Bat­te­rie im Wohn­mo­bil: Der große Rat­ge­ber rund um die Ver­sor­gungs­bat­te­rie

Batterie im Wohnmobil

In diesem Ratgeber findest du alle nötigen Informationen, die du zum Thema Versorgungsbatterie fürs Wohnmobil benötigst. Wir zeigen die Unterschiede von AGM, Gel, Blei-Säure und LifePO4 Akkus, welches Zubehör sinnvoll ist und welcher dieser Aufbaubatterien sich für welche Nutzung eignet. Außerdem erfährst du, wie du deine Wohnmobil Batterie laden kannst.

Wofür braucht man eine Batterie im Wohnmobil?

Wenn wir mit unserem Wohnmobil unterwegs sind, benötigen wir Strom, um unsere Wasserpumpe, Lampen, Fernseher, Notebooks oder Smartphones zu betreiben. Und nachts brauchen wir Licht, um nicht im Dunklen zu sitzen. Wenn kein Landstrom zur Verfügung steht, kommt eine sog. Versorgungsbatterie ins Spiel, welche uns meist mit 12 V Spannung versorgt. So manches moderne 230 V Gerät findet ebenfalls Einzug in unser Heim auf 4 Rädern. Abhilfe schafft in diesem Fall ein Wechselrichter, der aus unseren 12 V 230 V zaubert.

Welche Versorgungsbatterien gibt es?

Wer die Wahl hat, hat die Qual, das ist auch bei einer Bordbatterie fürs Wohnmobil der Fall. Die vier gängigsten Batterietypen, zwischen denen wir uns entscheiden können:

  • Blei-Säure-Batterie,
  • Gel Batterie
  • AGM Batterie oder einer
  • LiFePO4/Lithium Batterie.

Damit du dich in diesem ganzen Wirrwarr von vielleicht fremdartigen Begriffen zurecht findest, möchten wir dir in diesem Beitrag im Detail klären, welche Wohnmobil Batterie deinen Bedürfnissen am nächsten kommt. Damit fällt dir die Wahl sicher leichter.


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Die passende Batterie fürs Wohnmobil

Jede Batterietechnologie hat ihre Vor- und Nachteile. Auch in Bezug auf Zyklenfestigkeit und der damit verbundenen Akku Lebensdauer gibt es Unterschiede. Am Ende des Tages sollte man seine Bordbatterie den eigenen Bedürfnissen entsprechend wählen. Deswegen stellen wir dir nun die verschiedenen Technologien genauer vor.

AGM Batterie

Bei der AGM Batterie handelt es sich um eine fest verschlossene VRLA Batterie, was einen lageunabhängigen Einbau erlaubt. Sie ist wartungsfrei und mit einem Überdruckventil ausgestattet. Die Vliesbatterie ist auslaufsicher und auch bei einer Beschädigung kann keine Batteriesäure austreten, da wie der Name bereits vermuten lässt, diese in einem Vlies gebunden wird. Der große Vorteil dieser Variante gegenüber der Gel Batterie ist die Möglichkeit hohe Ströme entnehmen zu können. In Verbindung mit einem  leistungsstarken Wechselrichter ist sie neben dem LiFePO4 Akku die beste Wahl.

Ladezyklen

Das Laden der Vliesbatterie geht schneller, als bei der Gel Batterie. Allerdings ist auch hier ein spezielles Ladegerät nötig, um eine Vollladung zu erreichen und eine Überladung zu verhindern.

AGM Batterien können nicht mit einem normalen Ladegerät geladen werden.

Von der Zyklenfestigkeit liegt der Blei-Vlies-Akku nur knapp unter der des Gel Akkus. Wie überall kommt es auf eine gute Pflege an. Die Entladetiefe sollte in der Regel 50 % nicht überschreiten. Tägliches Aufladen sorgt für ein langes Batterieleben.

Verwendung im Wohnmobil

Eine AGM-Batterie ist bestens für die Nutzung im Wohnmobil geeignet. Sie verträgt hohe Lade- und Entladeströme, kann im Innenraum montiert werden und hat eine gute Zyklenfestigkeit. Sie ist rüttelfest und ist auch bestens für den Einsatz in Geländefahrzeugen geeignet. Im Gegensatz zu Gel-Batterien haben AGM-Batterien eine kürzere Ladezeit. Sie sind Wartungsfrei und können nicht auslaufen.

