Marokko mit dem Wohnmobil, Erfah­rungen und Reise­tipps

Marokko mit dem Wohnmobil

Im Winter waren wir knapp 3 Monate in Marokko mit dem Wohnmobil unterwegs. Dabei konnten wir jede Menge Erfah­rungen sammeln und geben dir in diesem Beitrag wichtige Infos für deine eigene Wohnmo­bil­reise nach Marokko.

Reise­infor­ma­tionen Marokko

Zuerst wollen wir dir allge­meine Infos über dieses Land geben. Deswegen erklären wir dir hier, wie das Klima in Marokko ist, welches die beste Reisezeit ist und wo Marokko überhaupt liegt.

Wo ist Marokko?

Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und bildet mit Algerien und Tunesien die sogenannten Mahgreb-Staaten. Es hat 1/4 der Größe Deutsch­lands und ist ungefähr 2500 km entfernt. Das sind Marokko’s Bundes­länder:

  • Rabat-Salé-Kénitra
  • Marrakesh-Safi
  • Guelmim-Oued Noun
  • Oriental
  • Béni Mellal-Khénifra
  • Drâa-Tafilalet
  • Laâyoune-Sakia El Hamra
  • Fès-Meknès
  • Casablanca-Settat
  • Souss-Massa

Rabat ist die Haupt­stadt Marokkos und befindet sich zwischen Tanger und Casablanca an der Westküste.

Marokko mit dem Wohnmobil

Wetter, Reisezeit und Klima in Marokko

Marokko hat unter­schied­liche Klima­zonen, dementspre­chend kann man auch keine pauschale Aussage über Wetter, Reisezeit und Klima treffen. Doch wir haben trotzdem Tipps für euch, wann ihr am besten wohin reisen solltet.

Klima und Wetter in Marokko

Man kann Marokko in zwei Teile einteilen, was das Klima betrifft. Der Nordwesten hat mediter­ranes, der Süden hingegen ein durch die Sahara beein­flusstes Klima. Das Atlas­ge­birge fungiert als Klima­g­renze und in den marok­ka­ni­schen Gebirgen herrscht Gebirgs­klima.

Im nördlichen Teil Marokkos, also an der Nordküste und im Rif Gebirge sind die Winter kälter und es hat verhält­nis­mäßig viel Nieder­schläge. Aller­dings gibt es auch hier nur selten Schnee und die Winter sind relativ mild.

Im Süden sind die Sommer heiß und die Winter mild. Jedoch kann es trotzdem ziemlich kalt werden. Je nach Reiseort unter­scheidet sich auch die empfohlene Reisezeit.

Reisezeit Marokko

Wenn du ins Landes­innere reisen möchtest, solltest du die Sommer­monate meiden. Hier wird es mit bis zu 45 °C zu warm. Dementspre­chend kann man hier die Reise­monate März bis Mai und Oktober bis November empfehlen.

Im Nordwesten ist die beste Reisezeit April bis November. Dort hat es norma­ler­weise angenehme 28 °C. Perfekt für Unter­neh­mungen oder den Badeurlaub am Strand.

Marokko mit dem Wohnmobil

Welche Sprache spricht man in Marokko?

Marokkos Staats­sprache ist Arabisch. Aller­dings unter­scheidet sich diese vom klassi­schen Arabisch. Aber auch auf Franzö­sisch kann man sich gut verstän­digen, gerade in öffent­lichen Bereichen. Aller­dings kommt man in kleinen Läden oder Dörfern mit Arabisch weiter, als mit Franzö­sisch. Außerdem werden noch diverse Berber­dia­lekte gesprochen, die aber mit dem Arabisch nichts mehr gemein haben.

In touris­ti­schen Gebieten kommt man manchmal auch mit Englisch weiter. Viele der Marok­kaner, die im Touris­mus­be­reich arbeiten, sprechen ab und an auch ein paar Brocken Deutsch.

Zeitver­schiebung in Marokko

Welche Zeitver­schiebung gibt es eigentlich im Vergleich zu Deutschland? Marokko liegt im selben Bereich, wie beispiels­weise Lissabon. Dementspre­chend werden die Uhren eine Stunde zurück gestellt. Ist es in Deutschland also 17.00 Uhr, so ist es in Marokko erst 16.00 Uhr. Aller­dings ist die Zeitver­schiebung in Marokko nicht so gravierend und man muss nicht mit einem Jetlag rechnen.

