Mit dem Wohnmobil nach Portugal, Camping- und Reise­tipps

Im März 2017 sind wir mit dem Wohnmobil nach Portugal gefahren und halten uns seit dem auch in diesem wunder­schönen Land auf. Es ist perfekt geeignet für alle, die Camping, schöne Landschaften und das Meer lieben. Auch ein Roadtrip ist eine tolle Möglichkeit, um Land und Leute kennen­zu­lernen. Wir geben euch hier unsere besten Camping- und Reise­tipps.

Geogra­fische Lage / Infos zum Land

Portugal liegt im Westen der Iberi­schen Halbinsel. Es erstreckt sich über 92.212 km² und hat dabei mehr als 10. Mio. Einwohner. Die Amtssprache ist Portu­gie­sisch. Wir haben die Erfahrung gemacht das man auch mit Englisch, noch besser mit Franzö­sisch weiter­kommt. In den bekannten Touris­ten­re­gionen hat man manchmal sogar Glück mit Deutsch.

Zu bedenken gibt es, dass Portugal in einer anderen Zeitzone liegt, als Deutschland. So haben wir hier WEZ statt MEZ. Ist in Deutschland beispiels­weise 16 Uhr, so haben wir in Portugal erst 15 Uhr.

Regionen

Algarve

Alentejo

Lissabon

Centro

Norte

Regionen Portugal

Die Algarve – Portugals Perle im Süden

Der südlichste Teil Portugals eignet sich hervor­ragend, um dort zu überwintern. Hier ist das Klima mild und die Tempe­ra­turen auch im Winter angenehm. Und doch hat diese Region noch viel mehr zu bieten, als angenehme Tempe­ra­turen. Deshalb ist die Algarve nicht nur ein Traum­rei­seziel für viele Pauschal­tou­risten, sondern auch Camping­lieb­haber finden hier jede Menge tolle Stell­plätze direkt am Meer.

Portugal Algarve

 

Alentejo – die ärmste und zugleich schönste Region Portugals

Oberhalb der Algarve finden wir die Region des Alentejo. Es ist einer­seits die ärmste Region Portugals und zugleich eine der ärmsten Westeu­ropas. Die Landschaft ist vor allen Dingen an der Grenze zur Algarve von Landwirt­schaft geprägt. So fährt man oft kilome­terlang an landwirt­schaft­lichen Flächen vorbei, die durch Zäune abgegrenzt sind. Aller­dings ist der Alentejo wesentlich dünner besiedelt, weshalb man gerade hier oft schöne Freisteh­plätze findet.

Portugal Alentejo

 

Lissabon – Setubal Region

Die Region Lissabon – Setubal ist wohl die reichste und mit einer Fläche von knapp 3000 km² zugleich die kleinste Region Portugals. Hier befindet sich die Haupt­stadt mit ihren vielen Sehens­wür­dig­keiten. Auch hier kommen Camper voll und ganz auf ihre Kosten, denn gerade Lissabon hat jede Menge zu bieten.

Lissabon Reiseberichte, Wohnmobil, Camping

 

Centro – die Mitte Portugals

Die Region Centro umfasst die Mitte Portugals und nimmt gut 26 % der Fläche des Landes ein. In diesem Bereich befinden sich viele Stauseen, die gerade im Sommer eine wunderbare Möglichkeit bieten sich abzukühlen. Außerdem ist es hier bei Weitem nicht so überlaufen, wie an der Algarve. Schon allein deswegen sollte man einen Ausflug in diese schöne Region planen. Wer ans Meer möchte, der kann hier die Westküste Portugals entdecken.

Portugal Centro

 

Norte – das grüne Nordpor­tugal

Das nördlichste und zugleich grünste Gebiet ist der Bereich Norte. Hier findet man im Vergleich zum eher trockenen Alentejo jede Menge grüne Wiesen und Wälder. Der Naturpark Peneda-Geres ist direkt an der Grenze zu Spanien zu finden. Hier kann man Wölfe, Hirsche und auch Goldadler entdecken. Seine wunder­schönen Wanderwege bieten ein tolles Natur­er­lebnis für alle, die gerne draußen unterwegs sind.

