Mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal, Camping- und Reise­tipps

Im März 2017 sind wir mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal gefah­ren und halten uns seit dem auch in diesem wunder­schö­nen Land auf. Es ist perfekt geeig­net für alle, die Camping, schö­ne Land­schaf­ten und das Meer lieben. Auch ein Road­trip ist eine tolle Möglich­keit, um Land und Leute kennen­zu­ler­nen. Wir geben euch hier unse­re besten Camping- und Reise­tipps.

Geogra­fi­sche Lage / Infos zum Land

Portu­gal liegt im Westen der Iberi­schen Halb­in­sel. Es erstreckt sich über 92.212 km² und hat dabei mehr als 10. Mio. Einwoh­ner. Die Amts­spra­che ist Portu­gie­sisch. Wir haben die Erfah­rung gemacht das man auch mit Englisch, noch besser mit Fran­zö­sisch weiter­kommt. In den bekann­ten Touris­ten­re­gio­nen hat man manch­mal sogar Glück mit Deutsch.

Zu beden­ken gibt es, dass Portu­gal in einer ande­ren Zeit­zo­ne liegt, als Deutsch­land. So haben wir hier WEZ statt MEZ. Ist in Deutsch­land beispiels­wei­se 16 Uhr, so haben wir in Portu­gal erst 15 Uhr.

Regio­nen

Algar­ve

Alen­te­jo

Lissa­bon

Centro

Norte

Regionen Portugal

Die Algar­ve — Portu­gals Perle im Süden

Der südlichs­te Teil Portu­gals eignet sich hervor­ra­gend, um dort zu über­win­tern. Hier ist das Klima mild und die Tempe­ra­tu­ren auch im Winter ange­nehm. Und doch hat diese Regi­on noch viel mehr zu bieten, als ange­neh­me Tempe­ra­tu­ren. Deshalb ist die Algar­ve nicht nur ein Traum­rei­se­ziel für viele Pauschal­tou­ris­ten, sondern auch Camping­lieb­ha­ber finden hier jede Menge tolle Stell­plät­ze direkt am Meer.

Portugal Algarve

 

Alen­te­jo — die ärms­te und zugleich schöns­te Regi­on Portu­gals

Ober­halb der Algar­ve finden wir die Regi­on des Alen­te­jo. Es ist einer­seits die ärms­te Regi­on Portu­gals und zugleich eine der ärms­ten West­eu­ro­pas. Die Land­schaft ist vor allen Dingen an der Gren­ze zur Algar­ve von Land­wirt­schaft geprägt. So fährt man oft kilo­me­ter­lang an land­wirt­schaft­li­chen Flächen vorbei, die durch Zäune abge­grenzt sind. Aller­dings ist der Alen­te­jo wesent­lich dünner besie­delt, weshalb man gera­de hier oft schö­ne Frei­steh­plät­ze findet.

Portugal Alentejo

 

Lissa­bon — Setu­bal Regi­on

Die Regi­on Lissa­bon — Setu­bal ist wohl die reichs­te und mit einer Fläche von knapp 3000 km² zugleich die kleins­te Regi­on Portu­gals. Hier befin­det sich die Haupt­stadt mit ihren vielen Sehens­wür­dig­kei­ten. Auch hier kommen Camper voll und ganz auf ihre Kosten, denn gera­de Lissa­bon hat jede Menge zu bieten.

Lissabon Reiseberichte, Wohnmobil, Camping

 

Centro — die Mitte Portu­gals

Die Regi­on Centro umfasst die Mitte Portu­gals und nimmt gut 26 % der Fläche des Landes ein. In diesem Bereich befin­den sich viele Stau­se­en, die gera­de im Sommer eine wunder­ba­re Möglich­keit bieten sich abzu­küh­len. Außer­dem ist es hier bei Weitem nicht so über­lau­fen, wie an der Algar­ve. Schon allein deswe­gen soll­te man einen Ausflug in diese schö­ne Regi­on planen. Wer ans Meer möch­te, der kann hier die West­küs­te Portu­gals entde­cken.