Fähre nach Marokko

Es ist ganz einfach, vom europäi­schen Festland mit der Fähre nach Marokko zu gelangen. Dabei musst du nicht zwingend von Spanien aus fahren. Wir zeigen dir genau, von welchen Häfen aus du von Spanien nach Marokko kommst und was die Überfahrt kostet.

Fähre Spanien – Marokko

Du hast die Möglichkeit von Spanien mit der Fähre nach Marokko überzu­setzen. Dabei gibt es verschiedene Möglich­keiten.

  • Algeciras – Ceuta
  • Algeciras – Tanger Med
  • Gibraltar – Tanger Med
  • Tarifa – Tanger
  • Motril – Melilla
  • Motril – Al Hoceima
  • Motril – Nador
  • Almeria – Nador
  • Almeria – Melilla
  • Almeria – Ghazaouet
  • Almeria – Oran
  • Barcelona – Tanger Med
  • Barcelona – Nador

Aller­dings gibt es auch die Möglichkeit von Italien, Gibraltar und Frank­reich aus mit der Fähre Marokko zu erreichen. Die genauen Fahrpläne und Möglich­keiten gibt es auf der Seite von Direc­t­ferries.

Was kostet die Überfahrt nach Marokko?

Wir haben die Überfahrt von Algeciras nach Ceuta gewählt. Für Hin- und Rückfahrt haben wir zusammen knapp 200 Euro bezahlt. Die Tickets haben wir bei Carlos in Algeciras (Koordi­naten: 36°10’45″N, -5°26’28″W) besorgt. Bereits am nächsten Tag befanden wir uns auf dem Weg nach Afrika. Aller­dings würden wir diese Fährver­bindung, aufgrund einer nerven­auf­rei­benden Ausreise, nicht mehr wählen.

Wir empfehlen die Ein- und Ausreise über Tanger Med oder Tanger Stadt.

Mit dem Wohnmobil nach Marokko – Einreise

Wer mit dem Wohnmobil nach Marokko fährt, fragt sich natürlich, welche Dokumente man für die Einreise benötigt. Folgende Dinge solltest du im Camper dabei­haben:

  • Reisepass
  • Führerschein+Internationaler Führer­schein
  • Fahrzeugschein+Internationaler Fahrzeug­schein
  • Fiche (Download der Vorlage bei Klick auf den Link)
  • Grüne Versi­che­rungs­karte (alter­nativ KFZ Versi­cherung an der Grenze)

Wir empfehlen auf jeden Fall das Mitnehmen eines inter­na­tio­nalen Führer­scheins und Fahrzeug­scheins. Die kannst du ganz einfach bei deinem Landratsamt o. ä. beantragen.

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Ein Fiche ist nicht zwingend Pflicht, aber es erleichtert dir vieles. Es handelt sich dabei um ein Dokument, in dem du einfach deine wichtigsten, persön­lichen Daten und die Daten zu deinem Fahrzeug eintragen kannst. Am besten druckst du dir ein paar davon aus und nimmst sie mit. So kannst du sie bei Polizei- oder Militär­kon­trollen einfach abgeben und musst nicht jedes Mal ein Formular ausfüllen. Wir fanden das bei unserer Reise durch Marokko mit dem Wohnmobil total praktisch. Aller­dings ist es kein Muss.

Marokko mit dem Wohnmobil

Marokko Visum

Die Aufent­halts­er­laubnis bekommst du bei der Einreise direkt an der Grenze. Gültig ist sie für 3 Monate und für dein Fahrzeug 6 Monate. Wenn du länger dort bleiben möchtest, dann kannst du sie auf unter­schied­liche Art und Weise verlängern lassen. Auf der einen Seite kannst du ausreisen und dann wieder einreisen. Oder Alter­nativ fährst du nach Laayoune und lässt dein Marokko Visum dort verlängern. Die Kollegen vom Blog „Kasten­inblau“ haben dazu einen tollen Beitrag geschrieben, wie die Verlän­gerung der Aufent­halts­ge­neh­migung in Laayoune funktio­niert.