Portugal Norte

 

Roadtrip Portugal

Wer das Land in Gänze erleben möchte, für den eignet sich ein Roadtrip durch Portugal. So kann man die verschie­denen Landes­teile kennen­lernen und hat von allem etwas. Die Algarve mit ihren wunder­schönen Stränden und ihrer beliebten, schroffen Felsen­küste. Im Alentejo und auch im Bereich Centro locken die vielen Stauseen mit jeder Menge Ruhe und Einsamkeit, wovon man an der Algarve eher weniger hat.

Gerade die Küste zwischen Lissabon und Porto ist ebenfalls wunder­schön, aber bei Weitem nicht so überlaufen, wie beispiels­weise an der Algarve. Ein Portugal Roadtrip ist perfekt, um das Land besser kennen­zu­lernen und auch Bereiche abseits der touris­ti­schen Highlights zu erleben.

Mautsystem

Das Mautsystem in Portugal ist ein wenig unüber­sichtlich und ziemlich kompli­ziert. Das liegt daran, dass es verschie­denste Mautge­sell­schaften gibt, die alle ein anderes System nutzen. Das haben die Kollegen von Portu­ga­lismo in ihrem Beitrag über die Autobahnmaut in Portugal gut beschrieben. Deswegen empfehlen wir deren Blogar­tikel und gehen hier nicht näher darauf ein, denn das würde den Rahmen sprengen.

Mit dem Hund nach Portugal

Wer mit dem Hund nach Portugal reisen möchte, muss nicht übermäßig viel beachten. Die wichtigsten Infor­ma­tionen zu Impfungen findest du in unserem Reisen mit Hund Beitrag. Wir konnten unsere Hündin bisher überall hin mitnehmen, auch an den Strand. Nur in öffent­lichen Verkehrs­mitteln und in Restau­rants sind Hunde nicht gerne gesehen.

Portugal mit Hund

 

Und aufpassen muss man auf die Herden­schutz­hunde. Diese machen ihren Job und beschützen ihre Schaf- oder Ziegen­herde. Es kann durchaus passieren, dass dies zu einem Angriff auf den eigenen Hund führt, wenn dieser in deren Augen zu großes Interesse an der Herde zeigt. Da unbedingt aufpassen.

Frei stehen und Wildcamping mit dem Wohnmobil

Ganz klar vorweg – Wildcamping ist in Portugal verboten. Es ist nicht erlaubt, sich mit dem Wohnmobil einfach frei in die Landschaft oder auf Parkplätze zu stellen und dort zu übernachten. Dies wird je nach Region und Wohnmo­bil­auf­kommen mehr oder weniger streng durch­ge­setzt. Wie überall wird das Wildcampen dann verboten, wenn sich zu viele Wohnmobile auf einen Haufen tummeln und Parkplätze für Einhei­mische nicht mehr zugänglich sind. Auch das Parken direkt vor Häusern oder in Wohnge­bieten sorgt für jede Menge Unmut bei der portu­gie­si­schen Bevöl­kerung.

Dies bekommt man vor allen Dingen an der Algarve zu spüren. Hier hört man regel­mäßig von Parkplatz­räu­mungen durch die GNR. Auch Strafen in Höhe von 250 – 400 Euro mussten hier schon bezahlt werden oder die Rechnung kam auf dem Postweg nach Hause.

Doch das Frei stehen ist in Portugal kein Problem, wenn man ein paar Dinge beachtet. So haben wir persönlich bisher kaum Camping­plätze besucht und trotzdem noch nie eine Strafe bezahlt. Das liegt ganz einfach daran, dass wir stark frequen­tierte Plätze meiden und meist irgendwo einsam und allein im Nirgendwo stehen. Gemeinsam mit anderen stehen wir meist nur da, wo sowieso niemand hin kommt.

Portugal Wohnmobil Wildcamping frei stehen

 

Tipps für das Frei stehen in Portugal

  • Meide öffent­liche Parkplätze, auch wenn sie in einer App verzeichnet sind.
  • Plätze in Sicht­weite von Häusern o. ä. sollte man ebenso nicht als Übernach­tungs­platz nutzen.
  • Nimm deinen Müll mit, entsorge deine Toilette nicht irgendwo hinter dem nächsten Busch und verlasse dem Platz im Idealfall sauberer, als du ihn vorge­funden hast.
  • Dort wo dich keiner erwartet, wird auch kaum die GNR vorbei­kommen, um zu sehen, ob da jemand steht.

