Wohnmobil Batterie: Gel, AGM, Blei-Säure oder LiFePO4?

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Wenn wir mit unserem Wohnmobil unterwegs sind, benötigen wir Strom, um unsere Wasser­pumpe, Lampen, Fernseher, Notebooks oder Smart­phones zu betreiben. Nachts brauchen wir Licht, um nicht im Dunklen zu sitzen. Wenn kein Landstrom zur Verfügung steht, kommt eine Wohnmobil Batterie ins Spiel, welche uns meist mit 12 V Spannung versorgt. So manches moderne 230 V Gerät findet ebenfalls Einzug in unser Heim auf 4 Rädern. Abhilfe schafft in diesem Fall ein Wechsel­richter, der aus unseren 12 V 230 V zaubert. Aber welcher Wohnmobil Batte­rietyp ist der Richtige für meine Strom­nutzung? Man kann zwischen einer Blei-Säure-Batterie, der Gel Batterie oder einer AGM Batterie wählen. Auch sogenannte LiFePO4 Batterien sind immer häufiger in Wohnmo­bilen zu finden. Wie kann man AGM und Gel Batterien eigentlich richtig laden? Heute möchten wir etwas Licht ins Dunkel bringen, um Dich bei der Wahl der richtigen Wohnmobil Batterie zu unter­stützen.

Starter­bat­terie vs. Versor­gungs­bat­terie

In unseren Wohnmo­bilen sind mindestens 2 Batte­ri­en­typen verbaut, denen unter­schied­liche Aufgaben zugeteilt sind. Einer­seits gibt es eine Starter­bat­terie, die unseren Motor zum Laufen bringt. Anderer­seits die Aufbau- oder Versor­gungs­bat­terie, welche unseren Wohnmo­bi­laufbau mit Strom versorgt. Worin unter­scheiden sich die beiden Strom­lie­fe­ranten?

Starter­bat­terie

Beim Starten des Motors muss die Starter­bat­terie einen hohen Strom liefern. Je nach Motortyp werden kurzfristig zwischen mehreren 100 und 1000 Ampere Strom benötigt. Sobald der Motor läuft, übernimmt die Licht­ma­schine die Strom­ver­sorgung der Verbraucher, wie z. B. Licht, Heizung, Schei­ben­wi­scher und Bordelek­tronik. Zeitgleich wird die Starter­bat­terie wieder voll aufge­laden, was in etwa 5 – 10 Minuten Fahrbe­trieb erfordert. Jetzt kann für den nächsten Start­vorgang wieder ein hoher Strom aus dem Akku entnommen werden.

Damit eine Batterie hohe Ströme abgeben kann, müssen die Bleiplatten innerhalb der Starter­bat­terie eine große Oberfläche aufweisen. Das Ganze wird durch viele dünnere Bleiplatten reali­siert. Aufgrund der dünnen Platten sind Starter­bat­terien aber nicht für eine ständige Strom­ent­nahme geeignet. Sie vertragen eine tiefe Entladung nur sehr schlecht und werden bei der Nutzung als Versor­gungs­bat­terie keine allzu hohe Akku Lebens­dauer haben.

Versor­gungs­bat­terie

Wie der Name schon sagt, werden Versor­gungs­bat­terien im Wohnmobil dazu genutzt, über einen längeren Zeitraum gespei­cherte Energie abzugeben. Sie haben dickere Platten, neigen weniger zur Sulfa­tierung und vertragen Entla­dungen bis zu 50 %. Einschrän­kungen gibt es bei der Entnahme von hohen Strömen. Aufgrund der kleineren Oberfläche eignen sich Versor­gungs­bat­terien nicht als Starter­bat­terien. Es gibt ein paar Ausnahmen, wie z. B. unsere Exide Dual AGM.

Die Wahl der richtigen Wohnmobil Batterie

Nachdem wir jetzt wissen, dass eine günstigere Starter­bat­terie als Aufbau­bat­terie nicht geeignet ist, möchten wir die unter­schied­lichen Versor­gungs­bat­terien näher betrachten. Es gibt sie als Blei-Säure, Gel, AGM oder als LiFePO4 Batterie. Jede Batte­rie­tech­no­logie hat ihre Vor- und Nachteile. Auch in Bezug auf Zyklen­fes­tigkeit und der damit verbun­denen Akku Lebens­dauer gibt es Unter­schiede. Am Ende des Tages sollte man seinen Akkus den eigenen Bedürf­nissen entspre­chend wählen.