Einrei­se­be­stim­mungen Marokko Hund

Die Einreise mit Hund nach Marokko ist kein Problem. Aller­dings sollte man beachten, alle wichtigen Nachweise dabei zu haben. Bei der Einreise nach Marokko hat sich keiner für unseren Hund inter­es­siert. Aller­dings wurden bei der Wieder­ein­reise nach Europa unsere Papiere verlangt. Unbedingt dabei haben solltest du:

  • Heimtier­ausweis,
  • alle wichtigen Impfungen, wie du in unserem Beitrag Reisen mit Hund nachlesen kann,
  • einen Tollwut-Titer-Nachweis.

Im Norden gibt es in den großen Super­märkten normales Hunde­futter zu kaufen. Aller­dings ist es im Süden, da wo es kaum noch Super­märkte gibt, unmöglich an Futter zu gelangen. Wir haben unsere Hündin dann einfach bekocht. Fleisch gab es beim Metzger, dazu ein paar Nudeln oder Reis und Gemüse. Das Ganze haben wir einfach einge­kocht und es hat oft für 3 – 4 Tage gereicht.

Marokko mit dem Wohnmobil

Die Marok­kaner sind Hunden gegenüber meist sehr vorsichtig und eher zurück­haltend. Oftmals sind sie ausge­wichen, wenn wir mit unserer Hündin unterwegs waren. Probleme mit Straßen­hunden hatten wir keine. Diese sind meist sehr scheu und weichen eher aus, als aggressiv nach vorne zu gehen.

Bei der Reise in die Wüste sollte man die Pfoten seines Hundes im Blick haben. Oft liegen dort stachlige Pflan­zen­kugeln oder Pflan­zen­reste mit großen Stacheln auf dem Boden. Wenn der Hund plötzlich humpelt, könnte das die Ursache sein.

Geld/Finanzen

In Marokko wird mit sog. marok­ka­ni­schen Dirham bezahlt. Im Juni 2017 bekommt man 11,012 Dirham für 1 Euro. Wir empfehlen, gerade bei der Einreise mit dem Wohnmobil nach Marokko schon genug Bargeld dabei zu haben. Direkt nach der Grenze in Ceuta gab es einen Bankau­to­maten, doch dieser funktio­nierte leider nicht. Zum Glück konnte ein Freund aushelfen, sonst hätten wir blöd aus der Wäsche geschaut.

Im Norden Marokkos ist Karten­zahlung in größeren Geschäften oft kein Problem. Sobald man aber in die südli­cheren Gebiete kommt, ist meist nur Bargeld das Mittel Wahl. Dementspre­chend empfehlen wir, auch während der Reise immer genug Bargeld einstecken zu haben. Kaputte Geldau­to­maten waren auch im Süden keine Seltenheit. Dementspre­chend sollte man nicht zu knapp kalku­lieren.

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Wir konnten an den Geldau­to­maten maximal 2000 MAD (ca. 181 Euro) pro Tag abheben.

Marokko mit dem Wohnmobil

Marokko Sicherheit

Eine Frage, die wir oft gestellt bekommen haben, wie es denn mit der Sicherheit in Marokko aussehen würde und ob es nicht zu gefährlich wäre. Wir wollen dir deswegen einen kleinen Einblick geben, wie sicher Marokko in unseren Augen ist.

Marokko Urlaub gefährlich?

Wir hatten in unserer Zeit in Marokko kein einziges Mal das Gefühl von Unsicherheit. Dabei war es ganz egal, ob wir in Städten, wie Fes waren oder an der algeri­schen Grenze entlang durch die Wüste gefahren sind.

Es wird seitens des Landes ein großer Aufwand betrieben, dass die Touristen sicher sind. Es gibt jede Menge Polizei- und Militär­kon­trollen, selbst in den entle­gensten Wüsten­ge­bieten. Du kannst dir jedoch vor deiner Reise immer die aktuellsten Infor­ma­tionen und eventuelle Reise­war­nungen beim Auswär­tigen Amt ansehen.

Und wie sieht es mit Diebstählen aus? Auch hier mussten wir keine negativen Erfah­rungen machen. Aller­dings ist es durchaus empfeh­lenswert keine Wertge­gen­stände o. ä. sichtbar im Wohnmobil liegen zu lassen.

Marokko mit dem Wohnmobil

Polizei- und Militär­kon­trollen – ganz normal

Man sollte nicht erschrecken, wenn man immer wieder Polizei­kon­trollen sieht. Im Süden haben wir diese bei nahezu jeder Stadt erlebt und als Touristen wurden wir meist durch­ge­wunken. Aller­dings gibt es auch hier eine Kleinigkeit zu beachten.