Rücksicht­nahme ist einfach das oberste Gebot des Wildcampens, auch in Portugal. Jede Menge weitere Infor­ma­tionen und Tipps zum Thema frei stehen haben wir in unserem Beitrag für euch gesammelt.

Camping­plätze und Wohnmo­bil­stell­plätze

Auch in Portugal gibt es jede Menge Camping­plätze und Wohnmo­bil­stell­plätze. Doch gerade in den touris­tisch stark frequen­tierten Regionen sind diese oft ziemlich voll. Hier kann sich das Buchen vorab auf jeden Fall lohnen. Doch in den Bereichen des Alentejo, Lissabon, Centro und Norte ist es im Normalfall kein Problem, spontan einen Platz zu bekommen.

Nur im Bereich der Algarve sollte man besser vorab buchen, wenn man nicht auf einen freien Platz vor Ort warten möchte.

Von der Ausstattung her sind die meisten Camping- und Wohnmo­bil­stell­plätze gut. Sie sind auf jeden Fall vergleichbar mit anderen europäi­schen Ländern. Manchmal sind sie lediglich ein wenig eng, was vor allen Dingen für Camper mit großen Wohnmo­bilen ein wenig umständlich sein kann.

Portugal, Städte, Campingplätze

 

Überwintern in Portugal

Sehr beliebt bei Campern ist das Überwintern in Portugal. Das ist auch kein Wunder, denn gerade die Algarve lockt in den Winter­mo­naten mit angenehm milden Tempe­ra­turen. Der laut Klima­ta­belle kühlste Monat ist der Januar mit durch­schnitt­lichen Tages­tem­pe­ra­turen von 9 – 15 °C.

Da Reisen mit dem Wohnmobil nach Portugal immer beliebter werden, ist gerade im Winter mit einem hohen Aufkommen im Süden zu rechnen. Doch auch im südlichen Alentejo sind die Tempe­ra­turen im Winter durchaus noch angenehm. Die Nächste sind zwar kühl, aber die Sonne hat tagsüber noch richtig Kraft und so klettern die Tempe­ra­turen häufig über 13 Grad.

Aller­dings kann es im Winter durchaus auch sehr regne­risch sein. Die Sommer­monate sind sehr trocken, weswegen der Regen gerade im Winter für das Land enorm wichtig ist. Der Winter jetzt, im Jahr 2017/2018 ist bis jetzt leider ziemlich trocken, was man am Wasser­stand der vielen Stauseen besonders gut sehen kann.

Überwintern in Portugal

 

Dementspre­chend kann man aus touris­ti­scher Sicht Glück haben und es regnet wenig, aber auch Pech haben und es regnet häufiger.

Ver-/Entsorgung und Wäsche waschen

Wer Portugal mit dem Wohnmobil bereist wird früher oder später ver- und entsorgen und auch Wäsche waschen müssen. Das ist aller­dings kein Problem. So bieten viele Gemeinden kostenlose Wohnmo­bil­stell­plätze an, auf welchen man auch ver- und entsorgen kann. Eine weitere Möglichkeit hat die Super­markt­kette Inter­marche. Auf vielen Parkplätzen gibt es die Möglichkeit Wäsche zu waschen und sein Wasser aufzu­füllen und Grauwas­sertank und Toilette zu entsorgen.

Die Wasch­au­to­maten haben zwei Wasch­ma­schinen, ein Mal für 8 kg und ein Mal für 18 kg Wäsche und einen Trockner für ebenfalls bis 18 kg. Die Preise variieren je nach Maschi­nen­größe und Trock­ner­tem­pe­ratur zwischen 4 und 8 Euro pro Wasch- oder Trockengang.

Die Ver- und Entsorgung ist oftmals kostenlos. Gerade im Süden des Landes gibt es aber auch öfter ein Bezahl­system, wo für das Ver- und Entsorgen um die 2 Euro zu bezahlen sind.