Ladezyklen

Egal für welche Wohnmobil Batterie man sich entscheidet, das Laden bzw. Entladen sorgt für Verschleiß. Die Hersteller geben als Akku Lebens­dauer ihrer Batterien eine bestimmte Anzahl an Ladezyklen in Verbindung mit dem sogenannten DoD Wert an (DoD steht für tiefste Entladung, z. B. 50%). Jeder Hersteller kocht hier aller­dings sein eigenes Süppchen, warum sich diese Werte nur schlecht mitein­ander vergleichen lassen. Während Hersteller A einen DoD Wert von 50 % angibt, spricht Hersteller B von 30%.  Da wir in der Praxis mal mehr oder auch weniger Kapazität entnehmen, ist dies nur ein grober Richtwert. Die Aufbau­bat­terien in ihrem Gewicht zu vergleichen ist da meist zuver­läs­siger. Blei ist der wichtigste, aber auch teuerste Werkstoff bei der Produktion von Bleiak­ku­mu­la­toren. So spricht das höhere Gewicht im Vergleich von zwei Versor­gungs­bat­terien mit der gleichen Kapazität (Ah) für mehr Qualität, da offen­sichtlich mehr Blei verbaut wurde.

Solarladeregler, Wohnmobil Batterie

 

Akku Lebens­dauer

Die Akku Lebens­dauer einer Aufbau­bat­terie hängt vielmehr von unserer Behandlung ab. Laden wir die Versor­gungs­bat­terie regel­mäßig voll und vermeiden wir Tiefen­ent­la­dungen, wird unsere Batterie die angege­benen Ladezyklen meist erreichen. Laden wir die Batterie nicht regel­mäßig oder lassen wir sie entladen über Tage oder Wochen stehen, kann sie vorzeitig altern und kaputt gehen.

So können auch normale Nass Batterien durchaus mehrere Jahre halten und eine teurere AGM oder Gel Batterie, welche ständig zwischen 50 und 60 % ihrer Kapazität hängen, nach einem Jahr kaputt gehen. Am besten kontrol­liert man mit einem Batte­rie­mo­nitor die verblei­bende Kapazität seiner Batterie. Somit kann immer geprüft werden, wann ein Laden der Versor­gungs­bat­terie nötig ist. Gerade beim Einlagern seines Wohnmobils bietet sich ein Ladegerät mit Erhal­tungs­ladung an, um seine Batterien in der Winter­pause am Leben zu halten. Auch ohne angeschlossene Verbraucher verlieren Batterien an Ladung. Blei-Säure-Batterien haben eine höhere Selbst­ent­ladung als Gel oder AGM Batterien.

Kurzschluss oder vermin­derte Akku Lebens­dauer

Wenn unsere Wohnmobil Batterie über mehrere Tage oder Wochen nicht voll aufge­laden wird oder im Winter, wenn unser Wohnmobil in den Winter­schlaf geschickt wird, kann es ohne Erhal­tungs­ladung zu einer Vermin­derung der Akku Lebens­dauer kommen. Durch die anhal­tende Entladung entstehen vermehrt Sulfat­kris­talle an den Bleiplatten. Die Kapazität und Leistungs­fä­higkeit der Aufbau­bat­terie nimmt ab. Beim Fahrbe­trieb können sich diese Sulfat­kris­talle lösen und am Boden der Aufbau­bat­terie sammeln. Nehmen diese Ablage­rungen am Boden überhand, verur­sachen sie einen Kurzschluss, was den Batte­rietod bedeutet.

Gel- und Vlies­bat­terien sind für Kurzschlüsse nicht so anfällig, wie Nass Batterien, da ein Herun­ter­fallen der Sulfat­kris­talle durch das Vlies bzw. Gel verhindert wird. Man spricht von erhöhter Rüttel­fes­tigkeit bei diesen Bleiakkus. Sie können aber trotzdem  durch eine starke Sulfa­tierung an Kapazität verlieren. Das geht nicht von heute auf morgen, aber je öfter und länger ich meine Versor­gungs­bat­terie im ungela­denen Zustand belasse, umso stärker schreitet der Prozess voran. Wenn wir unsere Aufbau­bat­terie tiefen­ent­laden stehen lassen, können auch ein paar Tage genügen und die Versor­gungs­bat­terie quittiert ihren Dienst.