Portugal Centro

 

Norte — das grüne Nord­por­tu­gal

Das nörd­lichs­te und zugleich grüns­te Gebiet ist der Bereich Norte. Hier findet man im Vergleich zum eher trocke­nen Alen­te­jo jede Menge grüne Wiesen und Wälder. Der Natur­park Pene­da-Geres ist direkt an der Gren­ze zu Spani­en zu finden. Hier kann man Wölfe, Hirsche und auch Gold­ad­ler entde­cken. Seine wunder­schö­nen Wander­we­ge bieten ein tolles Natur­er­leb­nis für alle, die gerne drau­ßen unter­wegs sind.

Portugal Norte

 

Road­trip Portu­gal

Wer das Land in Gänze erle­ben möch­te, für den eignet sich ein Road­trip durch Portu­gal. So kann man die verschie­de­nen Landes­tei­le kennen­ler­nen und hat von allem etwas. Die Algar­ve mit ihren wunder­schö­nen Strän­den und ihrer belieb­ten, schrof­fen Felsen­küs­te. Im Alen­te­jo und auch im Bereich Centro locken die vielen Stau­se­en mit jeder Menge Ruhe und Einsam­keit, wovon man an der Algar­ve eher weni­ger hat.

Gera­de die Küste zwischen Lissa­bon und Porto ist eben­falls wunder­schön, aber bei Weitem nicht so über­lau­fen, wie beispiels­wei­se an der Algar­ve. Ein Portu­gal Road­trip ist perfekt, um das Land besser kennen­zu­ler­nen und auch Berei­che abseits der touris­ti­schen High­lights zu erle­ben.

Maut­sys­tem

Das Maut­sys­tem in Portu­gal ist ein wenig unüber­sicht­lich und ziem­lich kompli­ziert. Das liegt daran, dass es verschie­dens­te Maut­ge­sell­schaf­ten gibt, die alle ein ande­res System nutzen. Das haben die Kolle­gen von Portu­ga­lis­mo in ihrem Beitrag über die Auto­bahn­maut in Portu­gal gut beschrie­ben. Deswe­gen empfeh­len wir deren Blog­ar­ti­kel und gehen hier nicht näher darauf ein, denn das würde den Rahmen spren­gen.

Mit dem Hund nach Portu­gal

Wer mit dem Hund nach Portu­gal reisen möch­te, muss nicht über­mä­ßig viel beach­ten. Die wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen zu Impfun­gen findest du in unse­rem Reisen mit Hund Beitrag. Wir konn­ten unse­re Hündin bisher über­all hin mitneh­men, auch an den Strand. Nur in öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln und in Restau­rants sind Hunde nicht gerne gese­hen.

Portugal mit Hund

 

Und aufpas­sen muss man auf die Herden­schutz­hun­de. Diese machen ihren Job und beschüt­zen ihre Schaf- oder Ziegen­her­de. Es kann durch­aus passie­ren, dass dies zu einem Angriff auf den eige­nen Hund führt, wenn dieser in deren Augen zu großes Inter­es­se an der Herde zeigt. Da unbe­dingt aufpas­sen.

Frei stehen und Wild­cam­ping mit dem Wohn­mo­bil

Ganz klar vorweg — Wild­cam­ping ist in Portu­gal verbo­ten. Es ist nicht erlaubt, sich mit dem Wohn­mo­bil einfach frei in die Land­schaft oder auf Park­plät­ze zu stel­len und dort zu über­nach­ten. Dies wird je nach Regi­on und Wohn­mo­bil­auf­kom­men mehr oder weni­ger streng durch­ge­setzt. Wie über­all wird das Wild­cam­pen dann verbo­ten, wenn sich zu viele Wohn­mo­bi­le auf einen Haufen tummeln und Park­plät­ze für Einhei­mi­sche nicht mehr zugäng­lich sind. Auch das Parken direkt vor Häusern oder in Wohn­ge­bie­ten sorgt für jede Menge Unmut bei der portu­gie­si­schen Bevöl­ke­rung.

Dies bekommt man vor allen Dingen an der Algar­ve zu spüren. Hier hört man regel­mä­ßig von Park­platz­räu­mun­gen durch die GNR. Auch Stra­fen in Höhe von 250 — 400 Euro muss­ten hier schon bezahlt werden oder die Rech­nung kam auf dem Post­weg nach Hause.

Doch das Frei stehen ist in Portu­gal kein Problem, wenn man ein paar Dinge beach­tet. So haben wir persön­lich bisher kaum Camping­plät­ze besucht und trotz­dem noch nie eine Stra­fe bezahlt. Das liegt ganz einfach daran, dass wir stark frequen­tier­te Plät­ze meiden und meist irgend­wo einsam und allein im Nirgend­wo stehen. Gemein­sam mit ande­ren stehen wir meist nur da, wo sowie­so niemand hin kommt.