Es gibt vor jeder Kontrolle ein Schild, das auf die Polizei­kon­trolle hinweist. Danach kommt noch ein Schild, auf dem „Halte“ steht. Bei diesem Schild unbedingt stehen bleiben und darauf warten, dass der Polizist einen zu sich winkt. Bei Nicht­be­achtung darf man sonst gerne mal eine Strafe bezahlen.

Unser Kontakt mit der Polizei war immer super­freundlich. Die Polizisten waren sehr hilfs­bereit und lediglich ein Mal mussten wir unsere Reise­pässe vorzeigen.

Wie haben wir die Marok­kaner erlebt?

Wir haben die Marok­kaner als sehr hilfs­bereit und freundlich erlebt. Man muss jedoch bedenken, dass viele Menschen dort nicht gerade viel haben. Touristen, die sich das Reisen leisten können, sind aus Sicht der Menschen dort sehr wohlhabend.

Viele bringen kleinere Geschenke mit ins Land, um sie dann beispiels­weise an Kinder zu verteilen. Dementspre­chend erlebt man immer wieder, dass Kinder an der Straße stehen und mit eindeu­tigen Gesten, um Geld oder kleine Geschenke betteln. Und gerade in den großen Städten ist es durchaus normal, dass man angesprochen wird. Oft wird versucht, einen von einem Besuch im Teppich­laden des Cousins oder Bruder zu überzeugen.

Trotz allem haben wir uns nie belästigt gefühlt oder übermäßig aufdring­liche Marok­kaner erlebt. Bei Interesse haben wir uns etwas zeigen lassen und bei Desin­teresse war ein klares Nein immer ausrei­chend. Oft wird die Frage gestellt, ob man das erste Mal in Marokko ist. Wir empfehlen das, egal wie die Tatsachen sind, mit einem Nein zu beant­worten. Damit wissen die Marok­kaner, dass man weiß, wie es läuft, und versuchen es oft gar nicht erst weiter.

Marok­ka­ni­scher Verkehr

Wir haben die Marok­kaner als nicht übermäßig chaotische Autofahrer kennen­ge­lernt. Aller­dings kann es gerade in Städten durchaus ein wenig anstrengend sein. Neben Autos und Lkws sind oft auch Mofas, Fahrräder, Eselkarren, Fußgänger und Tiere auf den Straßen unterwegs.

Solltest du beim Fahren plötzlich angehupt werden, passiert dies meistens in Kombi­nation mit einem Überhol­vorgang. Dies soll lediglich signa­li­sieren, dass du überholt wirst.

Marokko mit dem Wohnmobil

Einkaufen/Lebensmittel

Im Norden von Marokko gibt es ganz normale Super­märkte, wie man sie auch bei uns kennt. Große Super­markt­ketten sind z. B. Marjane oder Carrefour. Im Süden findet man diese nur noch selten in großen Städten. Dort gibt es dann kleine Läden, in denen man jedoch auch alles bekommt. Man steht dann vor einer Theke und sagt dem Besitzer, was man braucht. Dinge wie Nudeln, Reis, Couscous bekommt man dann oft aus großen Säcken abgewogen.

Das Einkaufen in kleinen Läden oder auf dem Markt ist gerade bei Obst und Gemüse günstiger, als wenn man es in den Super­märkten kauft. Obst und Gemüse sind im Allge­meinen sehr günstig. Das Gleiche gilt für einhei­mische Gewürze. Conve­nience-Food und bekannte Marken, wie Nestle, Coca Cola usw. sind verhält­nis­mäßig sehr teuer.

Fleisch kaufen

Fleisch kann man entweder im Super­markt oder beim örtlichen Metzger kaufen. Aller­dings muss man sich darüber im Klaren sein, dass man mit dem konfron­tiert wird, was man essen möchte. Dementspre­chend ist es ganz normal, dass der Kopf des geschlach­teten Tieres vor der Metzgerei draußen an einem Haken hängt oder dass das Hühnchen frisch für einen geschlachtet wird.

Öffnungs­zeiten

Freitag nachmittags sind die kleinen Geschäfte oft geschlossen. Genauso wie zur Mittagszeit zwischen 12.00 Uhr und 16.00 Uhr. Es gibt aller­dings keine festen Regelungen und so ist es von Stadt zu Stadt und Laden zu Laden unter­schiedlich.