Laden wir unsere Wohnmobil Batterie täglich voll, hat sie eine deutlich längere Lebens­er­wartung, als ein Akku, der nur alle paar Tage oder Wochen halbherzig an einem Ladegerät hängt. Versorgen wir unsere Wohnmobil Batterien im Winter mit einer Erhal­tungs­ladung, werden wir durch eine lange Akku Lebens­dauer belohnt.

Angaben C1, C5, C10 oder C20?

Da bei steigender Strom­ent­nahme die verfügbare Kapazität einer Bleibat­terie sinkt, gibt es noch die Kenngröße, bzw. Bezugszeit C1, C5, C10 … C100. Wenn auf einem Bleiak­ku­mu­lator 100 Ah (C20) vermerkt ist, können wir theore­tisch 20 Stunden lang 5 A entnehmen (100 Ah / C20) und haben die 100 Ah zur Verfügung (C5 = 5 Stunden, C1 = 1 Stunde, C10 = 10 Stunden usw.). Dementspre­chend kommt man auf die stündlich verfüg­baren Ampere, wenn man die Ah Stunden der Batterie durch den Wert teilt, der bei der Bezugszeit C angegeben ist.

Wenn man seiner Versor­gungs­bat­terie in einer kürzeren Zeit, als der auf der Batterie angege­benen Bezugszeit (C5, C10 C100), die Kapazität entnimmt, sind die entnehm­baren Ampere­stunden geringer, als angegeben. Mit dieser Kennzahl kann man Batterien optisch eine höhere Kapazität verpassen. Ein Bleiak­ku­mu­lator mit 80 Ah (C100) hat also deutlich weniger reale Kapazität, als ein 80 Ah (C20) Akku, außer man entnimmt nicht mehr als 0,8 A pro Stunde aus seiner Batterie. Bei einem Kauf sollte man unbedingt auf diese Kennzahl achten.

Blei-Säure-Batterie für zyklische Entladung

Vom Aufbau ähnelt dieser Typ den gängigen Starter­bat­terien. Es werden aber dickere Bleiplatten verwendet, was zu einer höheren Zyklen­fes­tigkeit führt. In der Batterie befindet sich Batte­rie­säure in flüssiger Form.

Blei-Säure-Batterien werden vor dem Verkauf meist trocken gelagert. Das bedeutet, dass erst kurz vor dem Einbau Batte­rie­säure einge­füllt wird. Das macht eine längere Lagerung beim Händler möglich, ohne dass sie vorzeitig altert. Nach dem Befüllen sollte man die Wohnmobil Batterie mit einem Ladegerät auf 100 % laden. Batte­rie­säure ist in ihrer Handhabung nicht ganz ungefährlich, da sie aus 30 – 35 prozen­tiger Schwe­fel­säure besteht. Wenn man mit Batte­rie­säure arbeitet, sollten grund­sätzlich Handschuhe und eine Brille getragen werden.

Destil­liertes Wasser nachfüllen

Blei-Säure-Batterien sind meist nicht wartungsfrei. Beim Laden oder hohen Außen­tem­pe­ra­turen verdunstet der Wasser­anteil in der Batterie. Es muss regel­mäßig der Säure­stand kontrol­liert und mit destil­liertem Wasser ergänzt werden. Dafür sind an der Blei-Säure-Batterie Schraub­ver­schlüsse vorhanden. Die Batte­rie­säure sollte bis zur Markierung gefüllt sein und die Bleiplatten müssen vollständig bedeckt sein. Es gibt auch wartungs­freie Varianten ohne eine Möglichkeit Wasser nachzu­füllen. Ich persönlich halte das nur bedingt für sinnvoll, da auch diese wartungs­freien Batterien ein gewisses Maß an Flüssigkeit verlieren. Diese Wartungs­freiheit nimmt mir quasi die Möglichkeit mich um die Blei-Säure-Batterie zu kümmern und am Ende stirbt sie wegen Wasser­mangel.