Hin und wieder findet man entlang der Straße auch Quellen, welche aufgrund ihrer sehr guten Wasser­qua­lität ebenfalls geeignet sind, um seinen Wassertank aufzu­füllen. Ein Wasserdieb kann dabei durchaus hilfreich sein, denn oft haben die Wasser­hähne keine Gewinde.

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LPG Gas tanken und Gasfla­schen füllen lassen

Wer wie wir einen Gastank hat, kann an Tankstellen LPG Gas tanken. In Portugal heißt es aller­dings nicht LPG, sondern GPL. Doch nicht an jeder Tankstelle wird dies angeboten, weshalb man schon ein wenig suchen muss. Auf der Seite von MyLPG gibt es eine Liste mit allen Stationen, an denen man Gas tanken kann. Wir haben 2017/2018 durch­schnittlich 72 Cent pro Liter GPL bezahlt.

Anders sieht es aus mit den Gasfla­schen. Deutsche Gasfla­schen werden in Portugal nicht befüllt. Aller­dings kann man an manchen Cepsa und Repsol Tankstellen Gasfla­schen entleihen. Das System ist dasselbe wie in Spanien, welches wir in unserem Gasfla­schen Beitrag näher beschrieben haben. Alter­nativ kann man einfach aus der Heimat genug Gas mitbringen, bevor man mit dem Wohnmobil nach Portugal einreist.

Mobiles Internet in Portugal

Auch wenn das teure Roaming für viele kein Thema mehr ist, so kann es sich trotz allem lohnen, eine portu­gie­sische SIM-Karte zu kaufen. Gerade für Vielsurfer oder Menschen, die das Internet zum Arbeiten brauchen, ist Portugal ein Traum. Hier gibt es, beispiels­weise beim von uns genutzten Anbieter NOS, eine echte Datenflat. Man bezahlt 1 Euro pro Tag und kann unbegrenzt surfen.

Die Netzab­de­ckung ist weitest­gehend richtig gut. Manchmal ist die Verbindung besser, manchmal schlechter, aber alles in allem hatten wir überall sehr zufrie­den­stel­lenden Empfang. So wie beispiels­weise aktuell, wo wir mitten im Monquiche Gebirge stehen und gutes 4G zur Verfügung haben.

Unser Kollege Amumot hat einen sehr ausführ­lichen Beitrag über Mobiles Internet in Portugal geschrieben, wo ihr noch mal genauer nachsehen könnt, welche Anbieter es gibt und wodurch sie sich unter­scheiden.

Preise für Lebens­mittel / Generelles Preis­niveau

Portugal ist in manchen Bereichen billiger und in anderen wiederum teurer, als wir es aus Deutschland kennen. So kosten beispiels­weise Zigaretten und Tabak mehr als in der Heimat. Alkohol ist nicht wesentlich teurer und auch bei Lebens­mitteln kann man sich im Super­markt auf deutsches Preis­niveau einstellen – Tendenz eher zu ein wenig teurer.

Portugal, Wohnmobil, Lebensmittelpreise

 

Günstig einkaufen kann man vor allen Dingen frisches Obst und Gemüse auf den Märkten, die immer samstags in den kleinen Städten statt­finden. Aufgrund des niedrigen Lohnni­veaus in Portugal sind vor allen Dingen Dienst­leis­tungen wesentlich günstiger. Auch beim Tierarzt haben wir nur einen Bruchteil von dem bezahlt, was es uns in der Heimat gekostet hätte.

Medika­mente ohne Rezept

Wer in Portugal krank wird oder chronisch krank ist und Medika­mente benötigt, hat es oftmals viel einfacher. Denn die meisten Medika­mente bekommt man in Portugal ohne Rezept. Dazu gehören u. a. Asthma­sprays, Schild­drü­sen­ta­bletten, uvm. Aller­dings können manche Medika­mente, die es in Deutschland gibt, in Portugal nicht verfügbar sein. Deswegen solltest du dich gerade bei einer chroni­schen Erkrankung vorher infor­mieren, ob es die Medizin hier gibt und wie eventuelle Alter­na­tiven heißen. Außerdem ist uns aufge­fallen, dass die Medika­mente hier wesentlich günstiger sind. So kann es sich durchaus lohnen, seine Medizin hier vor Ort zu kaufen.