Portugal Wohnmobil Wildcamping frei stehen

 

Tipps für das Frei stehen in Portu­gal

  • Meide öffent­li­che Park­plät­ze, auch wenn sie in einer App verzeich­net sind.
  • Plät­ze in Sicht­wei­te von Häusern o. ä. soll­te man eben­so nicht als Über­nach­tungs­platz nutzen.
  • Nimm deinen Müll mit, entsor­ge deine Toilet­te nicht irgend­wo hinter dem nächs­ten Busch und verlas­se dem Platz im Ideal­fall saube­rer, als du ihn vorge­fun­den hast.
  • Dort wo dich keiner erwar­tet, wird auch kaum die GNR vorbei­kom­men, um zu sehen, ob da jemand steht.

Rück­sicht­nah­me ist einfach das obers­te Gebot des Wild­cam­pens, auch in Portu­gal. Jede Menge weite­re Infor­ma­tio­nen und Tipps zum Thema frei stehen haben wir in unse­rem Beitrag für euch gesam­melt.

Camping­plät­ze und Wohn­mo­bil­stell­plät­ze

Auch in Portu­gal gibt es jede Menge Camping­plät­ze und Wohn­mo­bil­stell­plät­ze. Doch gera­de in den touris­tisch stark frequen­tier­ten Regio­nen sind diese oft ziem­lich voll. Hier kann sich das Buchen vorab auf jeden Fall lohnen. Doch in den Berei­chen des Alen­te­jo, Lissa­bon, Centro und Norte ist es im Normal­fall kein Problem, spon­tan einen Platz zu bekom­men.

Nur im Bereich der Algar­ve soll­te man besser vorab buchen, wenn man nicht auf einen frei­en Platz vor Ort warten möch­te.

Von der Ausstat­tung her sind die meis­ten Camping- und Wohn­mo­bil­stell­plät­ze gut. Sie sind auf jeden Fall vergleich­bar mit ande­ren euro­päi­schen Ländern. Manch­mal sind sie ledig­lich ein wenig eng, was vor allen Dingen für Camper mit großen Wohn­mo­bi­len ein wenig umständ­lich sein kann.

Portugal, Städte, Campingplätze

 

Über­win­tern in Portu­gal

Sehr beliebt bei Campern ist das Über­win­tern in Portu­gal. Das ist auch kein Wunder, denn gera­de die Algar­ve lockt in den Winter­mo­na­ten mit ange­nehm milden Tempe­ra­tu­ren. Der laut Klima­ta­bel­le kühls­te Monat ist der Janu­ar mit durch­schnitt­li­chen Tages­tem­pe­ra­tu­ren von 9 — 15 °C.

Da Reisen mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal immer belieb­ter werden, ist gera­de im Winter mit einem hohen Aufkom­men im Süden zu rech­nen. Doch auch im südli­chen Alen­te­jo sind die Tempe­ra­tu­ren im Winter durch­aus noch ange­nehm. Die Nächs­te sind zwar kühl, aber die Sonne hat tags­über noch rich­tig Kraft und so klet­tern die Tempe­ra­tu­ren häufig über 13 Grad.

Aller­dings kann es im Winter durch­aus auch sehr regne­risch sein. Die Sommer­mo­na­te sind sehr trocken, weswe­gen der Regen gera­de im Winter für das Land enorm wich­tig ist. Der Winter jetzt, im Jahr 2017/2018 ist bis jetzt leider ziem­lich trocken, was man am Wasser­stand der vielen Stau­se­en beson­ders gut sehen kann.

Überwintern in Portugal

 

Dementspre­chend kann man aus touris­ti­scher Sicht Glück haben und es regnet wenig, aber auch Pech haben und es regnet häufi­ger.

Ver-/Ent­sor­gung und Wäsche waschen

Wer Portu­gal mit dem Wohn­mo­bil bereist wird früher oder später ver- und entsor­gen und auch Wäsche waschen müssen. Das ist aller­dings kein Problem. So bieten viele Gemein­den kosten­lo­se Wohn­mo­bil­stell­plät­ze an, auf welchen man auch ver- und entsor­gen kann. Eine weite­re Möglich­keit hat die Super­markt­ket­te Intermar­che. Auf vielen Park­plät­zen gibt es die Möglich­keit Wäsche zu waschen und sein Wasser aufzu­fül­len und Grau­was­ser­tank und Toilet­te zu entsor­gen.