Gerade bei den kleinen, lokalen Läden kann ein Arabisch-Übersetzer ganz hilfreich sein. Denn mit Schul­fran­zö­sisch kommt man nicht immer weiter. Aber zur Not helfen auch Hände und Füße, um klar zu machen, was man gerne hätte.

Alkohol und Tabak kaufen

Tabak ist leichter zu bekommen, als Alkohol. Vor Läden, die Tabak verkaufen, hängt ein Schild mit 3 inein­ander geschlun­genen Ringen. Bei Alkohol ist es schon ein wenig schwie­riger. In Super­märkten gibt es norma­ler­weise keinen Alkohol. Aller­dings gibt es manche, die einen Alkohol Shop integriert haben.

In Großstädten gibt es manchmal spezielle Alkohol Läden. Dort kann man sich dann mit Wein, Bier und Schnaps eindecken. Auch in Restau­rants wird im Normalfall kein Alkohol ausge­schenkt.

Camping Marokko

Die Camping Infra­struktur in Marokko ist richtig gut. Es gibt jede Menge Möglich­keiten mit seinem Wohnmobil oder Wohnwagen dort eine tolle Zeit zu verbringen. Das ist neben dem angenehmen Klima mit ein Grund, warum viele in Marokko überwintern. Auch das Frei stehen in einsamen Regionen ist kein Problem. Die einzige Region in der man nicht frei stehen sollte ist das Rif Gebirge.

Camping­plätze Marokko

Marok­ka­nische Camping­plätze sind meist sehr einfach und sparta­nisch ausge­stattet. Wenn man in großen, touris­ti­schen Gebieten unterwegs ist, kann der Camping­platz aber durchaus luxuriös sein. Je ländlicher es wird, umso einfacher werden sie. Aller­dings gibt es alles, was man braucht.

In Merzouga hatten wir z. B. einen kleinen Camping­platz, wo die Dusche mithilfe eines Holzofens draußen heißes Wasser lieferte. Die Preise liegen meist zwischen 5 und 10 Euro pro Nacht. Unsere Hündin war auf Camping­plätzen in Marokko nie ein Problem und hat nie extra gekostet.

Marokko mit dem Wohnmobil

Marokko mit dem Wohnmobil

Wer Marokko per Womo bereisen möchte, ist natürlich auf gewisse Dinge, wie Frisch­wasser, Ver- und Entsorgung usw. angewiesen. Deswegen möchten wir genau erklären, wo du an Wasser kommst und wie du Grauwasser und den Inhalt der Chemietoi­lette loswerden kannst.

Wie komme ich an Wasser für mein Wohnmobil?

Den Wassertank kann man einfach auf Camping­plätzen oder an Tankstellen auffüllen. Wenn du keinen Filter verbaut hast, empfehlen wir dir, dich mit dem Thema Wasserent­keimung ausein­an­der­zu­setzen. Wir haben unser Wasser im Tank lediglich zum Abspülen oder Kochen von Nudeln oder Kaffee verwendet. Zum Trinken kann man im Super­markt Wasser kaufen. Dort haben wir für einen 5-Liter-Kanister knapp 1 Euro bezahlt.
Was man unbedingt dabei haben sollte, ist ein Wasserdieb.  Denn oft gibt es an den Zapfstellen für Wasser keine Schraub­ge­winde. Den Wasserdieb gibt es in zwei Ausfüh­rungen.

Einen für 14 – 17 mm

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und einen für 15 – 20 mm Anschlüsse.

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Wenn man Wüsten­touren auf eigene Faust unter­nimmt, kann man dort oft Brunnen finden. Auch da kann man seinen Wasser­vorrat unterwegs wieder ein wenig auffüllen.

Marokko mit dem Wohnmobil

 

Wäsche waschen in Marokko

Viele Camping­plätze haben eine Wasch­ma­schine, die man nutzen kann. Alter­nativ gibt es wohl Reini­gungen, die die Wäsche für einen günstigen Preis waschen, bügeln und zusam­men­legen. Diese haben wir aller­dings nie in Anspruch genommen.

Wohnmobil Ver- und Entsorgung in Marokko

Auf Camping­plätzen kann man sein Grauwasser und den Inhalt seiner Chemietoi­lette los werden und Wasser wieder auffüllen. Aller­dings gibt es keine Entsor­gungs­sta­tionen, wie man es aus Ländern wie Norwegen z. B. kennt. Oft kann man aller­dings beim Camping­platz­be­treiber nachfragen, ob man einfach nur ver- und entsorgen kann, ohne auf dem Platz über Nacht zu bleiben. Manchmal geht das kostenlos, manchmal bezahlt man ein paar Euro dafür. Alles in allem ist es aber ziemlich unkom­pli­ziert, Marokko mit dem Wohnmobil zu bereisen.