Waldbrände im Sommer – Tipps für alle Camper

Wir haben den ganzen Sommer in Portugal verbracht und hautnah miterlebt, welche Probleme das Land in dieser Jahreszeit hat. Von März bis Oktober ist kaum ein Tropfen Regen gefallen. Dementspre­chend trocken ist es überall. Ein großes Problem ist, dass es viele Eukalyp­tus­plan­tagen gibt. Das Öl dieser Pflanzen ist hoch entzündlich und so reicht oft schon ein kleiner Funke, um ganze Landstriche in Schutt und Asche zu legen.

Mit ein Grund, warum man sich im Sommer NIEMALS mit dem Wohnmobil in einen Eukalyp­tuswald stellen sollte. Auch für alle Freisteher gilt, such dir einen Platz, der mehrere Flucht­mög­lich­keiten bietet, und behalte die aktuelle Lage im Blick. Dies kann man am einfachsten über die Webseite von Prociv (Feuer­karte des portu­gie­si­schen Zivil­schutzes) oder Fogos tun. Fogos bietet zudem eine gleich­namige App, die man sich kostenlos runter­laden kann.

Doch keine Panik, wir kamen kein einziges Mal in eine brenzlige Situation und es ist kein Grund nicht mit dem Wohnmobil nach Portugal zu reisen.

Portugal Waldbrände

 

Kulina­rische Spezia­li­täten

Eines vorweg – in Portugal wird sehr fleisch- und auch fisch­lastig gegessen. Und es gibt sehr viele regionale Spezia­li­täten, welche es zu probieren lohnt. Langweilig wird es in der portu­gie­si­schen Küche keines­falls, für Vegetarier jedoch manchmal ein wenig schwierig, gerade in den Restau­rants. Dort befinden sich vor allen Dingen in den ländlichen Regionen selten Gerichte ohne Fleisch/Fisch auf der Karte. Besser sieht es da in Großstädten wie Lissabon und Porto aus – hier findet man vereinzelt sogar vegane Restau­rants.

Portugal, Porto

 

Natio­nal­ge­richt Bacalhau

Das Natio­nal­ge­richt Portugals ist der Bacalhau, ein einge­sal­zener und getrock­neter Stock­fisch, welcher auf ganz viele unter­schied­liche Arten zubereitet wird. Auch in den Super­märkten kommt man an dem gesal­zenen Kabeljau nicht vorbei. Oft riecht man ihn durch den ganzen Laden. Wenn man ihn selbst zubereiten möchte, dann muss man den Stock­fisch 2 -3 Tage wässern, d. h. man legt ihn in Wasser ein und wechselt dieses mehrmals am Tag. Danach kann er ganz normal zubereitet werden.

Typisch portu­gie­sische Speisen

Je nach Region gibt es folgende typisch portu­gie­sische Speisen:

RegionGericht
Algarve
  • Xarém
    Ein leckeres Gericht mit Meeres­früchten und Maismehl.
  • Cabrito Estufado
    Ein mit Tomaten, Zwiebeln und Kräutern geschmortes Zicklein.
Alentejo
  • Porco Preto
    Hierbei handelt es sich um das Iberico Schwein. Eine besondere Rasse mit schwarzen Borsten, die draußen in den Korkei­chen­wäldern gehalten wird und sich haupt­sächlich von Eicheln und Kräutern ernährt.
  • Carne de Porco à Alentejana
    Eine für uns sehr ungewöhn­liche Kombi­nation von Schwei­ne­fleisch mit Muscheln.
Lissabon, Belem
  • Pastel de Belem
    Diese kleinen Pudding­törtchen ähneln der Pastel de Nata. Aller­dings gibt es eine ziemlich hitzige Diskussion in Portugal, ob es sich nun um das Gleiche handelt oder ob die Pastel de Belem wirklich anders sind. Wir können nur eins raten: Probier’s aus.
Centro
  • Leitão
    Dabei handelt es sich um ein im Ofen gebackenes Spanferkel. Viele Restau­rants in dieser Region werben mit diesem sehr beliebten Gericht.
  • Queijo da Serra
    Dieser Käse stammt aus der Region der Serra da Estrela. Die größte Auswahl gibt es im März auf den zahlreichen Märkten in der Region.
Norte/Porto
  • Bolo de Lamego
    Ein im Ofen gebackenes Brot mit Schinken.
  • Tripas à moda do Porto
    Ein Eintopf mit Kutteln und Bohnen.
  • Francesinha
    Ein sehr fleisch­las­tiger Toast, der mit Käse überbacken in einer Tomaten-Bier-Sauce und wahlweise mit Ei und Pommes serviert wird.

