­ren Bedarf als die Fami­lie, welche im Jahr nur ein paar Wochen unter­wegs ist.

      Liebe Grüße

      Stefan

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AGM, Blei-Säure oder LifePo4?" />