Die Wasch­au­to­ma­ten haben zwei Wasch­ma­schi­nen, ein Mal für 8 kg und ein Mal für 18 kg Wäsche und einen Trock­ner für eben­falls bis 18 kg. Die Prei­se vari­ie­ren je nach Maschi­nen­grö­ße und Trock­ner­tem­pe­ra­tur zwischen 4 und 8 Euro pro Wasch- oder Trocken­gang.

Die Ver- und Entsor­gung ist oftmals kosten­los. Gera­de im Süden des Landes gibt es aber auch öfter ein Bezahl­sys­tem, wo für das Ver- und Entsor­gen um die 2 Euro zu bezah­len sind.

Hin und wieder findet man entlang der Stra­ße auch Quel­len, welche aufgrund ihrer sehr guten Wasser­qua­li­tät eben­falls geeig­net sind, um seinen Wasser­tank aufzu­fül­len. Ein Wasser­dieb kann dabei durch­aus hilf­reich sein, denn oft haben die Wasser­häh­ne keine Gewin­de.

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LPG Gas tanken und Gasfla­schen füllen lassen

Wer wie wir einen Gastank hat, kann an Tank­stel­len LPG Gas tanken. In Portu­gal heißt es aller­dings nicht LPG, sondern GPL. Doch nicht an jeder Tank­stel­le wird dies ange­bo­ten, weshalb man schon ein wenig suchen muss. Auf der Seite von MyLPG gibt es eine Liste mit allen Statio­nen, an denen man Gas tanken kann. Wir haben 2017/2018 durch­schnitt­lich 72 Cent pro Liter GPL bezahlt.

Anders sieht es aus mit den Gasfla­schen. Deut­sche Gasfla­schen werden in Portu­gal nicht befüllt. Aller­dings kann man an manchen Cepsa und Repsol Tank­stel­len Gasfla­schen entlei­hen. Das System ist dassel­be wie in Spani­en, welches wir in unse­rem Gasfla­schen Beitrag näher beschrie­ben haben. Alter­na­tiv kann man einfach aus der Heimat genug Gas mitbrin­gen, bevor man mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal einreist.

Mobi­les Inter­net in Portu­gal

Auch wenn das teure Roaming für viele kein Thema mehr ist, so kann es sich trotz allem lohnen, eine portu­gie­si­sche SIM-Karte zu kaufen. Gera­de für Viel­sur­fer oder Menschen, die das Inter­net zum Arbei­ten brau­chen, ist Portu­gal ein Traum. Hier gibt es, beispiels­wei­se beim von uns genutz­ten Anbie­ter NOS, eine echte Daten­flat. Man bezahlt 1 Euro pro Tag und kann unbe­grenzt surfen.

Die Netz­ab­de­ckung ist weitest­ge­hend rich­tig gut. Manch­mal ist die Verbin­dung besser, manch­mal schlech­ter, aber alles in allem hatten wir über­all sehr zufrie­den­stel­len­den Empfang. So wie beispiels­wei­se aktu­ell, wo wir mitten im Monquiche Gebir­ge stehen und gutes 4G zur Verfü­gung haben.

Unser Kolle­ge Amum­ot hat einen sehr ausführ­li­chen Beitrag über Mobi­les Inter­net in Portu­gal geschrie­ben, wo ihr noch mal genau­er nach­se­hen könnt, welche Anbie­ter es gibt und wodurch sie sich unter­schei­den.

Prei­se für Lebens­mit­tel / Gene­rel­les Preis­ni­veau

Portu­gal ist in manchen Berei­chen billi­ger und in ande­ren wieder­um teurer, als wir es aus Deutsch­land kennen. So kosten beispiels­wei­se Ziga­ret­ten und Tabak mehr als in der Heimat. Alko­hol ist nicht wesent­lich teurer und auch bei Lebens­mit­teln kann man sich im Super­markt auf deut­sches Preis­ni­veau einstel­len — Tendenz eher zu ein wenig teurer.