Wohnmobil batterie, Nassbatterie, Wasser auffüllen

Auf keinen Fall darf normales Wasser oder Batte­rie­säure zum Nachfüllen verwendet werden.

Das Ausgasen der Blei-Säure-Batterie macht einen Entlüf­tungs­schlauch nötig. Beim Laden kann sogenanntes „Knallgas“ entstehen, welches hoch entzündlich ist. Dieses Gas muss durch den Entlüf­tungs­schlauch aus dem Fahrzeug geleitet werden.

Sie sind nicht auslauf­sicher. Das bedeutet, dass bei Schräglage Batte­rie­säure unkon­trol­liert austreten kann. Darum bietet sich eine Säure­wanne an, um beim Auslaufen von Batte­rie­säure den Schaden gering zu halten.

Die Lebens­dauer von Blei-Säure-Batterien wird meist zwischen 300 – 500 Ladezyklen angegeben. Voraus­setzung ist zum Einen die richtige Beladung und das Vermeiden von Tiefent­la­dungen. Idealer­weise ergänzt man die entnommene Kapazität täglich mit einem handels­üb­lichen Ladegerät oder einer Solar­anlage.

Vorteile:

  • Günstiger Preis,
  • einfache Ladetechnik,
  • unemp­find­licher bei Überladung (ggf. destil­liertes Wasser nachfüllen).

Nachteile:

  • Nicht auslauf­sicher,
  • geringere Lebens­er­wartung,
  • Säure­stand muss regel­mäßig kontrol­liert werden,
  • hohes Gewicht,
  • hohe Selbst­ent­ladung,
  • mit größerem Wechsel­richter nur bedingt nutzbar,
  • nicht rüttelfest.

Die Gel Batterie im Wohnmobil

Es handelt sich um eine sogenannte VRLA Batterie. VRLA steht für „ventil­ge­re­gelte Blei-Säure-Batterie“. Das Elektrolyt wird durch Kiesel­säure einge­dickt und ist gelförmig. Sie ist komplett verschlossen und wartungsfrei, hat aber ein Überdruck­ventil. Bei zu hohen Ladeströmen kann über dieses Überdruck­ventil Gas entweichen, um ein explo­dieren der Versor­gungs­bat­terie zu verhindern. Darum ist es bei Blei Gel Akkus besonders wichtig ein passendes Ladegerät zu benutzen. Einmal entwi­chene Flüssigkeit kann nicht ersetzt werden.

Der Nachteil dieser Techno­logie ist ein höherer Innen­wi­der­stand, welcher durch das Gel verur­sacht wird. Eine Entnahme von hohen Strömen wird verhindert, bzw. verkürzt die Akku Lebens­dauer. Für den Betrieb mit großen Wechsel­richtern ist eine Gel Batterie darum nur bedingt geeignet. Auch eine Vollladung  dauert im Vergleich zur Nassbat­terie oder AGM Batterie länger.

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Für eine Gel Batterien werden je nach Hersteller zwischen 400 – 600 Ladezyklen angegeben. Auch hier spielt der schonende Umgang eine große Rolle. Wie bereits erwähnt, ist ein spezi­elles Ladegerät mit IUoU Ladekenn­linie für Gel Batterien erfor­derlich, um eine Vollladung zu erreichen. Ein normales Ladegerät für Blei-Säure-Batterien reicht nicht aus. Ein frühzei­tiges Ableben der Wohnmobil Batterie ist die Folge. Auch der Gel Batterie sollen im Regelfall nicht mehr als 50 % ihrer Kapazität entnommen werden.

Vorteile:

  • Auslauf­sicher,
  • wartungsfrei,
  • zyklenfest,
  • rüttelfest,
  • niedrige Selbst­ent­ladung.

Nachteile:

  • Hohes Gewicht,
  • für tägliche Nutzung mit leistungs­starken Wechsel­richter eher ungeeignet,
  • längere Ladedauer,
  • spezielle Ladegeräte nötig,
  • empfindlich bei Kälte.

Was ist eine AGM Batterie?