Gel Batterie

Es handelt sich auch hier um eine VRLA Batterie. VRLA steht für “ventilgeregelte Blei-Säure-Batterie”. Das Elektrolyt wird durch Kieselsäure eingedickt und ist gelförmig. Sie ist komplett verschlossen und wartungsfrei, hat aber ein Überdruckventil. Bei zu hohen Ladeströmen kann über dieses Überdruckventil Gas entweichen, um ein Explodieren der Versorgungsbatterie zu verhindern. Darum ist es bei Blei Gel Akkus besonders wichtig, ein passendes Ladegerät zu benutzen. Ein mal entwichene Flüssigkeit kann nicht ersetzt werden.

Der Nachteil dieser Technologie ist ein höherer Innenwiderstand, welcher durch das Gel verursacht wird. Eine Entnahme von hohen Strömen wird verhindert, bzw. verkürzt die Akku Lebensdauer. Für den Betrieb mit großen Wechselrichtern ist eine Gel Batterie darum nur bedingt geeignet. Auch eine Vollladung  dauert im Vergleich zur Nassbatterie oder AGM Batterie länger.

Ladezyklen

Für eine Gel Batterien werden je nach Hersteller zwischen 400 – 600 Ladezyklen angegeben. Auch hier spielt der schonende Umgang eine große Rolle. Wie bereits erwähnt, ist ein spezielles Ladegerät mit IUoU Ladekennlinie für diesen Batterietyp erforderlich, um eine Vollladung zu erreichen. Ein normales Ladegerät für Blei-Säure-Batterien reicht nicht aus. Ein frühzeitiges Ableben ist die Folge. Auch der Gel Batterie sollen im Regelfall nicht mehr als 50 % ihrer Kapazität entnommen werden.

Nutzung im Wohnmobil

Gel-Batterien sind ebenfalls für den Einsatz im Wohnmobil geeignet. Sie sind wartungsfrei, rüttelfest und können nicht auslaufen. Allerdings vertragen sie nicht so hohe Lade- und Entladeströme, was eine länger Ladezeit zur Folge hat. Wenn man damit Leben kann, wird man mit einer sehr hohen Zyklenzahl und Langlebigkeit belohnt. Für größere Wechselrichter ist die Gel-Batterie nicht geeignet.

AGM und Gel Batterien richtig laden

Wie bereits erwähnt, ist das Laden von Gel bzw. AGM Batterien mit einem Standard-Ladegerät nicht zu empfehlen. Es ist spezielle Ladetechnik nötig, um sie ihren Anforderungen entsprechend zu laden. Geeignete Ladegeräte verfügen über eine sogenannte IOuO Ladekennlinie, die sich meist per Schalter auf den jeweiligen Batterietyp einstellen lässt. So wird einerseits eine Vollladung ermöglicht, andererseits ein Überladen verhindert.

Aber was macht eigentlich so eine Ladekennlinie?

Hauptladung

In der Hauptladephase wird die Aufbaubatterie mit Konstantstrom versorgt. Dabei bestimmt sie selbst, wie viel vom Ladegerät bezogen wird. Die Phase läuft, bis die Versorgungsbatterie zwischen 80 und 85 % Kapazität erreicht hat.

Ausgleichsladung

Jetzt wird die Aufbaubatterie mit der Ausgleichsladung versorgt und vollgeladen. Dabei fließen, je nach Batterietyp, bis zu 14,8 V in den Bleiakkumulator. Auch hier bestimmt der Akku selbst, wie viel Ladestrom er aufnimmt. Fällt der Strom unter einen bestimmten Ampere-Wert, wird die letzte Phase eingeleitet.

Erhaltungsladung

Die Erhaltungsladung hält die Wohnmobil Batterie auf ihrem Ladezustand.

Blei-Säure Batterie

Vom Aufbau ähnelt dieser Typ den gängigen Starterbatterien. Es werden aber dickere Bleiplatten verwendet, was zu einer höheren Zyklenfestigkeit führt. In der Batterie befindet sich Batteriesäure in flüssiger Form.

Blei-Säure-Batterien werden vor dem Verkauf meist trocken gelagert. Das bedeutet, dass erst kurz vor dem Einbau Batteriesäure eingefüllt wird. Das macht eine längere Lagerung beim Händler möglich, ohne dass sie vorzeitig altert. Nach dem Befüllen sollte man die Wohnmobil Batterie mit einem Ladegerät auf 100 % laden. Batteriesäure ist in ihrer Handhabung nicht ganz ungefährlich, da sie aus 30 – 35 prozentiger Schwefelsäure besteht. Wenn man mit Batteriesäure arbeitet, sollten grundsätzlich Handschuhe und eine Brille getragen werden.