Wie komme ich an Gas?

In Marokko gibt es keine LPG Gastank­stellen, um seinen Gastank auffüllen zu lassen. Dementspre­chend sollte man mit einem Gastank gut kalku­lieren, um am Ende nicht ohne Gas dazustehen. Aller­dings haben wir gehört, dass es an Gaswerken manchmal möglich sein soll, seinen Tank auffüllen zu lassen. Das haben wir jedoch nie auspro­biert und können das somit auch nicht bestä­tigen.

Wer mit Gasfla­schen unterwegs ist, kann diese tauschen lassen. Und die Flaschen werden auf marok­ka­nische Art manchmal wieder aufge­füllt. Aller­dings ist dies oft sehr abenteu­erlich. Oftmals reicht es dem Camping­platz­be­treiber mitzu­teilen, dass man eine neue Gasflasche benötigt und schon wird das organi­siert und die neue Flasche auf den Platz gebracht.

Mobiles Internet in Marokko

Die Netzab­de­ckung in Marokko ist sehr gut. Oft hatten wir selbst in den entle­gensten Ecken der Wüste einen guten Empfang. Es gibt zwei große Mobil­funk­an­bieter, das eine ist Maroc Telekom, das andere Meditel. Wir haben uns für Maroc Telekom entschieden. Diese bekommt man in größeren Städten in den entspre­chenden Läden des Mobil­funk­an­bieters. Die Sim-Karte hat uns inkl. 4 GB Daten­vo­lumen 5 Euro gekostet. Die Karte wird mit Rubbel­karten wieder aufge­laden. Diese bekommt man in jedem Laden, der ein „Maroc Telekom Schild“ draußen hängen hat. Dort haben wir für 10 GB 100 MAD bezahlt. Nicht genutztes Daten­vo­lumen verfällt nach einem Monat.

Wem es reicht ab und an seine E-Mails abzurufen, der kann freies W-Lan nutzen. Dieses gibt es oft auf Camping­plätzen oder in Restau­rants und Cafés. Einfach den Restaurant- oder Cafébe­sitzer danach fragen. Der tippt dann das Passwort ein und schon kann man lossurfen.

In der Wüste war die Abdeckung durch Meditel oft besser, als durch Maroc Telekom. Wer viel Offroad-Pisten fährt, für den lohnt sich eventuell eine Anschaffung von zwei Sim-Karten, um eine optimale Netzab­de­ckung zu haben.

Restaurants/Essen gehen

Das Essen gehen in Marokko lohnt sich in jedem Fall. Gerade wenn man Marokko mit dem Wohnmobil bereist und nicht immer selber kochen möchte, sollte man diese Möglichkeit nutzen. Viele Restau­rants sind klein und schnu­ckelig. Als Vorspeise gibt es nahezu immer Oliven mit Brot. Als Haupt­speise wählt man dann zwischen ein paar wenigen Gerichten und zur Nachspeise gibt es meistens verschie­denes Obst. Ein Restau­rant­besuch ist hier sehr günstig. So haben wir für Vorspeise, Haupt­speise und Nachspeise + Getränke meist zwischen 8 und 10 Euro pro Person bezahlt.

Typische marok­ka­nische Speisen und Getränke

Ein typisches Getränk für Marokko ist der sog. marok­ka­nische Whiskey. Wie du dir denken kannst, handelt es sich dabei nicht um Alkohol, sondern um einen sehr starken, süßen Minztee. Er ist sehr süß und kräftig, aber auch sehr lecker. Nahezu bei jeder Gelegenheit gibt es diesen Tee.

Das wohl bekann­teste Gericht ist die Tajine. Das ist eine in einem Tongefäß zubereitete Mahlzeit, die in unter­schied­lichen Varianten zu bekommen ist. Man kann sie rein vegeta­risch mit Gemüse haben oder aber auch mit Rindfleisch oder Hühnchen. Das sollte man unbedingt mal probiert haben.