Bei der AGM Batterie handelt es sich ebenfalls um eine fest verschlossene VRLA Batterie, was einen lageun­ab­hän­gigen Einbau erlaubt. Sie ist wartungsfrei und auch mit einem Überdruck­ventil ausge­stattet. Die Vlies­bat­terie ist auslauf­sicher und auch bei einer Beschä­digung kann keine Batte­rie­säure austreten, da wie der Name bereits vermuten lässt, die Batte­rie­säure in einem Vlies gebunden wird. Der große Vorteil der AGM Batterie gegenüber der Gel Batterie ist die Möglichkeit hohe Ströme entnehmen zu können. In Verbindung mit einem  leistungs­starken Wechsel­richter ist sie neben dem LiFePO4 Akku die beste Wahl. Auch das Laden der Vlies­bat­terie geht schneller, als bei der Gel Batterie. Ein spezi­elles Ladegerät ist aber auch bei diesem Batte­rietyp nötig, um eine Vollladung zu erreichen und eine Überladung zu verhindern. AGM Batterien können nicht mit einem normalen Ladegerät geladen werden.

Von der Zyklen­fes­tigkeit liegt der Blei Vlies Akku nur knapp unter der des Gel Akkus. Wie bei allen Blei Akkus kommt es auf eine gute Pflege an. Die Entla­de­tiefe sollte in der Regel 50 % nicht überschreiten. Tägliches Aufladen sorgt für ein langes Batte­rieleben.

Vorteile:

  • Auslauf­sicher,
  • rüttelfest,
  • wartungsfrei,
  • Entnahme hoher Ströme möglich,
  • auch für leistungs­starke Wechsel­richter geeignet,
  • niedrige Selbst­ent­ladung,
  • kurze Ladedauer.

Nachteile:

  • Hohes Gewicht,
  • empfind­licher bei hohen Tempe­ra­turen,
  • spezielle Ladegeräte nötig.

Gel und AGM Batterien richtig laden

Wie bereits erwähnt, ist das Laden von Gel bzw. AGM Batterien mit einem Standard­la­de­gerät, das nur einen Konstant­strom liefert, nicht zu empfehlen. Es besteht die Gefahr des Überladens, was für verschlossene Batterien wie Gel, AGM oder auch wartungs­freie Blei-Säure-Batterien auf Dauer das Ableben bedeutet. Es ist spezielle Ladetechnik nötig, um die Batterie, ihren Anfor­de­rungen entspre­chend zu laden. Ladegeräte mit Iu-Ladekenn­linie sind bedingt geeignet. Bedingt deshalb, weil sie nach Vollladung nicht abschalten und den Akku am Ende auch überladen können. Am besten nutzt man Automa­tik­la­de­geräte, welche über eine IOuO Ladekenn­linie verfügen und sich per Schalter auf den jewei­ligen Batte­rietyp einstellen lassen. So wird einer­seits eine Vollladung ermög­licht, anderer­seits ein Überladen verhindert. Nur Automatik-IOuO-Ladegeräte können dauerhaft an den Batterien betrieben werden, z. B. im Winter zur Ladungs­er­haltung oder wenn man länger am Stromnetz hängt (Camping­platz).

Batterieladegerät, Wohnmobil Batterie

Die meisten Licht­ma­schinen schaffen es nicht die Aufbau­bat­terie im Wohnmobil auf seine volle Ladung zu bringen. Abhilfe schafft hier ein sogenannter Ladebooster. Dieser verfügt ebenfalls über eine IOuO Kennlinie und ist meist für verschiedene Batte­rie­typen geeignet. Das Gleiche gilt für Solar­la­de­regler. Die neueren Modelle verfügen ebenfalls über verschiedene Kennlinien, um die Wohnmobil Batterie seiner Wahl mit genügend Saft zu versorgen.

Aber was macht eigentlich so eine IOuO-Ladekenn­linie?

Haupt­ladung

In der Haupt­la­de­phase wird die Aufbau­bat­terie mit Konstant­strom versorgt. Dabei bestimmt sie selbst, wie viel vom Ladegerät bezogen wird. Die Phase läuft, bis die Versor­gungs­bat­terie zwischen 80 und 85 % Kapazität erreicht hat.