Das Ausgasen der Blei-Säure-Batterie macht einen Entlüftungsschlauch nötig. Beim Laden kann sogenanntes “Knallgas” entstehen, welches hoch entzündlich ist. Dieses Gas muss durch den Entlüftungsschlauch aus dem Fahrzeug geleitet werden.

Sie sind nicht auslaufsicher. Das bedeutet, dass bei Schräglage unkontrolliert Batteriesäure austreten kann. Darum bietet sich eine Säurewanne an, um beim Auslaufen von Batteriesäure den Schaden möglichst gering zu halten.

Destilliertes Wasser nachfüllen

Blei-Säure-Batterien sind meist nicht wartungsfrei. Beim Laden oder hohen Außentemperaturen verdunstet der Wasseranteil in der Batterie. Es muss regelmäßig der Säurestand kontrolliert und mit destilliertem Wasser ergänzt werden. Dafür sind an der Blei-Säure-Batterie Schraubverschlüsse vorhanden. Die Batteriesäure sollte bis zur Markierung gefüllt sein und die Bleiplatten müssen vollständig bedeckt sein. Es gibt auch wartungsfreie Varianten ohne eine Möglichkeit Wasser nachzufüllen. Ich persönlich halte das nur bedingt für sinnvoll, da auch diese wartungsfreien Batterien ein gewisses Maß an Flüssigkeit verlieren. Diese Wartungsfreiheit nimmt mir quasi die Möglichkeit mich um die Blei-Säure-Batterie zu kümmern und am Ende stirbt sie wegen Wassermangel.

Blei-Säure Batterie laden

Die Lebensdauer von Blei-Säure-Batterien wird meist zwischen 300 – 500 Ladezyklen angegeben. Voraussetzung ist zum Einen die richtige Beladung und das Vermeiden von Tiefentladungen. Idealerweise ergänzt man die entnommene Kapazität täglich mit einem handelsüblichen Ladegerät oder einer Solaranlage.

Die meisten Ladegeräte für Gel- oder AGM-Batterien sind auch für Nassbatterien geeignet.

Fürs Wohnmobil geeignet?

Wer kein Problem hat den Säurestand zu kontrollieren, nicht viel Strom verbraucht und nach einer günstigen Aufbaubatterie sucht, kann durchaus über eine Blei-Säure-Batterie nachdenken. Allerdings darf man sie nicht im Innenraum nutzen, weswegen nur eine Installation getrennt vom Wohnraum infrage kommt. Außer man leitet die Gase, die beim Laden entstehen, nach draußen.


Lithium/LifePO4 Batterie

Jetzt gibt es noch LiFePO4 Batterien, welche in immer mehr Wohnmobilen Einzug halten. Lithium-Batterien sind auslaufsicher, da sie keine Batteriesäure enthalten. Sie sind wartungsfrei, vertragen die Entnahme von hohen Strömen und können bis auf die letzte Amperestunde genutzt werden. Aufgrund dessen genügt die halbe Kapazität, welche wir sonst mit einer AGM oder anderen Wohnmobil Batterie auf Bleibasis benötigen würden.

Das spart richtig viel Gewicht, da LiFePO4 Zellen von Haus aus schon leichter sind, als Bleibatterien. Zudem muss man sich keine Sorgen um Sulfatierung machen, da bei diesem Batterietyp keine Schäden durch mangelnde Vollladung zu befürchten sind. Eine niedrige Selbstentladung rundet das ganze Paket noch ab.

LifePO4 Akku laden

Man benötigt spezielle Ladetechnik und ein Batterie-Managementsystem (BMS). Wenn man sich allerdings die möglichen 2500 – 5000 Ladezyklen ansieht, relativiert sich der teure Anschaffungspreis. Bei einigen Lipos ist das BMS auch schon im Batteriegehäuse integriert, was den Austausch oder die Montage sehr vereinfacht.