Offroad Reisen/Wüstentouren

Wer ein gelän­de­gän­giges Wohnmobil hat und gerne offroad unterwegs ist, für den ist Marokko der absolute Traum. Hier gib es jede Menge tolle Pisten und Wüsten­touren, die man auch selbst ohne Guide machen kann. Wir waren viel auf Pisten unterwegs und es war auch für Anfänger wie uns gut machbar. Gerade die Wüste war ein Erlebnis, auf das wir nicht hätten verzichten wollen. Wer selbst kein wüsten­taug­liches Fahrzeug hat, kann tolle Touren vor Ort buchen.

Marokko mit dem Wohnmobil

Wie kann man in der Wüste navigieren?

Wenn man so unterwegs ist, muss man natürlich auch navigieren, um auf der richtigen Piste zu bleiben. Oft führen verschie­denste Spuren in die unter­schied­lichsten Richtungen. Wir haben unser Handy zur Navigation genutzt. Dort haben wir OpenStreetMap in Verbindung mit der App OsmAnd verwendet. Die App gibt es kostenlose und kosten­pflichtige Variante. Dort werden die genauen Pisten angezeigt und man kann damit seine Routen super­einfach planen. Die Karten funktio­nieren dann offline und führen einen gut durch die entle­gensten Ecken.

Wer die Pisten nicht auf eigene Faust entdecken möchte, dem empfehlen wir diesen tollen Offroad Reise­führer mit 41 ausführ­lichen Offroad-Routen­be­schrei­bungen.

Marokko mit dem Wohnmobil

Gibt es giftige Tiere?

Wer in Marokko mit dem Wohnmobil unterwegs ist, wird auch auf Wildtiere treffen. Die meisten sind harmlos und können einem nichts anhaben. Aller­dings gibt es gerade in Fluss­betten und auch in der Wüste auch giftige Vertreter. Dazu gehören z. B. Giftschlangen, wie die

  • Hornviper
  • Atlasotter
  • gewöhn­liche Puffotter
  • Uräusschlange (marok­ka­nische Kobra) und
  • Stülp­na­sen­otter.

Außerdem gibt es in den Wüsten Skorpione. Deswegen sollte man gerade dort aufpassen, wo man hintritt. Wir haben lediglich ein Mal einen Skorpion in der Wüste gesehen. Das war, als wir abends am Lager­feuer saßen und in der Nähe des Feuers plötzlich den kleinen Skorpion entdeckten. Gerade bei Sitzge­le­gen­heiten, wie Stühlen oder Sitzsäcken und bei Schuhen sollte man aufpassen. Bevor man sich drauf­setzt oder sie anzieht einfach nachschauen, ob sich darin nicht ein Skorpion versteckt hat. Erwach­senen können sie mit ihrem Gift norma­ler­weise nichts anhaben, aber bei Klein­kindern und Haustieren ist Vorsicht geboten.

Das waren unsere Reise­tipps und Erfah­rungen für Marokko mit dem Wohnmobil. Solltest du noch Fragen haben, so schick uns einfach eine Nachricht oder hinter­lasse uns einen Kommentar.

Marokko Reise­be­richte

Du willst wissen, wie es uns auf unserer 3-monatigen Reise durch Marokko ergangen ist? Du willst wissen, was wir erlebt haben? Dann empfehlen wir dir unsere Wohnmobil Reise­be­richte.

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27 Kommentare

  • Hallo ihr Beiden!

    In ca. 2 Wochen werden wir nach Marokko übersetzen. Da unsere Husky­hündin eher sehr bewegungs­in­tensiv ist, werden wir mit ihr viel unterwegs sein. Gehört haben wir schon von Gift in den Randlagen von Dörfern. Da werden wir einfach nicht unterwegs sein. Gedanken machen mir aber Gifttiere, wie Schlangen etc., da unsere Hündin extrem neugierig ist und alles aufstöbern will. Wie habt ihr beim Spaziergang mit eurem Hund gerade in der Wüste getan?

    Liebe Grüße
    Klaus und Michaela
    Freund­schaft aller Völker

    • Hey ihr Lieben,
      unsere Hündin ist in der Wüste freige­laufen, aber immer mit einem wachen Auge unserer­seits. Außer einem Skorpion nachts am Lager­feuer hatten wir aber keine unange­nehmen Begeg­nungen. Aber natürlich immer Vorsicht walten lassen. Wir wünschen euch schon mal ein tolle Reise.
      Liebe Grüße, Robby

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