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Güns­tig einkau­fen kann man vor allen Dingen frisches Obst und Gemü­se auf den Märk­ten, die immer sams­tags in den klei­nen Städ­ten statt­fin­den. Aufgrund des nied­ri­gen Lohn­ni­veaus in Portu­gal sind vor allen Dingen Dienst­leis­tun­gen wesent­lich güns­ti­ger. Auch beim Tier­arzt haben wir nur einen Bruch­teil von dem bezahlt, was es uns in der Heimat gekos­tet hätte.

Medi­ka­men­te ohne Rezept

Wer in Portu­gal krank wird oder chro­nisch krank ist und Medi­ka­men­te benö­tigt, hat es oftmals viel einfa­cher. Denn die meis­ten Medi­ka­men­te bekommt man in Portu­gal ohne Rezept. Dazu gehö­ren u. a. Asth­ma­sprays, Schild­drü­sen­ta­blet­ten, uvm. Aller­dings können manche Medi­ka­men­te, die es in Deutsch­land gibt, in Portu­gal nicht verfüg­bar sein. Deswe­gen soll­test du dich gera­de bei einer chro­ni­schen Erkran­kung vorher infor­mie­ren, ob es die Medi­zin hier gibt und wie even­tu­el­le Alter­na­ti­ven heißen. Außer­dem ist uns aufge­fal­len, dass die Medi­ka­men­te hier wesent­lich güns­ti­ger sind. So kann es sich durch­aus lohnen, seine Medi­zin hier vor Ort zu kaufen.

Wald­brän­de im Sommer — Tipps für alle Camper

Wir haben den ganzen Sommer in Portu­gal verbracht und haut­nah miter­lebt, welche Proble­me das Land in dieser Jahres­zeit hat. Von März bis Okto­ber ist kaum ein Trop­fen Regen gefal­len. Dementspre­chend trocken ist es über­all. Ein großes Problem ist, dass es viele Euka­lyp­tus­plan­ta­gen gibt. Das Öl dieser Pflan­zen ist hoch entzünd­lich und so reicht oft schon ein klei­ner Funke, um ganze Land­stri­che in Schutt und Asche zu legen.

Mit ein Grund, warum man sich im Sommer NIEMALS mit dem Wohn­mo­bil in einen Euka­lyp­tus­wald stel­len soll­te. Auch für alle Frei­ste­her gilt, such dir einen Platz, der mehre­re Flucht­mög­lich­kei­ten bietet, und behal­te die aktu­el­le Lage im Blick. Dies kann man am einfachs­ten über die Websei­te von Prociv (Feuer­kar­te des portu­gie­si­schen Zivil­schut­zes) oder Fogos tun. Fogos bietet zudem eine gleich­na­mi­ge App, die man sich kosten­los runter­la­den kann.

Doch keine Panik, wir kamen kein einzi­ges Mal in eine brenz­li­ge Situa­ti­on und es ist kein Grund nicht mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal zu reisen.

Portugal Waldbrände

 

Kuli­na­ri­sche Spezia­li­tä­ten

Eines vorweg — in Portu­gal wird sehr fleisch- und auch fisch­las­tig geges­sen. Und es gibt sehr viele regio­na­le Spezia­li­tä­ten, welche es zu probie­ren lohnt. Lang­wei­lig wird es in der portu­gie­si­schen Küche keines­falls, für Vege­ta­ri­er jedoch manch­mal ein wenig schwie­rig, gera­de in den Restau­rants. Dort befin­den sich vor allen Dingen in den länd­li­chen Regio­nen selten Gerich­te ohne Fleisch/Fisch auf der Karte. Besser sieht es da in Groß­städ­ten wie Lissa­bon und Porto aus — hier findet man verein­zelt sogar vega­ne Restau­rants.

Portugal, Porto

 

Natio­nal­ge­richt Bacal­hau

Das Natio­nal­ge­richt Portu­gals ist der Bacal­hau, ein einge­sal­ze­ner und getrock­ne­ter Stock­fisch, welcher auf ganz viele unter­schied­li­che Arten zube­rei­tet wird. Auch in den Super­märk­ten kommt man an dem gesal­ze­nen Kabel­jau nicht vorbei. Oft riecht man ihn durch den ganzen Laden. Wenn man ihn selbst zube­rei­ten möch­te, dann muss man den Stock­fisch 2 -3 Tage wässern, d. h. man legt ihn in Wasser ein und wech­selt dieses mehr­mals am Tag. Danach kann er ganz normal zube­rei­tet werden.