Lithium/LifePO4 Batterie beim Camping

Wer große Unabhängigkeit sucht, einen sehr hohen täglichen Stromverbrauch hat, wie z. B. einen Backofen und selten einen Campingplatz von innen sieht, findet bestimmt an der LiFePO4 Batterie gefallen. Sie ist rüttelfest, wartungsfrei und verträgt hohe Lade- und Entladeströme. Dazu kann sie viel schneller geladen werden als eine Bleibatterie. Weitere Infos zur Lithium-Batterie findest du in unserem Blogbeitrag.


Strom satt mit einer passenden Lithium-Batterie.

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AGM, Gel, Blei-Säure und LifePO4 im direkten Vergleich

Hier möchten wir die verschiedenen Batterietypen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen noch ein Mal direkt vergleichen:

VorteileNachteile
AGM Batterie
  • Auslaufsicher,
  • rüttelfest,
  • wartungsfrei,
  • Entnahme hoher Ströme möglich,
  • auch für leistungsstarke Wechselrichter geeignet,
  • geringe Selbstentladung,
  • kurze Ladedauer.
  • Hohes Gewicht,
  • empfindlicher bei hohen Temperaturen,
  • spezielle Ladegeräte nötig.
Gel Batterie
  • Auslaufsicher,
  • wartungsfrei,
  • zyklenfest,
  • rüttelfest,
  • geringe Selbstentladung.
  • Hohes Gewicht,
  • für tägliche Nutzung mit leistungsstarken Wechselrichter eher ungeeignet,
  • längere Ladedauer,
  • spezielle Ladegeräte nötig,
  • empfindlich bei Kälte.
Blei-Säure-Batterie
  • Günstiger Preis,
  • einfache Ladetechnik,
  • unempfindlicher bei Überladung (ggf. destilliertes Wasser nachfüllen).
  • Nicht auslaufsicher,
  • geringere Lebenserwartung,
  • Säurestand muss regelmäßig kontrolliert werden,
  • hohes Gewicht,
  • hohe Selbstentladung,
  • mit größerem Wechselrichter nur bedingt nutzbar,
  • nicht rüttelfest.
 LifePO4 Batterie
  • Auslaufsicher,
  • rüttelfest,
  • niedriges Gewicht,
  • weniger Kapazität nötig,
  • wartungsfrei,
  • Entnahme von hohen Strömen möglich,
  • zyklenfest,
  • sehr geringe Selbstentladung.
  • Hoher Preis,
  • spezielle Ladetechnik nötig.

Neben den hier aufgelisteten Vor- und Nachteilen sollte man auch die folgenden zwei Punkte bei der Wahl mit einfließen lassen.

Zyklenfeste Batterie für längere Akku Lebensdauer

Egal für welche Wohnmobil Batterie man sich entscheidet, das Laden bzw. Entladen sorgt für Verschleiß. Die Hersteller geben als Akku Lebensdauer ihrer Batterien eine bestimmte Anzahl an Ladezyklen in Verbindung mit dem sogenannten DoD Wert an (DoD steht für tiefste Entladung, z. B. 50%). Jeder Hersteller kocht hier allerdings sein eigenes Süppchen, warum sich diese Werte nur schlecht miteinander vergleichen lassen.

Während Hersteller A einen DoD Wert von 50 % angibt, spricht Hersteller B von 30%.  Da wir in der Praxis mal mehr oder auch weniger Kapazität entnehmen, ist dies nur ein grober Richtwert. Die Aufbaubatterien in ihrem Gewicht zu vergleichen ist da meist zuverlässiger. Blei ist der wichtigste, aber auch teuerste Werkstoff bei der Produktion von Bleiakkumulatoren. So spricht das höhere Gewicht im Vergleich von zwei Versorgungsbatterien mit der gleichen Kapazität (Ah) für mehr Qualität, da offensichtlich mehr Blei verbaut wurde.

Was bedeuten Angaben wie C1, C5, C10 oder C20?

Da bei steigender Stromentnahme die verfügbare Kapazität einer Bleibatterie sinkt, gibt es noch die Kenngröße, bzw. Bezugszeit C1, C5, C10 … C100. Wenn auf einem Bleiakkumulator 100 Ah (C20) vermerkt ist, können wir theoretisch 20 Stunden lang 5 A entnehmen (100 Ah / C20) und haben die 100 Ah zur Verfügung (C5 = 5 Stunden, C1 = 1 Stunde, C10 = 10 Stunden usw.). Dementsprechend kommt man auf die stündlich verfügbaren Ampere, wenn man die Ah Stunden der Batterie durch den Wert teilt, der bei der Bezugszeit C angegeben ist.