 

Tipps für den Restau­rant­besuch

In Portugal geht man am liebsten mittags zum Essen. Zwischen 12 und 15 Uhr kann man in vielen der Restau­rants ein tolles Mittag­essen genießen. Abend­essen gehen die Portu­giesen für unsere Verhält­nisse sehr spät. So füllen sich die Lokale meist erst ab 20 – 21 Uhr. Geöffnet sind sie aber meist schon wesentlich früher.

Man bekommt immer „Couverts“ serviert. Aller­dings ist es nicht wie bei uns ein Geschenk des Hauses, sondern wer davon isst, findet es auch später auf der Rechnung wieder. Oft gibt es Brot mit Butter und verschie­denen Fisch­pasten, manchmal auch Gebackenes vom Bacalhau oder auch Schinken mit Melone.

Die Preise in Restau­rants sind sehr günstig, weshalb sich das Essen gehen durchaus lohnt. In den touris­ti­schen Bereichen ist es wie überall etwas teurer. In Portugal sind, wie in Spanien, 10 – 15 % Trinkgeld üblich. Dies lässt man, nachdem man das Wechselgeld erhalten hat, einfach auf dem Tisch liegen. Doch Vorsicht: Es gilt als unhöflich Centbe­träge, wie Zwei- oder Fünfcent­stücke, liegen zu lassen.

Oftmals findet man in den kleinen Restau­rants typisch portu­gie­sische Hausmannskost, die von der Frau oder dem Mann des Hauses selbst zubereitet wird. Auch kann es passieren, dass man in sehr kleinen Lokalen keine Speise­karte findet, sondern lediglich die Wahl hat zwischen Fleisch und Fisch.

Ein paar Brocken Portu­gie­sisch für den Urlaub

In Portugal wird europäi­sches Portu­gie­sisch gesprochen. Eine Sprache, die für uns nicht ganz so einfach ist. Aller­dings wollen wir euch hier auch mit ein paar wichtigen Brocken Portu­gie­sisch für euren Urlaub versorgen.

Guten Morgen (bis zum Mittag­essen)

Guten Nachmittag (bis Sonnen­un­tergang)

Guten Abend / Gute Nacht

Hallo

Tschüss

Auf Wieder­sehen

Ja

Nein

Die Rechnung bitte

Bitte

Danke

Entschul­digung

Ich spreche kein Portu­gie­sisch

Bom dia

Boa tarde

Boa noite

Olá

Tchau

Adeus

Sim

Não

A conta, se faz favor

por favor

obrigado (m)/obrigada (w)

Desculpe

Não falo português

Portugal, Herde, Kühe

 

Wie haben wir die Portu­giesen erlebt?

Wir haben bei den Portu­giesen ähnliches Tempe­rament wie bei den Spaniern erwartet, doch weit gefehlt. Die Portu­giesen, die wir kennen­ge­lernt haben, waren wesentlich ruhiger, als die Spanier. Man könnte sogar schon fast von schüchtern und zurück­haltend sprechen. Doch sobald man mal ins Gespräch kam, sind sie aufgetaut, und egal wo wir hinkamen, waren die Menschen immer super­freundlich zu uns.

Unser Mercedes 911 macht es uns natürlich leicht mit Einhei­mi­schen in Kontakt zu kommen. Oft ergibt sich nach der Frage, ob sie ein Foto machen dürfen, ein nettes Gespräch. Mit manch einem haben wir dank moderner Medien immer noch Kontakt und auch, wenn wir mal verse­hentlich auf Privat­grund standen, wurden wir nie angemault, sondern immer freundlich einge­laden, doch noch ein paar Tage zu bleiben.