Ausgleichs­ladung

Jetzt wird die Aufbau­bat­terie mit der Ausgleichs­ladung versorgt und vollge­laden. Dabei fließen, je nach Batte­rietyp, bis zu 14,8 V in den Bleiak­ku­mu­lator. Auch hier bestimmt die Batterie selbst, wie viel Ladestrom sie aufnimmt. Fällt der Strom unter einen bestimmten Ampere-Wert, wird die letzte Phase einge­leitet.

Erhal­tungs­ladung

Die Erhal­tungs­ladung hält die Wohnmobil Batterie auf ihrem Ladezu­stand. Diese Ladegeräte können dauerhaft an der Batterie angeschlossen bleiben.

Tempe­ra­tur­sensor

Um eine Gel- oder AGM-Batterie auch bei unter­schied­lichen Tempe­ra­turen richtig laden zu können, wird ein Sensor benötigt. Über diesen passt das Ladegerät die Spannungen je nach Batte­rie­tem­pe­ratur an. So wird im heißen Sommer die Spannung reduziert, um ein Gasen der Wohnmo­bil­bat­terie zu verhindern. Im Winter wird die Ladespannung erhöht, da sonst keine Vollladung erreicht werden würde.

Die meisten Hersteller geben als empfoh­lenen Ladestrom 10% der Akkuka­pa­zität an. Zu klein sollte das Ladegerät nicht gewählt werden, da es sonst ebenfalls zu Problemen bei der Vollladung kommen kann.

Wir nutzen folgendes Batte­rie­la­de­gerät, welches nur bei dauerhaft fehlender Solar zum Einsatz kommt:

Fraron Batte­rie­la­de­gerät 20A

 

 

LiFePO4 die alter­native Wohnmobil Batterie

Jetzt gibt es noch LiFePO4 Batterien, welche in immer mehr Wohnmo­bilen Einzug halten. Sie vereinen alle Vorteile der Bleiak­ku­mu­la­toren. LiFePO4 Akkus sind auslauf­sicher, da sie keine Batte­rie­säure enthalten. Sie sind wartungsfrei, vertragen die Entnahme von hohen Strömen und können bis auf die letzte Ampere­stunde genutzt werden. Aufgrund dessen genügt die halbe Kapazität, welche wir sonst mit einer AGM oder anderen Wohnmobil Batterie auf Bleibasis benötigen würden. Das spart richtig viel Gewicht, da LiFePO4 Zellen von Haus aus schon leichter sind, als Bleibat­terien. Zudem muss man sich keine Sorgen um Sulfa­tierung machen, da bei diesem Batte­rietyp keine Schäden durch mangelnde Vollladung zu befürchten sind. Eine niedrige Selbst­ent­ladung rundet das ganze Paket noch ab.

Aber auch hier gibt es natürlich nicht nur Vorteile geschenkt. Das einzige Manko an der LiFePO4 Batterie ist der Preis. So liegt eine 90 Ah Stunden Lithium Batterie bei über 1000,- Euro. Außerdem benötigt man spezielle Ladetechnik und ein Batte­rie­ma­nage­ment­system (BMS). Wenn man sich aller­dings die möglichen 2500 – 5000 Ladezyklen ansieht, relati­viert sich der teure Anschaf­fungs­preis.

Vorteile:

  • Auslauf­sicher,
  • rüttelfest,
  • niedriges Gewicht,
  • weniger Kapazität nötig,
  • wartungsfrei,
  • Entnahme von hohen Strömen möglich,
  • zyklenfest,
  • niedrige Selbst­ent­ladung.

Nachteile:

  • Hoher Preis,
  • spezielle Ladetechnik nötig.

Welche Wohnmobil Batterie ist die Richtige für mich?

Die Wahl der richtigen Versor­gungs­bat­terie hängt, wie bereits erwähnt, von verschie­denen Faktoren ab. Soll ein großer Wechsel­richter betrieben werden? Ist Solar auf dem Dach? Stehe ich überwiegend frei oder nutze ich täglich Camping­plätze?

Blei-Säure Batterie

Wer kein Problem hat den Säure­stand zu kontrol­lieren, nicht viel Strom verbraucht und nach einer günstigen Aufbau­bat­terie sucht, kann durchaus über eine Blei-Säure-Batterie nachdenken.


Gel-Batterie

Wenn man es gerne etwas zyklen­fester möchte und keine Lust auf Wasser nachfüllen hat, ist eine Gel Batterie vielleicht der richtige Partner. Sofern man nicht einen zu großen Wechsel­richter betreiben möchte.