Wenn man seiner Versorgungsbatterie in einer kürzeren Zeit, als der auf der Batterie angegebenen Bezugszeit (C5, C10 C100), die Kapazität entnimmt, sind die entnehmbaren Amperestunden geringer, als angegeben. Findige Hersteller nutzen diese Kennzahl, um ihren Batterien optisch eine höhere Kapazität zu verpassen. Ein Bleiakkumulator mit 80 Ah (C100) hat also deutlich weniger reale Kapazität, als ein 80 Ah (C20) Akku, außer man entnimmt nicht mehr als 0,8 A pro Stunde aus seiner Batterie.

Bei einem Kauf sollte man unbedingt auf diese Kennzahl achten.

Wohnmobil Batterie FAQ

Kann ich eine Starterbatterie als Versorgungsbatterie verwenden?

In unseren Wohnmobilen sind mindestens 2 Batterientypen verbaut, denen unterschiedliche Aufgaben zugeteilt sind. Einerseits gibt es eine Starterbatterie, die unseren Motor zum Laufen bringt. Andererseits die Aufbau- oder Versorgungsbatterie, welche unseren Wohnmobilaufbau mit Strom versorgt. Theoretisch könnte man eine Starterbatterie als Versorgungsbatterie verwenden, allerdings erfährst du nun, warum man das besser nicht tun sollte.

Starterbatterie

Beim Starten des Motors muss die Starterbatterie einen hohen Strom liefern. Je nach Motortyp werden kurzfristig zwischen mehreren 100 und 1000 Ampere Strom benötigt. Sobald der Motor läuft, übernimmt die Lichtmaschine die Stromversorgung der Verbraucher, wie z. B. Licht, Heizung, Scheibenwischer und Bordelektronik. Zeitgleich wird die Starterbatterie wieder voll aufgeladen, was in etwa 5 – 10 Minuten Fahrbetrieb erfordert. Jetzt kann für den nächsten Startvorgang wieder ein hoher Strom aus dem Akku entnommen werden.

Damit eine Batterie hohe Ströme abgeben kann, müssen die Bleiplatten innerhalb der Starterbatterie eine große Oberfläche aufweisen. Das Ganze wird durch viele dünnere Bleiplatten realisiert. Aufgrund der dünnen Platten sind Starterbatterien aber nicht für eine ständige Stromentnahme geeignet. Sie vertragen eine tiefe Entladung nur sehr schlecht und werden bei der Nutzung als Versorgungsbatterie keine allzu hohe Akku Lebensdauer haben.

Versorgungsbatterie

Wie der Name schon sagt, werden Versorgungsbatterien im Wohnmobil dazu genutzt, über einen längeren Zeitraum gespeicherte Energie abzugeben. Sie haben dickere Platten, neigen weniger zur Sulfatierung und vertragen Entladungen bis zu 50 %. Einschränkungen gibt es bei der Entnahme von hohen Strömen. Aufgrund der kleineren Oberfläche eignen sich Versorgungsbatterien nicht als Starterbatterien. Es gibt ein paar Ausnahmen, wie z. B. unsere Exide Dual AGM.

Welche Batterie für die Solaranlage auf dem Wohnmobil?
Welche Batterie du mit deiner Solaranlage auf dem Wohnmobil verwendest solltest, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wie viel Geld willst du ausgeben? Wie hoch ist die benötigte Kapazität? Wenn Geld keine Rolle spielt würden wir uns heute eine LifePO4 Batterie einbauen.

Wovon hängt die Akku Lebensdauer ab und lässt sie sich beeinflussen?

Die Akku Lebensdauer einer Aufbaubatterie hängt von unserer Behandlung ab. Laden wir die Versorgungsbatterie regelmäßig voll und vermeiden wir Tiefenentladungen, wird unsere Batterie die angegebenen Ladezyklen meist erreichen. Laden wir die Batterie nicht regelmäßig oder lassen wir sie entladen über Tage oder Wochen stehen, kann sie vorzeitig altern und kaputt gehen.

Durch die anhaltende Entladung entstehen vermehrt Sulfatkristalle an den Bleiplatten. Die Kapazität und Leistungsfähigkeit der Aufbaubatterie nimmt ab. Beim Fahrbetrieb können sich diese Sulfatkristalle lösen und am Boden der Aufbaubatterie sammeln. Nehmen diese Ablagerungen am Boden überhand, verursachen sie einen Kurzschluss, was den Batterietod bedeutet.