Doch es ist auch verständlich, dass gerade in touris­tisch sehr stark frequen­tierten Regionen das Verständnis für Wohnmo­bil­fahrer sinkt. So erleben es die Einhei­mi­schen hier nahezu täglich, dass der ein oder andere Parkplatz belagert, Müll und Toilet­ten­inhalt in die Büsche gekippt und lautstark Party gemacht wird. Dass hier die Stimmung gegenüber Wohnmo­bil­fahrern unter Umständen nicht die beste ist, können wir nachvoll­ziehen.

Mit dem Wohnmobil nach Portugal – unser Fazit

Seit fast einem Jahr sind wir nun schon mit dem Wohnmobil in Portugal unterwegs. Wir haben diese Zeit sehr genossen. Kaum ein anderes Land hat uns innerhalb kürzester Zeit so in seinen Bann gezogen. Die wunder­schönen Stauseen, die atembe­raubend schönen Küsten, die unheimlich freund­lichen und liebens­werten Menschen – für uns einfach ein Traumland.

Portugal hat natürlich, auch wie Spanien und generell die südlichen Länder ein Problem was Müll anbelangt. Es stehen zwar genug Mülltonnen oft auch am Straßenrand, doch der Müll wird manchmal einfach daneben oder während der Fahrt aus dem Auto geworfen.

Camping in Portugal ist für uns einfach richtig klasse, weshalb wir es vorbe­haltlos weiter­emp­fehlen können. Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann ist es auch ein Traumland für Freisteher.

All unsere Portugal Reise­be­richte findest du gesammelt auf unserem Blog.

Du willst auch mit dem Wohnmobil nach Portugal reisen und hast noch Fragen? Dann hinterlass uns einfach einen Kommentar und wir werden ihn umgehend beant­worten.

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12 Kommentare

  • Juhuuu, noch drei Wochen,
    dann fahren wir mit unseren Jungs (3 und 5) los, Ziel Portugal, Zeitansatz (leider nur) drei Wochen. Mal sehen, ob wir es überhaupt schaffen, oder irgendwo in Frank­reich oder Spanien hängen bleiben.

    Für die Planung und Inspi­ration hat eure Seite wirklich weiter geholfen. Vielen Dank für eure Mühe, die ihr euch hier macht.
    Unsere Jungs wollen jetzt natürlich nur mit einem solchen Laster­w­ohn­mobil losfahren. Ich bin auf den Protest gespannt, wenn sie sehen, dass es auch diesmal nur ein schönes Modell der „weißen Pest“ wird.

    Unsere Frage, auch wenn es euch nicht wirklich betrifft: wie sieht die Infra­struktur in Sachen Spiel­plätze und Kinder­be­spaßung aus? Habt ihr einen Tipp, wo ich dazu weiter­lesen kann?

    Vielen Dank und viel Spaß bei euren nächsten Reisen

    • Huhu,
      da wünschen wir euch jetzt schon mal eine tolle Zeit und eine spannende Reise. 🙂 Das glaub ich, dass die Jungs gerne mit dem dicken Lkw fahren würden. 😉
      Wir haben aktuell leider keinen Tipp in Sachen Spiel­plätze oder Kinder­be­spaßung. Wenn ihr auf Facebook unterwegs seid, können wir aller­dings die Gruppe „Portugal mit dem Wohnmobil“ empfehlen. Dort findet ihr sicher Antworten auf eure Fragen von Leuten, die ebenfalls mit Kindern in Portugal unterwegs sind.
      Viele liebe Grüße

  • Hallo , bin seit 2 Jahren Rentner und möchte nun endlich einmal den Winter mit WoMo in Portugal verbringen . Da ich allein fahre ( inbegriffen mein Junghund ) , hätte ich gern gewusst , ob es noch andere Inter­es­senten gibt , die an einer gemein­samen Reise nach und in Portugal inter­es­siert sind . Auch ich mag keinen Massen­auflauf von WoMo’s und bin eher ein Indivi­dualist . Danke für eure eventu­ellen Infos .
    HG von Gerhard

  • Danke für die wertvollen Infor­ma­tionen, wir werden im September das 1.mal mit dem Wohnmobil nach Portugal reisen. Du hast uns die Entscheidung erleichtert,ob wir einen Ort fest anfahren oder einen Road Trip machen. Danke noch mal.

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