Typisch portu­gie­si­sche Spei­sen

Je nach Regi­on gibt es folgen­de typisch portu­gie­si­sche Spei­sen:

Regi­onGericht
Algar­ve
  • Xarém
    Ein lecke­res Gericht mit Meeres­früch­ten und Mais­mehl.
  • Cabri­to Estu­fa­do
    Ein mit Toma­ten, Zwie­beln und Kräu­tern geschmor­tes Zick­lein.
Alen­te­jo
  • Porco Preto
    Hier­bei handelt es sich um das Iber­i­co Schwein. Eine beson­de­re Rasse mit schwar­zen Bors­ten, die drau­ßen in den Kork­ei­chen­wäl­dern gehal­ten wird und sich haupt­säch­lich von Eicheln und Kräu­tern ernährt.
  • Carne de Porco à Alen­te­ja­na
    Eine für uns sehr unge­wöhn­li­che Kombi­na­ti­on von Schwei­ne­fleisch mit Muscheln.
Lissa­bon, Belem
  • Pastel de Belem
    Diese klei­nen Pudding­tört­chen ähneln der Pastel de Nata. Aller­dings gibt es eine ziem­lich hitzi­ge Diskus­si­on in Portu­gal, ob es sich nun um das Glei­che handelt oder ob die Pastel de Belem wirk­lich anders sind. Wir können nur eins raten: Probier’s aus.
Centro
  • Leitão
    Dabei handelt es sich um ein im Ofen geba­cke­nes Span­fer­kel. Viele Restau­rants in dieser Regi­on werben mit diesem sehr belieb­ten Gericht.
  • Quei­jo da Serra
    Dieser Käse stammt aus der Regi­on der Serra da Estre­la. Die größ­te Auswahl gibt es im März auf den zahl­rei­chen Märk­ten in der Regi­on.
Norte/Porto
  • Bolo de Lame­go
    Ein im Ofen geba­cke­nes Brot mit Schin­ken.
  • Tripas à moda do Porto
    Ein Eintopf mit Kutteln und Bohnen.
  • Fran­ces­in­ha
    Ein sehr fleisch­las­ti­ger Toast, der mit Käse über­ba­cken in einer Toma­ten-Bier-Sauce und wahl­wei­se mit Ei und Pommes serviert wird.

 

Tipps für den Restau­rant­be­such

In Portu­gal geht man am liebs­ten mittags zum Essen. Zwischen 12 und 15 Uhr kann man in vielen der Restau­rants ein tolles Mittag­essen genie­ßen. Abend­essen gehen die Portu­gie­sen für unse­re Verhält­nis­se sehr spät. So füllen sich die Loka­le meist erst ab 20 — 21 Uhr. Geöff­net sind sie aber meist schon wesent­lich früher.

Man bekommt immer “Couverts” serviert. Aller­dings ist es nicht wie bei uns ein Geschenk des Hauses, sondern wer davon isst, findet es auch später auf der Rech­nung wieder. Oft gibt es Brot mit Butter und verschie­de­nen Fisch­pas­ten, manch­mal auch Geba­cke­nes vom Bacal­hau oder auch Schin­ken mit Melo­ne.

Die Prei­se in Restau­rants sind sehr güns­tig, weshalb sich das Essen gehen durch­aus lohnt. In den touris­ti­schen Berei­chen ist es wie über­all etwas teurer. In Portu­gal sind, wie in Spani­en, 10 — 15 % Trink­geld üblich. Dies lässt man, nach­dem man das Wech­sel­geld erhal­ten hat, einfach auf dem Tisch liegen. Doch Vorsicht: Es gilt als unhöf­lich Cent­be­trä­ge, wie Zwei- oder Fünf­cent­stü­cke, liegen zu lassen.

Oftmals findet man in den klei­nen Restau­rants typisch portu­gie­si­sche Haus­manns­kost, die von der Frau oder dem Mann des Hauses selbst zube­rei­tet wird. Auch kann es passie­ren, dass man in sehr klei­nen Loka­len keine Spei­se­kar­te findet, sondern ledig­lich die Wahl hat zwischen Fleisch und Fisch.