Gel- und Vliesbatterien sind für Kurzschlüsse nicht so anfällig, wie Nass Batterien, da ein Herunterfallen der Sulfatkristalle durch das Vlies bzw. Gel verhindert wird. Man spricht von erhöhter Rüttelfestigkeit bei diesen Bleiakkus. Sie können aber trotzdem  durch eine starke Sulfatierung an Kapazität verlieren. Das geht nicht von heute auf morgen, aber je öfter und länger ich meine Versorgungsbatterie im ungeladenen Zustand belasse, umso stärker schreitet der Prozess voran. Wenn wir unsere Aufbaubatterie tiefenentladen stehen lassen, können auch ein paar Tage genügen und die Versorgungsbatterie quittiert ihren Dienst.

Laden wir unsere Wohnmobil Batterie täglich voll, hat sie eine deutlich längere Lebenserwartung, als ein Akku, der nur alle paar Tage oder Wochen halbherzig an einem Ladegerät hängt.

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48 Kommentare

  • Hallo Thomas,

    am Ende kommt es auf die Lade­span­nun­gen an. Ich gehe davon aus, dass die Blei-Säure-Ein­stel­lung für die AGM (14,4V) passt. Bitte prüfe aber unbe­dingt das Daten­blatt der Bat­te­rie. Es gibt auch AGM welche mit bis 14,8V gela­den werden müssen. Glei­ches gilt natür­lich auch für den EBL. In den Anlei­tun­gen fin­dest du Infos zu den jewei­li­gen Lade­span­nun­gen bei den ver­schie­de­nen Ein­stel­lun­gen.

    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo, dein Arti­kel über die ver­schie­de­nen Akku­ty­pen und die Erklä­rung ein­fach sen­sa­tio­nell. Respekt. Den­noch habe ich eine Frage. In meinem Wohn­mo­bil habe ich für die Strom­ver­sor­gung und Bat­te­rie­la­dung einen Elek­tro­block EBL220 von Schaudt ver­baut. Auf dem Block gibt es die Mög­lich­keit zwi­schen Blei Gel und Blei Säure Bat­te­rien zu wählen. Es geht hier­bei um die Lade­kenn­li­nie. Blei Gel Bat­te­rie ist ein­fach. Schal­ter in der Stel­lung Blei Gel um die IUoU Kenn­li­nie zu haben. Ich möchte jetzt aber eine AGM Bat­te­rie ver­bau­en. AGM ist aber eine Blei Säure Bat­te­rie mit dem Unter­schied dass die Säure im Flies gehal­ten wird. Stelle ich den Schal­ter für die Ladung auf Blei Gel oder Blei Säure bei einer AGM Bat­te­rie?

  • Hallo Noah,

    Meist ver­tra­gen Bat­te­rien mit grö­ße­rer Kapa­zi­tät auch höhere Ströme. Am Ende kommt es aber darauf an, was der Bat­te­rie­her­stel­ler für maxi­ma­le Ent­la­de­strä­me im Daten­blatt angibt.

    Viele Grüße
    Stefan

  • Danke für die Infos, aber es bleibt offen, was ein “grö­ße­rer Wech­sel­rich­ter” ist? Grenze 1000W? Wahr­schein­lich ver­trägt aber eine 50Ah Gel-Bat­te­rie weni­ger hohe Ströme als eine 200Ah Gel-Bat­te­rie, oder? Wo finde ich denn Anga­ben über die maxi­ma­len Ent­nah­m­e­strö­me? Vielen Dank!

  • Hallo Holger, man sollte, wenn man zwei Ver­sor­gungs­bat­te­rien ein­bau­en möchte, im Ide­al­fall welche mit selbem Alter und selber Kapa­zi­tät ver­wen­den. Auch der Bat­te­rie­typ sollte iden­tisch sein. Baust du eine neue AGM-Bat­te­rie zu einer bereits älte­ren, dann würde die alte Bat­te­rie die neue stär­ker belas­ten, was zu einem vor­zei­ti­gen Ver­schleiß führen kann. Des­we­gen würden wir davon eher abra­ten. Viele Grüße, Robby

  • Wir haben 2 ver­sor­gungs­bat­te­rien im Womo (Agm) beide 105 Ah. Eine ist defekt. Können wir jetzt auch eine 120Ah Bat­te­rie ein­bau­en. Also 1×105 und 1x 120. Vielen Dank

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