LiFePO4

Wer große Unabhän­gigkeit sucht, einen sehr hohen täglichen Strom­ver­brauch hat, wie z. B. einen Backofen und selten einen Camping­platz von innen sieht, findet bestimmt an der LiFePO4 Batterie gefallen.

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Wir haben uns für eine AGM Wohnmobil Batterie entschieden

Auf unserem Wohnmobil befindet sich 300 WP Solar. Der tägliche Strom­ver­brauch liegt zwischen 20 – 30 Ah. Unser Wechsel­richter hat 1000 W, die auch ab und an abgerufen werden. Unser Fahrzeug ist gelän­de­gängig und die Batterie ist im Innenraum montiert. Darum haben wir uns gegen eine Nass-Batterie entschieden. Eine Gel Batterie haben wir zum Einen wegen unseres Wechsel­richters und zum Anderen wegen der längeren Ladezeiten aus der engeren Wahl genommen (der Preis war zu dieser Zeit auch höher als bei der AGM Batterie). Gegen LiFePO4 Batterien sprach bis jetzt der hohe Preis und unser geringer, täglicher Bedarf. Wir werden aber in naher Zukunft unsere AGM gegen ein Lipo austau­schen.


Kompro­misse muss man bei allen Wohnmobil Batterien eingehen. Eines ist auf jeden Fall Fakt, eine Starter­bat­terie ist als Versor­gungs­bat­terie ungeeignet.

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32 Kommentare

  • Servus Stefan,
    ich hab mitte 2017 einen Laika Kreos mit EZ 12/16 gekauft, nach ein paar Wochen ist mir aufge­fallen das die verbaute green power agm Wohnraum Batterie mit 100ah zusammen gebrochen ist!
    Da ich sowieso vorhatte eine PV Anlage auf’s Dach zu bauen habe ich (auch wegen der maximal möglichen Einbau­grösse) zwei 140 ah green power agm Batterien eingebaut!
    Obwohl sie nie tiefent­laden wurde gingen sie vorgestern nach 1,5 Std mit etwas Licht, Steuer­spannung für Kühlschrank und Heizung in die Knie! Die Sicher­heits­ab­schaltung schaltete ab, was ja die Tiefen­ent­ladung verhindern soll!
    Ist dir bekannt das die Batterien dieses Herstellers Probleme machen?
    Da ich schon mehrere Kollegen die diese ebenfalls eingebaut hatten die gleiche Proble­matik hatten!
    Gibt es Hersteller die bekanntlich stabile agm Batterien verkaufen?

    Gruß Klaus

    • Hallo Klaus,

      die größte Proble­matik bei Blei-Batterien, sei es Gel, AGM oder Nass, ist wenn diese überwiegend im Teilent­la­denen Zustand gehalten werden. Über kurz oder lang verhungern diese und brechen ein. Man sollte also immer über den aktuellen Ladezu­stand seiner Batterie infor­miert sein. (Batte­rie­mo­nitor ist hier das Stichwort). Man geht im Übrigen grob von einer Lebens­dauer von 2 Jahren aus. Natürlich kommt es darauf an, wie schonend die Batterie behandelt wurde. So haben wir Freunde, die seit 8 Jahren mit ihren Banner-AGMs unterwegs sind. A

      Bleibat­terien mögen gerne vollge­laden werden. Ich versuche zumindest einmal pro Woche den Akku auf 100% zu bekommen, um für eine lange Lebens­dauer zu sorgen. Notfalls über Landstrom oder einen Strom­ge­ne­rator (passendes Ladegerät voraus­ge­setzt). Eine anderer alter­native ist ein Ladebooster. Und natürlich Solar. Im Winter braucht es aber Alter­na­tiven.

      Bekannte Hersteller wären z. B. Exide, Varta, Hoppecke oder Moll. Aber auch diese brauchen regel­mäßige Volla­dungen. Am besten vergleicht man das Gewicht und den C-Wert (Wie im Beitrag beschrieben.) Mehr Gewicht bei gleicher Kapazität heißt: Hier wurde offen­sichtlich nicht am Blei gespart.

      Viele Grüße

      Stefan

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