Ein paar Brocken Portu­gie­sisch für den Urlaub

In Portu­gal wird euro­päi­sches Portu­gie­sisch gespro­chen. Eine Spra­che, die für uns nicht ganz so einfach ist. Aller­dings wollen wir euch hier auch mit ein paar wich­ti­gen Brocken Portu­gie­sisch für euren Urlaub versor­gen.

Guten Morgen (bis zum Mittag­essen)

Guten Nach­mit­tag (bis Sonnen­un­ter­gang)

Guten Abend / Gute Nacht

Hallo

Tschüss

Auf Wieder­se­hen

Ja

Nein

Die Rech­nung bitte

Bitte

Danke

Entschul­di­gung

Ich spre­che kein Portu­gie­sisch

Bom dia

Boa tarde

Boa noite

Olá

Tchau

Adeus

Sim

Não

A conta, se faz favor

por favor

obri­ga­do (m)/obrigada (w)

Descul­pe

Não falo portu­guês

Portugal, Herde, Kühe

 

Wie haben wir die Portu­gie­sen erlebt?

Wir haben bei den Portu­gie­sen ähnli­ches Tempe­ra­ment wie bei den Spani­ern erwar­tet, doch weit gefehlt. Die Portu­gie­sen, die wir kennen­ge­lernt haben, waren wesent­lich ruhi­ger, als die Spani­er. Man könn­te sogar schon fast von schüch­tern und zurück­hal­tend spre­chen. Doch sobald man mal ins Gespräch kam, sind sie aufge­taut, und egal wo wir hinka­men, waren die Menschen immer super­freund­lich zu uns.

Unser Merce­des 911 macht es uns natür­lich leicht mit Einhei­mi­schen in Kontakt zu kommen. Oft ergibt sich nach der Frage, ob sie ein Foto machen dürfen, ein nettes Gespräch. Mit manch einem haben wir dank moder­ner Medi­en immer noch Kontakt und auch, wenn wir mal verse­hent­lich auf Privat­grund stan­den, wurden wir nie ange­mault, sondern immer freund­lich einge­la­den, doch noch ein paar Tage zu blei­ben.

Doch es ist auch verständ­lich, dass gera­de in touris­tisch sehr stark frequen­tier­ten Regio­nen das Verständ­nis für Wohn­mo­bil­fah­rer sinkt. So erle­ben es die Einhei­mi­schen hier nahe­zu täglich, dass der ein oder ande­re Park­platz bela­gert, Müll und Toilet­ten­in­halt in die Büsche gekippt und laut­stark Party gemacht wird. Dass hier die Stim­mung gegen­über Wohn­mo­bil­fah­rern unter Umstän­den nicht die beste ist, können wir nach­voll­zie­hen.

Mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal — unser Fazit

Seit fast einem Jahr sind wir nun schon mit dem Wohn­mo­bil in Portu­gal unter­wegs. Wir haben diese Zeit sehr genos­sen. Kaum ein ande­res Land hat uns inner­halb kürzes­ter Zeit so in seinen Bann gezo­gen. Die wunder­schö­nen Stau­se­en, die atem­be­rau­bend schö­nen Küsten, die unheim­lich freund­li­chen und liebens­wer­ten Menschen — für uns einfach ein Traum­land.

Portu­gal hat natür­lich, auch wie Spani­en und gene­rell die südli­chen Länder ein Problem was Müll anbe­langt. Es stehen zwar genug Müll­ton­nen oft auch am Stra­ßen­rand, doch der Müll wird manch­mal einfach dane­ben oder während der Fahrt aus dem Auto gewor­fen.

Camping in Portu­gal ist für uns einfach rich­tig klas­se, weshalb wir es vorbe­halt­los weiter­emp­feh­len können. Wenn man ein paar Dinge beach­tet, dann ist es auch ein Traum­land für Frei­ste­her.

All unse­re Portu­gal Reise­be­rich­te findest du gesam­melt auf unse­rem Blog.

Du willst auch mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal reisen und hast noch Fragen? Dann hinter­lass uns einfach einen Kommen­tar und wir werden ihn umge­hend beant­wor­ten.

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9 Kommentare

  • Danke für die wert­vol­len Infor­ma­tio­nen, wir werden im Septem­ber das 1.mal mit dem Wohn­mo­bil nach Portu­gal reisen. Du hast uns die Entschei­dung erleichtert,ob wir einen Ort fest anfah­ren oder einen Road Trip machen. Danke noch mal.

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